Übel: Alle 6 Sek. verhungert ein Kind

Kapitalismus, das ist die Gesellschaft, die alles zum Besten der in ihr lebenden einrichtet. Besser geht nimmer. Die „unsichtbare Hand des Marktes“ sorgt dafür, das wenn sich alle um ihren Kram kümmern, am Ende an alle gedacht ist. Schon Marx hatte darauf verwiesen, dass das wohl eher dazu führen würde, das sich alle gegenseitig bei der Verwirklichung ihrer Interessen behindern.

Da ist einiges dran und traurige Beispiele dafür stehen immer wieder in den Zeitungen. Kümmern scheint es unterdessen niemenschen:

Das größte Desaster, das die Welt derzeit erlebt, findet kaum Beachtung. Es ist eine permanente und stille Katastrophe, die der Uno-Sonderbeauftragte Olivier De Schutter in eine schockierende Zahl gefasst hat. Alle sechs Sekunden stirbt ein Kind, sagte er am Montag vor einem Uno-Expertengremium. Nicht durch Krieg, Erdbeben oder Seuche, sondern weil es nicht genug zu essen bekommt. Insgesamt litten zurzeit eine Milliarde Menschen an chronischem Hunger.

Zehntausende Menschen sterben jeden Tag an dieser Unterernährung, und das ist nach Ansicht von De Schutter nicht das Ergebnis höherer Gewalt, sondern ein struktureller Mangel der Weltwirtschaft. Für die aktuelle Krise sei der Mensch selbst verantwortlich. Die globale Finanzkrise, die Energiekrise, die Folgen des Klimawandels, vor allem aber die starke Volatilität der Lebensmittelpreise seien Faktoren, die ausgerechnet die Armen der Welt am stärksten träfen. (Spiegel.de)

De Schutter ist die Tatsache wirklich wichtig, dass es sich dabei nicht um ein Naturereignis handelt. Nicht mangelnde Nahrung, sondern die bestehenden Eigentums- und Verkehrsverhältnisse verhindern den Zugriff auf tatsächlich vorhandene Möglichkeiten. Und es wird nicht besser – ganz im Gegenteil. Die Versuche, mittels Biopiraterie Eigentumsrechte an Saatgut zu monopolisieren, tragen eben nicht dazu bei, das es am Ende allen besser ginge. Stattdessen halten sie viele Menschen in Abhängigkeit und Hunger. Dazu kommen die klassischen Prinzipien des Imperialismus:

„Einer Studie zufolge könnte den Hungernden effektiver geholfen werden, wenn statt kostspieliger Maislieferungen den Bauern die Mittel zur eigenen Anpflanzung zur Verfügung gestellt würden. Das koste bedeutend weniger als importierter Mais aus den USA. Der Wissenschaftler Pedro A. Sanchez von der Columbia University in New York hat ausgerechnet, dass 812 US-Dollar für den Import einer Tonne US-Mais nach Afrika zu bezahlen sind. Saatgut, Dünger und Bewirtschaftung für den eigenen Anbau von einer Tonne Mais sind hingegen in Afrika für 135 Dollar zu haben.“ (ND)

Alles nich schön. Ich sach’s ja immer: abschaffen, den Scheiß.


2 Antworten auf “Übel: Alle 6 Sek. verhungert ein Kind”


  1. 1 Klaua 09. April 2009 um 12:09 Uhr

    Laut UN-Milleniumszielen, würde die Bereitstellung von 90 Milliarden Dollaer über den Zeitraum von fünf Jahren u.a. den Hunger auf der Welt beenden. Also eine Summe, die geringer ist als das, was die Bundesregierung gegenwärtig dem Finanzkapital zur Verfügung stellt.

  2. 2 Klaua 09. April 2009 um 12:10 Uhr

    Sollte heißen: 90 Milliarden pro Jahr über 5 Jahre = 450 Milliarden.

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