Wie geht ‚Bekämpfung des Antisemitismus‘?

Nachdem die ernsthaften Debattenbeiträge bei der aktuellen Disko-Reihe zum ‚Ums Ganze‘ – Kongress abgefrüstückt sind, kommen wir jetzt allem Anschein nach zu zu den Elaboraten, die zumindest ich nicht mehr so ganz ernstnehmen kann. Stephan Grigat breitete dort nun seine These von der Israel-Solidarität als praktizierter Fetischkritik aus.

Für ihn reicht es nämlich nicht, wenn sich alle auf seine Analyse des NS einigen können und die überhaupt in den Mittelpunkt der Theoriebildung stellen, vielmehr muss da noch mehr dazukommen, um von einem „Minimalprogramm der Emanzipation“ sprechen zu können, das da möglicherweise in Frankfurt verhandelt werden soll. Vielmehr geht das Ganze, um das es laut Grigat gehen sollte, in etwa so:

„Kritik der politischen Ökonomie ist parteiisch. Die Parteilichkeit für Israel ist nichts, was sich zu dieser Kritik zufällig hinzugesellt, sondern sie ist die zwingende Konsequenz aus dieser Kritik. Die den Verwertungsimperativen des Kapitals und den Herrschaftsimperativen des Staates gehorchende Gesellschaft bringt den Antisemitismus als wahnhaften Versuch der Konkretisierung des Abstrakten immer wieder hervor. So wie Ökonomie nur als Einheit von Ökonomie und Staat zu begreifen ist, wäre auch der Fetisch nur als Einheit von Fetisch und wahnhafter Konkretisierung der Abstraktion zu verstehen. Genau in diesem Sinne ist der Antisemitismus eine Basisideologie der bürgerlichen Gesellschaft. Der israelische Staat ist die Reaktion auf diesen Antisemitismus – die Solidarität mit diesem Staat schon daher für jede Kritik des kapitalbedingten Verhängnisses zwingend.“

Nichts gegen eine ordentliche Portion Israel-Solidarität, aber das Argument ließe sich problemlos auch umdrehen. Wenn hier dazu aufgerufen wird, statt ordentlich den Kapitalismus zu kritisieren, doch lieber „der Verhinderung der Aufstockung des iranischen Vernichtungsarsenals mit Nuklearwaffen“ zu widmen, dann bedeutet das letztlich, die Abschaffung des Kapitalismus zugunsten unmittelbarer Nothilfe zu vertagen.

Die Lage, lesen wir, ist so dringend, daß keine Zeit mehr für grundsätzliche Veränderungen bleibt. Systemkritik vergeudet Zeit, die für die Rettung des Planeten (hier: Israel) dringend gebraucht wird. Krempelt die Ärmel hochb und engagiert euch dort, wo es am einfachsten ist! Nennt das nicht ungerecht, sagen sie. Nennt es realistisch. Nennt es verantwortlich (nach: Christoph Spehr)

Dies nur leicht veränderte Zitat stammt von Christoph Spehr, meint allerdings nicht unmittelbar Stephan Grigat, sondern war als Paraphrasierung all derer gedacht, die wahlweise den Kapitalismus oder die heimische Familienhölle lieber modernisieren als emanzipativ überwinden wollen. Aber muss es tatsächlich verwundern, das sowas schon in der Jungle World auftaucht?

Im Grunde heißt das vorgetragene Argument doch das: wir beschäftigen uns mit als Radikalismus getarnter quasi-sozialdemokratischer Widerspruchsverwaltung, weil es ja einfach zu viel verlangt wäre, einfach mal den Kapitalismus abzuschaffen. Das heißt aber auch, das Fetischverhältnis, das immer wieder Jüdinnen und Juden bedroht, quasi zu verewigen. Schließlich wird es ja nicht abgeschafft. Das bedeutet dann eben auch die Verewigung der Vernichtungsdrohung. Und die widerrum gilt dann als Mindeststandart einer Kritik am Antisemitismus.

Stattdessen wäre doch alles zu tun, die notwendig des Staates Israel dadurch zu beseitigen, das die Grundlage der „Globalisierung des Antisemitismus“ zurückgedrängt wird. Damit auch die Menschen in Israel mal in Frieden vor sich hinleben können. Und um die ging’s ja… In diesem Sinne: Kapitalismus abwickeln!

(Und jetzt sage noch mal eine, ich wäre Hardcore-Antideutsch…)


32 Antworten auf “Wie geht ‚Bekämpfung des Antisemitismus‘?”


  1. 1 Milorad 22. November 2007 um 15:27 Uhr

    Bei Beiträgen wie dem von Grigat, frage ich mich, ob es sich dabei wohl um so etwas wie moralische Erpressung handeln soll.

  2. 2 bla 22. November 2007 um 15:27 Uhr

    Versteh ich dich hier richtig? Weil die Antideutschen sich in Israelsolidarität üben, wurde der Kapitalismus noch nicht abgewickelt?

    (Und das haben ihnen auch noch die Aliens eingetrichtert? Antisemitismuskritik als Methode der Herrschenden?)

  3. 3 Juli 22. November 2007 um 15:49 Uhr

    @bla

    zumindest fordert grigat dazu auf. alles andere is projektion ,-)

    und bevor wir hier über die alien-metapher vom spehr diskutieren, solltest du erstmal ein quellenstudium betreiben.

  4. 4 bla 22. November 2007 um 17:11 Uhr

    Welche Quellen wuerden denn eine Diskussion deiner Meinung nach moeglich machen, das „Werk“ aus dem das Zitat stammt kenne ich.

    Und sprichst du da von deiner Projektion (den Kap. gibts noch wegen Grigat, dem Konterrevolutionär) oder willst du mir welche unterstellen?

  5. 5 Juli 22. November 2007 um 23:15 Uhr

    Wenn du den Spehr meinst (um den es hier ja nun eigentlich gar nicht geht):
    Christoph Spehr: Die Aliens sind unter uns. Herrschaft und Befreiung im demokratischen Zeitalter. München 1999

  6. 6 bla bla bla 23. November 2007 um 2:56 Uhr

    Weil die Antideutschen sich in Israelsolidarität üben, wurde der Kapitalismus noch nicht abgewickelt?

    das ist DEINE projektion. juli sagt nur, dass die Forderung von Grigat über Formen der „Verhinderung der Aufstockung des iranischen Vernichtungsarsenals mit Nuklearwaffen, die allerdings Interventionen erfordert“(Grigat) zu diskutieren, bevor man über die Abschaffung des Kapitalismus reden könne, darauf hinausläuft „die Abschaffung des Kapitalismus zugunsten unmittelbarer Nothilfe zu vertagen“(Juli)

  7. 7 Uncle Joe 23. November 2007 um 4:14 Uhr

    Albert Spehr, Stephan Goebbels… Das von Ex-Maoisten und ehemaligen Palästina-Befreiungs-Idioten zurechtgezüchtete nationalliberale antideutsche Bloggerpack holt sich wieder gegenseitig einen darauf runter, dass es mit Mitte 30 endlich in der Lage ist, einen Jungle-World-Artikel fast ohne Fremdwörter-Duden zu lesen.

    Gulag 2.0, bitte.

  8. 8 sakuska 23. November 2007 um 12:42 Uhr

    EoZ, ich teile deine position ganz und gar nicht, worum es mir aber eigentlich geht ist was anderes: kannst du bitte den beitrag von unclejoe löschen, ich finde nicht, dass die forderung nach einem gulag 2.0 (für wen? „nationalliberale antideutsche“?) diskutabel ist!

  9. 9 Uncle Joe 24. November 2007 um 1:19 Uhr

    @sackgesicht: Diskutabel muss er auch gar nicht sein.
    Er wird schlicht und einfach umgesetzt werden vom Kommitee.

    Bis dahin: Frohe Emanzipation!

  10. 10 Juli 24. November 2007 um 14:36 Uhr

    @bla

    was soll es denn sonst heißen?

  11. 11 bla 24. November 2007 um 15:41 Uhr

    Wie gesagt, das Buch kenn ich und den Kontext in dem die Metapher gebraucht wird darum auch. Und die ominösen „sie“ die hier mit moralischen Forderungen die Revolution verhindern wollen, sind bei Spehr nunmal die heimlichen Herrscher des Planeten, die Aliens:

    „Krempelt die Ärmel hoch und engagiert euch dort, wo es am einfachsten ist! Nennt das nicht ungerecht, sagen _sie_.“

    Und nun angenommen du wolltest gar nicht das sagen, was ich dir unterstellt habe, also du meinst nicht, Israelsolidarität würde blos die Revolution aufschieben. Was meinst du dann?

    @bla bla bla

    and how is that different from what i assumed juli meant?

  12. 12 double f 24. November 2007 um 16:51 Uhr

    „Kritik der politischen Ökonomie ist parteiisch.“
    Stimmt
    „Die Parteilichkeit für Israel ist nichts, was sich zu dieser Kritik zufällig hinzugesellt, sondern sie ist die zwingende Konsequenz aus dieser Kritik.“
    Warum? Grigat suggeriert eine zwingende Konsequenz aus der Kritik der Politischen Ökonomie, sondern aus Grigats eigenem Theorieansatz, der den NS zum Ausgangspunkt jeder Analyse macht. Der NS ist aber gleichzeitig immer schon das Ergebnis seiner Analyse.
    Hier trifft die Kritik, die Grigat selber am Gegenstandpunkt formuliert hat. Er wirft diesem vor immer nur zu dem Ergebnis zu kommen, dass Staat=Staat und Kapital=Kapital ist.
    Analog ließe sich konstatieren, dass bei Grigat Kapital=Kapital ist und das Antisemitismus= Antisemitismus ist. Eine wirklich systematische Begründung für seinen Theorieansatz liefert er nicht, sondern beruft sich auf den Satz von Adorno, dass alles getan werden muss, damit sich Auschwitz sich nicht wiederhole. So weit, so gut. Aber was heißt das für die heutige Gesellschaft? Die These vom Islamismus als Pendant des Nationalsozialismus wird auch immer nur energisch wiederholt. Die ist entweder zu glauben oder nicht zu glauben. Einer kritischen Hinterfragung wird mangelnde Israelsolidarität vorgeworfen. Aber vermutlich merken diese Protagonisten selber, auf welch töpfernden Beinen ihre Analyse steht und attackieren deshalb ihre Kritiker umso energischer. Irgendwie erinnert mich das an das „Vaterland aller Werktätigen“ mit dem wirkliche Kommunisten bedingungslos solidarisch sein müssten, weil es die Grundbedingung für die Weltrevolution ist.
    „Genau in diesem Sinne ist der Antisemitismus eine Basisideologie der bürgerlichen Gesellschaft. Der israelische Staat ist die Reaktion auf diesen Antisemitismus – die Solidarität mit diesem Staat schon daher für jede Kritik des kapitalbedingten Verhängnisses zwingend.“
    Erneut behauptet Grigat eine „zwingende Konsequenz“ wo keine ist (manche Antideutsche–oder auch andere Leute– sollten wirklich mal einen Kurs in Sachen Logik und zwingender Argumentation belegen). Der Terminus „zwingende Konsequenz“ ist hier nur ein rhetorischer Argumentverstärker. Ich habe jedenfalls noch keine überzeugende Argumentation gehört, warum Israelsolidarität eine (theoretisch-kritisch) zwingende Notwendigkeit für die Kritik der politischen Ökonomie sein soll.
    Außerdem dachte ich immer, Israel sei eine Reaktion und ein Schutz auf die andauernde Verfolgung und Ermordung von Juden und Jüdinnen. Die ihren Höhepunkt in der Shoah hatten.
    Ist es nicht schön, wenn der Solidarität eine solche größere historische Bedeutung zukommt? Fragt sich nur ob Grigat immer noch israelsolidarisch wäre, wenn es um kein theoretisches Projekt mehr geht, sondern „nur“ um den konkreten Schutz von antisemitisch verfolgten. Ob das diesem sehr deutschen Intellektuellen nicht zu banal wäre? Wie hat das Café Morgenland einmal so schön formuliert: Gott schütze Israel vor seinen Feinden und bewahre es vor seinen Freunden.
    Ganz abgesehen davon scheint es mir ziemlich problematisch zu sein, Fetischkritik immer über Auschwitz zu denken. Denn wenn eine latent antisemitische Karikatur in einer Gewerkschaftsbroschüre oder in einem Flugblatt der Antiglobbewegung als „Beweis“ für den antisemitischen Vernichtungswillen, gegen keine Aufklärung mehr hilft, genommen und nicht mehr von expliziten antisemitischen Äußerungen unterschieden wird, dann werden letztere aber mal ganz gewaltig relativiert. Wenn nachts alle Katzen grau sind, was kümmert es mich dann wenn eine grauer ist als die andere?
    Es ist nicht nötig ein Fan des bürgerlichen Rechts zu sein, um solch spekulative Antisemitismus„kritik“ selber einer Kritik zu unterziehen. Kritik, die diesen Namen verdient, muss Unterschiede zwischen latenten und expliziten Antisemitismus erfassen können, auch wenn sie dem richtigen Grundsatz folgt, dass Antisemitismus nach Auschwitz immer den Geruch der Gaskammern besitzt. Wenn aber bereits die oben erwähnte Karikatur bereits als erster Schritt auf dem Weg (oder schon der halbe Weg) zu einem zweiten Auschwitz angenommen wird, was ist dann mit expliziten Antisemitismus? Ist das dann der der ¾ Weg oder 10 Schritte?

  13. 13 double f 24. November 2007 um 16:55 Uhr

    @ bla Die Argumentation, grundsätzliche Kritik, wegen zu dringlicher unmittelbarer Probleme zurückzustellen, ist nun wirklich ein alter Hut. Weil es immer ganz besonders dringliche Probleme gibt, fällt die grundsätzliche Kritik regelmäßig flach. Das hat nichts mit einer vermeintlichen Projektion eob‘s, sondern mit Erfahrungswerten aus der linken Geschichte zu tun.

  14. 14 justIn Monday 24. November 2007 um 19:05 Uhr

    @ Juli

    Du hättest ja vollkommen recht, wenn es in der Frage nach der Israelsolidarität lediglich um die Art und Weise ginge, wie diese zu praktizieren wäre.

    Grigat versucht da tatsächlich etwas notwendig auseinander hervorgehen zu lassen, was komplizierter zusammenhängt. Wer aber den Werdegang dieser Kritik so pi mal Daumen kennt, müsste eigentlich wissen, dass diese Engführung von Fetischkritik und Kritik des Antisemitismus gerade dem Versuch geschuldet ist, die Gesellschaftskritik, die einmal der Ausgangspunkt war, zu bewahren. Das gelingt tatsächlich nicht wirklich, aber dafür, dass hier ein Bruch entsteht, ist nun wirklich nicht vornehmlich Grigat verantwortlich zu machen, sondern eine Linke, die nicht einmal bereit ist, die Bedrohung Israels als eines der Probleme anzuerkennen, die die Revolution abzuschaffen hätte.

    Der Notwendigkeit Einheit, die die Reflexion nachweisen kann, kann nur umgekehrt entstehen. Wenn ich dargelegt habe, dass Antisemitismus einen im strengen Sinne gesellschaftlichen Grund hat, und nicht etwa in falscher Erziehung oder mangelndem Glaube an die Menschenrechte etc. pp. besteht, kann ich in einem Streit unter AntisemitismuskritikerInnen zwingen argumentieren, dass es mit besserer/anderer Erziehung nicht getan sein wird. Dafür ist aber die Anerkennung der Existenz des Antisemitismus Voraussetzung.

    Umgekehrt kann ich nicht aus dem Warenfetischismus die Existenz des Antisemitismus folgern, genausowenig wie etwa aus dem Begriff des Kapitals die Existenz des Klassenkampfs oder noch deutlicher aus der Idee Gottes dessen Existenz.

    Theoretisch fassen und kritisch darstellen kann ich nur etwas, was im Bereich meiner Erfahrung liegt, und der Mangel der antideutschen Theoriebildung der letzten Jahre scheint mir darin zu bestehen, dass die sie tragenden Zusammenhänge die Fähigkeit verloren zu haben scheinen, Erfahrungen zuzulassen, die die linke Identität empfindlich stören. Ihre Stärke war es einmal, ausgehende von diesen Erfahrungen, der Ausgangspunkt war hier wohl die Wiedervereinigung, die Gesellschaftskritik zu retten.

    Der Maßstab, der an den „Ums Ganze“ Kongress anzulegen wäre, müsste meines Erachtens also der sein, ob dort versucht wird, solche Erfahrung reflektierbar zu machen, ob sie mit (historischem) Wissen verbunden wird usw., oder ob durch den Bezug auf Theorien, die signalisieren, dass diese Rettung der Gesellschaftskritik nicht mehr nötig wäre, weil sich mit ein paar mehr oder weniger großen Modifikationen der alte Krempel wieder neu aufrollen läßt, diese Erfahrung wieder verstellt wird. Denn zwischen (!) Postoperaismus und Wertkritik ist zwar viel Platz, aber über eine angemessene Kritik des Antisemitismus wird auf dem Weg von hüben nach drüben niemand stolpern.

    Auch Grigats Text signalisiert zweifellos die Sicherheit, die Rettung der Gesellschaftskritik sei schon vollzogen. Du (juli) hast nachgewiesen, dass dies nicht der Fall ist, dem kann ich zustimmen. Aber warum ist Grigats Text damit weniger „ernstzunehmen“? Denn nachgewiesen hast du ihm eigentlich nur, dass diese Gesellschaft in Bezug auf die Beseitigung des Antisemitismus keine reformistische Illusion kennt. Abzulesen wäre dies zuallererst an der üblicherweise reformistischen Linken („Die Linke“ etc.), mit denen zwar darüber gestritten werden kann, ob es im Kapitalismus eine soziale Grundsicherung geben kann, die aber den Antisemitismus für höchstens bei einigen Nazis noch existent hält, und somit im besten Fall, d.h. wenn sie nicht selbst mit antisemitischen Bildern agitiert, die Bekämpfung für nicht notwendig erachtet. Es gibt keine Sozialdemokratie, die die „Verhinderung der Aufstockung des iranischen Vernichtungsarsenals mit Nuklearwaffen” für einen Teilbereich ihrer Widerspruchsverwaltung hält. Wer auf die Idee verfällt, statt Kritik „UmsGanze“ mal Teilbereichspolitik hierzu zu machen, kann sich keiner friedensbewegten BürgerInneninitiative anschließen, die bei jeder anderen Atombombe der Ansicht ist, mit ein wenig Friedenswillen ließe sich das Problem schon aus der Welt schaffen und Krieg müsse in dieser Welt eigentlich doch gar nicht sein.

    Was es gibt sind GeostrategInnen und Vereinigungen von Hobby-Staatsmännern, die finden, dass ihnen ein Iran mit Atomwaffen in die Quere kommt und im Prinzip nur ihrem eigenen Staat die zugehörige Machtphantasie zugestehen möchten.

    Wenn du nun Grigat vorwirfst, die Bedrohung durch den Antisemitismus nur zu verlängern, weil er die Revolution nicht in den Vordergrund stellt, kannst du das so einfach tun, weil die Mittel bzw. BündnispartnerInnen, die ihm für seine Teilbereichspolitik zur Verfügung stehen, ganz offensichtlich keinerlei gesellschaftsveränderndes Potential haben, sondern tatsächlich nur Notwehr sind. Und auch das nur im besten Fall, im schlimmeren sind es RassistInnen und Reaktionäre – die umgekehrt zur linken Idee, dass ein Ressentiment auf die da oben schon die halbe Revolte ist – auch denken, dass im Antisemitismus Aufbegehren gegen die gesellschaftliche Ordnung steckt und dieses gerne unterdrücken möchten. (Mit gesellschaftsveränderndes Potential meine ich, dass die Idee enstehen kann, dass mit diesem Mittel das aktuelle akute Problem in Zukunft verhindert würde. Auch eine reformistische Illusion lässt dieses Potential entstehen, wenn auch zu unrecht.)

    All dies sind aber Gründe, die es nur umso dringlicher machen, eine Gesellschaftskritik zu formulieren, in der der Antisemitismus die Rolle spielt, die er in der Gesellschaft hat.

  15. 15 Juli 24. November 2007 um 20:20 Uhr

    @JustInMonday

    „All dies sind aber Gründe, die es nur umso dringlicher machen, eine Gesellschaftskritik zu formulieren, in der der Antisemitismus die Rolle spielt, die er in der Gesellschaft hat.“

    Ich hoffe das war nur Freud…

  16. 16 Rakete 24. November 2007 um 20:30 Uhr

    @Uncle Joe: doggy bist dus?

  17. 17 justIn Monday 24. November 2007 um 20:59 Uhr

    @Juli

    hoffentlich nicht. Ich wollte „Relevanz hat“ schreiben, dann fiel mir aber auf, dass das nicht geht, aber „Rolle spielt“ ist natürlich noch schlimmer. Ich nehme an du meintest, dass da steht der Antisemitismus solle in der Kritik nur nochmal wiederholt werden.

    Steige also um auf: “ … in der die Kritik des Antisemitismus die Relevanz hat, die dieser in der Gesellschaft hat.“

  18. 18 Juli 24. November 2007 um 21:39 Uhr

    @bla

    „sie“ ist kontextabhängig. hier meint es: bestimmte flügel des antideutschtums. um die gehts doch in dem text. aber wer verschwörung lesen will, liest auch verschwörung.

  19. 19 antizionist 25. November 2007 um 3:53 Uhr

    bei der demo in berlin hat der israel schwenker auch aufs maul gekriegt. werden alle zionisten mit rechnen dass das passieren. israel zionistisches gebilde muss zerschlagen werden. intifada bis zum sieg!

  20. 20 subwave 25. November 2007 um 6:20 Uhr

    @antizionist: you gonna get what you deserve…
    i hope, du bekommst mal so richtig aufs maul!

  21. 21 Uncle Joe 25. November 2007 um 8:33 Uhr

    @Rakete: Wer denn sonst, Beni? Du bloggendes Diversantenschwein!

    ps: „sollte kein diss sein.wollt dir nur was zum nachdenken geben.“ (sheriff howdy)

  22. 22 wurscht 25. November 2007 um 10:06 Uhr

    Klingt auch lustig:

    … weil es ja einfach zu viel verlangt wäre, einfach mal den Kapitalismus abzuschaffen.

  23. 23 bla 25. November 2007 um 17:07 Uhr

    @juli

    dann zitier doch einfach nicht solche vollidioten, wenn du mit deren theorie nicht in verbindung gebracht werden willst.

    und zum anderen: du wirfst antideutschen vor, dass sie darüber reden möchten, wie man israel vor der zerstörung durch einen angriff mit nuklearwaffen retten kann, weil sie doch stattdessen mal die revolution an start bringen sollen, right?

  24. 24 Juli 26. November 2007 um 0:18 Uhr

    @bla

    nein, ich sage: bei spehr steht das nicht so, wie du behauptest, ohne ihn gelesen zu haben. aber eigentlich ist das auch ne sinnlose diskussion, weil es dir (scheinbar) nur darum geht, deine gesammelten vorurteile loszuwerden und du zugegebenermaßen die metapher auch gar nicht kennst. tut mir leid, aber das ist mir echt zu schräg…

  25. 25 double f 26. November 2007 um 13:43 Uhr

    @bla „Darüber reden“ heißt bei Grigat, dass es ihm nicht primär um den Kapitalismus, sondern um den Nahen Osten geht.
    „Und dementsprechend wird auf dem gesamten Kongress kein einziges vernünftiges Wort zu einem Thema zu vernehmen sein, bei dem es ganz praktisch – nicht im Sinne einer zum jargonhaften Nebelbegriff verkommenen »Totalität« – ums Ganze geht: nämlich der Verhinderung der Aufstockung des iranischen Vernichtungsarsenals mit Nuklearwaffen, die allerdings Interventionen erfordert, über deren Formen dringend zu diskutieren wäre.“
    Das Ganze ist hier nicht mehr die kapitalistische Vergesellschaftung, sondern die Verteidigung Israels. Er knüpft radikale Gesellschaftsritik apriori an die Stellung zu Israel.
    Wie ich bereits erwähnt habe, verklärt er sein eigenes Anaylsemodell zu der Kritik der politischen Ökonomie selber. Er spielt so de facto die Frage nach der Stellung zu Israel gegen die Kapitalismuskritik aus. Kurz gesagt kann man seine Kritik am Kongress folgerndermaßen auf den Punkt bringen: Was die sagen, entspricht nicht meinem Ansatz und ist deswegen falsch. Weil ich Recht habe und jedeR der/die meine Meinung nicht teilt hat Unrecht. Eine zwingende theoretische Begründnung liefert er nicht.
    Entweder teilt man seine Theorie oder man steht eigentlich auf der Seite der antisemitischen Globalisierung.
    Das hat nichts mit kritischer Theoriem, aber sehr viel mit ML-Denken
    zu tun, die Partei hat immer recht.

  26. 26 double f 26. November 2007 um 13:46 Uhr

    „Weil ich Recht habe und jedeR der/die meine Meinung nicht teilt hat Unrecht.“

    Dieser Satz muss natürlich lauten: „Weil ich Recht habe, hat jedeR der/die meine Position nicht teilt, Unrecht.“

  27. 27 bla 26. November 2007 um 14:00 Uhr

    lol.

    nein, du verstehst spehr nicht und hast ihn nicht gelesen! ätsch!

    kindergarten..

  28. 28 Juli 26. November 2007 um 21:03 Uhr

    @bla

    ja. da hast du wohl mal recht. einsicht ist der erste weg zur besserung…

  29. 29 bla 27. November 2007 um 13:33 Uhr

    spiegel!spiegel!

  30. 30 sakuska 30. November 2007 um 2:48 Uhr

    @eoz

    hallo ich plane einen massenmord!
    bist du so bescheuert, sowas für eine vertretbare meinung zu halten? lösch‘ gefälligst die diversen faschistischen posts.
    entschuldige den tonfall, aber das macht mich extrem wütend.

  31. 31 sakuska 30. November 2007 um 2:50 Uhr

    verdammt, warum schreibe ich immer eoz, ich meine natürlich EoB…sorry

  32. 32 jutard 13. Dezember 2007 um 0:00 Uhr

    nunja, anscheinend gibt es D O C H kein aktuelles iranisches atomwaffen-programm. oh wunder!

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