Krise macht die Kranken fit

Während der Ruf „Wir zahlen nicht für eure Krise“ noch nicht abgeklungen ist, zieht das deutsche Proletariat bereits die Flügel ein. Trotz Grippewelle schleppen sich viele zur Arbeit – und meinen so, im anstehenden Entlassungs-Showdown bessere Karten zu haben:

„Der Krankenstand in den deutschen Betrieben ist nach Informationen von WELT ONLINE im ersten Quartal 2009 trotz Grippewelle weiter gesunken. Die Arbeitnehmer fehlten zwischen Januar und März laut den neuesten Statistiken des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) 3,26 Prozent der Sollarbeitszeit – das ist der niedrigste Stand in den ersten drei Monaten eines Jahres seit der Wiedervereinigung. ( … )

Arbeitsmarktexperten machen vor allem die steigende Jobangst in Zeiten der schweren Wirtschaftskrise für die sinkenden Krankenstände im ersten Quartal verantwortlich. Das Argument ist nicht neu, es wird seit Jahren als ein wichtiger Grund für rückläufige Fehlzeiten genannt. „In wirtschaftlichen Krisenzeiten haben die Beschäftigten mehr Angst, ihren Job zu verlieren. Tendenziell sinken in solchen Zeiten die Krankenstände“, sagte Joachim Möller, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit.“ (Welt-Online)


5 Antworten auf “Krise macht die Kranken fit”


  1. 1 nachdenklich 13. April 2009 um 1:27 Uhr

    So ein Quark. Der Krankenstand ist so niedrig weil,
    1. auf Demo gehen und krankfeiern schwierig ist
    2. der Widerstand im Betrieb organisiert wird
    und am wichtigsten:
    3. Ansteckende Krankheiten sich im Betrieb am schnellsten verbreiten und langfristig die effektivste Sabotageaktion darstellen.

    Jetzt alles klar?

  2. 2 Pixel Utopia 14. April 2009 um 17:29 Uhr

    Lieben wir nicht alle den vorauseilenden Gehorsam, der uns sanft in die richtigen Bahnen führt?

  3. 3 desertion 22. April 2009 um 10:17 Uhr

    Tja, äwhrend in anderen Ländern blockiert, gestreikt und demonstriert wird, steigt in good ‚ol germany der konkurrenzkampf: hoofentlich triffts den anderen und nicht mich. Aber mal sehen was passiert, wenn das Kurzarbeitergeld ausläuft und Massenentlassungen anstehen…

  4. 4 lahmacun 22. April 2009 um 10:58 Uhr

    >äwhrend in anderen Ländern blockiert, gestreikt und demonstriert wird

    da muss man sich halt auch immer anschauen, was dabei kommuniziert wird, also für was oder gegen was demonstriert oder gestreikt wird. so ne demo an sich, getrennt vom inhalt, steht zunächst mal für: nichts.

  5. 5 desertion 24. April 2009 um 11:02 Uhr

    > so ne demo an sich, getrennt vom inhalt, steht zunächst mal für: nichts.

    Du hast recht, radikale formen lassen nicht automatisch auf radikale inhalte schließen. aber ohne soziale kämpfe steht die radikale linke ziemlich alleine da. wir brauchen referenzpunkt und interventionsmöglichkeiten. zur diskussion um eine intervention in arbeitskämpfe empfehle ich übrigens die neue transact! hier: http://transact.noblogs.org/

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