Fahnenstreit

Wer wissen will, wie seine oder ihre Mitmenschen so drauf sind, kann sich eines ganz einfachen Tricks bedienen: einfach mal den Gutmenschen raushängen lassen. Das klappt auf vielen Gebieten, am Besten aber immernoch dann, wenn es um Israel, Antisemitismus und den Holocaust geht. Wer etwa in einem Gespräch ganz beiläufig erwähnt, der Antisemitismus in Deutschland würde ja doch eher ansteigen als abnehmen und ein beliebiges Beispiel dafür einbringt, wird maximale Entrüstung ernten.

Nun sind einige Methoden, die Wahrheit über das Denken der Menschen in Deutschland herauszufinden, nicht immer unumstritten. Nehmen wir das Tragen einer Israelfahne. Als Ausdruck nationalstaatlicher Herrschaft wird sie auch in der Linken von vielen abgelehnt. Ich will und kann diese Frage hier nicht abschließend diskutieren, aber für den oben beschriebenen Zweck erfüllt so eine Israelfahne durchaus ihren Sinn. Was passiert, wenn Menschen etwa bei Demos libanesischer „Friedens“-AktivistInnen israelische Fahnen schwenken, müssen sie mittlerweile mit polizeilicher Repression rechnen:

Im Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Saarbrücken vom 12. Oktober steht, „durch Hochheben israelischer Flaggen und Rufen ,hoch lebe Israel‘“ habe K. bei den „ihm bekannt antiisraelisch eingestellten Demonstranten emotionsgeladene Wutausbrüche und infolge dessen von diesen ausgehende Handgreiflichkeiten und volksverhetzende Äußerungen wie ,Tod den Juden‘ verursacht“. (frankfurter rundschau)

Lassen wir uns das auf der Zunge zergehen: wer einfach nur eine Nationalfahne schwenkt, kriegt brave menschen zu „Handgreiflichkeiten und volksverhetzende(n) Äußerungen“. Was beim Schwenken der Deutschlandfahne nur die kleinste radikale Minderheit zum Protest aufruft und etwa bei der Portugalfahne vermutlich niemanden ernsthaft Jucken würde, führt im Falle Israels zur Volksverhetzung. Die Frage ist auch hier: Sagen da Menschen Dinge, die sie eigentlich gar nicht finden – oder kommt (endlich) die Wahrheit ans Licht?


1 Antwort auf “Fahnenstreit”


  1. 1 herumspringen 18. Dezember 2006 um 12:42 Uhr

    so einen fall gibt es auch in göttingen soweit ich weiss

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