US-Immobilienboom eingeknickt
Nachdem Ende 2000 in den USA die New Economy eingebrochen war, haben sich die finanzkräftigen AnlegerInnen neue Felder gesucht. Und haben hemmungslos in Wohnimmobilien investiert. Eine Wohnung kaufen, ein paar Monate lang halten, dann für ein vielfaches verscherbeln. Dies Vefahren wurde zu einem der Hauptantriebskräfte der US-Konjunktur. Schätzungen zu Folge sind 30% der neuen Jobs in Amiland auf diese Entwicklung zurückzuführen.
Nun war es natürlich illusorisch, dabei ernsthaft anzunehmen, der Trend würde ewig halten. Und nun berichtet die Frankfurter Rundschau, das tatsächlich langsam das Ende näherrückt. „‚Letztes Jahr meldeten sich für jede Wohnung zehn Käufer‘, berichtet eine Maklerin. ‚Heute ist es genau umgekehrt.‘ Dass der Boom bei Wohnimmobilien irgendwann enden musste, war abzusehen. Kaum jemand hat aber einen so abrupten Knick erwartet. ‚Man könnte fast glauben, jemand hat den Schalter umgelegt‘, sagt Lynn Gardner, die Immobilien versteigert.“
Und zu allem Überfluss sind die schnuckelige Häuschen ganz überwiegend auch noch auf Pump gebaut. Durch den niedrigen Zinssatz war es attraktiv, sowohl das vorhandene als auch das nicht-vorhande Geld zu investieren. Was die Verschuldungsprozesse massiv vorangetrieben hat. Fragt sich, wo die Banken die Gelder herhaben, die sie als Hypotheken herausgeben. In weiten Teilen wird es sich wohl um „fiktives Kapital“ handeln, um Gewinne aus Aktien- und Währungsspekulationen, denen keine reale Wertmasse gegenübersteht. Dieses Geld wird dann genutzt, um ganz real zu produzieren. „Es werden hier Produktionen von realen Gütern generiert, die keine reale Grundlage in Einkommen aus Löhnen und regulären Gewinnen haben, sondern aus fiktiven Wertsteigerungen und von Finanzzertifikaten qua Blasenbildung stammen.“ schreibt Robert Kurz im Weltkapital. Es ist dann so, dass „durch die zwischengeschaltete Vermittlung der substanzlosen Scheinakkumulation der Finanzmärkte spekulative Liquidität entsteht, die nicht nur in den Finanzmärkten verbleibt und diese weiter bläht, sondern die auch als sekundäre Kaufkraft in Konsum, Bautätigkeit etc. fließt. Es werden hier in kapitalistischer Form Produktionsmittel, Arbeitskraft, Rohstoffe usw. eingesetzt, für die es substantiell gar keine Anwendungsmöglichkeit nach kapitalistischen Kriterien mehr gibt.“ (Kurz: Das Weltkapital, Seite 238f)
Es bleibt abzuwarten, wohin das Kapital als nächstes flüchtet. Und was das für Folgen haben wird. Eins scheint allerdings klar: Dauerhaft funktionieren werden diese prekären Konstruktionen nicht..
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