Von Managern und Angelsachsen

Hans-Werner Sinn übt sich im Tagesspiegel in der Kritik des strukturellen Antisemitismus. Das die derzeitige Krise die Folge raffgieriger Zocker sei, sei nichts als populistische Suche nach Sündenböcken:


In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.

Diese Äußerung wurde allenthalben als Relativierung der Judenverfolgung interpretiert. Was ihn dann nach heftiger Kritik zu einer Entschuldigung veranlasste:

Der Münchner Ökonom Hans-Werner Sinn hat sich nach massiver Kritik an einem Vergleich der Judenverfolgung mit der aktuellen Diskussion um die Verantwortung von Managern entschuldigt. Er bitte die jüdische Gemeinde um Entschuldigung und nehme den Vergleich zurück, schrieb Sinn am Montag in einem offenen Brief an die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch. „Ich habe das Schicksal der Juden nach 1933 in keiner Weise mit der heutigen Situation der Manager vergleichen wollen“, schreibt Sinn. Ein solcher Vergleich sei absurd. „Mir ging es allein darum, Verständnis dafür zu wecken, dass die wirklichen Ursachen weltwirtschaftlicher Krisen Systemfehler sind, die aufgedeckt und beseitigt werden müssen.“

Wer sich nun fragt, wo Sinn nun die Ursache der Krise sieht, ob der Präsident des Ifo-Instituts vielleicht gar unter die radikalen Kapitalismuskritiker gegangen ist, dem wird im Fortgang desselben Interviews weitergeholfen. Schuld sind nämlich, so lernen wir, die Angelsachsen, die einfach alle sinnvollen und von ihm schon lange vorgeschlagenen Reformen boykottieren:

„Bislang haben die Angelsachsen sich dagegen gesperrt. Wegen der laxen Aufsicht in England konnte London zu Europas Finanzzentrum werden. Das darf so nicht mehr stattfinden.“

Der böse angelsächsische Kapitalismus ist Schuld, der sozialen Marktwirtschaft wäre das nie passiert. Das klingt auch stark verkürzt und verweist auf eine deftige Prise (strukturellen) Anti-Amerikanismus. An dem Vergleich findet Sinn jedoch nichts anstößiges. Und dafür musste er sich auch nicht entschuldigen. Warum nur, warum?


43 Antworten auf “Von Managern und Angelsachsen”


  1. 1 arne 27. Oktober 2008 um 16:33 Uhr

    Was ist denn struktureller Anti-Amerikanismus? Kann man den Begriff mal kurz definieren?

  2. 2 miss taken identity 27. Oktober 2008 um 17:14 Uhr

    Sinn ist eben ein Kapitalismuskritiker, der nicht die notwendige Ausbeutung der ArbeiterInnenklasse, sondern die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus kritisiert. Übersetzt: Die Kritik ist, dass die Ausbeutung der ArbeiterInnenklasse nicht reibungslos und krisensicher genug funktioniert.

  3. 3 Tioum 27. Oktober 2008 um 17:24 Uhr

    Kapitalismuskritiker ist Sinn mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil hat er eben gerade Verbesserungsvorschläge zur Hand, die das Ganze nicht in Frage stellen, sondern bloss zum reibungsloseren Funktionieren bringen soll. Warum du da jetzt den Begriff der Kritik an den Mann heranträgst, ist mir schleierhaft.
    Wenn er etwas kritisiert, dann einen bestimmten Modus der Kapitalakkumulation, würde das aber bereits zum Kapitalismuskritiker reichen, dann wären nicht bloss sämtliche Keynesianer ebnsolche, sondern bis in die 90er Jahre auch die sogenannt Neoliberalen.

  4. 4 Tioum 27. Oktober 2008 um 17:29 Uhr

    doppelt

  5. 5 Earendil 27. Oktober 2008 um 20:08 Uhr

    „Der böse angelsächsische Kapitalismus ist Schuld … An dem Vergleich findet Sinn jedoch nichts anstößiges. Und dafür musste er sich auch nicht entschuldigen. Warum nur, warum?“

    Nunja… vielleicht weil aus Antiamerikanismus noch nie Angelsachsenverfolgungen erwuchsen und solches auch nicht droht? Ich halte Antiamerikanismus zwar – natürlich – für falsch, aber doch um Längen harmloser als Antisemitismus.

    Und Sinn ist halt, wie so viele, so ein „konstruktiver Kritiker“ (also keiner), der meint, der Kapitalismus (zumindest der real existierende) habe Fehler. Dass der keine Fehler hat, sondern der Fehler ist, kapieren solche professionellen Ideologieproduzenten wohl nie…

  6. 6 miss taken identity 27. Oktober 2008 um 22:46 Uhr

    Tja. Sinn ist ein konstruktiver Kritiker der Krisenhaftigkeit des Kapitalismus. Destruktive Kritiker findet man auch ne Menge, z.B. in diesem Blog. Was daran falsch ist, wäre auch mal interessant zu klären.

  7. 7 total 27. Oktober 2008 um 23:43 Uhr

    Nun, in dieser unreflektierten Form der Aussage Sinns kann ich sehr gut die Empörung der jüdischen Gemeinschaft nachvollziehen. Manager, die kürzlich ein paar Milliarden-Boni für das Befeuern* einer Krise verdient haben, werden mit Menschen verglichen, die im KZ vergast wurden. Mhm.

    Klar: das ist natürlich eine verkürzte Kritik seitens Öffentlichkeit. Nur manchmal ist es eben nicht genug, seine drei Standardsätze rauszuhauen.

    ___________
    *) Mir ist bewusst, dass es nicht deren freie Entscheidung war. Aber ob nun gewollt oder gezwungen, viele Manager profitieren davon.

  8. 8 egal 28. Oktober 2008 um 12:28 Uhr

    Dem geht es nicht um die Krisenhaftigkeit (und übrigens auch nicht um eine Kritik des Kapitalismus; das formuliert er nicht mal selber so) des Kapitalismus, (in dem Sinne wie sie die Kritik der Politischen Ökonomie herausstellt), sondern um eine „falsche Politik“. Hätte man nur richtig reguliert, was die „Angelsachsen“ verhindert haben, hätte es keine Krise gegeben.
    Die Rede vom „anonymen Systemfehler“ ist daher auch in sich widersprüchlich.
    Interessant finde ich aber auch sein offenes Bekenntnis zum Ordoliberalismus und die Ausführungen zur Rolle des Staates. Diese Mischung aus Nationalismus („soziale Marktwirtschaft“ oder Ordoliberalismus deutscher Prägung) in Verbindung mit antiamerikanischen Ressentiments könnte sich gut als ideologisches Muster der Krisenbewältigung eignen oder ggf. sogar als anpeitschende Begleitmusik zur Weltmarktkonkurrenz in den nächsten Jahren eignen. So ist es möglich die „bösen Angelsachsen“ nicht nur aus der keynesianischen Perspektive als Feindbild auszuwählen.

  9. 9 miss taken identity 28. Oktober 2008 um 12:37 Uhr

    „Krisenhaftigkeit“ wäre auch ne falsche Kritik.

  10. 10 egal 28. Oktober 2008 um 13:41 Uhr

    Du drückst also deine Unkenntnis über die Bedeutung der Analyse und Kritik des Kapitalismus als krisenhaft innerhalb der Kritik der Politischen Ökonomie zum Ausdruck.

  11. 11 Tioum 28. Oktober 2008 um 15:29 Uhr

    1. Die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus in seiner Widersprüchlichkeit ist doch für die KdPÖ gerade ein Anlass von der Möglichkeit seiner ÜBerwindung erstmal auszugehen.
    2. Als ob sich eine Kritik an seiner Krisenhaftigkeit und eine Kritik an der Ausbeutung der Arbeiter ausschliessen würden! Das ist doch Blödsinn. Zumal die Krise ja nicht an sich das Problem ist, sondern die Härten die dafür für die Arbeiterklasse hervorgeruffen wird. Nur als Andeutung: Für 2009 rechnet man mit 1 Milliarde hungernder Menschen auf der Welt.
    3. Der Unterschied zwischen «Kapitalismuskritiker» und «konstruktiver Kritiker der Krisenhaftigkeit des Kapitalismus» fällt dir bei nochmaligem Drüberlesen bestimmt auch auf.

  12. 12 egal 28. Oktober 2008 um 19:03 Uhr

    @Tioum d‘accord was deine Ausführungen zur Krise und die KdPÖ angeht.
    Mir ging es auch um die GSP-like Aussage Wendung „“Krisenhaftigkeit” wäre auch ne falsche Kritik.“ bzw. die darin mitschwingende Aussage und in letzter Zeit häufiger auftauchende Aussage, dass die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus für seine Kritik egal wäre. Eine solche Aussage übersieht eben die von dir skizzierte Bedeutung der Krisenanalyse in der KdPÖ.

    PS. Meintest du mich mit dem 3. Punkt?

  13. 13 Tioum 28. Oktober 2008 um 19:06 Uhr

    War nicht klar: Ich habe eigentlich auf Miss Taken geantwortet. Sorry.

  14. 14 cosmic 31. Oktober 2008 um 2:19 Uhr

    Hi, habt ihr den Film Let´s make MONEY schon gesehen?

    www.lets-make-money.info

    Ich war gestern in einer Premierenvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion. Attac und INWO waren auch dort. Der Film baute eine ganz langsam kommende Wut über die maßlose Gier des Westens und Betroffenheit über die Ungerechtigkeit im globalen Neoliberalismus auf. Der Vergleich „Juden von gestern sind Manager von heute“ ist unhaltbar. Gerade weil er die Kritik an den Managern mit den Antisemetismus verbindet, ist das Statement abzulehen und irreführend. Kritik muss ja wohl erlaubt sein, an einem System, daß permanent dafür sorgt, daß die halbe Welt versklavt ist. (Allerdings tragen dazu alle bei, alle die Geld in das System geben um hohe renditen zu erhoffen)

    Der Film zeigt deutlich auf, daß diese Ungerechtigkeit zum Großteil mit anonymen Kapitalströmen zusammenhängt! Damit sind unter anderem die Kanalinseln gemeint. Dort ist England zuständig. Auch die Wall Street, die IWF und die Weltbank (USA) müssen sich Kritik gefallen lassen. Hier aber von Antiamerikanismus zu reden, im Sinne, dass sich es sich gegen das Amerikanische Volk richten würde ist nonsense. Man muss doch einsehen, dass wir schon lange von Eliten regiert werden, die das System an einen gefährlichen Abgrund gefahren haben. (Die federführenden Institutionen sitzten meist in USA oder London)

    Eine der berechtigten Fragen ist, ob wir uns die „Reichen noch leisten können?“

    Es ist ein Systemfehler, der global wirkt, also muss auch weltweit das System auf den Prüfstand. Es ist nur logisch, dass sich dabei die Briten und die Amerikaner viel Kritik gefallen lassen müssen, schließlich sind ihre Gesetze (Politiker und Manager) zu weiten Teilen die Architekten und Protagonisten des jetzigen Systems. Durch den Petro-Dollar haben die Amerikaner ihre Geldmenge aufgeblasen bis zum gehtnicht mehr. Die ganze Welt hängt jetzt an dem System…Was können wir tun, um dieses Wahnsinnssystem zu stoppen, das ist die Frage.

    Dabei die Kritik auf die Ebene von Antisemetismus, Antiamerikanismus zu ziehen halte ich für problematisch, weil es die sachliche und lösungsorientierte Diskussion schwieriger macht.

    Wir sollten in unserem eigenen Land schauen, was wir (das Volk) mit demokratischen Mitteln erreichen kann. Die Diskussion, was zu tun ist, hat grade erst begonnen…

  15. 15 Kinnal 31. Oktober 2008 um 23:00 Uhr

    Versengt die Kanalinseln!

    Alles klar, Leute! Und wo bringt ihr euer Geld hin damit es für euch arbeitet. Bestimmt alles brav zur GLS-Bank. :-O

    Am deutschen Geld soll die Welt genesen, oder was …?

  16. 16 cosmic 09. November 2008 um 2:43 Uhr

    Schaut mal hier, sehr empfehlenswertes Interview, bzw. Aufklärungsvideo zur Finanzkrisenproblematik:

    http://infokrieg.tv/geldsystem_und_welfinanzkrise_2008_10_31.html

    (muss man sicher aber zeit nehmen…)

  17. 17 versuchselberzudenken 10. November 2008 um 1:54 Uhr

    Danke für das Aufklärungsvideo, ‚cosmic‘. Der interviewte Prof. Senf hält da sein Buch in die Kamera, Titelbild: der „Tanz um das goldene Kalb“. Und wer gerade keine Bibel zur Hand hat, lernt aus Wikipedia, was selbige dazu sagt: „Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat!“

    Also ‚cosmic‘, lassen wir (das Volk) die problematische Debatte um Antisemitismus und wenden uns der „lösungsorientierten“ Diskussion zu…

  18. 18 lahmacun 10. November 2008 um 3:47 Uhr

    wieso bleiben hier infokrieg-links stehen? weil die gleich auf der startseite schon für das „deutschlandprotokoll“ werben?

    Dieses Buch offenbart Ihnen erstmals, dass die BRD kein souveräner Staat, sondern ein weiterhin fortbestehendes besatzungsrechtliches Mittel der Alliierten ist; warum sich die bundesdeutsche Politik weiterhin nach US-Vorgaben auszurichten hat; oder warum seit 1990 keine gesamtdeutschen Wahlen stattfinden! Sie finden hier erstmals alle Beweise und Fakten die es ihnen selbst ermöglichen, die in diesem Buch vorgetragenen Behauptungen selbst zu überprüfen. Das Traurige an diesem Buch ist die Wahrheit darin. Derzeit sitzen wir nach offiziellen bundesdeutschen Angaben auf rund zwei Billionen, also 2.000 Milliarden Euro Schulden, die niemals getilgt werden können, sondern stetig wachsen.

    weil die sich den bilderbergern und freimauerern widmen?
    weil man sich im forum zu den „frontorganisationen der globalen elite“ informieren kann?

    macht mal diesen müll-link weg. bitte.

  19. 19 cosmic 10. November 2008 um 8:54 Uhr

    Bernd Senf Antisemetismus vorzuwerfen ist Schwachsinn. Er hat schon ausführlich zu solchen Vorwürfen Stellung bezogen:

    http://209.85.135.104/search?q=cache:yqrMEEpgWCYJ:www.berndsenf.de/pdf/Denunzieren%2520statt%2520Argumentieren%2520-%2520Die%2520irrationale%2520Abwehr%2520der%2520Zinskritik.pdf+bernd+senf+antisemitismus&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de&client=firefox-a
    (Oder bei Google „Antisemetismus Bernd Senf“ eingeben).

    Im Forum von Infokrieg wird auch bereits gefordert das Buch „Deutschlandprotokoll“ von der Seite zu nehmen. Ich werde heute Bernd Senf per E-mail auch auf dieses Problem hinweisen.

    Bernd Senf ist alles andere als antisemitisch, im Gegenteil. In seinen Forschungen geht er auch den tieferen Ursachen des Faschismus auf den Grund.

    Die Debatte um die Zinsproblematik im Finanzsystem ist absolut notwendig. Eine Diffamierung der Teilnehmer an dieser Debatte und ein Abbügeln über den Vorwurf des angeblichen Antisemetismus ist abzulehnen!

  20. 20 lahmacun 10. November 2008 um 9:53 Uhr

    was im infokrieg-forum alles so debattiert wird.

    mossad-dossier schon gelesen?

    „Der Mossad spioniert und mordet in den Vereinigten Staaten ebenso ungeniert wie in Großbritannien, Frankreich oder Deutschland und Österreich.“

    haider? – mossad! (überraschung!)

    hat dir die globale elite eigentlich schon den berühmten chip eingesetzt?

  21. 21 lahmacun 10. November 2008 um 9:55 Uhr

    senf – ist das der lebensenergie-esoteriker?

  22. 22 cosmic 10. November 2008 um 11:14 Uhr

    @ lahmacum
    „senf – ist das der lebensenergie-esoteriker?“
    Lebensenergie auch Orgon genannt. Bernd Senf hat sich ausgiebig mit dem Werk von Wilhelm Reich beschäftigt. Reichs Bücher wurden übrigens auch von den Nazis bei den Bücherverbrennungen ins Feuer geworfen.

    Mossad: Ja, was wissen wir denn schon, welche Aktionen Geheimdienste in aller Welt anstellen, ob Mossad, CIA, BND, Stasi, KGB, MI5 …!? Sie heissen Geheimdienste, weil sie ihre Aktionen in der Regel geheim halten. Aber es gibt sie und sicher sitzen sie nicht herum und drehen Däumchen…oder? Jede Regierung hat ihren Geheimdienst und deren Aufgabe besteht unter anderem in Spionage und anderen inoffiziellen „Aktionen“. Das Morde auch zu deren Aufgabengebieten gehören, kann man dabei aber definitiv ausschließen! Das kannst Du bestimmt bestätigen, stimmts?!

  23. 23 scheckkartenpunk 10. November 2008 um 12:59 Uhr

    Die Debatte um die Zinsproblematik im Finanzsystem ist absolut notwendig.

    und dann nach der debatte endlich wieder zur ehrlichen ausbeutung in der produktionssphäre. wer solche debatten führen will, der will von den tatsächlichen ursachen ablenken, weil er die eben doch beibehalten will.

  24. 24 cosmic 10. November 2008 um 16:54 Uhr

    @ scheckkartenpunk
    ach komm, das ist doch absoluter quatsch!

  25. 25 scheckkartenpunk 10. November 2008 um 18:28 Uhr

    ausgemachter quatsch ist es zu behaupten eine losgelöste kritik der zinswirtschaft wäre eine notwendige debatte. wer den profit durch zins isoliert betrachten will, der steht eben dafür ein, daß grundsätzlich profit durch ausbeutung in ordnung geht. wieso sollte er sonst das aus der diskussion herausnehmen wollen, indem er zins und finanzwirtschaft alleinig problematisiert?

  26. 26 lahmacun 10. November 2008 um 18:51 Uhr

    dafür, dass die aktionen von geheimdiensten im allgemeinen geheim sind, weiß man im infokrieg-forum aber schon recht viel über den mossad.

    und über die freimaurer, bilderberger, illimunati etc. sind geheimorganisationen, aber bei infokrieg, jaja.
    - gäbe es diese böse elite (frontorganisationen, okkulte uno zB) nicht, wäre ja alles tipptopp, wa?

  27. 27 cosmic 10. November 2008 um 19:11 Uhr

    @ scheckkartenpunk
    ich hab doch garnicht behauptet, daß man nur eine losgelöste kritik der zinswirtschaft führen muss. das problem ist aber, dass die zinskritikdebatte schon seit langer zeit überhaupt nicht stattgefunden hat (zumindest in den mainstreammeden) und ausserdem immernoch konsequent aus möglichst allen medien rausgehalten wird. Ein Tabu! Das sollte einen doch gerade neugierig auf das Thema machen. Auch in den Lehrbüchern der VWL wird dieses Thema nicht behandelt. Klar kann man auch über alles weitere kritisch debattieren, sag ich ja auch garnichts gegen…

    @lahmacun
    sag ich doch garnicht. bin ich etwa veranwortlich über was die Leute vorgeben bescheid zu wissen, und diskutieren in diversen foren? jeder muss sich selbst ein Bild machen, indem er die zur Verfügung stehenden informationen aufnimmt und bewertet. das machst du doch schließlich auch, wenn du dir deine Meinung bildest, oder nicht?
    Du hast doch den Diffamierungsknüppel rausgeholt…informiere dich dochmal über die Fakten. Gerade Bernd Senf setzt sich doch intensiv und auf wissenschaftlicher basis mit den Sachfragen auseinander. Indem du diffamierst, lässt du ja garkeine freie Informationsaufnahme zu. das macht jede sachliche diskussion und auseinandersetzung mit dem thema von vorneherein kaputt.

  28. 28 lahmacun 10. November 2008 um 19:21 Uhr

    wen habe ich wo diffamiert? ich habe lediglich wiedergegeben, was so alles bei infokrieg zu finden ist.

    es braucht keine „zinskritikdebatte“.

  29. 29 ♥Tekknoatze 10. November 2008 um 19:49 Uhr

    cosmic: 1. Warum sollte eine Zinskritikdebatte geführt werden, wenn man doch auch den Kapitalismus als Ganzes kritisieren kann, und dies sogar noch viel mehr Sinn macht?
    2. Warum sollten Medien, die sich die Aufrechterhaltung des Kapitalismus auf die Fahnen geschrieben haben, eine Debatte über die Kritik am selben führen? Das ist ungefähr so sinnig wie eine Forderung nach Phase 2 Lesestunden in Schulen ans jeweilig zuständige Ministerium zu richten.
    3. Sorry, aber das was auf Seiten wie Infokrieg diskutiert wird, ist doch keine sachliche Aneignung von Fakten sondern das Spinnen der möglicht krudesten Theorie, wenn du die dann erreichst darfst du ala van Helsing und Däniken Bücher schreiben und wirst zum Held der Szene.
    Antiamerikanismus und verkürzte Kapitalismuskritik nicht zu diffamieren wäre der Fehler, sind solche Theorien doch keineswegs emanzipative Lösungsvorschläge sondern gerademal reaktionäre Krisenlösungsmodelle.

    ♥Tekknoatze

  30. 30 cosmic 10. November 2008 um 19:55 Uhr

    „wen habe ich wo diffamiert? ich habe lediglich wiedergegeben, was so alles bei infokrieg zu finden ist.“

    jetzt tu nicht so scheinheilig, was du mit deinen feststellungen bezweckt hast, war doch wohl offensichtlich…(diffamierung)

    „es braucht keine “zinskritikdebatte”.“

    lol – wenn das also der lahmecun sagt, muss es ja stimmen! wer anderer meinung ist, ist dann wahrscheinlich ein Verschwörungstheoretiker, Antisemit oder Esoteriker…

    lass die leser doch selbst entscheiden, ob sie sich darüber informieren wollen oder nicht. Deine Bevormundungen braucht kein Mensch!

  31. 31 cosmic 10. November 2008 um 20:12 Uhr

    Zu 1) Die Kapitalismuskritik darf man doch führen, sag ich nichts dagegen. Der Zins und seine fatalen Folgen sind allerdings ein sehr essentieller Teil dieser Kritik. Und deshalb sollte man sie auch führen, zumal es weiten Teilen der Bevölkerung eben noch in keinster Weise bewusst ist. Die Funktion des Geldes und die Geldschöpfung sind durchaus einer nähere Betrachtung wert. Das schließ wie gesagt nicht aus, auch andere Aspekte der Kapitalsmuskritik anzusehen.

    Zu 2) Nagut, es mag unsinnig sein, so etwas zu fordern, ich tu es aber trotzdem. Die öffentlich rechtlichen sind zumindest Verpflichtet dazu. Wenn sie das nicht tun, frage ich mich aber warum? Haben die Schiss? Und wenn ja vor wem? …kommen wir dann etwa in den Bereich der Verschwörungstheorien?

    Zu 3) Wie gesagt, das sollte man jedem selbst überlassen, welche Informationen er für relevant hält oder nicht. mag sein, daß hier auch abstruse ideen dabei sind. freie information. du hast die wahl. Was mit Antiamerikanismus und verkürzter Kapitalismuskritik gemeint sind, weiss ich nicht. Darf man neuerdings Regierungen und ihre Politik nicht kritisieren? Und wäre nicht grade die Ausblendung der Zinsproblematik eine Verkürzung der Kapitalismuskritik?

  32. 32 lahmacun 10. November 2008 um 21:19 Uhr

    Wenn sie das nicht tun, frage ich mich aber warum? Haben die Schiss? Und wenn ja vor wem?

    der kapitalismus ist nicht so gut, wie er sein sollte. – aber du kennst rezepte zur heilung dieser ‚beulen‘. und die demokratie ist auch nicht perfekt – aber du suchst dir bessere herrscher aus; die müssen dann nicht mehr schiss haben, denn die kommen ihren demokratischen verpflichtungen dann ja nach etc.

    kapitalismuskritik galore.

  33. 33 lahmacun 10. November 2008 um 21:33 Uhr

    antisemitismus – kam bis jetzt nur von dir. ich habe den begriff nicht ein einziges mal verwendet.

  34. 34 scheckkartenpunk 10. November 2008 um 21:50 Uhr

    du machst einfach einen schauplatz zinskritik auf. und wieso? weil du eben über das ganze nicht reden willst – ganz großzügig gestehst du aber ein, das man das ja auch noch dürfe.

    dabei eierst du um den kern der kritik der zinskritik herum und beschwerst dich dann darüber, daß da angemerkt wird, daß das für andere nicht nur sinnlos sondern falsch ist. wer nur von der zinskritik reden will, ohne das ganze zu thematisieren, der kann das tun, muß aber damit rechnen, daß er von anderen als das benannt wird was er ist: jemand, der außer der zinskritik nichts an dem laden zu kritisieren hat.

  35. 35 cosmic 10. November 2008 um 21:57 Uhr

    „antisemitismus – kam bis jetzt nur von dir. ich habe den begriff nicht ein einziges mal verwendet.“

    Ja, ich entschuldige mich, hast du wirklich nicht! Hab das mit aufgeführt in der Liste diverser Keulen, die B.S. schon abbekommen hat (link weiter oben) – hat wirklich nichts mit Dir zu tun! …sorry

    Wir wollen doch alle nur das Beste! Und das bekommen wir auch! :) peace!

  36. 36 Tom Fancy 10. November 2008 um 21:58 Uhr

    Zitate von Comic:

    „Wie gesagt, das sollte man jedem selbst überlassen, welche Informationen er für relevant hält oder nicht.“"das problem ist aber, dass die zinskritikdebatte schon seit langer zeit überhaupt nicht stattgefunden hat (…) Ein Tabu! Das sollte einen doch gerade neugierig auf das Thema machen. Auch in den Lehrbüchern der VWL wird dieses Thema nicht behandelt.“"Die öffentlich rechtlichen sind zumindest Verpflichtet dazu. Wenn sie das nicht tun, frage ich mich aber warum? Haben die Schiss? Und wenn ja vor wem?“"Man muss doch einsehen, dass wir schon lange von Eliten regiert werden, die das System an einen gefährlichen Abgrund gefahren haben. (Die federführenden Institutionen sitzten meist in USA oder London)“"Ja, was wissen wir denn schon, welche Aktionen Geheimdienste in aller Welt anstellen, ob Mossad, CIA, BND, Stasi, KGB, MI5 …!? Sie heissen Geheimdienste, weil sie ihre Aktionen in der Regel geheim halten. Aber es gibt sie und sicher sitzen sie nicht herum und drehen Däumchen…oder? Jede Regierung hat ihren Geheimdienst und deren Aufgabe besteht unter anderem in Spionage und anderen inoffiziellen “Aktionen”“
    …kommen wir dann etwa in den Bereich der Verschwörungstheorien?“

    „Es ist nur logisch, dass sich dabei die Briten und die Amerikaner viel Kritik gefallen lassen müssen, schließlich sind ihre Gesetze (Politiker und Manager) zu weiten Teilen die Architekten und Protagonisten des jetzigen Systems. Durch den Petro-Dollar haben die Amerikaner ihre Geldmenge aufgeblasen bis zum gehtnicht mehr. Die ganze Welt hängt jetzt an dem System…“"an einem System, daß permanent dafür sorgt, daß die halbe Welt versklavt ist.“"Was können wir tun, um dieses Wahnsinnssystem zu stoppen, das ist die Frage.“
    „Wir sollten in unserem eigenen Land schauen, was wir (das Volk) (…) erreichen kann. Die Diskussion, was zu tun ist, hat grade erst begonnen…“"Eine der berechtigten Fragen ist, ob wir uns die “Reichen noch leisten können?”“
    „Dabei die Kritik auf die Ebene von Antisemetismus, Antiamerikanismus zu ziehen halte ich für problematisch, weil es die sachliche und lösungsorientierte Diskussion schwieriger macht.“

    „Hier aber von Antiamerikanismus zu reden, im Sinne, dass sich es sich gegen das Amerikanische Volk richten würde ist nonsense.“

  37. 37 cosmic 10. November 2008 um 22:01 Uhr

    @ scheckkartenpunk
    ok. gut. poste mir doch bitte mal einen link auf irgendeinen text dazu, den du für wichtig hälst, indem das „ganze, vollständige Bild“ der Kapitalismuskritik zusammengefasst ist. ich werd mich damit beschäftigen und dann mal sehen. wär doch gelacht, wenn wir die sache nicht noch rund bekommen! ;)

  38. 38 Tom Fancy 10. November 2008 um 22:23 Uhr

    Der Cosmic ist echt der Prototyp den Grigat in „Fetisch und Freiheit“ zeichnet und auf seine Fehler aufmerksam macht.

    Auf seinem Blog stehen auch noch so Knaller:
    „Am Ende eine ernüchternde Bilanz des Schreckens. Ein Staat(en)streich ohne Gleichen, bei dem gleich eine ganze Reihe von Völkern große Teile ihre Souvernität und Freiheit aufgeben. Die Schuldenfalle klappt zu. Wir stehen da wie belämmert.“

    „Geldschöpfung über ein Leistungsverrechnungssystem* ist so simpel, man kann es eigentlich garnicht fassen! Das Geheimnis des Geldes wird gelüftet. Aber nur Bürger, die Wissen was gespielt wird, können mitreden und gestalten. Also, weitersagen: Freie Bürgerwährung funktioniert! Jeder Staat kann ohne weiteres, sofort sein eigenes Geld schöpfen! Punkt“

  39. 39 A.M.P. 10. November 2008 um 23:20 Uhr

    „Die Kritik ist, dass die Ausbeutung der ArbeiterInnenklasse nicht reibungslos und krisensicher genug funktioniert.“ Naja ein seltsamer Krisenbegriff liegt hier vor. Krisen sind nicht nur strukturell systemimmanent, sondern bieten dem Kapital geradezu neue Chancen, wieder zu akkumulieren („prozessierender Widerspruch“). Die Tragik für die „Gearschten dieser Erde“ ist gerade, dass eine solche Krise gesamtgesellschaftlich ein enormes Umverteilungspotential beinhaltet. Abgesehen davon sind Krisen auch immer die Momente, in dem sich regressive Krisenlösungsansätze an der Zivilgesellschaft anheften und als Teil ihres bürgerlich fetischisierten Bewusstseins als „logisch“ erscheinen.

  40. 40 cosmic 11. November 2008 um 0:28 Uhr

    @ Tom Fancy
    Gibt es eine Definition für diese Form des Prototyps, die ich angeblich sein soll?

  41. 41 ♥Tekknoatze 11. November 2008 um 4:34 Uhr

    cosmic: zu 1) sign scheckkartenpunk. und: http://jungle-world.com/artikel/2008/43/27220.html
    zu 2) ha keinesfalls schiss. nur sind sie auch dem mystikum des wettbewerbs des eigenen standorts zu tun. das ist kein schiss der von herrschenden ausgelöst werden muss, das ist bereitwilliger enthusiamus der bevölkerung zugunsten der eigenen nation.
    zu 3) mit antimarikanismus und verkürzter kapitalismuskritik ist gemeint eben nur die Finanzsphäre und die dort vermeindlich schuldigen in den »Hochburgen der Großfinanz« (unbenannter Antiimp) zu kritisieren.

  42. 42 Tom Fancy 11. November 2008 um 8:53 Uhr

    Yo gibt es, er nennt sich Antiimp und tritt ein für die Souveränität von Völkern, damit diese sich schön in dem Wettbewerb nationaler Interessen mitmischen können, in welchem der oberste Grundsatz lautet: Wir, oder die.
    Und da sich diese Volksgruppen in einer Art Hobbes’schen Naturzustand befinden, müssen sich die schwachen gemeinsam gegen die Starken auflehnen. Oder aber es ist so, dass die Volksgruppen schon ihrer Souveränität beraubt wurden und ganze Völker als Sklave für die Eliten dienen, dann muss man diese Kritisieren und ja eigentlich folglich auch bekämpfen.
    Bloß wer sind die „Eliten“??? Ein anderes Volk? Oder steht der Feind im eigenen Land? Ja, gibt es Verräter die lieber mit den Starken eine Liaison eingehen und ihren eigenen Leuten einen Dolch in den Rücken rammen?
    So, muss langsam mal schlafen gehen.
    Aber zwei Sachen nochmal über die du grübeln darfst:
    1. Du kritisierst ja in erster Linie die Politiker und Manager der USA und von GB, hast ja hinter Weltbank auch extra USA nochmal in Klammern gesetzt, aber zum Beispiel kein Wort über Deutschland. Dabei ist doch unser höchster Mann im Staat ehemaliger Geschäftsführenden Direktor des IWF, unter dessen Amtszeit die argentinische Mittelschicht ihre große Verarmung erfahren hat. Und wenn du deine Bilanz des Schreckens aus der Finanzkrise ziehst, missachtest du da nicht die Tatsache, dass die von dir verteufelten Manager und Politiker der USA auf einmal ihre Gehälter nur noch durch Auslandskredite beziehen.
    2. Und zur Zinsdebatte (da lass ich mal den Antideutschen raushängen): Sofern ich weis, ist es den strengen Moslems verboten Zinsen auf verliehenes Geld zu nehmen. Aber jetzt schau dir mal die Verhältnisse in Saudiarabien, Iran, Jordanien usw. an, sind da alle Menschen gleich privilegiert?
    Sind nicht ganz andere Charaktereigenschaften des Geldes (ausser die Formel: wenn man genug hat-> es immer mehr wird) daran schuld, dass dieses quasi alle Macht- und Chancenverteilungen unserer Gesellschaft bestimmt?

    Ach so, für die Belesenen, die hier auch lesen, Grigat beschreibt nicht in erster Linie einen Cosmic, dass ist mir schon klar, aber ich musste nur an die eine Stelle denken, in der er treffender und fundierter als ich hier gegen die einseitige Zinskritik argumentiert.
    Ich werd mir das Buch mal zurückbesorgen und die Seiten angeben.

  43. 43 Tom Fancy 11. November 2008 um 19:34 Uhr

    Irgendwie ist hier nen Kommentar von mir nicht angekommen. Würde den gern nochmal lesen. Hab ich gestern nach der Nachtschicht verfasst. Vieleicht ist der ja in nem Filter hängengeblieben -> Dann bitte frei geben.

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