Let’s break the law…

… here tonight. Das zumindest fand der Informationswissenschaftler Prof. Dr. Rainer Kuhlen von der Uni Konstanz auf der Bloggerinnen-Konferenz Re:publica. Da gab es nämlich eine Veranstaltung zum Thema „Brauchen wir eine Blog-Etikette?“ und da hat er festgestellt, das sich nur juristisch nur aufrechterhalten lässt, woran sich Menschen auch tatsächlich halten. Und so hat er laut Tonspiondie versammelten mehreren hundert Blogger aus allen Teilen der Republik dazu aufgefordert, das Urheberrecht bewusst zu brechen, wo es inzwischen obsolet sei. Dazu müsse man notfalls auch Abmahnungen in Kauf nehmen.

Das Problem sei ohnehin, das die Regelungen des Urheberrechts in diesem Bereich nur noch über Anwaltstätigkeiten liefen. Das gehe so nicht weiter – „und deshalb müsse die Konsequenz ziviler Ungehorsam sein, um die Unsinnigkeit vieler überkommener Regelungen deutlich zu machen und die Politik zum Handeln zu zwingen. Was für mich erstmal nach einem Plan klingt. Insbesondere wenn er dann Beispiele bringt:

Zum Beispiel hält er Vorgaben, keine geschützten Bilder als Zitat in Weblogs veröffentlichen zu dürfen für unsinnig. Kuhlen ist Sprecher des Aktionsbündnisses „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“, das seit Jahren gegen das einseitig an den Interessen der kommerziellen Verwerter ausgerichtete neue Urheberrecht kämpft.

Ganz ähnlich berichtet Stefan das auf dem Keimform-Blog auch von Udo Vetter:

So sprach er sich dafür aus, nicht alle staatlichen Vorgaben umsetzen: “Ich mache nicht jeden Mist mit und werde keine Umsatzsteuer-ID und auch keine Datenschutzerklärung einstellen.” Nicht-kommerzielle Blogs bräuchten außerdem kein Impressum — kein vorauseilender Gehorsam!

Tatsächlich ist der Regelungs- und Öffentlichkeitswahn gerade bei Blogs ja schon ein bissel merkwürdig. Schließlich sind die in aller Regel ganz deutlich nichtkommerziell, werden von Einzelnen zum Privatvergnügen betrieben und leben zu einem gewissen Grad auch gerade von ihrer Anonymität. Wie blöd wenn alle wüssten, wer Dorfdisco ist – es könnte auf sie zurückfallen. Oder ihn? Wer weiß das schon… Nagut, schlechtes Beispiel. Eindeutig ein Typ. Aber ihr versteht schon was ich meine, gel?!

In diesem Sinne: Danke an Keimform für den Hinweis und weiterbloggen!


1 Antwort auf “Let’s break the law…”


  1. 1 dorfdisco knows best 20. April 2007 um 15:06 Uhr

    Ach du weisst doch wie das ist, von wegen „ist der Ruf erst ruiniert…“

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