In vielen linken Strömungen ist es üblich, Ironie und Übertreibung zum Zwecke einer Verbreitung der eigenen (vermeintlich kritischen) Überlegungen zu gebrauchen. Mit Hilfe der Ironie soll allem Anschein nach versucht werden, die Unabweisbarkeit der eigenen Überlegung zu behaupten, ohne tatsächlich eine plausible und schlüssige Herleitung anbieten zu können. Adorno bemerkte hierzu bereits im Juni 1960:
„Ironie und Infantilität. Viele Menschen geben dem, was sie sagen, den Charakter der Ironie, weil sie zu gar nichts fest stehen, mit keinem Urteil identifziert – mit sich selber nicht identisch sind. So reden Kinder. Der Gestus der Überlegenheit als Ichschwäche.“/Theodor W. Adorno: Graeculus (!!). Notizen zu Philosophie und Gesellschaft 1943 – 1960. In: Frankfurter Adorno Blätter VII, S. 15)
Ist das jetzt ernstgemeint?
Ich glaube Adorno meinte das Ernst. Und je länger ich drüber nachdenke….
War nur Spaß.
@juli: desto?
… desto mehr findet er Jazzmusik, Hippies und Pantoffeln doof?
Ich glaube, Adorno hatte nicht viel Spaß im Leben.
@ weltgeist
desto mehr werde ich den gedanken nicht los, dass da was dran sein könnte…
Es kommt wohl sowohl bei Ironie als auch bei Plain-Ernstgemeint schlicht auf den Inhalt an.
Ironie macht es leichter Inhaltslosigkeit zu verstecken, aber sie macht es auch leichter Unerträgliches zu ertragen.
ich hoffe adorno hatte spass und ich hoffe ihr habt keinen -.-
Spaß wird eh überbewertet.
Das Stahlbad…
was is denn eine ichschwäche?
ich bin eine schwäche
ich bin gar nicht ich
@jule:
das kann man deiner ironischen antwort entnehmen! ich empfehle eine gründliche psychoanalyse auf der couch von emanzipation oder barbarei.
@ classless
und nach Feierabend ein entspannendes Stahlbad! Ahhh…
Die Diskussion ist doof: Da hat Adorno mal ’nen scheinbar belanglosen Satz von sich gelassen und die Adorniten versuchen gar nicht mal ihn mit Argumenten zu füllen. Dazu sind sie nicht da die KlassikerInnen. Obwohl mir die Bemerkung sooo zentral nicht zu sein scheint; Ironie kann nämlich ebenso dabei helfen den Schrecken und die Absurdität zu ertragen, was mir also die wichtigere Botschaft (, was Adorno ja auch nicht ausgeschlossen hat.)