Cities Unlimited

Nö, um den SimCity-Nachfolger geht’s hier nicht. Statt dessen um eine Studie, die unlängst von einem konservativen britischen Institut veröffentlicht wurde und in der die Parole „Schließt Liverpool“ ausgegeben wurde. Das zumindest ist die recht treffende Zusammenfassung des Kölner Bloggers Edgar. Warum nun aber soll Liverpool geschlossen werden:

Doch die Autoren der Studie mit dem Titel “Cities Unlimited” ließen sich nicht beirren: “Eine unangenehme Wahrheit ist besser, als zu behaupten, dass alles gut wird, wenn wir so weiter machen wie bisher”, erklärten sie. “Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht die Regenerierung von jeder Stadt in Britannien garantieren können, die zurückgefallen ist.” Mit dem Ende klassischer Industrien in den achtziger Jahren des 20.Jahrhunderts hätten viele dieser Städte ihre “Daseinsberechtigung verloren”.

Die Studie beantwortet also die Frage nach Emanzipation oder Barbarei auf ihre ganz eigene Weise. „Barbarei, keine Frage“ ruft der britische Konservative und prognostiziert das Ende der Zivilisation. Für ungläubige noch einmal in den Worten des Guardian:

The report, Cities Unlimited, says: „Many of Britain’s towns and cities have failed – and been failed by policy makers for too long. It is better to tell uncomfortable truths than to continue to claim that if we carry on as we are then things will turn out well. Just as we can‘t buck the market, so we can‘t buck economic geography either. Places that enjoyed the conditions for creating wealth in the coal-powered 19th century often do not do so today.“

Das werden nun viele als konservative Propaganda abtun. Und tatsächlich ist da ein beachtlicher Propaganda-Anteil dran. Denn wenn es tatsächlich Regionen in Mitteleuropa gibt, in denen es keine Chance auf ökonomische Revitalisierung gibt, dann muss das nicht zwangsläufig darauf hinauslaufen, die Städte zu schließen. Denn auch anderswo tun sich für die heutigen BewohnerInnen Liverpools ja nicht gerade rosige Lebensbedingungen auf. (Gibt’s die Metapher überhaupt? Passte nicht anders in den Satz…)

Wollen wir also die Barbarei verhindern, bleibt statt der Umsiedlung nur die Emanzipation – also mal ganz was neues. Was es statt Kapitalismus dann geben könnte, weiß allerdings niemand so richtig. Keimformen, meinen die einen. Andere halten das hingegen für regressiv. Aber dazu vielleicht später mehr.


3 Antworten auf “Cities Unlimited”


  1. 1 Benni Bärmann 16. August 2008 um 10:32 Uhr

    Jetzt hab ich mich schon gefreut zu lesen, warum Keimformen regressiv sind und dann das: „Der Server unter www.redical.antifa.net braucht zu lange, um eine Antwort zu senden.“ Link falsch? Oder ist der Server zusammengebrochen, weil das A-blog „Emanzipation oder Barbarei“ drauf verlinkt hat?

  2. 2 Schatten Kontrastieren 16. August 2008 um 21:23 Uhr

    Wie sieht’s denn mit dem Verhältnis Tori/Labour in den nordenglischen Parlamenten aus? …sonst muss ich halt selbst googlen.

  3. 3 Benni Bärmann 18. August 2008 um 12:15 Uhr

    Hm. Trackbacks wollen wohl grad nich, deshalb manuell:

    http://www.keimform.de/2008/08/18/sind-freiraeume-keimformen/

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