Alles im grünen Bereich

In den USA geht’s grade ziemlich ab. Eine Bank nach der anderen sagt der wirtschaftlichen Gesundung adieu und gibt bekannt, kurz vor dem Konkurs zu stehen. Dabei handelt es sich allerdings nicht gerade um die Leichtgewichte der Branche (wie bei bisherigen Krisen), sondern um tatsächlich Großbanken und -versicherer. Etwa mit AIG die vor kurzem noch größte Versicherung der USA oder mit Lehman eine der götßen Banken.

Interessant dabei ist die Einschätzung der Situation. Zum einen gibt es da, von der taz bis zur FAZ, tatächlich eine gewisse Schadenfreude.

„Endlich erwischt es die glolbalen Supermänner, die Taktschläger der weltweiten Finanzmärkte auch einmal persönlich.“

Das stand in einem Kommentar in der taz. Zwei Absätze später wurde dann zur Zurückhaltung gemahnt, das ganze könnte schließlich auch auf die Realwirtschaft übergreifen. Aber auch in der FAZ lies sich in den Kommentarspalten der Wunsch, die Banken mögen doch das von ihnen eingegangene Risiko selbst tragen, nicht überlesen:

„Wenn auch mal Banken pleite gehen, kann den Politikern der Applaus ihrer Wähler sicher sein. Denn kaum ein Amerikaner, Brite oder Deutscher versteht, warum er mit seinem Steuergeld für Verluste von Finanzhäusern haften soll, die von ebenso renditehungrigen wie hochbezahlten Investmentbankern in den Ruin getrieben wurden.“

Warum sie das sollten liegt dabei auf der Hand: um zu verhindern, das diese Finanzhäuser aufhören, die Rolle zu spielen, die ihnen im globalen Kapitalismus zukommt: durch spekulative Geldvermehrung eine gesunde Wirtschaft zu simulieren, die auch jenseits von G – W – G‘ funktionieren würde. Die auf die Verausgabung er Ware Arbeitskraft nicht länger angewiesen ist, Geld aus sich selbst heraus produziert und zu der Entwarnung Anlass gibt, die von FAZ bis Phase 2 allenthalben zu hören ist: alles im grünen Bereich.