Archiv für Februar 2007

Alles Faschisten?

Die aktuelle Disko-Reihe in der JungleWorld hat es mir irgendwie angetan, das Thema will mir nicht aus dem Kopf. Es geht konkret – viele werden es mitbekommen haben – um die Frage nach den Protesten gegen den anstehenden G8-Gipfel. Letztlich wird dort aber auch die Frage nach den Rahmenbedingungen linksradikaler Intervention diskutiert. Einigen gilt der G8-Gipfel nämlich als Hort des Faschismus:

Bei solcher Art Globalisierungskritik handelt es sich nicht um eine radikale Kritik der totalitären Tauschgesellschaft. Antizivilisatorisches und antiwestliches Ressentiment kulminieren dabei zu einem »faschistischen Wunschbild« (Adorno) all jener, die sich betrogen fühlen und stattdessen selbst an den Tisch wollen.

Das befand Mario Möller von der Gruppe Cohiba.Mini (ganz hedonistisch benannt nach einer kubanischen Zigarrenmarke) in seinem Beitrag „Lieber nicht tanzen gehen“. Der Grund für den Faschismusvorwurf gegen die kompletten G8-Proteste war ein zweifacher:

In Heiligendamm wird man sich unter dem Banner des Antikapitalismus versammeln. Man wird zusammen mit Leuten demonstrieren, die einen »sofortigen Abzug der Besatzungstruppen aus Irak, Afghanistan und Palästina« fordern, wie etwa das »Anti-G8-Bündnis für eine revolutionäre Perspektive«. Man wird sich, wie es wiederum im Aufruf der Gruppe »G8-Landwirtschaft« heißt, für »kleinbäuerliche Bewegungen im Süden« und »indigene Existenzgrundlagen« engagieren und ein Recht auf »Ernährungssouveränität« und den »freien Zugang zu einer ausreichenden Menge gesunder, nahrhafter und kulturell üblicher Lebensmittel« fordern. Derlei Forderungen lassen die Schlussfolgerung zu, dass es sich bei dem Versprechen, eine andere Welt sei möglich, in Wahrheit um eine Drohung handelt.

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Postone (4): Grundrisse – Der Wesenskern des Kapitalismus

[Noch immer Postone. Diesmal rezipiert er die Grundrisse – oder Teile davon.]

[Seite 49] Postone steigt in die „Kritik der politischen Ökonomie“ über die Grundrisse ein.Diese seien zwar weniger konsequent und logisch strukturiert, ließen aber „die allgemeine strategische Absicht“ besser hervortreten. Er thematisiert zunächst Marx‘ Überlegungen zum Widerspruch von ‚Produktionsverhältnissen‘ und ‚Produktivkräften‘ und weist nach, dass es Marx um eine Veränderung der Produktionssphäre (und nicht lediglich der Distributionssphäre, also der Verteilungsstrukturen) geht. [Seite 50] Er zeigt dabei, dass Marx sowohl den Markt als auch die Eigentumsverhältnisse dem Bereich „Distribution“ zuordnet. [MEW 42, 723] Daraus folgert er, das Marx unter „Produktionsverhältnissen“ scheinbar mehr versteht als reine Klassenbeziehungen – und deshalb scheinbar auch mehr überwinden möchte als diese. Produktionsverhältnisse ‚abzuschaffendes‘ bezeichnen dabei nämlich die „Art und Weise des Produzierens“ selbst. (mehr…)

Weiblichkeit richtig gemacht: Neun Goldene Hausregeln

Die Ludovicia Ingolstadt ist eine „freie, partei-politisch und konfessionell ungebundene, farbentragende, nicht-schlagende Studenten- und Absolventenverbindung im Kartell des Passauer- Senioren-Convents.“ Die Kameraden „wollen einen Ausgleich zu Studium und Beruf schaffen, indem wir Freizeit sinnvoll und gesellig gestalten und helfen gleichzeitig, ein selbständiges, für die Gesellschaft wertvolles Mitglied zu werden.“ Was sich die Verbindung, die selbstständlich in keinster Weise sexistisch ist, unter sinnvoller Freizeitgestaltung und selbständigen, wertvollen Gesellschaftsmitgliedern versteht, kann mensch in der auf der Ludovicia-Hompage veröffentlichten Damenrede nachlesen. Lange Zeit habe ich überlegt, ob das vielleicht Satire sein soll. Da die restliche Seite aber eher satirefreie Zone ist (vom „Consenior Harry Poser v/o d‘Artagnan“ vielleicht mal abgesehen)

Dort wird nämlich – analog zu Eva Herman – festgestellt, die Frau stünde „heute am Scheideweg: Entweder Sie verfolgen den irrigen und menschheitsgefährdenden Kurs der Vermännlichung weiter, oder Sie entschließen sich, bevor es zu spät ist, zu Ihren schöpfungsgewollten Ursprüngen und Bestimmungen zurückzukehren. das müssen im 21. Jahrhundert natürlich nicht mehr Kinder, Küche und Kirche sein, aber diese drei gehören schon auch dazu.“

Die Quadratur des Kreises: die Frau als solche soll sich ihren „schöpfungsgewollten Ursprüngen und Bestimmungen“ widmen. Zu denen haben früher „Kinder, Küche und Kirche“ gehört. Das muss heute nicht mehr sein. Allerdings gehören die drei Punkte (wir erinnern uns: „Kinder, Küche und Kirche“) auf jeden Fall dazu. Jetzt Hirn einschalten bitte! (mehr…)

Postone (3): Rekonstruktion einer Kritischen Theorie der modernen Gesellschaft

[Der näxte Teil vom Postone-Reading]

[Seite 40] Die von Postone vorgestellte Neuinterpretation verdankt sich vor allem der Lektüre der Grundrisse. Sie steht in der Tradition von Georg Lukacs‘ „Geschichte und Klassenbewusstsein“ sowie der Kritischen Theorie Frankfurter Schule. [Seite 41] In dieser Tradition wurde die marxsche Kritik als Theorie der gesellschaftlichen Herstellung bestimmter, verdinglichter Formen von Subjektivität und Objektivität gelesen. Die Theorien konnten sich allerdings nicht von allen Elementen des traditionellen Marxismus lösen und hilten insbesondere am überhistorischen Arbeitsbegriff fest. (mehr…)

Soziale Ungleichheit in Europa

Es ist im Grunde kaum nötig, linke Zeitungen zu lesen. Auch in den großen Blättern der bürgerlichen Welt lassen sich alle wichtigen Dinge nachlesen. So berichtet die FAZ über einen Bericht der am heutigen Montag von der EU-Kommission vorgelegt werden soll und in dem weitreichende Vorwürfe über wachsende soziale Spaltungen innerhalb Europas:

72 Millionen Bürger – das sind 15 Prozent der EU-Bevölkerung – lebten mit einem Armutsrisiko, weitere 36 Millionen seien gefährdet. Dabei wachse die Gefahr, das Armut von einer Generation zur nächsten „vererbt“ werde. ( … )

12 der 72 Millionen Europäer mit Armutsrisiko seien Ältere. Aber auch viele Alleinstehende unter 30 Jahren kommen dem Bericht zufolge kaum über die Runden: In Großbritannien seien es 37 Prozent dieser Gruppe, in Deutschland sogar 42 Prozent und in den Niederlanden 49 Prozent. Hinzu komme, dass fast jeder fünfte Jugendliche unter 18 Jahren mit einem Armutsrisiko aufwachse: Das sind 18 Millionen in einer Gruppe von 94 Millionen jungen EU-Bürgern. „In den Gesellschaften mit der größten Ungleichheit ist das Armutsrisiko am höchsten“, führen die EU-Fachleute aus. ( … )
Ein britischer Unternehmer, der vor 20 Jahren etwa 30 Mal so viel verdient habe wie einer seiner Verkäufer, kassiere heute das Hundertfache. Aber 1999 habe eines von zwölf alleinerziehenden Elternteilen ihren Kindern dort keine tägliche warme Mahlzeit und keine regenfeste Kleidung kaufen können. ( … )

Nun folgt – bereits Marx wusste das – aus einer objektiven gesellschaftlichen Lage nicht unbedingt auch ein entsprechendes Bewusstsein. Nur weil es mir dreckig geht heißt das noch lange nicht, das ich rebellisch werde und da etwas gegen zu unternehmen versuche. Oder, wie es die FAZ formuliert: „Der Bericht gibt auch Umfragezahlen von 2006 wieder, wonach 81 Prozent der EU-Bürger mit ihrem Leben zufrieden sind.“

Die FAZ allerdings – auch das möchte ich nicht verschweigen – erzählt das alles nicht, weil ihnen die Betroffenen in irgend einer Form wichtig wären. Ihr geht es – wie immer – um höheres:

Die Folge seien häufig Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum und unsoziales Verhalten. Zudem führe die Ungleichheit dazu, dass die Gesellschaft vorhandene Talente nicht genügend nutze.

Jetzt kommen wir der Sache schon näher: Es beschädigt auf Dauer die Funktionstüchtigkeit der Nation, sollte den Leuten auffallen, das sie am Ende ihre eigenen Standpunkte und die der Nation letztlich gar nicht so wirklich identisch sind. Außerdem schadet es in der Nationenkonkurrenz, wenn die eigene Volkswirtschaft ihre „Talente“ nicht ordentlich nutzt. Kapitalismus produziert also scheinbar eine Schere zwischen Arm und Reich, die sich dann selber wieder kontraproduktiv auf sein reibungsloses funktionieren auswirkt. Sachen gibt’s….

Arbeitslosigkeit abgeschafft

„CSU schafft Arbeitslose ab“ titelt n-tv und berichtet:

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat sich für eine Arbeitspflicht für alle Hartz-IV-Empfänger ausgesprochen und damit am Wochenende Protest beim Koalitionspartner SPD ausgelöst. „Jeder Bezieher von Hartz-IV soll künftig eine Gegenleistung erbringen“, sagte der CSU-Minister dem „Spiegel“. Jeder solle sein Einkommen mit einem regulären Job am Markt verdienen. Für Geringverdiener könne es einen staatlichen Zuschuss geben. „Sollte er keine Arbeit finden, erhält er die Grundsicherung, muss dann aber nach unserem Modell eine Gegenleistung erbringen. Dies erhöhe den Anreiz, auch gering bezahlte Arbeit anzunehmen. Ein entsprechendes Kombilohn-Modell wolle Glos demnächst vorstellen.

Die Arbeitslosen, das Vorurteil ist allgemein bekannt, sind ohnehin alle faul und wollen gar nich arbeiten. Statt dessen bestupsen sie den Staat wo es nur geht. Nun gibt es leider eine Studie diverser Wohlfahrtsverbände, aus der hervorgeht, das die Missbrauchsraten verschwindend gering sind. Je nach Fallgebiet liegen sie bei unter 3 Prozent, der finanzielle Schaden liegt meist bei unter einem Prozent der insgesamt ausgegebenen Gelder. (mehr…)

Das Ding mit der Vermittlung

In einem älteren Beitrag zur Frage von sinnvoller, linker Intervention hatte ich das Vorhaben des „Ums-Ganze“-Bündnisses, auf dem Frankfurter Opernball ordentlich einen draufzumachen, wie folgt zusammengefasst und zu kritisieren versucht.

Es gibt ein linkes Bündnis mit reformistischen, daher bürgerlichen, Forderungen. Denen kann mensch nichts abgewinnen und ruft deshalb zur Teilnahme auf – diesmal aber an einem “antikapitalistischen” Block auf, um dem “konstruktivem Rebellentum” etwas entgegenzusetzen – ganz so, als sei dies das eigentliche Problem. Dazu sollen ganz bestimmte Formen gewählt werden, nämlich “Aus­drucksformen die nicht vereinnahmbar sind und denen die FreundInnen des schlechten Bestehen­den nichts Positives abgewinnen können” Zu diesen FreundInnen des schlechten Bestehenden gehören nun aber – so die Analyse – auch die Reste der Demo. Diejenigen, die nicht mitdemonstrieren ohnehin. Wer also bleibt als Zielgruppe für dies “Marketing”?

Richtig, die ist ziemlich klein. Das dafür der ganze Aufwand lohnen soll, kann ich kaum glauben. Aber wir haben ja alle so unsere Hobbies, um vor der Realität zu fliehen. Die einen schreiben seitenlange Blog-Einträge mit hunderten von Rechtschreibfehlern, die anderen organisieren Feel-It-Like-Meinhof-Demos. Sicher hilft es um sich besser zu fühlen, dem Hass auf das “Falsche Ganze” mal freien Lauf lassen zu können. “Die Wut muss raus, das ist doch nur legitim!” schallt es aus allen Ecken. Es mag ja sein, das es so mehr Spaß macht und auch besser zum Selbstbild als aktive, schaffende Jugendbewegung passt. Aber ob der patriarchale Gestus einer durchschnittlichen Antifa-Demo tatsächlich dazu beiträgt, Werbung für eine emanzipapiertere Welt zu machen, möchte ich doch mal dahingestellt sein lassen. Da ist es fast schon wieder zu hoffen, dass der Rest der Welt dies Intermezzo ignorieren möge…

Nachdem die Demo nun vorbei ist wird es Zeit zu überprüfen, ob ich mit meiner Einschätzung recht behalten habe (Recht behalten ist bürgerlichen Subjekten wie mir schließlich immer eine wichtige Angelegenheit…). Dazu möchte ich sowohl die Resonanz bei Indymedia als auch in der bürgerlichen Presse auswerten. Auf Fernseh- und Radioberichte gehe ich ebenfalls nicht ein. Was sicherlich eine Schwäche dieses Textes ist – aber irgendwannn muss er ja auch mal fertig werden. (mehr…)

Postone (2): Die Krise des traditionellen Marxismus

[Der zweite Teil der Moishe Postone – Zusammenfassung. Viel verständliche inhaltliche Wiedergabe, wenig bis keine Interpretation]

[Seite 27]Moishe Postone charakterisiert den traditionellen Marxismus (wie wir bereits im ersten Teil dieser Lektüre gelesen haben) durch drei Dinge: (1) den Standpunkt der Arbeit, (2) den Fokus auf Privateigentum und Klassenbeziehunen und (3) den Fokus auf den Markt. [Seite 28] Die marx’sche Formulierung von Widerspruch zwischen gesellschaftlichen Verhältnissen und Produktivkräften erscheint in der Interpretation des traditionellen Marxismus als Widerspruch zwischen Privateigentum und Markt auf der einen und der industriellen Produktionsweise auf der anderen Seite.

Privateigentum und Markt gelten als kapitalistisch, die industrielle Produktionsweise als die Basis der zukünftigen sozialistischen Gesellschaft. Sozialismus zeichnet sich in diesem Verständnis also aus durch: (1) kollektive Verfügungsmacht über die Produktionsmittel, (2) Wirtschaftsplanung sowie (3) industrielle Rahmenbedingungen. (mehr…)

Postone (1): Einleitung

Ich habe vor kurzem noch einmal angefangen, Moishe Postones „Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx“ zu lesen. Und weil ich es nach wie vor für ein wegweisendes Werk halte, habe ich angefangen, die wesentlichen Inhalte zusammenzufassen. Und diese Zusammenfassung möchte ich hier kapitelweise einstellen.Das tue ich auch deshalb, weil ich so meine Zusammenfassung schon mal digitalisiert vorliegen habe. Viel neues wird da also nicht unbedingt drinstehen. Wen es nicht interessiert, der möge dies wieder wegklicken. Aber nicht das sich jemand beschwert, der Text wäre ja furchtbar langweilig…

Anfangen werde ich mit der Einleitung zum Teil 1: „Überlegungen zur marx’schen Kapitalismuskritik“. In diesem Kapitel stellt Postone sein grundsätzliches Forschungsprogramm vor. (mehr…)

Wachstum und Klimawandel

Wenn wir mal von der Familienpolitik absehen, gibt es in den Medien derzeit zwei heiß diskutierte Themen: auf der einen Seite stehen die Sorgen wegen dem Klimawandel und die Erkenntnis, dringend etwas ändern zu müssen. Auf der anderen Seite die Freude über den Wachstum der Wirtschaft. Auch wenn bei letzterem die Prognosen zuletzt etwas nach unten korrigiert wurden (1|2.)

Nun verweist die Freude auf der einen allerdings auch auf die Probleme auf der anderen Seite. (mehr…)

Was ist Patriotismus?

Eine Gruppe aufrechter Deutsche möchte den Begriff der „Leitkultur“ im neuen CDU-Parteiprogramm nicht missen. Der ist ihnen wichtig, weil er nämlich ein Ausdruck von Patriotismus ist. Und Patriotismus ist bekanntlich eine wichtige Sache. Über den Patriotismus bemerkt Wikipedia derzeit lediglich, es handle sich um „eine Haltung ( … ) die eine emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation auf Grund ethnischer, politischer, kultureller oder anderer Merkmale beschreibt.“ Aus der CDU wird nun erklärt was sie damit meint, wenn sie von „Leitkultur“ oder „Patriotismus“ spricht:

Ohne „Patriotismus, ohne die Bereitschaft, in Heimat und Nation Pflichten zu erfüllen“, könne ein „Staat nicht gedeihen“, heißt es in dem Entwurf, der am Montag in der Programmkommission zur Sprache kommt. „Der dankbare Stolz auf unser Gemeinwesen, das Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit in hohem Maße verwirklicht, schafft gesellschaftlichen Zusammenhalt über alle Unterschiede der Lebensstile hinweg.“ Ohne „Bekenntnis zu uns selbst als einer durch Geschichte und Kultur geprägten Schicksalsgemeinschaft freier Bürger“ könne man „Integration und Teilhabe“ nicht fordern.(frankfurter rundschau: Umstrittene Leitkultur

Patriotismus ist also grenzenlose Opferbereitschaft gegenüber Standort und Vaterland. (mehr…)

Wer andern eine Grube gräbt

… fällt selbst hinein. Beim Digital Rights Management (DRM), der Digitalen Rechteverwaltung, war Microsoft noch Vorreiterin. DRM sollte helfen zu verhindern, das mit Microsoft-Produkten Multimedia-Dateien abgespielt werden, an denen die Nutzerin keine Rechte besitzt. Nun könnte es Microsoft selber erwischen. Zumindest hat ein amerikanisches Bundesgericht festgestellt:

Ein US-Gericht in San Diego hat Microsoft in einem Patentstreit über Musikdateien zu einer Strafe von 1,52 Milliarden Dollar (1,16 Milliarden Euro) verurteilt. Die Geschworenen eines Bundesgerichts sahen es als erwiesen an, dass der weltgrößte Softwarekonzern Patente von Alcatel-Lucent verletzt hat. ( … ) (mehr…)

Klassenkampf 2007

Das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) an der Georg-August-Universität in Göttingen wird fleißig zur Verbesserung der Arbeitsrealität in Deutschland geforscht. Und oft gilt das kleine, gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut als „irgendwie links“. Was ja, wenn wir uns mal anschauen wer da so beschäftigt ist, in Teilen sicherlich auch gilt. Allerdings ist das Sofi auch immer mal wieder in die Kritik geraten, etwa wenn dort versucht wurde, das wissenschaftliche Schönschreiben des 5000 × 5000 Projektes bei VW. Jetzt forscht das Sofi (unter anderem und in Zusammenarbeit mit der gewerkschaftlichen Kooperationsstelle der Uni) zu aktuellen Formen des Klassenkampfes:

In einer Reihe ‚stilbildender’ Unternehmen macht Michael Schumann vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) neue Interessenkoalitionen aus, die Mitarbeiter und Management im gemeinsamen Bemühen um Beschäftigungssicherung und mehr Wettbewerbsfähigkeit einen. Neue Chancen für eine innovative Arbeitsgestaltung entstehen dort, wo Reserven für Arbeits- und Prozessoffensiven identifiziert und wo die Mitgestaltung der Beschäftigten angestrebt werden (vgl. Schumann 2003). Erfolgreichen Unternehmenskulturen gelingt die Einbindung des kreativen Potenzials ihrer Beschäftigten unter Win-Win-Konditionen. (mehr…)

Bischof Mixa macht den Herman


In der Süddeutschen Zeitung meldet sich die römisch-katholische Orthodoxie zu Wort – mit einer wahrhaft parodistischen Stellungnahme zur aktuellen Familienpolitik:

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat die Pläne von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zum Ausbau der Kleinkindbetreuung scharf kritisiert. Sie seien „schädlich für Kinder und Familien und einseitig auf eine aktive Förderung der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern fixiert“, sagte Mixa.

Das ist ganz furchtbar, Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern. Zumal Erwerbstätigkeit grundsätzlich furchtbar ist, ich spreche da aus eigener Erfahrung. Und wenn mensch sich nebenbei noch um Kinder kümmern muss, ist das schon eine ziemlich stressige Sache. Was allerdings auch für Väter mit Kleinkindern gilt. Kitas würden also zwar Entlastung schaffen, das Problem aber nicht lösen. (mehr…)

Goest vs. EmanzipationOderBarbarei

Einige werden es mitbekommen haben: ich hatte hier im Blog ein Bild von Andreas Döring (Intendant des Jungen Theater in Göttingen) veröffentlicht, das ursprünglich von Goest stammte. Und da ich (1) die Quelle nicht angegeben habe (Asche auf mein Haupt, is ja wirklich nicht nett…) und (2) die Goest-Redaktion in den Inhalt des dazugehörenden Veranstaltungsberichtes nicht mochte, hat sie mich unter dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung aufgefordert, das „geklaute Bild“ umgehend zurückzugeben. Mittlerweile wurde das Bild hinter dem alten Link verändert und dort steht der folgende Text zu lesen:

Die Fotos wurden am 19.2.07 entfernt, da ohne Quellenangabe und vorher zu fragen ein etwas ungünstiges Foto herauskopiert wurde um einen Schmähartikel zu illustrieren.

Damit wurde der Eindruck erweckt, dass goest als Bild-Lieferant für Schmähartikel von AutorInnen dient, die als Belege für ihre Kritik am Jungen Theater Zitate aus NPD-Seiten benutzt und damit auch noch als „linke“ Inquisition daherkommen will. Für nicht-kommerzielle linke Projekte gibt es bei Nachfrage nach Fotos meist eine Möglichkeit der Unterstützung durch Goest.

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