Poor boy poor boy you must say life is very hard to stay

Vor zwei Jahren gab es in Deutschland 1,7 Millionen Kinder unter der Armutsgrenze. Was aber viel schlimmer ist: heute sind es 2,5 Millionen. Laut einer Unicef-Vergleichsstudie wächst die Kinderarmut in allen reichen Ländern an. Was auch schlimm ist. In Deutschland allerdings überdurchschnittlich. Was nicht unbedingt verwundert.

Als Grund dafür wird von ExpertInnen oft Hartz IV benannt, wie uns die taz mitteilt. Die das Ganze auch plastisch ausführt: „Viele Kinder müssen auf Taschengeld, Klassenfahrten und Sportangebote verzichten. Oft ernähren sie sich mangelhaft, sind bei schlechter Gesundheit. Benachteiligte Kinder bleiben immer häufiger in isolierten Wohnvierteln unter sich, ohne gute Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten.“ Und etwa der Chef des Kinderhilfwerkes ergänzt: „40 Prozent der Eltern in Berlin melden ihre Kinder von der Ganztagsschule ab, weil sie kein Geld mehr haben, um dort das Essen zu bezahlen. Allein in der vorigen Woche kamen 340 hungrige Kinder zu uns – nur um zu essen.“

Das hat nun den Kinderschutzbund und ähnliche Verbände dazu gebracht, es mal mit aller Deutlichkeit auszusprechen: Kinderarmut sucks. Was ja auch erstmal stimmt. Und wo wir schon bei stimmen sind: etwas verwunderlich stimmt dann die Reaktion von Kanzlerin Merkel im TV. Nicht das sich da etwas cooles zitieren ließe. Allgemeinplätze halt, die in jedem zweiten Artikel über Kinderarmut stehen. Das sie uns alle angeht, eine Grundsatzfrage für die Gesellschaft sei, dass da gesellschaftliche Gruppen auseinandertreiben und dergleichen mehr. So schlimm so richtig, möchte mensch meinen. Nur das sie einen Zusammenhang zwischen diesen Entwicklungen und ihrer Politik sehen würde, das hat sie nicht gesagt. Bestritten hat sie es auch nicht. Sie hat es einfach ignoriert. (Ignorieren ist ja ohnehin ein beliebtes Phänomen, unangenehme Details der Wirklichkeit auszublenden. Nicht nur bei den Menschen, die einem an Ständen in der Innenstadt begegnen, sondern allem Anschein nach auch in der Politik.) Sehr schön nachzulesen – um zum Thema zurückzukommen, kann mensch das Ganze in diesem lesenswerten Bericht der taz. Inwiefern der frühere Positionierungen zur Frage von Wirtschaftspolitik und Hartz IV dabei ignoriert, sei mal dahingestellt…

Ebenfalls hieringestellt sei dieser Link zu einem zwar nicht ganz so aktuellen, aber dafür recht umfassenden Bericht über Kinderarmut.


1 Antwort auf “Poor boy poor boy you must say life is very hard to stay”


  1. 1 Witschi Hans 19. November 2006 um 12:54 Uhr

    Wieviel kostet eine Tonne deutscher Weizen?
    Eine Tonne deutscher Weizen kostet 1000 × 0,2 Euro = 200 Euro

    Eine Zigarette = 30 Cents 1 Kilo Weizen = 20 Cents (für den Bauern)

    Schlaraffenland! meine Lieben !

    Anmerkung:
    Allein die Londoner „Top“-Banker erhielten dieses Jahr (2006) Ausschüt-
    tung von 21 Milliarden CHF sage und schreibe bloss mal als „Boni“…
    Damit können sie 100 Mio. Tonnen deutschen Weizen aufkaufen…
    Feudalismus?

    Na denn, Thema Hunger…

    Und: Als Mieter der ein Drittel seines Lohnes für Miete ausgibt, gilt (für mich):
    Jedes dritte Jahr gehe ich nur für Zins allein arbeiten! Mietvertrag ist immer nur Kreditvertrag. Feudalismus?

    Hans Witschi

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