Kulturalistische Giftküche

Ein paar Texte wider den Kulturquatsch der Kulturalistischen Giftküche: (1|2|3|4)


10 Antworten auf “Kulturalistische Giftküche”


  1. 1 Ingo 31. Januar 2010 um 18:01 Uhr

    Und: „Islamfeindlichkeit von links“ von Achim Bühl: http://www.akweb.de/ak_s/ak546/02.htm

    Auf mädchenblog geht es auch hoch her: http://maedchenblog.blogsport.de/2010/01/23/linke-feministische-kritik-am-islam-geht-das/

  2. 2 Juli 31. Januar 2010 um 20:48 Uhr

    Den Bühl-Text finde ich auch nicht schlecht, in einigen Details allerdings schlecht recherchiert (die Türkei z.B. ist seit der letzten dortigen Wahl nicht mehr ganz so säkular wie der Text das nahelegt) – deshalb hatte ich ihn erstmal nicht mit aufgenommen.

  3. 3 Liberaler 03. Februar 2010 um 2:37 Uhr

    Was die zivilisationsfeindlichen Islamversteher und kulturalistische Islamkritiker nicht wahr haben wollen, ist die schlichte Tatsache, dass es nur eine Zivilisation gibt und zwar die westliche Zivilisation. Sie unterscheidet sich von der weitestgehend überwundenen christlichen Barberei (wo bleibt 9/11 der Christenheit? Welcher Christ glaubt noch biblisch steinigen zu dürfen?) und der erstarkenden islamischen Barberei durch den Säkularismus.

  4. 4 Juli 13. Februar 2010 um 13:54 Uhr

    Äh, welche christliche Zivilisation meinst Du? Die Hexenverbrennungen (die übrigens kein Phänomen eines barbarischen, unzivilisierten Mittelalters waren, sondern eine ganz und gar moderne Erscheinung)? Oder das Segnen von Nazi-Panzern durch christliche Geistliche? Die „AIDS cures Fags“-Schilder der us-amerikaninischen Klerikalen oder die frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen der letzten Päpste?

    Davon ab: was genau ist überhaupt „Zivilisation“, wenn das etwas ist, was scheinbar erst in den letzten Jahrzehnten angefangen hat….?!

  5. 5 Lothar Galow-Bergemann 13. Februar 2010 um 19:58 Uhr

    Hier mal ein paar Infos zu Achim Bühl’s unsäglichem Text „Islamfeindlichkeit von links“ http://www.akweb.de/ak_s/ak546/02.htm

    Zunächst, denke ich doch, empfiehlt es sich, den Text, den Bühl kritisiert, überhaupt erstmal selber zu lesen – hier steht er: http://emanzipationundfrieden.de/Flugschrift_Multikulti_2009_2010

    Jede Menge Reaktionen auf diesen Text finden sich unter http://www.a3wsaar.de/home/reaktion-flugschrift-multikulti/

    Zwei Radiointerviews mit Autoren des Textes finden sich unter http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=31575
    und unter http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=31749

    Eine Entgegnung der Autoren an die a&k auf Bühl’s Text ist hier zu lesen: http://www.a3wsaar.de/fileadmin/pdf/2010/Antwortartikel_ak_Buehl.pdf
    Hoffen wir, dass a&k fair genug ist, das zu veröffentlichen.

    Beste Grüße

    Lothar Galow-Bergemann

  6. 6 Frede 14. Februar 2010 um 4:05 Uhr

    Freiheit für das Individuum und Schutz vor kollektivem Zwang ist eine berechtigte Forderung. Problematisch wird das Flugblatt der Aktion 3. Weltsaar nur im Kontext der Muslimenfeindlichen Stimmung da es den Anschein erweckt die Muslime würden eine Bedrohung für diese „zivilisatorischen Errungenschaften“ darstellen. Die meisten Muslime sind gegen Ehrenmorde, Genitalverstümmelung und Zwangsheirat. Auch die orthodoxen Verbände und sogar die fundamentalistischen Gruppen sprechen sich gegen diese Praktiken aus (ihnen gelten sie als „kulturell“ was in ihrer Ideologie ein Synonym für „falsch/verfälscht“ darstellt). Dennoch gibt es diese Phänomene. Da jedoch kein Dissens über deren Grausamkeit besteht könnte man auch gemeinsam dagegen vorgehen und müsste nicht einen künstlichen Graben zwischen den Muslimen und sich selber ziehen.

    Was die anderen erwähnten Misstände betrifft: Homophobie und Schleierzwang würde ich den Autor_innen eher in ihrer Einschätzung zustimmen. Insbesondere eine Auseinandersetzung mit Homophobie unter Muslimen sollte immer wieder eingefordert werden allerding ebenso wie bei anderen Teilen der Gesellschaft. Ich frage mich ob es dann notwendig ist die Muslime dabei als Gruppe gesondert zu betrachten. Stellen sie in einer besonderen Weise ein Problem für die gesellschaftliche Anerkennung von gleichgeschlechtlicher Liebe da? Bedrohlicher etwa als bspw. CSU Politiker_innen und Wähler_innen? Was macht homophobe Muslime zu einer so besonderen Bedrohung für die zivilisatorischen Errungenschaften? Dieser Unterton ist es der mir das Flugblatt so ungenießbar macht.

    Was nun die Zwangsverschleierung angeht, dabei handelt es sich wohl in der Tat um ein explizit muslimisches Problem. Das sollte man zusammen mit der Zwangsentschleierung diskutieren, die eben auch eine Unterwerfung unter kollektive Kleidungsvorstellungen darstellt. Es gibt die Zwangsverschleierung und daher ist es richtig und wichtig von den muslimischen Verbänden klare Worte dagegen einzufordern (wobei man deren Wirkung nicht überschätzen sollte) aber im Gegenzug sollte eben auch anerkannt werden, das eine Zwangsentschleierung auch ein Einschnitt in individuelle Freiheitsrechte darstellt.

    Der schlechte Beigeschmack den dieses Flugblatt mir beim Lesen hinterlässt liegt vor allen Dingen daran, dass man sich über die angebliche Verhätschelung („Hätschelkind Islam“) des Islam der hier (mutig! allen Anfeindungen zum Trotz!) entgegen getreten werden soll nur wundern kann. Wo sind denn die Leute „die sich sonst zu Recht über machohafte Anmachen und Unterdrückung von Frauen empören“ und sich so erstaunlich zurückhalten „wenn es um eine klare Positionierung gegen Ehrenmorde, Zwangsheirat, Schleierzwang, Genitalverstümmelung und Homophobie geht.“? Seltsamerweise sind mir diese (meiner Meinung nach dämlichen) Menschen noch nirgends begegnet. Daher erscheinen sie mir als ein Pappkamerad den es braucht um die gänzlich überzogene Darstellung der muslimischen Bedrohung für die hart erkämpften zivilisatorischen Errungenschaften zu rechtfertigen. Neben diesem überzogenen Bedrohungszenario ist es wohl auch der heroische Tonfall (die Schreiber_innen setzen endlich was entgegen wo es sich sonst keiner mehr traut!) der mir so bitter aufstößt…

  7. 7 Juli 14. Februar 2010 um 13:29 Uhr

    Eine Zusammenfassung der Kritik am Kulturalismus gibts auch hier:

    http://rhizom.blogsport.eu/2010/01/30/das-gerucht-uber-die-muslime/

  8. 8 IslamkritikVonLinks 15. Februar 2010 um 13:10 Uhr

    „Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist ‚harby’, d. h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen. In diesem Sinne waren die Seeräuberschiffe der Berberstaaten die heilige Flotte des Islam.” (Marx-Engels-Werke, Band 10, S. 170)

  9. 9 Juli 15. Februar 2010 um 13:22 Uhr

    Ja, das ist ein lustiges Marx-Zitat. Es stellt sich halt nur die Frge, woher ollen Marx wusste, was „den Islam“ ausmacht und wo er ihn gefunden hat. Mir scheint, die Äußerung reiht sich ein in eine Reihe von rassistischen, kulturalistischen und nationalistischen Statements, die sich in den diversen Briefwechseln von Marx ja zu Hauf finden….

    Zur Sache trägt es jedenfalls ganz augenscheinlich nichts bei. Aber es ist doch immer schön, sich hinter einem 150 Jahre alten Zitat verstecken zu können, um nicht selber in der Sache argumentieren zu müssen….

  10. 10 Tennisschläger 22. September 2011 um 23:28 Uhr

    That is the fitting blog for anyone who desires to find out about this topic. You realize a lot its almost exhausting to argue with you (not that I actually would need…HaHa). You undoubtedly put a brand new spin on a topic thats been written about for years. Great stuff, simply great!

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