Der Gestus der Überlegenheit als Ichschwäche

In vielen linken Strömungen ist es üblich, Ironie und Übertreibung zum Zwecke einer Verbreitung der eigenen (vermeintlich kritischen) Überlegungen zu gebrauchen. Mit Hilfe der Ironie soll allem Anschein nach versucht werden, die Unabweisbarkeit der eigenen Überlegung zu behaupten, ohne tatsächlich eine plausible und schlüssige Herleitung anbieten zu können. Adorno bemerkte hierzu bereits im Juni 1960:

„Ironie und Infantilität. Viele Menschen geben dem, was sie sagen, den Charakter der Ironie, weil sie zu gar nichts fest stehen, mit keinem Urteil identifziert – mit sich selber nicht identisch sind. So reden Kinder. Der Gestus der Überlegenheit als Ichschwäche.“/Theodor W. Adorno: Graeculus (!!). Notizen zu Philosophie und Gesellschaft 1943 – 1960. In: Frankfurter Adorno Blätter VII, S. 15)


18 Antworten auf “Der Gestus der Überlegenheit als Ichschwäche”


  1. 1 classless 16. November 2009 um 21:22 Uhr

    Ist das jetzt ernstgemeint? ;-)

  2. 2 Juli 16. November 2009 um 22:19 Uhr

    Ich glaube Adorno meinte das Ernst. Und je länger ich drüber nachdenke….

  3. 3 classless 16. November 2009 um 23:33 Uhr

    War nur Spaß.

  4. 4 weltgeist 17. November 2009 um 10:50 Uhr

    @juli: desto?

  5. 5 ApologetischeFlausen 17. November 2009 um 14:07 Uhr

    … desto mehr findet er Jazzmusik, Hippies und Pantoffeln doof?

  6. 6 Walter Bendix 17. November 2009 um 15:20 Uhr

    Ich glaube, Adorno hatte nicht viel Spaß im Leben.

  7. 7 Juli 17. November 2009 um 15:47 Uhr

    @ weltgeist

    desto mehr werde ich den gedanken nicht los, dass da was dran sein könnte…

  8. 8 Benni 18. November 2009 um 23:42 Uhr

    Es kommt wohl sowohl bei Ironie als auch bei Plain-Ernstgemeint schlicht auf den Inhalt an.

    Ironie macht es leichter Inhaltslosigkeit zu verstecken, aber sie macht es auch leichter Unerträgliches zu ertragen.

  9. 9 spast 19. November 2009 um 4:19 Uhr

    ich hoffe adorno hatte spass und ich hoffe ihr habt keinen -.-

  10. 10 Gehirnschnecke 20. November 2009 um 0:15 Uhr

    Spaß wird eh überbewertet.

  11. 11 classless 20. November 2009 um 13:49 Uhr

    Das Stahlbad…

  12. 12 Sümptohm 21. November 2009 um 20:01 Uhr

    was is denn eine ichschwäche?

  13. 13 jule 22. November 2009 um 22:00 Uhr

    ich bin eine schwäche

  14. 14 jule 22. November 2009 um 22:02 Uhr

    ich bin gar nicht ich

  15. 15 Sümptohm 23. November 2009 um 11:38 Uhr

    @jule:
    das kann man deiner ironischen antwort entnehmen! ich empfehle eine gründliche psychoanalyse auf der couch von emanzipation oder barbarei.

  16. 16 Gehrinschnecke 24. November 2009 um 10:00 Uhr

    @ classless

    und nach Feierabend ein entspannendes Stahlbad! Ahhh…

  17. 17 Mubbes, der schon immer an ich Schwäche litt... 15. Dezember 2009 um 20:19 Uhr

    Die Diskussion ist doof: Da hat Adorno mal ’nen scheinbar belanglosen Satz von sich gelassen und die Adorniten versuchen gar nicht mal ihn mit Argumenten zu füllen. Dazu sind sie nicht da die KlassikerInnen. Obwohl mir die Bemerkung sooo zentral nicht zu sein scheint; Ironie kann nämlich ebenso dabei helfen den Schrecken und die Absurdität zu ertragen, was mir also die wichtigere Botschaft (, was Adorno ja auch nicht ausgeschlossen hat.)

  18. 18 Henning 20. Mai 2012 um 12:53 Uhr

    Sind übrigens die Frankfurter Adorno Blätter VIII, nicht VII.

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