Archiv für Februar 2009

So viel noch nie

Die mediale Berichterstattung über die Krise ist voller „Noch-nie“s. Dieser Kriseneinbruch toppe alles, was seit 1929 passiert sei. Noch nie seien seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland die Exporte derart eingebrochen. Noch nie seit Bestehen des Ifo-Index sei dieser derart eingebrochen. Die linke Debatte nimmt das alles zwar zur Kenntnis, behilft sich aber mit traditionellen Lösungsmechanismen. Die Jungle World etwa findet es lustig und macht sich Gedanken über den „Geschäftsklimaindex unter Heroindealern“ und die „die politische Ökonomie Entenhausens“. Die Linkspartei diskutiert darüber, wie sich im Konjunkturpaket soziale Gerechtigkeit implementieren ließe und die Junge Welt fragt entlarvend, ob wohl „Nachfrage- oder Profitsteigerung“ der richtige Weg sei das System zu retten. Ganz so, als seien das nicht zwei Seiten einer Medaille. (mehr…)

Befreiung fehlgeschlagen

Der Krieg gegen den Irak war ein antifaschistischer Befreiungskrieg, konnten wir seinerzeit nicht nur in der Bahamas lesen. Er sei notwendig, um aufklärerische Standarts in die Barbarei zu tragen. Dies Unternehmen scheint gescheitert zu sein – nachzulesen in diesem Bericht der britischen Zeitung The Guardian:

Befreiung? Was für eine Befreiung?

Freitag

Hier wird es in näherer Zukunft weiterhin ruhiger bleiben. Ich blogge derweil mal verstärkt beim Freitag – mal sehen, was da geht:


http://www.freitag.de/community/blogs/juli

Fundamentaler Krisenprozess

Immer wieder taucht die Frage auf, was denn damit gemeint sei, wenn von Krise die Rede ist. Was genau gerät da eigentlich in die Krise? Und welchen Charakter hat diese Krise? Wie verhält sie sich zu Branchenkrisen und konjunkturellen Krisen? Lässt sie sich mit der Theorie der Langen Wellen von Kondratjew erklären oder als Krise der Hegemonie herrschender Akteure, also der Vorherrschaft bislang dominanter Institutionen, deuten? Sollten wir es gar mit einer System- oder darüber hinaus mit einer Menschheitskrise zu tun haben? (mehr…)

Neues vom Scheiterhaufen-Joseph

Bernard Schmid durchleuchtet auf TrendInfopartisan die aktuellen Vorgänge in der katholischen Kirche: http://www.trend.infopartisan.net/trd0209/t220209.html. Ich frage mich ja derweil, ob es sich bei den Piusbrüdern um eine Form des Religionismus (Ernst Lohoff) handelt.

Emanzipation und Frieden zum Leid der Palästinenser*Innen

Mittlerweile ist Website von Emanzipation und Frieden online. Das Ganze sieht noch ziemlich provisorisch aus, immer findet sich aber schon dieser Flyer, der versucht, aus einer israelsolidarischen Position heraus „Das Leid der Palästinenser (sic!) und das Elend ihrer vermeintlichen Freunde“ zu beleuchten. Nicht alles ist perfekt, aber lesenswert ist dieser Versuch allemal. Und, nur um Gerüchten vorzubeugen: trotz Namensähnlichkeit hat EoB da nichts mit zu tun ,-)

Israel, Gaza-Krieg und deutsche Linke

Einen lesenswerten Beitrag zum Nahost-Konflikt hab ich grade auf TrendInfopartisan entdeckt:

Wolf Wetzel: Israel, Gaza-Krieg und deutsche Linke

Wie soll und kann sich eine deutsche Linke zum Krieg im Gazastreifen verhalten? Wann ist eine Kritik an der israelischen Staatsführung gegenüber den besetzten und hermetisch abgeriegelten Gebieten einseitig? Ist der Widerstand gegen Besatzung legitim? Wer hat diesen Krieg ausgelöst? Handelt es sich bei der Operation ›Gegossenes Blei‹ um einen Selbstverteidigungsakt des israelischen Staates? Wie verhält sich die deutsche Linke zur ›Hamas‹? Ein Rück- und Ausblick.

Da fühle ich mich doch glatt an vergangene Worte erinnert.

Die Rückkehr der Heimeligkeit

Es ist Krise. Da braucht es Maßnahmen, die „Sicherheit und Orientierung geben“, wie das in einem Strategiepapier der „Parlamentarischen Linken“, dem Zusammenschluss des linken SPD-Parteiflügels, formuliert ist. Und so fragte Maybrit Illner ihre Talkgäste und Zuschauer, ob sie sich nicht manchmal auch so einen unbefangenen Patriotismus wünschen würden, wie ihn uns die Menschen in Frankreich, Großbritannien und den USA so schön vorlebten. Geradezu neidisch könne sie da werden, die Unbefangenheit! An Barak Obama etwa, da könnten die Deutschen sich doch mal ein Beispiel nehmen. Denn gerade in schwierigen Zeiten, das habe der klargemacht, sei Patriotismus eine wichtige Tugend. Ob die Deutschen das wohl auch können, fragte sie. „Yes, they can!“ – war die Antwort. (mehr…)