Archiv für Mai 2009

Alles nur Systemnotwendigkeit? Die Hypo Real Estate

Vor kurzem veröffentlichte die Jungle World eine Aufsatz von mir zur Hypo Real Estate. Leider wurde an den entscheidenden Stellen eine inhaltliche Veränderung vorgenommen. Denn die Rettung der HRE zeigt m.E., dass die derzeitigen Rettungsspielereien gerade nicht in systemischen Notwendigkeiten aufgehen. Wenn den Inhaber*Innen einer Bank, die faktisch pleite ist und daher den Preis „Null“ hat noch Millionen hinterhergeworfen werden, dann vermag sich mir die systemische Notwendigkeit nicht mehr so richtig erklären. Darum hier noch mal der Text, den ich zur Jungle World geschickt habe – damit hier keine Missverständnisse entstehen…


Ende 2008 meldete die Hypo Real Estate – kurz HRE – einen Verlust von 5,5 Mrd. Euro. Dadurch sank die Eigenkapitalquote des Unternehmens auf 3,4% und damit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesthöhe von 4%. Die Bank war damit faktisch pleite. Nur 5 Monate später, im Mai 2009 verkündet der Hauptanteilseigner Flowers, er wolle die Anteile der Bank unbedingt halten, er sehe das Unternehmen vor einer rosigen Zukunft. Wie aber konnte in so kurzer Zeit aus einem konkursreifen ein scheinbar zukunftsträchtiges Unternehmen werden? (mehr…)

Ersatzinvestitionen

Die Wirtschaftskrise will nicht aufhören, ihre Opfer zu verschlucken. Da ist (fast) kein Kraut gegen gewachsen:

„Die globale Absatzkrise der Automobilindustrie hat dem Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern im ersten Quartal einen herben Verlust beschert. Trotz deutlich besserer Erträge in der zweiten Konzernsäule, der Wehrtechnik, weist das Unternehmen ein operatives Ergebnis von minus 23 Millionen Euro aus“ (FAZ vom 9. Mai 2009)

Da wird es Zeit für einen Green New Deal: olivgrüne Solarpanzer fahren für die Rettung der Arbeitsplätze bei Rheinmetall. Aber schlag das bloß keiner den Grünen vor, die machen das am Ende dann noch…