Der Muselmann als solcher…

Deutschland hat ein Problem. Nein, werden jetzt einige einwenden: Deutschland ist das Problem. Was ja sicherlich auch richtig ist. Nur mit ebensolcher Sicherheit sehen Deutsche das in aller Regel anders. Da kommt das Problem immer von außen. Bei Garbor Steingart aus Asien, bei der Bildzeitung direkt aus Mekka. Und so hat sie im Rahmen ihrer großen Hetz-Kampagne gegen das, was so vermeintlich den Moslem als solchen auszeichnet (Jugendgewalt, Rechtsbruch und überhaupt Terrorismus) hat die BILD nun „Fünf Forderungen von Hessens Regierungschef Roland Koch“ veröffentlicht. „Daran müssen sich Moslems bei uns halten“ – zumindest fände Koch das gut. Ich persönlich frage mich ja, warum sich nicht auch Christen daran halten müssen. Nehmen wir ein Beispiel:

„1) Diese Gesellschaft muss in ihrer Gesamtheit Deutsch sprechen! Wo keine gemeinsame Sprache gesprochen wird, kann es auch kein gemeinsames Zusammenleben geben.“

Haben sie mal versucht, den oberbayrischen Vorsitzenden des örtlichen Schützenvereines mit einem Nordseefischer an einen Tisch zu setzen? Da is nicht mehr viel mit gemeinsamer Sprache. Ob die beiden sich tatsächlich so furchtbar problemlos verständigen können, wie Koch in seiner hessischen Provinznaivität das vorstellt, wage ich ja zu bezweifeln.

„2) Wir wollen keine Trennung in deutsche und in solche Stadtteile, in denen man z. B. als türkischer Mitbürger auch ohne deutsche Sprache bequem leben und arbeiten kann.“

Was den Deutschen ja eigentlich erstmal egal sein könnte, sie müssten da ja nicht reingehen, in diese Stadtteile. Mal abgesehen von der Frage, wie das an einem Grenzstädtchen sagen wir mal kurz vor Österreicht so kommt. Wenn der „türkische Mitbürger“ da deutsch spricht, dann ist der doch sowas von ausgeschlossen, solange er das mit dem speziellen Dialekt nicht auf die Reihe kriegt…

„3) Deutschland ist ein Land mit christlich-jüdischen Wurzeln und Traditionen. Darauf können wir stolz sein und wollen uns dazu bekennen. Und das bleibt als wichtiger Teil unserer Identitätsstiftung auch so!“

Darum müssen sich „die Moslems“ auch bei „uns“ an irgendwelche erfundenen Standarts halten. Weil „wir“ nun mal eine „christlich-jüdische Wurzeln und Traditionen“ haben. Die hat der Islam übrigens auch, hat sich der Mohammed schließlich nicht alles selber ausgedacht. Mal ganz abgesehen was so eine christliche Tradition so alles beinhaltet. Zählen da auch Kreuzzüge, die faktische Anerkennung des NS, die antisemitischen Äußerungen von Martin Luther und ähnliche Spielereien mit zu?

to be continued.

Tja, an dieser Stelle musste ich dann leider sehr plötzlich zum ICE rennen. Und nun gibt es die fünf Forderungen nicht mehr online. Weshalb ich sie auch nicht mehr weiter kommentieren kann. Schade eigentlich.


2 Antworten auf “Der Muselmann als solcher…”


  1. 1 phex 29. September 2006 um 8:05 Uhr

    Robert Koch meinte wohl christliche, anti-jüdische Wurzeln und Traditionen!!!

  2. 2 herumspringen 29. September 2006 um 11:37 Uhr

    du hsat die überschrift vergessen…

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