Weihnachten als revolutionäres Interventionsfeld

Jetzt geht es wieder los. In den Innenstädten aller nicht allzukleinen Städte werden Weihnachtsmärkte aufgebaut, selbst gutmeinende Linke werden zum Glühweintrinken eingeladen und last but not least kommt dann auch noch das dicke Ende auf uns zu: die Weihnachtsfeier im Kreise der (manchmal mehr, meist weniger) geliebten Familie.

Das gilt in linken Kreisen oft als irgendwie anrüchig. Da muss mensch heimfahren und mit der rassistischen, sexistischen oder sonstwie versauten Verwandtschaft klarkommen. Drei Tage. Mindestens. Furchtbar! In diesem Text soll demgegenüber die These vertreten werden, das gerade Weihnachten sich als Ort emanzipatorischer Intervention eignet. Weil gerade Weihnachten einer der letzten Momente ist, in denen sich die bürgerliche Gesellschaft noch ihrer Emanzipationspotentiale besinnt.

Aufklärung zwischen Unterdrückung und Emanzipation

So ziemlich alles an Wertvorstellungen, die die Menschen heute so mit sich rumschleppen, stammt aus der Aufklärung. Unsere modernen Vorstellungen von Freiheit, Gleichheit, Bildung, Wissenschaft etc. – aber auch die modernen Glücksvorstellungen haben hier ihre Wurzeln. Die aufklärerischen Werte werden dabei häufig als Hort von Bürgerlichkeit und damit als Böse versschrien. Dabei wird nicht selten vergesssen, das schon Theodor W. Adorno und Max Horkheimer in der Dialektik der Aufklärung festgestellt haben, das Aufklärung vielmehr immer einen Doppelcharakter hat. Einerseits bringt sie die Werte hervor, die für das Funktionieren der bürgerlichen Gesellschaft notwendig sind, andererseits weisen diese Werte auch stets über die bürgerliche Gesellchaft hinaus.

Machen wir uns diesen Gedanken anhand einiger Beispiele deutlich:

Die moderne, bürgerliche Idee von Bildung, in Deutschland vor allem verbunden mit dem Namen Wilhelm von Humboldt, ist nicht zu trennen von einem aufstrebenden Bürgertum, das seine eigene Bildung stets als „Waffe“ gegen den Adel einzusetzen verstand und so kraft seiner Kompetenz die gesellschaftlichen Führungspositionen übernehmen konnte. Dies sollten ihnen dadurch möglich werden, das sie über das gesellschaftliche Miteinander reflektiert hatten. Nur war im Humboldt’schen Bildungsbegriff auch immer schon mehr angelegt: der Anspruch nämlich, das dies für alle zu gelten habe, der Anspruch bürgerlicher Gleichheit. „Fraglos ist in der Idee der Bildung notwendig die eines Zustands der Menschheit ohne Status und Übervorteilung“ enthalten, wie Adorno bereits 1959 in der Theorie der Halbbildung schrieb.

Auf eine ganz ähnliche Argumentation treffen wir bei Karl Marx, als der die Existenzbedingungen der modernen Arbeiter damit umreißt, das diese freie Arbeiter seien: „Freie Arbeiter in dem Doppelsinn, daß weder sie selbst unmittelbar zu den Produktionsmitteln gehören, wie Sklaven, Leibeigne usw., noch auch die Produktionsmittel ihnen gehören, wie beim selbstwirtschaftenden Bauer usw., sie davon vielmehr frei, los und ledig sind.“ (MEW 23, 742) Da dieser freie Arbeiter nun andererseits auf „Eigner von Geld, Produktions- und Lebensmitteln, denen es gilt, die von ihnen geeignete Wertsumme zu verwerten“ trifft, sind „die Grundbedingungen der kapitalistischen Produktion gegeben.“ Damit ist aber gleichzeitig auch schon ein erster Emanzipationsschritt erfolgt: Die Menschen sind nicht mehr sklavisches Eigentum, wie das noch in der Antike oder im Mittelalter oftmals der Fall war. Diese Freiheit beinhaltet aber mitnichten ihre freie Selbstbestimmung, sondern lediglich ihr Recht, als freie Personen Verträge einzugehen. „Freiheit! Denn Käufer und Verkäufer einer Ware, z.B. der Arbeitskraft, sind nur durch ihren freien Willen bestimmt. Sie kontrahieren als freie, rechtlich ebenbürtige Personen. Der Kontrakt ist das Endresultat, worin sich ihre Willen einen gemeinsamen Rechtsausdruck geben.“ (MEW 23, 189f) Gleiches gilt Marx auch für die Gleichheit: „Gleichheit! Denn sie beziehen sich nur als Warenbesitzer aufeinander und tauschen Äquivalent für Äquivalent.“ Und schon in den Grundrissen wusste er: „der Austausch von Tauschwerten ist die produktive, reale Basis aller Gleichheit und Freiheit. Als reine Ideen sind sie bloß idealisierte Ausdrücke desselben.“ (MEW 42, 170) Trotz allem ist da ein erster Schritt getan. Jede weitergehende Emanzipation wird sich an diesen Veränderungen zu orientieren haben, wird nicht hinter die bürgerlichen Begriffe von Freiheit und Gleichheit zurückfallen können.

Das wird auch an der bürgerlichen Vorstellung von Glück deutlich. In der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung heißt es etwa, „dass alle Menschen gleich geschaffen sind, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind; dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glück (Life, Liberty and the Pursuit of Happiness) gehören. Dabei meint „Pursuit of Happiness“ meist ein individuelles Streben nach Glück, etwa so wie in dem gleichnamigen Film mit Will Smith , der am 11. Januar 2007 in die Kinos kommt. Der Vertrieb fast den Inhalt des Filmes wie folgt zusammen:


„San Francisco in den 80ern. Chris Gardner (WILL SMITH) ist ein aufgeweckter und talentierter Verkäufer, der sich von Job zu Job hangelt. Er kämpft ständig darum, finanziell über die Runden zu kommen. Als er eines Tages sein Apartment räumen muss, steht er mit seinem fünfjährigen Sohn Christopher (JADEN SMITH) buchstäblich auf der Straße und weiß nicht mehr wo hin. Er und sein Sohn müssen harte Zeiten überstehen, bis es Gardner gelingt, ein Praktikum bei einer namhaften Maklerfirma zu ergattern. Fest entschlossen, seinen Traum von einem besseren Leben zu verwirklichen, schlägt sich Gardner zunächst in Obdachlosenasylen durch, ehe sein persönliches Streben nach Glück von Erfolg gekrönt ist…“

Nun ist dieser Begriff von Glück ein recht kurzer. Jede und Jeder soll ihr oder sein Glück gegen alle anderen durchsetzen. Dem bürgerlichen Glücksversprechen, so etwa Adorno, wohne aber eine Dialektik inne. Auch hier werde etwas ausgesprochen, das sich innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft nicht umsetzen lasse. Glück in einem umfassenden Sinne lasse sich innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft nicht umsetzen, obwohl doch Glück immer einer ihrer Stützpfeiler gewesen ist. Die Menschen halten daher „am Glücksversprechen fest, mit Recht, doch in seiner unmittelbaren, stofflichen Gestalt. Daran knüpft die Kulturindustrie an. Sie plant das Glücksbedürfnis ein und exploitiert es. Kulturindustrie hat ihr Wahrheitsmoment daran, daß sie einem substantiellen, aus der gesellschaftlich fortschreitenden Versagung hervorgehenden Bedürfnis genügt; aber durch ihre Art der Gewährung wird sie zum absolut Unwahren.“ (Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie. Frankfurt am Main 2003, Seite 461)

Will sagen: die bürgerliche Gesellschaft bringt das Bedürfnis nach Glück hervor und befriedigt es dann auch selber. Allerdings auf eine Art und Weise, die die Idee des Glückes selbst pervertiert. Darum kommt es zu solchen Filmen. Was aber bleibt, ist die grundsätzliche Erkenntnis, das auch Glück im Kapitalismus einen Doppelcharakter hat: einerseits ist Glück ein innerkapitalistischer Motor, andererseits verweist auch Glück – ebenso wie die modernen Begriffe von Freiheit und Gleichheit – auf eine Gesellschaft „ohne Status und Übervorteilung“ (Adorno). Die bürgerliche Gesellschaft weist so permanent über sich selbst hinaus. Grundsätzlich.

Vom Verschwinden der ‚Dialektik der Aufklärung‘

Nun ist die bürgerliche Gesellschaft kein statisches Gebilde. Sie verändert sich permanent. Und das – ganz nebenbei – nicht gerade zum Besten. So ist der Doppelcharakter vieler bürgerlicher Werte als Errungenschaft der Aufklärung im postfordistischen Kapitalismus im Schwinden begriffen. Die bürgerliche Gesellschaft selber erodiert, da ihr Basisprinzip (die Verwertung von Wert) in eine fundamentale Krise geraten ist. Und entsprechend verändern sich auch die bürgerlichen Wertvorstellungen. Sie verlieren in aller Regel ihren Doppelcharakter, legen ihr emanzipatives Moment ab und so rückt ihr regressives Potential in den Mittelpunkt.

Sehr eingängig wird dieser Gedanke wieder einmal am Beispiel der Bildung. Bildung war immer ein doppeltes: Ausbildung für den kapitalistischen Betrieb einerseits, Stärkung des Individuums gegen die gesellschaftlichen Anforderungen andererseits. Das spiegelt sich in den traditionellen Bildungstheorien wieder, das lässt sich aber auch an den bidungspolitischen Debatten bis in die 60er Jahre hinein ablesen. Damals galten beide Ansprüche als legitim und wichtig.

Heute ist das nicht mehr so. Der Anspruch auf Bildung als Selbstfindung und Reflektion, eben als Stärkung von Individualität gegenüber den Anforderungen der Gesellschaft, ist ersatzlos von der bildungspolitischen Agenda gestrichen worden. Heute gibt es nur noch Bachelor und Master, effiziente Studienpläne dank Studiengebühren und den Wunsch, beim Studium eine möglichst hohe Bildungsrendite zu erzielen. Entsprechend schwer fällt es dann auch, bei studentischen Protestaktionen noch mit entsprechenden bildungstheoretischen Motiven zu Punkten. Sie sind einfach nicht mehr präsent. Ausnahmen bilden da lediglich Situationen wie im letzten Herbst in Göttingen, als der Göttinger Uni-Präsi Kurt von Figura versucht hat, weite Teile der Sozialwissenschaften wegzurationalisieren, weil dort zu viel gelesen würde und das ja nun mit Wissenschaftlichkeit nicht viel zu tun habe.

Ein weiteres Beispiel dafür könnte etwa die Umwertung eines Begriffes wie „Solidarität“ sein. Der eben immer neben der Bedeutung einer Solidarisierung mit den Schwachen die Bedeutung einer Solidarisierung mit einem vorgestellten Kollektiv zum Inhalt hatte. Ich kann solidarisch sein mit den Leuten, die wenig verdienen oder von Sozialhilfe leben – oder ich kann solidarisch sein mit meinem Unternehem und bereitwillig auf meinen Lohn verzichten. Die erste Form von Solidarität ist aus der Debatte mehr oder minder gestrichen, die Rede von der Solidargemeinschaft ist immer auf die Senkung von Ansprüchen und Standarts ausgerichtet – und nicht auf einer Verbesserung der sozialen Lage gerade sozial schwacher Gesellschaftsteile.

The Last Dance – Weihnachten und Glück

Ein ganz ähnliches Phänomen können wir nun an Weihnachten erleben, zumindest solange wir uns innerhalb christlich geprägter sozialer Zusammenhänge bewegen. Während im Rest des Jahres alle damit zufrieden sind, ihrem eigenen Glück nachzujagen, stellen sie nun plötzlich fest, dass da ja jede Menge unschöne Dinge ablaufen in der Welt. Die Hilforganisationen starten ihre Kampagnen zur Übernahme von Patenschaften und hier und da wird sogar mal ein Waffenstillstand durchgesetzt oder zumindest eingefordert, um der Ruhe an den Feiertagen zu genügen. Von städtischen Gremien – sei es nun die Stadtverwaltung oder die Kommunalpolitik – werden Weihnachtsfeiern für alleinstehende Menschen ohne sozialen Anschluss organisiert, als kurzfristige Überwindung des bürgerlichen Monaden-Daseins.

Das ist natürlich übelst geheuchelt, keine Frage. Es ist kaum anzunehmen, das es den betroffenen Mienen unterm Weihnachtsbaum („Ach, und jetzt schießen sie immernoch in Belgrad…“) tatsächlich das Leben anderer Menschen am Herzen liegt. Aber trotz allem wird hier ein Bruch erzeugt. Die gewohnte bürgerliche Normalität erscheint plötzlich in einem Licht, das sie unvorteilhaft in Szene setzt. Da gibt es nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern auch Leiden, Ohnmacht und Zerstörung.

Linke fühlen sich an dieser Stelle oft abgeschreckt ob des heuchlerischen Charakters dieser Erkenntnis. Denn das Menschen in miesen sozialen Verhältnissen leben, das sie vereinsamen und keine Chance bekommen, das ist nicht nur an Weihnachten erkennbar. Und Kriege gibt’s auch jenseits von Advent und Tannebaum. Nur das dies standartisierte linke Bewusstsein damit einen wesentlichen Punkt übersieht: das es gerade der Vorteil von Weihnachten ist, das hier Teile der Realität ins Bewusstsein rücken, die da vorher nicht gewesen sind. Es gilt sich also nicht abzuwenden, weil die Dinge im Rest des Jahres keine Bedeutung haben. Es gilt sich vielmehr ins Getümmel zu schmeißen, weil gerade an Weihnachten Brüche deutlich werden und „Erregungskorridore“ entstehen.

So wird Weihnachten zu einem wichtigen Interventionspunkt für die emanzipatorische Linke. Weil hier noch das emanzipative Potenzial der bürgerlichen Gesellschaft ins Bewusstsein rückt, weil sich hier zeigen lässt, das es innerhalb des Kapitalismus nicht umzusetzen ist. Weil eben deutlich wird, das es eine radikale Veränderung der Gesellschaft braucht.

Nun gebe ich zu, das Weihnachten die emanzipatorische Intervention auch durchaus vor Probleme stellt. Die diversen AktivistInnen befinden sich in aller Regel individualisiert einer Heerschar von Ungläubigen entgegen, die es aus ihrem bürgerlichen Bewusstsein herauszureflektieren gilt. Dazu kommt die oft patriarchale Struktur solcher Treffen, die das alles nicht einfacher macht. Hierzu wird es nötig sein, Formen von Vernetzung und Kooperation zu schaffen, die uns bislang noch schwer vorstellbar erscheinen. Aber Mikroelektronik und Kreativität werden hier schon Auswege eröffnen!


5 Antworten auf “Weihnachten als revolutionäres Interventionsfeld”


  1. 1 Schorsch 27. November 2006 um 19:33 Uhr

    Hallo,

    Dein Schluß kann ich so nicht teilen.
    Es stimmt schon: An Weihnachten wird in positivistisch-registrierender Manier festgestellt, welche Übel die Welt auch an Weihnachten zeichnen. Häufig wird diese Feststellung äußerst zynisch formuliert: Dass selbst an Weihnachten noch gekämpft oder gehungert wird, scheint bedauernswert zu sein. Die prinzipielle Meinung über solche Zumutungen ist in dem Bedauern aber schon enthalten: Hungern und Kämpfen scheint in der Zeit nach und vor Weihnachten völlig normal zu sein und lohnt keiner weiteren Erwähnung, gehört akkzeptiert zu werden.

    Im Gegensatz zu dir stelle ich empirisch eher fest, dass an Weihnachten, das im Kapitalismus notwendige Leiden als „Schlimm aber nicht zu ändern“ charakterisiert wird. Eine bodenlose Naturalisierung, gegen die eine emanzipatorische Kritik an Weihnachten inhaltlich ebensoviel anrichten kann, wie an anderen Tagen auch.

    Eine Annäherung an die Frage, warum Menschen leiden, wird, im Einklang mit der gefühlsduseligen Zeit, nicht wirklich zu beantworten versucht.

    Ich bin mir also nicht sicher, ob die Weihnachtszeit als ein Durchscheinen des „ganz Anderen“ gewertet werden kann, oder ob nicht vielmehr die Weihnachtszeit dieses unmöglich erscheinen lässt, oder zumindest selber wieder den Doppelcharakter der Aufklärung enthält. Dann wäre aber Aufklärung an Weihnachten so gut, wie an anderen Tagen auch.

    Zur Illustration: Das Andere, einmal unterstellt, dies scheine an Weihnachten durch, oder wird überhaupt „ersehnt“, wird auch an Weihnachten als Proklamation des „unerreichbaren Paradies“, für welches man zwar „tagtäglich kämpfen könne, aber es doch nie erreichen wird“ gewertet. Die alltäglichen menschlichen Handlungen werden dann als Grund für Missstände verstanden und nicht eine spezifische Gesellschaft.
    Für Kirchen, spendenbereite Privatleute und Firmen, Lions-Clubs usw. wird auch an Weihnachten nicht deutlich, dass der bedauernswerte Zustand logisches Resultat der herrschenden Rationalität ist. Eine Intervention, die dies deutlich zu machen versucht, wird durch Ressentiments, Ideologien oder Überzeugungen abgeschmettert. Wohltätigkeit enthält nicht selten eine bedingungslose Apologie des Bestehenden und die Ursache für besondere Mildtätigkeit während einer bestimmten Periode im Jahr scheint mir, in Ideologie und reiner Emotionalität zu liegen. Selbst wenn diese Emotionalität die Möglichkeit der Intervention irgendwie eröffnen und zulassen würde, so ist doch fraglich, ob die transportierten Inhalte nach Weihnachten nicht ebenso abgestreift werden, wie die spezifische „Weihnachtsstimmung“, die so begierlich überall zu produzieren ersucht wird.

    „Propaganda fixiert die Verfassung der Menschen, wie sie unterm gesellschaftlichen Unrecht geworden sind, indem sie sie in Bewegung bringt.“ (Teddy)
    Ebendiese Verfassung der Menschen zu Weihnachten offenbart wie erbärmlich das Leben sonst verläuft und auch daher scheint mir ein positives Aufladen fraglich.

    Warum treten grade zu Weihnachten „Teile der Realität ins Bewusstsein“, die sonst ausgeblendet werden? Ohne diese Frage beantwortet zu haben, scheint mir eine Intervention mindestens problematisch, da ein, von Gefühlen und Emotionen beseelter Zustand der Menschen nicht unbedingt beste Vorraussetzungen für Aufklärung bietet.

    Grüße,

    Schorsch

  2. 2 Administrator 27. November 2006 um 20:40 Uhr

    hi schorsch!

    danke für die ausführliche antwort :)

    ich finde, der zentrale satz bei dir is dieser:

    „Ich bin mir also nicht sicher, ob die Weihnachtszeit als ein Durchscheinen des „ganz Anderen“ gewertet werden kann, oder ob nicht vielmehr die Weihnachtszeit dieses unmöglich erscheinen lässt, oder zumindest selber wieder den Doppelcharakter der Aufklärung enthält. Dann wäre aber Aufklärung an Weihnachten so gut, wie an anderen Tagen auch.“

    Hier würde ich jetzt sagen: An Weinachten gibt es diesen Doppelcharakter wieder, da fallen diese Dinge auf. Außerhalb von Weihnachten ist sind Ignoranz und Anpassung bereits soweit fortgeschritten, das aus dem ehemaligen Doppelcharakter eine ziemlich eindeutig regressive Veranstaltung geworden ist. Darum eignet sich m.E. gerade Weihnachten zum intervenieren, weil der Doppelcharakter die Voraussetzung dafür ist, das sich Brüche im Denken erzeugen lassen.

    Und natürlich hast du recht wenn du schreibst, dass „Eine Annäherung an die Frage, warum Menschen leiden, ( … ) im Einklang mit der gefühlsduseligen Zeit, nicht wirklich zu beantworten versucht.“ wird. Na klar. Aber dann wäre Emanzipation ja auch ein Automatismus. Das einzige was passiert ist, das hier ein gesellschaftliches Interventionsfeld aufgeht. Weshalb emanzipatorische Kräfte da m.E. reingehen sollten. Weil das Feld (s.o.) sonst nicht wirklich immer da ist.

  3. 3 Uncle Joe 25. Dezember 2006 um 5:35 Uhr

    Hahaha.

    1. Soviel schlecht geschriebener Stuß, und das zu Weihnachten… – halleluja.

    2. Das Wort „Reflektion“ (sic!) gibt es nicht. Ebenso „Refelxionen“.

    3. Auch ansonsten ist der Text ein einziges elendes Rumgejammere über eigene linksliberale („emanzipatorische Linke“, au weia) Unfähigkeiten („Entsprechend schwer fällt es dann auch, bei studentischen Protestaktionen noch mit entsprechenden bildungstheoretischen Motiven zu Punkten. Sie sind einfach nicht mehr präsent.“).
    Aber das soll euer Problem sein, ihr antiautoritären Kritiker euerer selbstverschuldeten Ohnmacht.

    4. Adorno-Nazis wie du wären unter der SED völlig zurecht ins Gefängnis gekommen.

    5. An den bewußtlosen „Teddy“-Nachplapper-Propagandisten „schorsch“: Geh mal ficken, du Vollidiot.

  4. 4 emanzipationoderbarbarei 02. Januar 2007 um 13:22 Uhr

    Na Joe, du bist ja einer von den ganz klugen, oder?

    1. Danke für das Argument.

    2. Stimmt. Es heißt Reflexion. Aber nur weil du weißt, wie es sich schreibt,heißt das ja noch lange nicht, das du es auch betreiben würdest, gelle?! Und nur weil es falsch geschrieben ist heißt das ebensowenig, das es nicht drinne wäre im Text.

    3. Was genau is denn für dich „linksliberal“? Und was ist – da das ja scheinbar doof ist – die Alternative? Linksautoritär? Und was ist an Befreiung (=Emanzipation) so furchtbar schlimm? Und was genau hat es mit Unfähigkeit von wem zu tun, wenn Studierende keinen Bock auf Bildung, dafür aber um so mehr auf Verwertungszwang haben? Und welche Bedeutung spielen dabei Menschen wie du, auf derem Problemhorizont solche Sachen noch nicht mal auftauchen?

    4. Äh… ja. Warum ich jetzt Nazi bin, nur weil ich mich an der einen oder anderen Stelle auf Adorno beziehe, weiß ich nich so genau. Das ich in der DDR im Knast gesessen hätte, kann schon sein. Aber die DDR hatte ja auch eher weniger mit Emanzipation, dafür aber um so mehr mit Unterdrückung, Fremdbestimmung und Ähnlichem zu tun. Warum das aber richtig war bzw. ich „zu recht“ eingeknastet worden wäre – ich würd’s echt gerne wissen.

    5. Auja! Fick dich! Was für ein Argument. Du weiß ja genau, was du willst und warum du Leute kritisierst, gelle?! Aber in Kreisen, in denen „mailto:stalin_stalinsen@yahoo.de“ als lustige email-addy gilt, muss mensch wohl auch nicht wissen, warum dies oder jenes getan wird. Da werden einfach Befehle ausgeführt…

    Wenn ich mir jedenfalls diese blindwütigen Reflex-Beißereien a la Pawlow so ankucke, dann muss ich wohl irgendwie richtig liegen…

  5. 5 Carlos Leitner 21. Oktober 2010 um 1:05 Uhr

    This is getting a bit more subjective, but I much prefer the Zune Marketplace. The interface is colorful, has more flair, and some cool features like ‚Mixview‘ that let you quickly see related albums, songs, or other users related to what you‘re listening to. Clicking on one of those will center on that item, and another set of „neighbors“ will come into view, allowing you to navigate around exploring by similar artists, songs, or users. Speaking of users, the Zune „Social“ is also great fun, letting you find others with shared tastes and becoming friends with them. You then can listen to a playlist created based on an amalgamation of what all your friends are listening to, which is also enjoyable. Those concerned with privacy will be relieved to know you can prevent the public from seeing your personal listening habits if you so choose.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.