Wahrheit verboten!

Ginge es nach der CDU, würde demnächst die Wahrheit verboten werden. Zumindest, wenn wir der Bild-Zeitung glauben wollen, die den hessischen CDU-Politiker Dr. Christean Wagner wie folgt zitiert:

„Wer zu uns ,Scheiß Deutsche‘ sagt, der hat hier nichts mehr verloren.“

Es zeugt wohl von einem ziemlichen Minderwertigkeitsgefühl, wenn sich jemand Kritik an sich verbietet. Und selbst dabei soll es angeblich nicht bleiben. Ebenfalls die Bild-Zeitung zitiert eine weitere CDU-Koryphäe, nämlich die hessische Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler:

„Wir stellen fest, dass es in Deutschland zunehmend auch eine deutschenfeindliche Gewalt von Ausländern gegenüber Deutschen gibt, weil das Deutsche sind“

Nun sollte es doch eigentlich zu den Grundmaximen der Vergangenheitsbewältigung gehören, dass, wenn in Deutschland überhaupt mal wieder Gewalt ausgeübt würde, diese nicht von, sondern höchstens gegen Deutsche ausgeübt werden sollte. Wenn sich also Menschen ohne deutschen Pass in National Befreiten Zonen gegen nazistischer SchlägerInnen-Trupps wehren, dann gilt es das zu beklatschen – und nicht zu verleumden. Und auch der gemeine Deutsche steht dem gewöhnlichen Nazi allzu oft in nichts nach.

Was hiermit bewiesen wäre.


5 Antworten auf “Wahrheit verboten!”


  1. 1 hurz 25. Januar 2008 um 17:08 Uhr

    Was ist das denn für ein Quatsch?

    1. Wenn Ausschwitz nicht gewesen wäre, dann ginge rassistisch begründete Gewalt in Ordnung? (Das ist der Umkehrschluss, wenn man von deiner „Argumentation“ ausgeht)

    2. Rassistische Gewalt geht in Ordnung, solange sie von der Minorität ausgeht (Inwiefern die momentan ins Thema geratene „Jugendgewalt“ überhaupt rassistisch motiviert ist müsste man erstmal klären.)? Da hab ich aber Pech gehabt.

    4. Die Art Gewalt, um die es geht, ist doch oftmals kein antifaschistischer Selbstschutz, sondern vielmehr plumpe Anmache, OHNE das direkte Provokation von der Gegenseite stattfand.

    Und: Dem Wagner zu unterstellen, dass er Komplexe hat, ist nun wirklich keine Kritik an seinem Nationalismus.

    Hier moralische Verbote bzw. Absolution auszuteilen ändert am traurigen Sachverhalt, dass viel Gewalt stattfindet (nicht nur vom Gewaltmonopolisten aus), rein gar nix.

  2. 2 beauty 26. Januar 2008 um 2:03 Uhr

    herrje. ich hab den eindruck da geht was durcheinander,lieber hurz. gewalt gegen eine dominante gesellschaftliche gruppe (konstituiere diese sich nun ueber geschlecht, klasse, rasse, was weiss ich denn) ist politisch was anderes als die permanente, voellig unskandaloese gewalt von ersteren gegen zweitere. insofern hat eob auch unrecht- denn sowenig die gewalt der gaengelungen, reglementierung, abweisung usw. sich fuer gewoehnlich bewusst politisch aeussert, tut es eben auch der frustausbruch dagegen.
    dafuer ist nun aber der liberale blick blind, hat er doch diese putzige gemeinschaften der gleichen vor sich, wenn er auf die welt blickt… deswegen kann er dann auch den sturmspitzen der volksgemeinschaft eigentlich nichts entgegnen, wenn sie behaupten es waere in beiden faellen dasselbe. vor seinen augen ist es das auch – irrational, und irgendwie unheimlich – nun ist das aber nicht was der konservative schreihals meint.
    der sieht den gewalttaetigen charakter seiner aeusserung naemlich durchaus und fuer ihn ist es auch nicht dasselbe: in seinem antihegemonialen duktus bricht etwas anderes durch: er will die „tuerken“ besiegen.
    kennen wir doch eigentlich aus den einfachsten sexismusdiskussionen:
    es ist nicht dasselbe einen „mann“ als „macker“ zu bezeichnen, wie eine „frau“ als „maedchen“. und wenn der klassische macker das behauptet, dann meint er nochmal was anderes. warum geht das auf einmal so durcheinander, nur weil es um deutsche geht? das ist doch nun wirklich mal ne linke „basisbanalitaet“ (hihi, das wollte ich schon immer mal benutzen)…

  3. 3 hurz 27. Januar 2008 um 2:25 Uhr

    Ich halte nicht viel von linkem Dogmatismus, tschuldigung.

    „gewalt gegen eine dominante gesellschaftliche gruppe (konstituiere diese sich nun ueber geschlecht, klasse, rasse, was weiss ich denn) ist politisch was anderes als die permanente, voellig unskandaloese gewalt von ersteren gegen zweitere. “

    Warum ist das eine zu begrüßen, das andere abzulehen?

  4. 4 beauty 27. Januar 2008 um 21:57 Uhr

    dass das eine zu begruessen und das andere abzulehnen ist, hat erstmal keiner gesagt, glaube ich. es spricht ja auch nichts dagegen gewalt in jeder form abzulehnen aber: im angesicht von realen macht und gewaltverhaeltnissen ist die „neutrale“ perspektive nun aber unmoeglich- denn ein satz wie der folgende:
    „2. Rassistische Gewalt geht in Ordnung, solange sie von der Minorität ausgeht (Inwiefern die momentan ins Thema geratene “Jugendgewalt” überhaupt rassistisch motiviert ist müsste man erstmal klären.)? Da hab ich aber Pech gehabt.“
    klingt angesichts des „pechs“ zu einer marginalisierten gruppe zu gehoeren, mit ausschluss, abschiebung und totschlag bedroht sind, mehr als nur ein bisschen zynisch. das hat nix mit dogmatismus zu tun, ganz im gegensatz zu dem fast dogmatischen idealismus mit dem gerade mal wieder von der gesellschaftlichen konstitution des individuums abstrahiert wird um dann aus einem gesellschaftlichen problem eine allgemeine bedrohungslage zurechtzupathologisieren.

  5. 5 Primo 26. Februar 2008 um 19:40 Uhr

    …da kann ich dir doch nur lange Abendspaziergänge in „National Befreiten Zonen“ nahelegen – früher oder später wirst auch du – ohne dein direktes Dazutun – zum Nazi gemacht.
    Vielleicht reicht dir ja auch meine Schilderung, dass ich mich erst mit den Nazis gezofft habe (wegen deren Ausländerfeindlichkeit) und als Nachschlag ein paar Ziegenficker an der Backe hatte, die mich nur auf Grund meiner offensichtlichen deutschen Herkunft zum Nazi deklariert haben. Tolle Kampfgefährten – danke bestens – in Zukunft werde ich das Procedere abkürzen und mir morgen gleich nach dem Aufstehen selber in die Fresse hauen und die „no-go-areas“ meiden, egal ob sie von kriminellen Nazis oder kriminellen Ausländern beherrscht werden.

    Kämpferische Grüße
    Primo

    PS: „National Befreite Zonen“ wären es, wenn die Nationalität (auch eine deutsche) keine Rolle spielen würde. Du meinst aber „Anti Deutsch Besetzte Zone“, was sich aber nicht so gut anhören würde.

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