Kein Problem – Verdursten tun die anderen

Das wir regelmäßig neue UNO-Teilstudien zum Klimawandel vorgelegt bekommen, daran haben sich einige bereits gewöhnt. Die neueste Studie sollte aber noch mal unsere allgemeine Aufmerksamkeit bekommen, denn da steht genau das festgehalten, was ich hier schon früher prophezeit habe: das es nämlich den Klimawandel nicht nur gibt, sondern das seine Folgen geographisch recht ungleich verteilt sind:

Betroffen sein werden vom Klimawandel vor allem die Arktis, die kleinen Inselstaaten, Teile Afrikas und die Bereiche der großen Flussmündungsdeltas in Asien. Dort leben Milliarden von Menschen – ihre Heimat könnte durch ständige Überflutungen ebenso unbewohnbar werden wie die kleinen Pazifikinseln durch ein Ansteigen des Meeresspiegels. In Afrika könnten zunehmende Trockenheit und ansteigende Temperaturen zu immer schlechteren Ernten führen. (tagesschau: Klimawandel verändert die ganze Erde)

Dabei fällt auf, dass die am Meisten betroffenen Regionen nicht wirklich die sind, die am Kräftigsten Treibhausgase verballern. Und das es weitestgehend ohnehin die Regionen sind, die derzeit weltgesellschaftlich eher nicht so gut wegkommen: da wo am wenigsten finanzielle Ressourcen zur Selbstverteidigung vor kurzfristigen Auswirkungen des Klimawandels vorhanden sind, da werden diese Auswirkungen besonders stark durchschlagen. Das ist globaler Zynismus.

Immerhin wird dieser Zusammenhang auch deutlich benannt:

All dies könnte große Wanderungsbewegungen auslösen. Betroffen vom Klimawandel sind vielfach gerade die Menschen, die am wenigsten durch den Ausstoß von Treibhausgasen dazu beitragen, macht der Vorsitzende des Weltklimarates, Rajendra Pachauri, deutlich: „Es sind die Ärmsten der Armen der Welt – das schließt die Armen in wohlhabenden Ländern ein. Sie werden am meisten betroffen sein – sie sind die Verwundbarsten, was den Klimawandel angeht. ( … )

„Es gibt mehr Wasser in den feuchten Tropen und Gebieten, wo es schon feucht ist und in trockenen Regionen wird die Wasserversorgung abnehmen und werden Dürren zunehmen. Es ist genau das, was wir nicht brauchen.“ Die Erderwärmung, so Perry, werde Auswirkungen haben auf das gesamte Ökosystem der Erde. Bis zu 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten seien vom Aussterben bedroht, wenn die Erde sich um zwei bis drei Grad erwärme.“

Ich sehe schon die FanatikerInnen vor mir: das die Menschen in Afrika etwa nur deshalb hungerten, weil sie nicht arbeiten könnten – und nicht etwa weil die zunehmende Wüstenbildung nichts anderes zuließe. Das der Klimawandel auf einen ressourcen- und energiefressenden Kapitalismus zurückgeführt wird, steht sicherlich nach wie vor nicht zu erwarten. Aber erhalten bleiben wird uns das Thema wohl trotzdem noch für einige Zeit… spätestens bis zum G8-Gipfel, bei dem Angela Merkel das Thema zu puschen versprochen hat.


1 Antwort auf “Kein Problem – Verdursten tun die anderen”


  1. 1 Schatten.kontrastieren 09. April 2007 um 16:19 Uhr

    Verdammt, doch keine Pinguine:
    http://www.youtube.com/watch?v=4_k0bYLjWBc

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