Zwangsarbeit rules

Michi Glos geht in die näxte Runde. Nachdem er sich bereits vor einiger Zeit für eine allgemeine Arbeitspflicht ausgesprochen hatte, legt er nun ein Konzept vor, wie er sich das vorstellt:

Das Wirtschaftsministerium hat ein Konzept erarbeitet, das eine Arbeitspflicht für alle Sozialhilfeempfänger vorsieht. Jeder Erwerbslose müsste demnach einer regulären Beschäftigung oder einer öffentlich bereitgestellten Arbeit (in Art der Ein-Euro-Jobs) nachgehen. Andernfalls bekäme er keine staatliche Unterstützung mehr. Wer einen normalen Job hat, dadurch aber zu wenig zum Leben verdient, bekäme einen öffentlichen Zuschuss, sodass er die Höhe des Arbeitslosengeldes II erreicht.

Das neue Gesetz soll 1,4 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Mindestens. Arbeitslos ist dann jedenfalls niemand mehr…


6 Antworten auf “Zwangsarbeit rules”


  1. 1 Leider war ich noch zu klein... 23. März 2007 um 23:37 Uhr

    Wie war das mit der RAF?

  2. 2 Jensejens 24. März 2007 um 0:12 Uhr

    Hei, Du.. Datt is falsch. „Arbeitslos is dann niemand mehr“; stümmt aber nicht, und das ist auch der Quatsch an dem Konzept. Scheinbar geht es ja darum, Zwangsarbeit einzuführen, damit dann jeder „Arbeit“, leider aber nur eben: unbezahlte silbige hat. Unklar hierbei: Wieso 1,x Millionen Menschen genau? Wir haben offiziell irgendwas zwischen 4 und 5 Millionen Arbeitslose; inoffiziell (nebst Grauzone) etwa 8 bis 9. – Drücken wir die Löhne auf 1 Euro und Wirtschaft und Staat schaffen „dennoch“ (!) nur für knapp 2 Millionen zu Tun – wie denn das; warum nicht alle? Komisches Konzept.

  3. 3 emanzipationoderbarbarei 25. März 2007 um 12:09 Uhr

    @leiderwarichnochsoklein

    hm? willst du das gesetz erschießen? oder meinst du, wenn du glos erschießt ist das leistungsprinzip abgeschafft?

    wider den scheinlösungen!

  4. 4 emanzipationoderbarbarei 25. März 2007 um 12:10 Uhr

    @jensejens

    wie immer bei zwangsarbeit wäre es die abschaffung der lohnarbeit durch abschaffung des lohnes. aber arbeitslos sind die leute dann eben trotzdem nicht – sie haben ja arbeit. das sie weiterhin weitestgehend geldlos bleiben is was anderes – aber das haben ja weder glos noch ich behauptet ,-)

  5. 5 Mischka 26. März 2007 um 18:27 Uhr

    Nunja, trotzdem stellt sich die Frage, wie er auf 1,2 Mio Leute kommt. Wenn niemand mehr Arbeitslos wäre, wären es dann doch die ca. 4 Mio, die momentan ohne Gegenleistung ALG-II „abkassieren“, wie es so schön nicht nur in der Boulevardpresse heißt.

    Bemerkenswert trotzdem, wie jetzt wieder? (immernoch!) Stimmung gegen Erwerbslose gemacht wird *obwohl* ja offiziell das Wachstum so toll sein soll, dass jeder zur Lohnarbeit finden möge. Da fällt es wieder leicht, Erwerbslose als Faulenzer und Schmarotzer zu diffamieren, denn wer in Zeiten des Superwachstums immer noch keinen (egal welchen) Job findet ist schließlich selber schuld. Nachdem es ein paar Jahre so aussah, als würde es möglich, das „Problem“ als gesellschaftliches „Problem“ zu sehen, wird Erwerbslosigkeit in der Propaganda von Wirtschaft und Staat wieder individualisiert. Naja, alles nichts neues, alles schon gehört. Leider ändert das nun auch nichts.

  6. 6 sedanon 08. April 2007 um 22:56 Uhr

    Mein Werdegang : Lehre, durch das jur. Staatsexamen gerasselt. arbeitslos und jetzt in Hartz IV.
    Damit ich faules Schwein wieder das Arbeiten lerne, darf ich eine „Qualifizierungsmaßnahme zum Lagerhelfer“ (eigentlich ein Witz in sich) absolvieren.
    20 Wochen/40 Std. Vollzeit und, versteht sich, für lau (d.h. 318 € Hartz).
    Meinen „Kollegen“ aus meiner Gruppe wurde z.T. schon beim Einstellungsgespräch bei den Partnerfirmen des Bildungsträgers gesteckt, dass man nicht beabsichtige jemanden fest einzustellen (Gratisarbeit wird hingegen von der Firma Dürr gerne in Anspruch genommen).
    Nicht nur, dass der Bildungsträger monatlich von der ARGE bezahlt wird. Nein, der Bildungsträger hatte meinem Praktikumsbetrieb (für meinen Vorgänger) 250 € monatlich in Rechnung gestellt.
    Die Belege habe ich bei der Buchhaltungsablage gefunden und, als Gedächtnisstütze, kopiert.

    So läßt sich natürlich leicht ein Aufschwung generieren.
    Arbeit für lau. Das läßt sogar einem chinesischen Industriellen die Neidröte ins Gesicht schießen.
    Aber egal. Hauptsache raus aus der Quartals-Arbeitlosenstatistik.

    Ach übrigens, die PDS in Baden-Würtemberg hatte ich informiert. Kommentar „Interessant, wird gleich an den Vorstand weitergeleitet.“ Seither Ruhe im Wald.
    Fazit : Auf alle Politiker von links bis rechts sei geschissen. Alles das gleiche opp. Pack.

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