Migration und Ökonomie

Noch immer gibt es das Bemühen, das GATS-Vertragswerk zu aktualisieren. Mit ihm sollen Dienstleistungen als vermeintliche Zukunftsbranche der Weltökonomie gestärkt werden (zur Kritik). Eine dieser Dienstleistungsbereiche ist die „Dienstleistung im Ausland“, wie sie etwa von Erntehelferinnen oder sog. „Gastarbeiterinnen“ vorgenommen wird. Die Erträge in nicht unbeträchtlicher Höhe werden dann in die Heimatländer überwiesen und machen dort nicht selten einen wesentlichen Teil der Einnahmen aus. Die taz berichtet diesbezüglich von den Ergebnissen des „Berichts zur menschlichen Entwicklung“ des UN-Entwicklungsprogramm UNDP:


„Durchschnittlich führt die Migration aus einem armen in ein reiches Land zu einem 15-mal höheren Einkommen und zu einer 16-fachen Verringerung der Kindersterblichkeit. Das nützt allen: Die Rücküberweisungen von Migranten in ihre Heimatländer summierten sich im Jahr 2007 auf weltweit 370 Milliarden US-Dollar.“

Doch aus Entwicklungspolitischer Sicht sind diese Gelder kaum geeignet, einen ökonomischen Anschluss sog. „Entwicklungsländer“ an die Industriestaaten zu ermöglichen:

„Es gibt laut UNDP weltweit 214 Millionen Migranten, davon sind aber lediglich 70 Millionen aus Entwicklungsländer in Industrieländer gezogen. Entgegen verbreiteten Klischees sind die Ärmsten am wenigsten mobil: Nur drei Prozent aller Afrikaner leben in einem anderen Land als in ihrem Geburtsland, zumeist innerhalb des Kontinents. Manche Inselstaaten der Karibik hingegen zählen um die 40 Prozent Auswanderer unter ihren Bürgern. ( … )

Die ärmsten Länder sind auch bei der Migration marginalisiert. Die Rangliste der Länder, die am meisten Geld von ihren Auswanderern bekommen, wird nach den UN-Daten von 2007 von Indien angeführt, mit 35,3 Milliarden Dollar; es folgen China (32,8 Milliarden), Mexiko (27,1) und die Philippinen (16,3), danach Spanien (10,7, Polen (10,5), Nigeria (9,2) und Deutschland (8,6).

Nach Europa fließen fast viermal so viele Migrantenüberweisungen als nach Afrika und fast doppelt so viele wie nach Lateinamerika. Am höchsten im Vergleich mit dem Bruttosozialprodukt sind die Rücküberweisungen nach Tadschikistan (45,5 Prozent) und Moldawien (38,3 Prozent); das einzige afrikanische Land mit einem Anteil von über 10 Prozent ist Lesotho, dessen Bevölkerung zu großen Teilen in Südafrikas Bergbau arbeitet.“

Dazu kommt, das die Gelder zwar vielen Familien beim Überleben helfen mögen (und deshalb nicht zufälliger weise besonders häufig von Frauen erwirtschaftet werden müssen), sondern das sie schon aufgrund ihrer Charakters als in abhängiger Arbeit zu miesen Bedingungen erwirtscahfteten Lohnes kaum zum Aufbau nachhaltiger Kapitalansammlungen taugen, die für einen ökonomischen Prosperitätszuwachs in den ärmeren Ländern der Welt notwendig wäre. Auch hier steckt also hinter den Bemühungen der politischen Öffentlichkeit nicht wirklich das, was in Werbereden der interessierten Öffentlichkeit immer wieder vorgestellt wird. Am Ende macht der Kapitalismus eben nicht nur keinen Spaß, er funktioniert auch nicht mal richtig.


65 Antworten auf “Migration und Ökonomie”


  1. 1 Gehrinschnecke 07. Oktober 2009 um 6:16 Uhr

    Der Kapitalismus funktioniert doch wunderbar. Nur wo steht geschreiben, dass irgendwelche armen Teufel in seltsamen Ländern auf fremden Kontinenten davon bitte profitieren sollen. Oder Arbeiter überhaupt?

  2. 2 Juli 07. Oktober 2009 um 10:21 Uhr

    Wo steht, dass „irgennwelche armen Teufel in seltsamen Ländern auf fremden Kontinenten davon bitte profitieren sollen. Oder Arbeiter überhaupt“, fragst du? Das steht wohl in so ziemlich jedem VWL-Lehrbuch, in so ziemlich jeder Tageszeitung und soll Gerüchten zufolge auch in Radio und Fernsehen gerne mal kolportiert werden. Dort wird nämlich die ganze Zeit nach dem Königsweg gesucht, aus dem heraus auch ökonomisch abgehängte Regionen oder gesellschaftliche Gruppen an der wohlstandssteigernden Wirkung der Marktwirtschaft partizipieren können.

    Dass das funktionieren würde, ist freilich Ideologie. Genauso wie es Ideologie ist zu glauben, nur weil der Kapitalismus nicht dazu da ist, das es den Leuten gut geht, könne er nicht in der Krise sein, wenn es ihnen schlecht geht. Die Annahme abstrahiert nämlich von den realen Krisenbedingungen, die zufälliger weise beides miteiander kombinieren. Und so drückt sich in der Tatsache, das sich weite Bereiche der Welt nicht mehr kapitalisieren lassen bzw. immer weitere Gruppen auch in den Metropolen aus dem Verwertungsprozess herausgedrängt werden, eben die sich erschöpfende Potenz des Kapitals zur fortgesetzten Mehrwertproduktion aus. Die ist nämlich darauf angewiesen, zur stetigen Produktion des „Mehr“ sich immer neue Bereiche der Welt und immer neue Gruppen unter den Nagel zu reißen. Wenn das nicht mehr passiert, sollten wir also hellhörig werden. Und da es nicht mehr passiert, bin ich hellhörig geworden….

  3. 3 Gehrinschnecke 08. Oktober 2009 um 7:06 Uhr

    @ Juli

    Mein leicht sarkastischer Beitrag sollte auch eher deutlich machen, dass der Kapitalismus eben nicht (mehr?) funktioniert. Nur ist es der Mehrheit der Europäer vermutlich eher egal, ob irgendwelche armen Teufel im Ausland mit dem Nötisgten versorgt werden (oder die armen Teufel in den Ghettos in ihren Metropolen, oder die armen Teufel, die vereinzelt in ihren Häusern auf den Dörfern verschimmeln).

    Die Ideologie hat ja mannigfaltige Antworten parat: Wenn Thilo Sarrazin Armen empfiehlt doch mal einen Pullover zu kaufen, dann sagt das schon viel aus. Daher werden wir uns, fürchte ich, noch lange mit dem als Kapitalismus rumplagen müssen, den die Propagandaorgane seiner Nutznießer (und derer die sich dafür halten) weiter als prima funktioierend beschreiben werden. ;-)

  4. 4 Juli 15. Oktober 2009 um 11:47 Uhr

    oh, den Sarkasmus hab‘ ich wohl überlesen… :-)

    Allerdings wäre mir der Zusammenhang von schwindender Funktionsfähigkeit des Kapitalismus und dem fortschreitenden Ausschluss immer breiterer Menschenmassen ein Anliegen. Der nämlich wird imho viel zu häufig ignoriert bzw. sogar geleugnet…

  5. 5 Gehrinschnecke 15. Oktober 2009 um 18:31 Uhr

    „Funtioniert“ hat der Kapitalismus ja eigentlich fast immer nur für die Bourgeoisie. Der Rest hat sich zu „Gewinnern“ (oder Bürgern) fabuliert oder wurde durch die europäischen Nachkriegsprojekte für kurze Zeit mit ein wenig mehr Bargeld versorgt und zu den „Gewinnern“ erklärt.

    Mit der Abschaffung des Bürgertums als „Klasse“ fällt wohl immer mehr Menschen auf, dass sie eben rein funktional dann doch nicht zum „Bürgertum“ gehören (Zeitungsmeldung gestern: „Bildung kein Garant mehr gegen Hartz IV“ – oder so ähnlich).

    Daher auch das für die bürgerliche Presse so unverständliche „Revival“ der „linken“ wie der völkischen Soße. Am Ende will ich dann wohl auch lieber den Kapitalsimus (wenigestens für MICH!) funktioieren sehen.

    Sorry, wenn ich Begriffe vulgärmarxistisch (und/oder falsch?) verwende, neben meinem Brotberuf bleibt der Marxismus leider oft nur Hobby. ;-)

  6. 6 Juli 19. Oktober 2009 um 11:43 Uhr

    Die von mir behauptete „Funktionsfähigkeit“ des Kapitalismus bezieht sich m.E. vorallem darauf, das er lange Zeit durch fortschreitende Wertverwertung und steigende Warenproduktion immer mehr Menschen und immer weitere (welt-)gesellschaftliche Bereiche sich unterordnen konnte. Und das es zumindest stets die Hoffnung geben konnte, dieser Prozess würde so weiterlaufen.

    Damit scheint jetzt aber Schluss zu sein. Weite Teile der Welt sind ökonomisch bereits derart abgehängt, das sich selbst liberale Wirtschaftsexpert*Innen sie nicht mehr ins Kalkül einbeziehen. Und auch in den Wohlstandsmetropolen gibt es immer mehr Inseln, in denen Ware-Geld-Beziehungen nicht mehr wirklich in der Lage sind, gesellschaftliche Synthesis herzustellen. Das zeigt sich dann nicht nur in Ghettoisierungstendenzen, sondern auch im http://www.shrinkingcities.com/" rel="external">Phänomen der Schrumpfenden Städte.

  7. 7 Gehrinschnecke 19. Oktober 2009 um 16:20 Uhr

    Einverstanden. Aber das ist den Eliten doch egal, für die der Kapitalismus eben auf schrumpfenden Inseln noch funktioniert. Der Rest ist eben selbst schuld und/oder faul.

    Und solange sich der abgehängte „Rest“ in der Ausrichtung seines Lebens eben noch an den „Inseln“ orientiert (und das tut er um so stärker, ja weiter er abgehängt ist!) „funktioniert“ der Kapitalismus (meinetwegen dem Anschein nach) eben noch überall.

    So schnell wird da nix „zusammenbrechen“ – erst wenn sich mehr und mehr „Abgehängte“ anfangen sich selbst (und anders) zu organisieren, wird da was passieren. (Und ich persönlich möchte selbst dann lieber auf liberalen, durchkapitalisierten Inseln hausen als im „anarchistischen“ Chiapas oder in Chavez Version dessen was er vielleicht für eine Alternative hält, oder gar der „unkapitalistischen“ weltweiten Umma…)

  8. 8 Juli 21. Oktober 2009 um 15:40 Uhr

    Von Zusammenbrechen schrieb ich ja auch nichts. Und wenn wir von schrumpfenden kapitalistischen Inseln ausgehen müssen, dann ist das eben nicht „egal“, weil es doch nichts ändern würde. Es ändert viel: Für das kapitalistische Unternehmen, aus Wert via Arbeit mehr Wert zu machen als allererstes. Dies unterfangen braucht nänlich mehr Arbeitskräfte, die in den Gesamprozess auf der Höhe der weltgesellchaftlichen Produktivität eingesugt werden – und nicht weniger. Das es – wie Du schreibst – derzeit noch „so scheint“, als würde alles glatt laufen, liegt schlicht und ergreifend daran, das am laufenden Meter ungedecktes „fiktives Kapital“ produziert wird, das den Laden am Laufen hält. Das kannst Du meinetwegen gerne als „funktionieren“ beschreiben, nur ist es halt meilenweit von dem entfernt, was Marx als Funktionsmechanismen des Kapitalismus beschrieben hat (Verausgabung von Arbeitskraft zur Erzielung von Mehrwert statt Aufblasen fiktiver Preise ohne Rückbezug auf reale Mehrertproduktion)

  9. 9 Gehrinschnecke 21. Oktober 2009 um 17:11 Uhr

    @ Juli

    Solange man immer wieder neue Blasen mit fiktivem Kapital aufblasen kann, die der Steuerzahler dann nach deren Kollabierung blechen darf, „funktioniert“ das doch auch. Und auf Umwegen wird da immer noch Mehrwert erzielt. Oder nicht?

    Problematisch wirds eigentlich erst dann, wenn diese Umverteilung nicht mehr klappt, weil es keine Steuerzahler mehr gibt.

  10. 10 Juli 23. Oktober 2009 um 8:46 Uhr

    Nö. Da wird kein Mehrwert erzielt. Kein Stück. Wie auch. Mehrwert kommt aus der Verausgabung produktiver Arbeit. Und nicht aus Finanzmarktakkrobatik. Hier werden vielleicht Gewinne erzielt und Preise realisiert. Aber mit Mehrwert hat das reichlich wenig zu tun.

    Zurückgezahlt wird das Ganze dann übrigens auch nicht werden. Es glaubt doch derzeit niemand wirklich daran, das die Schulden, die da im Laufe des letzten Jahres aufgenommen wurden, irgendwann mal von irgendwem zurückgezahlt werden. Insofern wird die Rettungsmaßnahme zur Begrenzung der einen Krise zur Hypothek für die näxte. Und da so auf die Dauer der Spagat zwischen realwirtschaftlicher Leistungsfähigkeit (sinkend) auf der einen und ungedeckter fiktiver Kapitalschöpfung auf der anderen Seite (steigend) stets größer wird, wird auch die Auswirkung des Krisengeschehens von Einbruch zu Einbruch immer heftiger.

    Zudem kommt die der Blasenbildung scheinbar innewohnende Tendenz, sich mehr und mehr in die produktive Wirtschaft hineinzufressen. Die ersten Blasen waren Währungsspekulationen und Staatsschulden, das hatte mit der Realwirtschaft nicht wirklich viel zu tun. Die New Economy war immerhin schon ein Wirtschaftszweig, wenn auch einer, der weitestgehend nicht über Wertproduktion, sondern über die Aneignung von Informationsrenten funktioniert. Die Immobilienblase hat dann schon erste wertschaffende Sektoren direkt betroffen – die Baubranche vor allem. Was also kommt als näxtes? Einige spekulieren auf Rohstoffe und Land. Das betrifft aber direkt diverse Produktionszweige (Rohstoffproduktion, Landwirtschaft, Metallverarbeitung, Maschinenbau, IT-Hardware-Produktion etc.) Deren Kosten erhöhen sich mit dem Aufblasen einer solchen Blasen. Die Folgen für die Wirtschaft wären also 1. unmittelbarer und 2. auch in der Phase des Blase-aufpumpelns nicht ausschließlich positiv.

    Insofern finde ich tatsächlich nicht, das wir es hier auch nur ansatzweise mit „business as usual“ zu tun haben.

  11. 11 Gehrinschnecke 24. Oktober 2009 um 12:12 Uhr

    Ich war gestern bei einem Vortrag von Michael Heinrich, der meinte, dass diese „große Krise“ wohl das Ende des Postfordismus bedeuten würde und keiner sagen könne, wann sie vorbei wäre. Aber auch er meinte, es sei dennoch „business as usual“ – so „usual“ wie eben bei den letzten großen Krisen 1929 und in den 1970ern (?) auch. Das Kapital müsste sich, nachdem der aufgeblähte Finanzsektor kollabiert sei, nun eben etwas Neues suchen – und das könne dauern.

    „Funktionieren“ tut der alte Hund aber dennoch. ;-)

    Viel spannender fand ich diesem Zusammenhang in der Diskussion im Anschluss, dass ein guter Teil der Gäste nach dem Vortrag immer noch der Meinung war, man könne den Markt irgendwie retten und/oder zähmen, und das nachdem sie sehr wohl eingesehen hatten, dass der Markt eben so ist, wie er ist. Und ein anderer Teil einfach stur darauf warten wollte, dass der Kapitalismus nun doch endlich von selbst zusammenbrechen würde.

  12. 12 Juli 24. Oktober 2009 um 12:44 Uhr

    Das ist eine lustige Diagnose. Denn der aufgeblähte Finanzsektor ist ja grade nicht „business as usual“. Ohne den hätte es seit den 70ern schließlich keinen wirklichen Aufschwung mehr zu geben. Der war doch weitgehend finanzmarktinduziert. Was gewachsen sind, waren weitestgehend Finanztitel, also weitgehend ungedecktes „fiktives Kapital“. Im Besten Fall hatten diese Gewinne noch positive Wirkung auf die Realwirtschaft insofern, als das mit ihnen neue Häuser gebaut wurden und dadurch entsprechenden Impulse generiert wurden. Wenn das für Heinrich ein normalfunktionierender Kapitalismus ist, dann scheint mir das keine sonderlich tragfähige Diagnose. Wobei es mich nicht wundern würde. Bei einem anderen Vortrag vor einigen Monaten hat er mal die Ursache der Krise im Fehlverhalten der Banker gesucht. Die hätten „einfach aufs falsche Pferd gesetzt“, wie er es fast wörtlich formulierte. Hörte sich jedenfalls nicht sonderlich ökonomiekritisch an…

  13. 13 Juli 24. Oktober 2009 um 12:47 Uhr

    @Diskussion

    Das sind freilich zwei wenig erquickliche Alternativen. Denn weder wird „der Markt“ (keine Kategorie bei Marx übrigens, aber in der Linken wohl übliches Vokabular) irgendwann mal gewünschte Ergebnisse bringen noch wird der Kapitalismus zusammenbrechen in dem Sinne, das er von einem Tag auf den anderen weg ist. Viel eher sieht es nach einem schleichenden Krisenprozess aus, in dem er an Zugriffspotenz verliert und immer weitere Teile der Welt einer postkapitalistischen Barbarei überlässt. Emanzipation jedenfalls funktioniert nicht automatisch, sondern nur als bewusster, kollektiver Akt der Individuen. (vgl. Tocotronic: Wir sind viele – jeder Einzelne von uns)

  14. 14 Benni 24. Oktober 2009 um 14:41 Uhr

    @Juli: Eine aufgeblähte Finanzsphäre ist sehr wohl „business as usual“. Allerdings in größeren historischen Abständen als den hier verhandelten. Die ist typisch für eine hegemoniale Krise. Die alte Hegemonie rettet ihre Macht noch ein paar Jahrzehnte lang per Finanzhegemonie. Kam schon mehrfach vor.

  15. 15 Gehrinschnecke 25. Oktober 2009 um 10:57 Uhr

    @ Juli

    Kann ich eigentlich nicht glauben, dass der Heinrich so einen Quatsch verzapft hat, denn er macht ja eigentlich immer deutlich, dass große wie kleine Krisen, nach Marx, notwendigerweise im System eingebaut sind. Kapitalisten und Banker können allerdings schon auf das „richtige Pferd“ setzen. So haben die Kapitalisten die in den 1970ern auf das Pferd „Kapitalmarkt“ setzten schon einiges gewonnen. Jetzt ist das Rennen nur wieder spannender, wenn man so will.

    Ich mag den ganz großen Unterschied zwischen dem Kapitalfluss hin zum „fiktiven Kapital“ und dem Fordismus nun auch nicht wirklich sehen. Klar wurde im Fordismus tatsächlich mehr produziert, aber Mehrwert ist doch immer Kapital, oder? Und somit ist es dem Kapitalisten auch wurscht, ob er diesen Mehrwert durch die Produktion von Autos erwirtschaftet oder durch die Verleihung von Kapital. „Neu“ ist in dieser Krise eigentlich nur, dass es drei Krisen auf einmal sind: Die normale konjunkturelle Krise, eine Überproduktionskrise und eben die Finanzkrise, die es möglich machen wird, dass das Kapital sein Kapital zum Überwinden dieser wo anders investieren wird müssen.

    Was das alles mit einer „hegemonialen Krise“ zu tun haben soll, kapier ich nicht.

  16. 16 Benni 25. Oktober 2009 um 12:13 Uhr

    @Schnecke: Du hast die ökologische und Klimakrise vergessen. Und die Hungerkrise.

    Was ich mit „hegemonialer Krise“ meine, liest Du hier: http://www.keimform.de/2008/10/23/die-sechs-stufen-der-krise/

  17. 17 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 25. Oktober 2009 um 14:32 Uhr

    Am Ende macht der Kapitalismus eben nicht nur keinen Spaß, er funktioniert auch nicht mal richtig.

    skandlös! – nicht nur kein spaß, sondern auch keine hoffung (mehr):

    Die von mir behauptete „Funktionsfähigkeit“ des Kapitalismus bezieht sich m.E. vorallem darauf, das er lange Zeit durch fortschreitende Wertverwertung und steigende Warenproduktion immer mehr Menschen und immer weitere (welt-)gesellschaftliche Bereiche sich unterordnen konnte. Und das es zumindest stets die Hoffnung geben konnte, dieser Prozess würde so weiterlaufen.

    wie scheisse! – weil es den menschen im funktionierenden kapitalismus doch immer so gut geht!

    zB:

    Ghettoisierungstendenzen

    weil der kapitalismus nicht (mehr) funktioniert! im funktionierenden kapitalismus gibt es ja keine arbeitslosen, keine hungertoten, keine ghettos, keine verrotteten arbeiterquartiere. da wohnen alle in schönen häuschen und kriegen schöne sachen im supermarkt.
    und solange der kapitalismus noch funktionierte, durfte auch die dritte welt hoffen, mal ein bisschen partizipieren zu dürfen an den segnungen des funktionierenden kapitalismus, die ihnen nicht selten mit bombenfliegern gebracht wurden: nur zu ihrem besten, versteht sich. leider haben sich die hoffnungen nicht erfüllt und nun leben sie alle in slums.

    tragisch.

  18. 18 Gehrinschnecke 25. Oktober 2009 um 21:14 Uhr

    @ Skandalös

    Werd ich nach der Revolution eigentlich erschossen, wenn ich im Kapitalismus Spaß habe? Zum Thema Kapitalismus und „Verelendung“:

    http://www.youtube.com/watch?v=5lmLMFJXuSk

    @ Benni

    Danke.

  19. 19 Juli 26. Oktober 2009 um 12:22 Uhr

    @ Gehirnschnecke

    Ich hab mir das mit dem Heinrich leider nicht ausgedacht, das war wirklich so. Das mit dem „fiktiven Kapital“ dürfte allerdings nicht ganz so einfach sein, fürchte ich. Marx schildert ja einen systematischen Zusammenhang von „Realkapital“ und „fiktivem Kapital“. Wenn eine Kapitalistin durch „Verleihung von Kapital“ Gewinne erwirtschaftet, dann Stellen diese Gelder ja erstmal einen Abzug von einem an anderem Ort produzierten Mehrwert dar. Die Bank verleiht Geld, mit dem Geld werden Produktionsmittel gekauft und nach dem Verkauf der produzierten Waren wird ein Teil des erwirtschafteten Mehrwerts als „Zins“ an die Bank zurückgezahlt. Das ist „Business as usual“. Wenn aber keine erfolgreiche Mehrwertproduktion stattfindet, dann platzt der Kredit. Kommt mal vor, sollte aber vielleicht nicht zur Regel werden.

    Ein anderes Beispiel: Wenn ein Automobilkonzern an die Börse geht, dann existiert das Kapital plötzlich 2 mal: einmal als reales Kapital in Form von Maschinen und Gebäuden, einmal als Börsenwert. (letzter wäre dann das ‚fiktive Kapital‘) Diese Verdoppelung bringt es nun mit sich, das die beiden Kapitalsorten sich zumindest prinzipiell und relativ unabhängig voneinander entwickeln können. Es kann sich der Börsenwert etwa erhöhen, weil alle glauben, bald würde bestimmt das Realkapital riesige Mehrwertmassen erwirtschaften und davon wollen ja alle was abhaben. Wenn das aber nicht passiert (wie im Falle der New Economy), dann ist es auch ganz schnell Essig mit den Börsengewinnen. Dann haben wir ungedecktes fiktives Kapital.

    Das fiktive Kapital bleibt also immer an gelingende Wertverwertung in der Realökonomie gebunden und kann keine eigenen Wertmassen hervorbringen. Auch wenn das vielleicht so aussieht. Unglücklicherweise haben wir seit den 70er Jahren eine Situation, in der sich dies Verhältnis geradezu umgekehrt hat: wenn überhaupt noch etwas funktioniert, dann die Gewinnerzielung über die Vermehrung des fiktiven Kapitals durch Erwartungen auf Zukünftiges. Das geht für gewöhnlich eine Weile gut, aber irgendwann ist halt auch mal Schluss. Dann gibt es diese nervigen Kriseneinbrüche. Von denen auffällt – das war mein Argument oben (http://emanzipationoderbarbarei.blogsport.de/2009/10/06/migration-und-oekonomie/#comment-9022), das sie einer bestimmten Entwicklungsrichtung zu folgen scheinen. (Insofern ist diese Krise übrigens auch nicht neu, sondern alt. Über dreißig Jahre nämlich….)

  20. 20 Juli 26. Oktober 2009 um 12:25 Uhr

    @ Benni

    Ich denke, so ein (imho oberflächlicher) Blick, der einen Hegemoniewandel zwischen unterschiedlichen Kapitalfraktionen ausmachen will, verkennt ein wesentliches Problem: Kapitalismus funktioniert nicht als beliebiges Nebeneinander unterschiedlicher Fraktionen, sondern hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten. Und da macht es eben einen Unterschied, ob das Finanzkapital aus gelingender Mehrwertproduktion bedient werden kann oder ob es selber nur auf heißer Luft basiert und diese heiße Luft benutzt, die Mehrwertproduktion wenigstens nicht vollständig abschmieren zu lassen.

    Ich bin auch grade ein wenig hilflos: die Unterschiede erscheinen mir derart erschlagend und offensichtlich, das mir ein wenig die Worte fehlen….

  21. 21 Juli 26. Oktober 2009 um 12:32 Uhr

    @ skandalös

    was willst du uns damit sagen? das der kapitalismus immer schon böse war und es auch immer sein wird und deshalb eine konkrete analyse der aktuellen situation überflüssig ist?

    Um den Unterschied noch mal auf den Punkt zu bringen: Ja, im „funktionierenden“ Kapitalismus gibt es „verrottete arbeiterquartiere“. aber was wir derzeit erleben ist ein Prozess, in dem wir es nicht verrotteten quartieren von überflüssigen zu tun haben. Von ganzen Stadtteilen, Städten, Regionen die von der kaptialistischen Ökonomie mehr oder weniger abgekoppelt werden. Die in zunehmendem Maße nicht mal prekär in die Handels- und Produktionsverhältnisse eingebunden sind. Und das, obwohl sie das einmal gewesen sind. Ich rede hier gar nicht vom Ruhrpott, der sich vom prosperierenden Kohlepott zur prekären Arbeitslosenhochburg entwickelt hat. Ich rede von Detroid, wo die Leute anfangen Häuser abzureißen und dort Gemüse anzubauen, weil sie keine anderen Perspektiven mehr haben.

    Und du hast Recht: die Hoffnung auf Prosperität in weiten Teilen des Trikont haben sich nicht erfüllt. So weit, so bekannt und so langweilig. Die spannende Frage ist doch nun: worauf verweist es, wenn der Expansionsdrang des Kapitals an immer weiteren Weltregionen zu scheitern droht? Diese Frage ignorierst Du, wenn Du nur die Wiederkehr des immergleichen beobachten willst.

  22. 22 Benni 26. Oktober 2009 um 13:58 Uhr

    @Juli: „hegemoniale Krise“ erschöpft sich ja nicht darin, dass eine neue Hegemonialmacht dran kommt. Wenn es dieses mal eine neue Hegemonialmacht gibt, dann wird die ziemlich sicher supranational sein.

    Hegemoniekrise bedeutet, dass der Kapitalismus sich grundlegend neu erfindet. Alles wird anders – ausser das es eben noch Kapitalismus bleibt. Das ist ein gesamtgesellschaftlicher und globaler und nicht nur ein ökonomischer Prozess. Ob das gelingt, lässt sich deswegen auch nicht mittels ökonomischer Analysen voraussagen. Es lässt sich gar nicht voraussagen sondern wird durch die Menschen entschieden und ihr handeln.

    Demegegenüber finde ich die Krisis-Ableitung einer endgültigen Krise oberflächlich. Wie gesagt gab es diese „heiße Luft“-Phasen schon öfter. Das Ausmaß ist vielleicht neu, aber das dürfte schlecht zu quantifizieren sein. Neu ist auf jeden Fall die Verbindung mit einer globalen ökologischen Krise.

  23. 23 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 26. Oktober 2009 um 14:36 Uhr

    Diese Frage ignorierst Du, wenn Du nur die Wiederkehr des immergleichen beobachten willst.

    wo habe ich das denn behauptet? ich habe mich dazu nicht geäußert.

    was mich stört, ist die bürgerliche ideologie, die du verbreitest: aus deinen ausführungen zur ghettoisierung im zusammenhang mit dem angeblichen nicht-funktionieren des kapitalismus kann man rückschließen, dass du davon ausgehst, dass in zeiten des halbwegs funktionierenden kapitalismus die leute keine oder kaum schädigungen erdulden müssten.

    wie blöd: funktioniert er (angeblich) nicht. würde er es, wäre alles sehr viel besser. damit sind doch jede menge härten, mit denen arbeiter_innen auch in krisenfreien zeiten seit jeher im kapitalismus konfrontiert sind, ausgeblendet.

    „wir“ haben es nicht nur mit „verrotteten arbeitsquartieren“ zu tun, die es im funktionierenden kapitalismus selbstverstänlich immer gibt? willst du das aussagen? da sterben seit zig jahrzehnten jeden tag menschen aufgrund des durchaus funktionierenden kapitalismus (man kommt in wenigen monaten über die anzahl der shoah-opfer hinaus) – und jetzt aber wird es erst richtig schlimm? willst du das aussagen? wenn nein, dann möchte ich dich hiermit darauf aufmerksam machen, dass genau das implizit in deinen ausführungen drin steckt.

    schnecke:

    Werd ich nach der Revolution eigentlich erschossen, wenn ich im Kapitalismus Spaß habe?

    wo habe ich geschrieben, dass man keinen spaß haben darf; ich habe des öfteren spaß. am kapitalismus liegt’s aber eher nicht.

  24. 24 Gehrinschnecke 27. Oktober 2009 um 8:09 Uhr

    @ Juli

    Meintwegen, dann „funktioniert“ er eben nicht mehr so richtig. Aber was folgt daraus? Als ich heute morgen nachsah, waren die zwischenmenschlichen Beziehungen immer noch versachlicht. Und das ist für mich als Bürgersöhnchen das größere Übel, denn in „verrotteten Arbeitsquartieren“ musste ich ja nie hausen. Zudem Horkheimer ja Recht hat und der Kapitalismus dort, wo er sich voll entfalten konnte, den Arbeiter reich gemacht hat.

    @ skandalös

    Wieso verwundert mich die Shoarelativierung nur nicht?

  25. 25 Juli 27. Oktober 2009 um 11:38 Uhr

    @ Gehirnschnecke

    Wenn das stimmte was ich schreibe dann gäbe es da diesen fürchterbaren Barbarisierungsprozess, in dem mehr und mehr soziale Integrationsmechanismen versagen und uns eine negative Aufhebung des Kapitalismus bevorsteht. Das fände ich persönlich nicht so erquicklich und würde eher für eine Variante plädieren, die auf Emanzipation setzt. Insofern haben diese Überlegungen m.E. Auswirkungen auf politische Strategie.

  26. 26 Gehrinschnecke 27. Oktober 2009 um 11:55 Uhr

    @ Juli

    Nehmen wir einmal an, der „Barbarisierungsprozess“ wäre schon im Gange, was blieben denn dann noch für Optionen? Die Abschaffung des Kapitalismus (durch sein Versagen, sein nich mehr „funktionieren“) würde einen Rückfall in quasi feudale Strukturen bedeuten (die deutet Dath etwa in „Maschinenwinter“ an), denen man kaum noch „marxistisch“ allzuviel entgegensetzen könnte. Gegen Kapitalisten kann ich einigermaßen zivilisiert kämpfen, Feudalherren hacken mir einfach die Rübe ab.

    Stirbt die bürgerliche Gesellschaft sehe ich kaum noch eine Chance für „Emanzipation“.

    Müssen wir jetzt den Kapitalismus retten? ;-)

  27. 27 Juli 27. Oktober 2009 um 12:13 Uhr

    Da der Kapitalismus nicht identisch ist mit „den Kapitalisten“, die mensch einfach mal bekämpfen muss und dann wird einfach gut, gibt es vielleicht doch noch Hoffnung. Kapitalismus ist ja vielmehr ein gesellschaftliches Verhältnis, das wir alle durch bestimmte Handlungen (Produktion von Waren, Vermittlung unserer Arbeitsprodukte im Tausch etc.) in Gang setzen. Insofern gibt es durchaus die Möglichkeit einer alternativen Form von Vergesellschaftung, die eben jenseits dieser Prinzipien liegt.

    Die zu etablieren wäre allerdings kein Schritt spontaner Revolution als vielmehr ein kontinuierlicher und beschwerlicher Weg mit vielen kleinen Schritten. Denn schließlich soll es darum gehen, das gegebene Vergesellschaftungsniveau auf eine höhere Ebene zu heben und nicht dahinter zurückgefallen.

  28. 28 Gehrinschnecke 28. Oktober 2009 um 8:53 Uhr

    @ Juli

    Das klingt alles wunderbar aber leider auch völlig nebelhaft. Im Prinzip stimme ich ja da mit Dir (und Adorno und Horkheimer) überein, nur sehe ich nicht, wo und wie man den „Hebel“ ansetzen will, um etwas ins Rollen zu bringen.

    Selbst wenn immer mehr Kapitalisten anfangen einzusehen, dass der Kapitalismus wohl nicht das best mögliche gesellschaftliche Verhältnis zu sein scheint (Götz Werner mit seinem Bürgergeld etwa), was einem ja durchaus Mut machen kann, sehe ich kaum irgendwo alternative Formen der Vergesellschaftung sprießen, die mir Hoffnung geben würde. Statt dessen versuchen die Leute durch bekloppte Regionalwährungen, Allmosen (Bürgergeld), etc. der Lage (systemimmanent) Herr zu werden….

  29. 29 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 28. Oktober 2009 um 11:13 Uhr

    Wieso verwundert mich die Shoarelativierung nur nicht?

    erklär mal was hier die shoah-relativierung sein soll. ich bestreite weder die shoah noch das massenmörderische programm von nazis und antisemiten (auch noch heute).

    nur: was ich geschrieben habe, ist eine tatsache.
    sind die opfer nicht existent, weil „unintendiert“ und „so nebenbei“ entstehend und angeblich nicht zu verhindern?

    sag mal, wieso man das nicht benennen soll.

    Zudem Horkheimer ja Recht hat und der Kapitalismus dort, wo er sich voll entfalten konnte, den Arbeiter reich gemacht hat.

    führe das bitte mal aus. ich sehe das nicht, ich sehe nur, dass lohnarbeit kapitalisten reich macht.
    und wo kann man diesen tollen kapitalismus mit den reichen arbeitern so finden?

    Kapitalismus ist ja vielmehr ein gesellschaftliches Verhältnis, das wir alle durch bestimmte Handlungen (Produktion von Waren, Vermittlung unserer Arbeitsprodukte im Tausch etc.) in Gang setzen.

    1. http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_741.htm

    2. ich wurde in eine struktur hineingeboren und muss mich dort leider zurechtfinden. es wäre wenn dann von erzwungenen stabilisierenden handlungen zu reden. ich habe schlicht keine wahl.

  30. 30 Juli 29. Oktober 2009 um 12:35 Uhr

    @ Gehirnschnecke

    Sehr anregend fand ich seinerzeit diesen Text hier:
    http://www.exit-online.org/textanz1.php?tabelle=schwerpunkte&index=0&posnr=10&backtext1=text1.php

    @skandalös

    reiche arbeiter? im marx’schen sinne als variables kapital wäre da etwa auf herrn ackermann zu verweisen. der is auch variables kapital und verdient daran nicht schlecht….

  31. 31 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 29. Oktober 2009 um 14:43 Uhr

    ackermann steht nun dafür, dass – ich zitiere nochmal:

    Zudem Horkheimer ja Recht hat und der Kapitalismus dort, wo er sich voll entfalten konnte, den Arbeiter reich gemacht hat.

    der arbeiter – hier steht das doch für die arbeiter. ist ackermann der typische arbeiter? ist ackermann ein beleg für die oben zitierte behauptung? was willst du sagen? – man kann es schaffen! wenn man nur will! jeder hat ne chance! und die ganzen anderen arbeiter? – sind die nur zu faul? oder ist der kapitalismus noch nicht entfaltet genug?
    ???

    und: wo ist denn der kapitalismus vollständig entfaltet? wo kann ich mir das paradies mit den reichen arbeitern anschauen? (gerne auch historisch) wo ist es, das land der ackermänner? wo ist es das land, wo lohnarbeit lohnarbeiter reich macht – und kapitalisten natürlich auch (sonst wärs keine lohnarbeit)?

  32. 32 Juli 30. Oktober 2009 um 13:34 Uhr

    die obige behauptung is ja nich von mir. ich würde mich ökonomietheoretisch nie auf horkheimer beziehen…. ich wollte lediglich infragestellen, ob die kategorie „arbeiter“ so furchtbar dolle zur beschreibung der realität taugt….

  33. 33 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 30. Oktober 2009 um 18:35 Uhr

    ach, lohnarbeit ist gar nicht so wichtig, wenns um die kritik am kapitalismus geht? sondern?

    ich habe eh die gehirnschnecke nach der ausführung gefragt, nur die ruhe. aber du bist gleich mal eingesprungen mit deinem verweis auf ackermann, was ja auch viel sagt.

  34. 34 Gehrinschnecke 02. November 2009 um 7:24 Uhr

    @ skandalös.

    Skandalös ist hier eigentlich nur, dass Du offensichtlich nicht zwischen einem Unfall und einem Mord unterscheide kannst und willst. Wenn Du Kapitalisten/den Kapitalismus als Mörder sehen willst, dann wünsche ich Dir in Zukunft schlicht sehr viel Misserfolg mit Deinem Hass (und Deinem Weltbild). Sicher findest Du recht schnell Kameraden, die Deine Shoarelativierung recht dufte finden.

    Bezeichend an Deiner äzenden, allumfassenden „Kritik“ ist hierbei, dass Du den unglaublichen (materiellen) Reichtum in dem Du sitzt natürlich nicht mal mehr wahrnimmst.

    Das ist schon ok. Aber mit sowas will ich mich nicht mehr auseinandersetzen – das hatte ich jetzt 10 Jahre lang ohne Erkenntnisgewinn oder politischen Fortschritt. Danke und Tschüss.

  35. 35 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 02. November 2009 um 12:03 Uhr

    oh, ein unfall.

    Ein Unfall ist ein unvermutetes, von außen auf einen Menschen rasch einwirkendes Ereignis (Unfallereignis), das zu einer Verletzung, einer Gesundheitsschädigung oder zum Tod führt. (wiki)

    da verrecken seit jahrzehnten zigtausende leute jeden tag, die ganze welt weiß das, weiß genau, dass auch dieses und nächstes jahr wieder millionen werden verhungern müssen – und es ist ein unfall. niemand konnte es vorhersehen, obwohl doch eigentlich jeder die zahlen und prognosen kennt, und es ist auch nichts, was nichts mit dem system zu tun hätte, das weiß auch jeder trottel. aber: es ist ein unfall, so nebenbei passiert.

    wer hier widerlich ist, ist wohl klar. so typen wie dir dient die shoah dazu, alle möglichen widerlichkeiten als „unfälle“ abzutun.

    was menschen wie du machen: dasselbe was sehr viele deutsche gemacht haben damals. nicht unbedingt selber hand anlegen, aber mal ein bisschen beim „unfall“ zuschauen und sich gleichgültig dazu stellen. man ist ja nicht selber betroffen. vorhersehbar? ach was! – das haben sie damals alle gesagt und das sagen immer noch alle.

    leute, die dem zuschauen, die daten kennen, die vergangenheit kennen, die gegenwart und auch was die zukunft bringt – wieder ein massensterben – und dann von unfall reden, tun wider besseres wissen so als könnte man nicht eingreifen, als könne man nichts ändern. du segnest das große massensterben ab; und weil es natürlich vorherzusehen war, ist es ein massenmorden.

    Wenn Du Kapitalisten/den Kapitalismus als Mörder sehen willst

    wo red ich denn von kapitalisten? ich red vom kapitalismus, also von zweitem. aber das mit dem morden übernimmt meistens schon die politik, um den kapitalismus am laufen zu halten. schiebt man 10.000 roma ab, schiebt man tausende schwarzafrikaner ab; schießt man demnächst flüchtlingsboote ab? naja, alles unfälle. auch die frontex-lager in afrika, die „braune grenze“, alles unfälle. total viel tragische unfälle, der gehirnschnecke geht’s wahrscheinlich schon ganz schlecht vor lauter unfällen. und man kann ja nichts machen! – aber immerhin, keine morde. angeblich. schonmal was von mord durch unterlassung gehört?

    wenn einer vor dir verhungert und das nur, weil du ihm nur gegen 10€ dein brot geben wolltest im tausch – das ist kapitalistisches morden. wer behauptet, das gäbe es nicht, ist ein wegseher und „ich konnte es nicht wissen“-sager.

    Sicher findest Du recht schnell Kameraden, die Deine Shoarelativierung recht dufte finden.

    ich instrumentalisiere die shoah erstens nicht; zweitens verfolge ich ganz andere ziele als „kameraden“, z.B. die abschaffung von nationalstaaten und grenzen. den „kameraden“ musst du mir aber noch zeigen, der das auch will. des weiteren bin ich gegner von antisemitismus, rassismus und nationalismus. überraschung!

    Bezeichend an Deiner äzenden, allumfassenden „Kritik“ ist hierbei, dass Du den unglaublichen (materiellen) Reichtum in dem Du sitzt natürlich nicht mal mehr wahrnimmst.

    erstens sitze ich in einem verrotteten arbeiterquartier und beziehe einen lohn, den man dann so bezieht. bin ich reich, wenn ich beim esseneinkaufen sparen muss? bin ich reich, wenn ich telefon und internet abmelden muss, weil nicht (mehr) leistbar? bin ich reich, wenn ich froh sein muss, wenn ein paar winterschuhe im ausverkauf drin sind? bin ich reich, wenn ich mir keine neue brille leisten kann, obwohl dringend angeraten?
    der ‚unglaubliche‘ materielle reichtum ist nicht meiner (es ist das eigentum anderer) und ich habe auf diesen keinen zugriff, weil ich im tausch nichts zu bieten habe.
    und mit meiner lohnarbeit, wo ich kaum was kriege, mache ich andere reich: nämlich meinen ‚arbeitgeber‘.
    aber, das gebe ich gerne zu: mir geht es noch etwas besser als den menschen, die mitten in deutschland zur suppenküche müssen. oder den menschen, von denen mediziner sagen, dass sie mitten in deutschland mangel- und unterernährt ins krankenhaus kommen – die mediziner wissen dabei, dass armut die richtige diagnose ist.
    aber gehirnschnecke sagt: beklage dich nicht, die supermärkte sind doch so schön voll! schau dir die schaufenster an! schau wie du mitten im reichtum sitzt! aber, gehirnschnecke, verrate mir: wie komm ich an das schöne zeug?

    zweitens ordne ich keine abschiebungen an und führe auch keine durch. drittens weiß ich die massenmorde zu beurteilen, mein politisches programm zielt auf abschaffung dieser.
    die armen anderer länder sind nicht mein feind und ich habe mich nicht vor ihnen zu fürchten, zu fürchten haben sich die politischen führer und die kapitalisten. ich lasse mich von dir und deinem blöden gehetze sicherlich nicht von einer, nämlich angeblich meiner, gegnerschaft zu den armen dieser welt überzeugen.
    die armen dieser welt haben prinzipiell das gleiche problem wie ich: sie können den eigentümern im austausch nichts bieten, daher sind sie ausgeschlossen vom reichtum der gesellschaft.

    Aber mit sowas will ich mich nicht mehr auseinandersetzen

    ich verschwinde von hier, wenn du mir erklärst,
    - wie das geht, dass kapitalismus arbeiter reich macht
    - wo ich mir so einen entfalteten kapitalismus mit reichen glücklichen arbeitern anschauen kann.

  36. 36 bigmouth 02. November 2009 um 13:13 Uhr

    ich weiß nicht, ob „mord“ als begriff zur skandalisierung taugt. die meisten menschen unterscheiden moralisch zwischen töten und sterben lassen von leuten 1000e km entfernt, wer dann „mord“ ruft, wirkt in deren augen doch eher lächerlich

  37. 37 Benni 02. November 2009 um 13:59 Uhr

    „wie das geht, dass kapitalismus arbeiter reich macht“

    vielleicht in den 90ern im Sillicon Valley? Es gibt schon immer mal wieder Boomphasen in denen die Arbeitenden auch was abkriegen.

    „wo ich mir so einen entfalteten kapitalismus mit reichen glücklichen arbeitern anschauen kann. “

    vielleicht in Norwegen?

  38. 38 Gehrinschnecke 02. November 2009 um 17:00 Uhr

    @ skandalös

    Du kannst ruhig bleiben, nur werde ich auf Deine kindischen Beleidigungen nicht mehr reagieren.

    @ Benni

    „Reichtum“ gibt es ja eh nur, wenn es auch „Armut“ gibt – relativ sind die Arbeiter im Kapitalismus aber „reicher“ als davor. Vor allem in Norwegen. Das ist natürlich noch lange kein Grund auf ewig am Kapitalismus festzuhalten, was ich auch nicht tue (im Gegenteil), auch wenn es mir hin und wieder unterstellt wird.

  39. 39 Aua aua 03. November 2009 um 9:44 Uhr

    @Gehrinschnecke:
    Im Kapitalismus geht die Reichtumsproduktion notwendigerweise mit Armut einher. DARUM will man den ja abschaffen. Die enorme Produktionskraftentfaltung, die er befördert kommt den Menschen kaum zu Gute. Vergleiche doch mal nich die Arbeiter von „früher“ (ja wann eigentlich?) mit denen von heute, sondern den UNTERSCHIED der zwischen den Ärmsten und Reichsten JETZT herrscht, wenn du etwas über DIESEN Kapitalismus erfahren willst.

  40. 40 Juli 03. November 2009 um 13:51 Uhr

    @Aua

    Das Reichtumsproduktion immer mit der Herstellung von Mangel einhergeht ist klar. Die Frage ist halt bloß, ob sich das anhand der Matrix „Prolet“ vs „Kapitalist“ abbilden lässt. Und da spricht viel gegen. Der Proletenstatus von Ackermann etwa oder die Tatsache, dass der Unterschied zwischen Facharbeitern (männlich) bei VW und marginalisierten Marktfrauen in Indonesien nicht so richtig in dieser Dichotomie aufgeht. Da kommen noch andere Momente hinzu (globale Arbeitsteilung, Geschlecht etc.)

    @skandalös

    Doch, Lohnarbeit zu kritisieren ist schon wichtig. Nur ergibt sich aus dem Subjektstatus „Lohnarbeiter*In“ erstmal nicht sonderlich viel.

  41. 41 Benni 03. November 2009 um 14:42 Uhr

    @Juli: Ackermann ist nach keiner mir bekannten Definition Proletarier. Das sind nämlich solche Menschen, die auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft _angewiesen_ sind. Das ist für Ackermann schon lange nicht mehr so.

    Die Unterscheidung ob jemand auf den Verkauf seiner Arbeitskraft angewiesen ist oder nicht (also direkt oder indirekt von dem Verkauf anderer Arbeitskraft lebt) taugt schon noch analytisch zu recht viel, auch wenn es da sicher Übergänge gibt zB. im unteren und mittleren Management oder in kleinen Familienunternehmen. Zusätzlich gibt es auch noch zB. Sklavenarbeit und patriarchale Verhältnisse, die in dieser Aufteilung auch analytisch nicht aufgehen. Sie taugt allerdings oft nicht mehr als politische Kategorie, weil die Fabrik nicht mehr der prototypische Ort ist an dem das alles passiert.

  42. 42 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 03. November 2009 um 15:23 Uhr

    http://www.daserste.de/europamagazin/sendung.asp?uid=9kraxcb7vpsaf23noccr0s1y

    @bigmouth: ein unfall ist aber schon was anderes. oder?

    @schnecke:

    aber „reicher“ als davor.

    was bildet hier den bezugspunkt?

    zur lohnarbeit hat benni schon fast alles gesagt. ergänzungen folgen später.

  43. 43 Aua aua 03. November 2009 um 17:37 Uhr

    @Juli:
    Die Marktfrauen braucht halt niemand, den Facharbeiter schon. Einfache Kiste.

    Ackermann soll WIE ein Kapitalist über einen Betrieb bestimmen. Dafür bekommt er den entsprechenden Lohn. Mit Proletariat hat das dann nix mehr zu tun.

  44. 44 Gehrinschnecke 03. November 2009 um 21:27 Uhr

    @ Aua aua

    Wenn ich etwas über den Kapitalismus erfahren möchte, dann schaue ich aus dem Fenster.

    Mag sein, dass ich da ein wenig zu eurozentristisch bin, aber die Bedingungen unter denen Arbeiter heute leben, lassen sich ja wohl kaum den Zuständen von vor 150 Jahren vergleichen (oder gar mit dem von auch formal unfreien Leibeigenen oder Sklaven). Als ich als junger Spund vor dem Daimler Werkstor kommunistische Flugis verteilte, lachten mich die Arbeiter auf jeden Fall nur aus – lag vermutlich an meinen ärmlichen Studiklamotten.

    Die Bekämpfung der Armut ist sicher ein nobler Grund Kommunist zu werden – doch mir ist Moral schnuppe. Mich stören die psychischen Deformationen denen JEDER (gerade auch Ackermann) in diesem System ausgeliefert ist, in dem eine Warenlogik die zwischenmenschlichen Beziehungen bestimmt. DAS tut mir weh.

    Wer um das abschaffen zu wollen, sich noch wie Robin Hood fühlen muss, bitte.

  45. 45 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 03. November 2009 um 22:27 Uhr

    moral? schnecke, ich habe bereits erklärt, was der antrieb ist:

    bin ich reich, wenn ich beim esseneinkaufen sparen muss? bin ich reich, wenn ich telefon und internet abmelden muss, weil nicht (mehr) leistbar? bin ich reich, wenn ich froh sein muss, wenn ein paar winterschuhe im ausverkauf drin sind? bin ich reich, wenn ich mir keine neue brille leisten kann, obwohl dringend angeraten?

    ich will zugriff haben.

    die psyche von ackermann ist mir egal. nicht zuletzt, weil der sich im fall der fälle einen kompetenten therapeuten leisten kann im gegensatz zu mir. nein, um ackermann sorge ich mich nicht. so moralisch bin ich schon.

    übrigens schon klar: wenn man aus dem kapitalismus all die „unfälle“ rauslässt, dann schaut er schon ganz gut aus.

  46. 46 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 03. November 2009 um 22:32 Uhr

    Das Reichtumsproduktion immer mit der Herstellung von Mangel einhergeht ist klar.

    IMMER? nein.

    wundert es eigentlich nur mich nicht, dass juli abstrahiert vom gesellschaftlichen verhältnis?

  47. 47 Gehirnschnecke 03. November 2009 um 23:45 Uhr

    @ skandalös

    Huch, es geht ja auch ohne Beleidigungen. Verstehe ich es also richtig, dass Dir die Tatsache, dass der Kapitalismus ganz recht wäre, hättest Du nur mehr Geld? Dann such Dir einen besseren Job.

    Ich gehe davon aus, dass Ackermann mit allem Geld der Welt so wenig einen Seelenklempner kaufen kann der ihn heile macht wie alle anderen auch. Der Kapitalismus verkrüpelt alle auf derart umfassende Weise, dass zumindest ich mir die Welt, die mich ganz machen würde nicht vorstellen kann. Schuldzuweisungen und Annahmen, dass es „den Anderen“ durch das eigen Elend prima geht, führen unweigerlich zu viel größeren Scheisshaufen als den bereits vorhandenen (Am schillerndsten hat hier immer noch Pol Pot vorgeführt, was da möglich ist).

    Dass Du keine erstklassige Brille hast ist natürlich scheisse, aber nicht der Kern des Problems. Werden Bedürfnisse gedeckt, entstehen neue – warum nicht einen Whirlpool besitzen? Es finden sich sicher auch Ärzte, die dazu raten.

    Eine Objektivierung (auch wenn sie demokratisch sein sollte) der Bedürfnisse führt dabei in eine Hölle, die der Kapitalismus nicht mal ansatzweise schaffen kann.

    Ich spiele natürlich auch noch eine Weile „Wer hat die größere Kapitalismuskritik“ mit, schließlich dient dies hier auch meiner Unterhaltung. Interessanter (und meist auch sehr viel grusliger) wirds aber, wenn man sich mal anschaut, was den Menschen so als Ersatz für den Kapitalismus vorschwebt. Da bleibe ich lieber in meiner bürgerlichen Welt hocken und versuche aus dem Grand Hotel Abgrund heraus emanzipatorisch zu wirken. Das ist nicht so vital, sexy und jugendlich wie „Revolution“ zu brüllen aber sicher nicht sinnloser.

  48. 48 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 04. November 2009 um 0:36 Uhr

    Dann such Dir einen besseren Job.

    es wird ja immer besser. sollen die ganzen „unterschichten-menschen“ sich doch einen besseren job suchen. haben sie bislang nicht gemacht – wahrscheinlich waren und sind sie zu faul. wahrscheinlich haben wir hier ein einstellungsproblem vor uns. wahrscheinlich hat paul nolte recht. wahrscheinlich müsste man ihnen mal endlich einheizen: immer nur faul sein und klagen, nein so geht das nicht. so kommt man doch zu nichts. kein wunder, dass die im dreck sitzen.

    schnecke ereilt eine lektion in:
    - jeder ist seines glückes schmied; womit er die basis liefert für weitergehendes:
    - jene, die es nicht schaffen, sind minderwertig

    Der Kapitalismus verkrüpelt alle auf derart umfassende Weise

    führe doch mal aus, wie sich die leiden der ackermänner so gestalten, damit ich etwas mitleiden kann.

    Dass Du keine erstklassige Brille hast ist natürlich scheisse, aber nicht der Kern des Problems.

    ich habe brillengläser, mit denen ich nicht mehr scharf sehe. nichts whirlpool, dein vergleich ist zynisch. sagst du das zu afrikaner, die kein geld für impfungen haben und daher erblinden auch: „whirlpool“?
    warum habe ich keine passenden brillengläser? weil ich kein geld habe und daher nützt mir der reichtum in den schaufenstern nichts, weil ich darauf keinen zugriff habe (geld – tausch). aber ich weiß: such dir einen besseren job. oder such dir einen job. einen reich machenden 1€-job.

    aber natürlich: der wunsch danach, besser zu sehen, ist dir eine anmaßung. fast schon ein whirlpool! wie gut, dass es den kapitalismus gibt, der meine bedürfnisse im zaume hält.
    sonst objektivieren ich und meine genossen noch whirlpools und schaffen damit die hölle auf erden.

    Eine Objektivierung (auch wenn sie demokratisch sein sollte) der Bedürfnisse führt dabei in eine Hölle, die der Kapitalismus nicht mal ansatzweise schaffen kann.

    natürlich lassen sich manche bedürfnisse objektiv bestimmen und deren erfüllung ist das gegenteil der hölle: essen und gesundheit zum beispiel. aber du stellst dich wahrscheinlich noch vor verhungernde hin und sagst „ich will dir nicht mittels objektivierung der bedürfnisse die hölle bereiten. such lieber einen besseren job!“

    schließlich dient dies hier auch meiner Unterhaltung

    schon gemerkt, dass weder verrottete wohnungen noch miese brillengläser dein problem sind.

    doch auch diese deine unterhaltung findet man ein ende.

    Interessanter (und meist auch sehr viel grusliger) wirds aber, wenn man sich mal anschaut, was den Menschen so als Ersatz für den Kapitalismus vorschwebt.

    was denn? die objektivierung von grundbedürfnissen wie essen oder gesundheitsversorgung? impfungen für afrika und ausreichend essen? – ja, in der tat: die hölle.

    versuche aus dem Grand Hotel Abgrund heraus emanzipatorisch zu wirken

    der versuch ist wohl gescheitert. sexy ist hier überhaupt gar nichts, deine bürgerlichen ausfälle nicht, noch weniger das massensterben. du weißt schon: die „unfälle“.

  49. 49 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 04. November 2009 um 0:43 Uhr

    Dass Du keine erstklassige Brille hast ist natürlich scheisse, aber nicht der Kern des Problems.

    doch, für mich schon. das ist eines der kernigen probleme, mit denen ich konfrontiert bin in meinem leben.

    - brillenfabriken sind eigentum
    - brillen sind eigentum

    --> kein zugriff.

    aber ich bitte dich einfach: erläutere mir doch mal „das kernproblem“.
    - die „unfälle“ scheinen es nicht zu sein
    - die armut der lohnarbeiter auch nicht

    ist es das leiden der ackermänner? aber das ist mir doch egal, ob die leiden. mir selber geht es psychisch recht gut, physisch nicht so (brille u.Ä.). erkläre mir doch mal, was das kernproblem ist und warum ich mich darum kümmern soll.

  50. 50 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 04. November 2009 um 0:48 Uhr

    Schuldzuweisungen und Annahmen, dass es „den Anderen“ durch das eigen Elend prima geht

    was meinst du jetzt, schnecke? die akteure, ohne die es keine struktur gibt? davon gibt es zweierlei. den einen geht es schlechter, die schädigen sich ständig selber durch ihre die struktur stützenden handlungen. den anderen geht es besser – und ja, weil es den einen schlechter geht. klassengesellschaft nennt man das.

    nicht behauptet ist damit, dass man sich nicht subjektiv lösen kann. dem lässt man aber in aller regelmäßigkeit auch taten folgen, meine ich.

  51. 51 Gehrinschnecke 04. November 2009 um 7:39 Uhr

    @ skandalös

    Wenn Du deine dämlichen Unterstellngen und Dein peinlichen, moralinsauren Beleidigungen mal lassen könntest, ja dann könnte man mit Dir vielleicht richtig diskutieren. Was wäre denn gewonnen, wenn Du mich hier in „aller Öffentlichkeit“ mal so richtig in die Pfanne hauen würdest?

    Die Leiden der Ackermänner bestehen darin, dass sie so leiden wie ich auch – ob sie das wahrnehmen oder anerkennen, spielt keine Rolle. Ich gehe schlicht nicht davon aus, dass es denen „prima“ geht. Da Du offensichtlich der einziges Mensch bist, den ich kenne, der von sich behauptet, dass der Kapitalismus ihn nur physisch schädigt, nicht psychisch, kannst Du das wohl leider kaum nachempfinden. In der Wettberwerbssituation des Kapitalismus sollte Dir diese entscheidende Vorteil aber wenigstens zu einem besseren Job verhelfen. Wenn Dir die Leiden der Ackermänner egal sind, warum dann nicht auch die der armen „Versager“?

    Vermutlich weil Acki ein „Akteuer“ ist. Aber sind die Arbeiter denn keine Akteure? Wer hindert sie denn daran, die Struktur zu beseitigen? Ich leugne ja die Klassengesellschaft nicht, doch gehe ich davon aus, dass diese mindestens auch von der Arbeiterseite her „geschützt“ wird.

    Nun gut, gehen wir davon aus, dass sich ein pöser Kapitalist „subjektiv löst“ und „Taten folgen lässt“ – wie sieht das aus? Rammt er sein Unternehmen in den Boden, indem er superliebe Löhne zahlt, die ihn ruinieren? Der Wettbewerb lässt kaum caritative Milde zu. Verschenkt er sein Geld und reiht sich als Superkomunist in die „Revolution“ Rufer ein? Erzähl mal, wie sieht denn das richtige Leben im falschen aus?

    Und zudem beschreibst Du oben ja schon recht treffend „die Hölle“: Wo beginnt deine ach so objektivierte Gesundheitsversorgung und wo hört sie auf? Werden Impfgegener zur Impfung gezwungen? Was gibts zum Essen? Wie viel Quadratmeter dürfen es für den sozialistischen Normmenschen denn sein?

    Ich finde es lustig, dass Du mein Wirken schonmal als gescheitert betrachtest und mein Leiden als Bedeutungslos (ich brauch noch nicht mal ne Brille!) ohne mich zu kennen. Aber ich verstehe schon: Kennst Du ein Bürgersöhnchen, kennst Du alle, oder?

    So und nun hab ich wirklich keine Lust mehr, wir drehen uns eh nur im Kreis.

  52. 52 bigmouth 04. November 2009 um 22:55 Uhr

    Die Leiden der Ackermänner bestehen darin, dass sie so leiden wie ich auch – ob sie das wahrnehmen oder anerkennen, spielt keine Rolle.

    ROFL

    „leiden“ ist immer subjektiv!

  53. 53 skp 05. November 2009 um 2:48 Uhr

    Die Leiden der Ackermänner bestehen darin, dass sie so leiden wie ich auch – ob sie das wahrnehmen oder anerkennen, spielt keine Rolle.

    irgendwie leiden die bestimmt auch. ob die aus den selben gründen leiden – könntest du das bitte mal ausführen?

  54. 54 Gehrinschnecke 05. November 2009 um 8:07 Uhr

    @ Leiddebatte

    Ich bin ja nicht Ackermann, aber ich leide auf jeden Fall nicht an Hunger, schlechten Brillen oder zugigem Wohnraum – ich denke einfach mal, dass es Ackermann da ähnlich geht.

    Ich leide daran, dass sämtliche zwischenmenschlichen Beziehungen vergiftet werden. Wenn Du etwa Geld (und/oder Macht) hast, kannst Du Dir nie sicher sein, ob sich die Menschen in Deiner Nähe nicht nur deswegen dort aufhalten. Neid kann auch anstrengend werden – Hass erst Recht. Ich leide am materiellen Elend mancher meiner Mitmenschen. Ich fühle mich einfach schlecht, wenn ich bittere Armut sehe (ob Ackermann noch Armut sehen MUSS sei mal dahingestellt). Ich leide an Zwang arbeiten zu müssen – und diesen Zwang kenne ich auch von reichen Menschen, die das eigentlich, rein materiell nicht müssten. Diese Gesellschaft „akzeptiert“ Reichtum nur in Kombination mit Arbeit und/oder einer gesellschaftlichen Funktion (wer mir nicht glaubt, verfolge mal die Schmähnungen, denen etwa junge Erben wie Paris Hilton ausgesetzt sind!). Ganz vielleicht würde Ackermann in seinem Leben auch mal ganz gerne was anderes machen, Schreinern vielleicht? Dann wäre sein Ruf als knallhartes Arschloch, auf den zum Broterwerb angewiesen ist, aber beschädigt – geht also nicht.

    Ob das jetzt die selben Gründe sind (es gibt sicher auch noch viel bessere) mag jeder für sich entscheiden.

    Vielleicht gibt es analog zu „skandalös“ ja auch reiche Menschen, die psychisch völlig intakt sind, die wären dann wirklich zu beneiden – aber ganz ehrlich: Ich glaubs ja nicht, denn Menschen, denen das Elend der Mitmenschen am Arsch vorbei geht, sind nicht psychisch gesund.

    Hin und wieder solltet ihr (beim Arzt vielleicht) auch mal ne „Gala“ lesen… ;-)

  55. 55 skp 05. November 2009 um 10:13 Uhr

    Ganz vielleicht würde Ackermann in seinem Leben auch mal ganz gerne was anderes machen, Schreinern vielleicht?

    du mußt schon einen sehr seltsamen humor haben. der ackermann ist also opfer der sachzwänge, die ihm gar nichts anderes lassen als die charaktermaske auszufüllen, eigentlich würde der gerne proletarier sein – verrückt dieser kapitalismus.

  56. 56 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 05. November 2009 um 12:20 Uhr

    Ganz vielleicht würde Ackermann in seinem Leben auch mal ganz gerne was anderes machen, Schreinern vielleicht?

    mit dem geld, was der hat, kann er auf seinen ruf scheissen. der könnte jahrelang schreinern, wollte er denn. will er aber offensichtlich nicht.

    du löst den zwang zur lohnarbeit vollkommen von dem, um was es dabei geht: an geld zu kommen, um zugriff zu haben auf das lebensnotwendigste. das betrifft die ackermänner aber gar nicht, weil die schon lange zugriff haben.

    wenn einer, obwohl er nicht müsste, meint es bestünde ein zwang zu arbeiten (also sich einen zwang EINBILDET) – dann sollte er zur therapie. denn es handelt sich dabei um reine EINBILDUNG. (das ist aber zum glück – oder pech – nicht mein problem. ich kümmere mich nicht um psychisch kranke reiche, die ihr wirken, das aus dem knechten der arbeiter besteht, dadurch zu ‚entschuldigen‘ versuchen, dass sie sich als krank darstellen.)
    es gibt ganze landstriche, wo reiche rumhängen und mal dies, mal das tun. und die leiden weder unter „schmähungen“ noch unter einem „arbeitszwang“.

  57. 57 werbepause 05. November 2009 um 16:49 Uhr

    „Ausgerechnet Bananen!“
    Zu Scheitern und Zukunft des Kommunismus

    6.11. 20.15 Uhr – HU Berlin (AUDIMAX, Unter den Linden 6)

    Die Berliner Party zum 20. Jubiläum des Mauerfalls im November soll an die glücklichen Träume von damals erinnern und – auch wenn ihr ideologisches Verfallsdatum abgelaufen ist – sie aktualisieren. Der Kapitalismus ist gerade auf dem Weg in die mehrrundige Krise und die Kosten seiner Alternativlosigkeit beginnen sich nun auch in den Metropolen auszuzahlen. Zwar könnte im Moment der Krise die Frage nach der echten Alternative aufkommen – aber die ist schon immer mit der Vergangenheit beantwortet – mit dem Verweis auf den gescheiterten RealSoz.
    Und so dient die serielle Jubiläumserinnungssause 2009 der nationalen Selbstbestätigung, die aus einer pole position in der Weltmarktkonkurrenz gezogen wird, wenn schon für den einzelnen nichts mehr unmittelbar rausspringt. Über den ökonomischen Anker gelingt auch eine neu gewonnene, sich geläutert gebende nationale Identität: was ‘wir’ gemeinsam leisteten und überwanden und überwinden und leisten werden, baut auf der Stärke der Lehre aus der Vergangenheit auf. Das gilt allgemein im Verhältnis der bekehrenden zu den bekehrten Nationen, in Deutschland wird allerdings zusätzlich noch am Gründungsmythos der Berliner Republik: der „friedlichen Revolution“ gestrickt.
    Doch in der Erinnerung an die DDR wird heute nicht etwa die Konkurrenz zweier gegensätzlicher Gesellschaftsmodelle in ihrer ideologischen und ökonomischen Frontstellung auf dem Weltmarkt ins Zentrum gerückt, in Zeiten der Krise ist es ein deutscher Wille zur „Freiheit“, in der sich die Nation 1990 zusammenfand.
    Nachdem die rot-grüne Regierung sich auf die Begradigung der nationalsozialistischen Vergangenheit im Sinne einer Läuterungsgeschichte konzentriert hatte, hat die gegenwärtige Regierung die ‚Aufarbeitung’ des letzten deutschen ‘Unrechtregimes’ DDR absolviert. Angela Merkel stützt sich in ihrer Rede vor dem Amerikanischen Kongress dann auch auf die Mauer als autoritäre Metapher: „Wir haben die Kraft, die Mauern unserer Zeit zu überwinden“. Funktioniert immer. Deutschland Partner für die Zukunft, dank sei Ossi.

    Mit Christian Schmidt (Leipzig) diskutieren die Gruppen antifa [f] und TOP B3rlin sowohl den Verlust des Politischen im Realsozialismus, als auch den aktuellen Umgang mit der ‘friedlichen Wende-Revolution’´89 in der offiziellen, deutschen, nationalen Ideologie.
    In Angriff genommen werden soll das Verhältnis der real existierenden Linken und der radikalen Linken zur Niederlage in der Niederlage ´89. Welche Organisations- und Widerstandsformen sind der radikalen Linken offen und welche Notwendigkeiten ergeben sich angesichts des Kulturnationalismus 2009 für eine antinationale Praxis.

    Das alles als warm up für die antikapitalistisch-antinationale Demonstration am nächsten Tag.

  58. 58 StefanMz 05. November 2009 um 17:58 Uhr

    @werbepause: Auch die »radikale Linke« verklärt die Geschichte als »Konkurrenz zweier gegensätzlicher Gesellschaftsmodelle«? Das ist ja erschütternd. Selbstverständlich wird gerade heute genauso davon offiziell geredet, von der »ökonomischen Frontstellung auf dem Weltmarkt« damals und heute (China!), was denn sonst: Marktwirtschaft und Demokratie haben gewonnen und werden weiter gewinnen.

  59. 59 e.r. 05. November 2009 um 20:23 Uhr

    @skandalös über ackermann: „mit dem geld, was der hat, kann er auf seinen ruf scheissen. der könnte jahrelang schreinern, wollte er denn. will er aber offensichtlich nicht.“ – war nicht ackermann der, der das victory-zeichen in die kameras hielt, nachdem er selbst vom volksblatt gedisst wurde?

    und überhaupt, sehr witzige disko hier, ihr solltet euch alle mal aufn bier treffen, dann klappts auch mit der körpersprache…

  60. 60 skandalös: kapitalismus macht keinen spaß! 06. November 2009 um 1:09 Uhr

    @e.r: wird schon so sein, wenn du meinst. „körpersprache“: natürlich klappt das. spätestens wenn die schnecke mir noch einmal erklärt, dass meine verrottete wohnung o.k. geht („Dann such Dir einen besseren Job.“), aber ackermann so arm ist, weil psychisch angeblich deformiert.

  61. 61 Gehrinschnecke 06. November 2009 um 7:52 Uhr

    @ skp

    Danke, mein Humor ist intakt, anders lässt sichs ja auch kaum leben. Vielleicht wären Ballett oder Kappenstricken bessere Beispiele gewesen, aber ich fand einen schreinernden Ackermann schon absurd genug.

    Es ging mir eigentlich nur darum, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass die Tätigkeiten, die „erstklassige“ Angestellte oder Kapitalisten so tagtäglich ausführen, diese als Menschen auch ausfüllen können.

    @ skandalös

    Für die erdrückende Mehrheit der Arbeiter (und dem was vom Bildungsbürgertum noch übrig ist) geht es ums Geldverdienen. Mir ist auch klar, dass Ackermann jeden Morgen aus einer anderen Motivation heraus aufsteht als Du und ich. Dennoch kann er sich „Nichtstun“ etwa schlicht auch nicht leisten. Die Gesellschaft toleriert Reichtum ohne Funktion nicht sehr lange – daher suchen sich einfallslose Reiche ja meist caritative Beschäftigungfelder, wenn ihnen sonst nichts mehr einfällt. Frau Di engagierte sich gegen Landminen, schwupps, war ihr Reichtum anerkannt.

    Sollten die Landstriche der gelangweilten Superreichen, die nichts tun als rumlungern, irgendwann mal überhand nehmen, dann wird das sicher recht schnell zu realtiv blutigen Protesten führen – dann bekommst Du vielleicht, was Du willst – aber leider immer noch keinen Kommunismus.

    Wenigstens drohst Du mir jetzt schonmal öffentlich Schläge an, dann weiss ich ja zumindest, was ich beim kommenden Aufstand so zu erwarten habe.

  62. 62 Prüfi 06. November 2009 um 12:14 Uhr

    Für die erdrückende Mehrheit der Arbeiter (und dem was vom Bildungsbürgertum noch übrig ist) geht es ums Geldverdienen. Mir ist auch klar, dass Ackermann jeden Morgen aus einer anderen Motivation heraus aufsteht als Du und ich. Dennoch kann er sich „Nichtstun“ etwa schlicht auch nicht leisten. Die Gesellschaft toleriert Reichtum ohne Funktion nicht sehr lange

    Das ist jetzt ein Scherz, oder? Niemand außer ein paar Boulevardblättchen gehen Leuten, die mit ihren Millionen irgendwo aussteigen, weil sie es sich im Unterschied zum Proleten schlicht können und dürfen, auf den Zeiger. Und wenn sich dann Leute moralisch ins Recht setzen wollen wie etwa Lady Di, dann ist das nicht irgendwelchem Druck geschuldet – dem könnten sie locker standhalten –, sondern ihrem Willen, eine gute Herrscherpersönlichkeit zu sein. Den Reichtum kann ihnen jedenfalls keiner nehmen, der ist legal erworben und das ist auch vom Staat so beabsichtigt.

    Ansonsten hast du echt nen Dachschaden hinsichtlich des „wütenden Mobs“, den Du halluzinierst. Als wenn es diese Landstriche nicht längst gäbe und die Leute sich z.T. explizit als Reiche in der Öffentlichkeit auftun und erklären, dass sie nur Party machen und sonst nichts. Von wegen blutige Proteste: Das haben die sich halt gerechterweise verdient – so das Volk.

  63. 63 bigmouth 06. November 2009 um 14:33 Uhr

    ackermann gefällt seine persönliche deformation, auch mit dutzenden millionen € privatvermögen immer noch arbeiten zu wollen und 25% rendite zu erzielen, aber offenbar ausnehmend gut. der möchte das so, der findet darin seine erfüllung. leute werden doch nicht zufällig deutsche bank-chef. dem gefällt sein job, den macht den weiter, obwohl er nicht müsste – weil er WILL. ich kann da keinen grund für mitleid erkennen – er leidet ja nicht mal selbst.

    wenn seine kinder hassten und er 3 herzinfarkte hinter sich häte, wäre er irgendwo schon eine tragische gestalt. ist aber nicht der fall, der scheint ein glücklicher mensch zu sein, der in seinem job seien berufung findet

  64. 64 Gehrinschnecke 06. November 2009 um 16:07 Uhr

    @ bigmouth

    Allzugroßes Mitleid habe ich auch an keiner Stelle angemahnt. Ich gehe ja auch davon aus, dass Ackermann das gerne macht und sich darüber definiert – aber das steht ja nicht im Widerspruch zu meinem übrigen Geschreibsel.

    Immerhin scheinen wir uns darauf einigen zu können, dass Ackermann unter einer Deformation leidet (oder eben nicht „leidet“). Vielleicht wäre er sogar noch guter Dinge, hätte der „undankbare“ Kinder und Stresserkrankungen, aber darauf kommts ja nicht an.

    Die Befindlichkeiten der Ackermänner sind für mich nicht entscheidend (auch wenn sich so langsam alle darauf einschießen) – sondern der Umstand, dass kaum alles gut wird, wenn man nur die Ackermänner los wird. Natürlich kann auf die Ackermänner keine Rücksicht genommen werden, wenn man den Kapitalismus los werden will – die sind ja offensichtlich so sehr davon überzeugt, dass ihr irrsinniger materieller Reichtum sie glücklich macht (wie Prüfi und skandalös auch), dass da keine Einsicht zu erwarten ist.

  65. 65 Gehrinschnecke 06. November 2009 um 16:11 Uhr

    @ Prüfi

    Ich kann ja nur hoffen, dass ich so blöd bin, wie Du denkst.

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