Copying is Fun!

Das zumindest finden Nina Paley, Nick Phelbs und Connie Champagne – und haben deshalb dieses entzückende Werbevido entworfen:


7 Antworten auf “Copying is Fun!”


  1. 1 Ingo 03. Mai 2010 um 21:53 Uhr

    Lustig ist aber auch, dass unter dem Film geworben wird mit: „Eil-Kredit ohne Schufa. Bargeld von 1.000 – 250.000 EUR Auch ohne Schufa möglich! MAXDA.de/Kreditantrag“ ;-)

    Und im Ernst: bei aller Sympathie greifen zwei Punkte immer wieder – und auch hier – zu kurz: Das Eigentum an nicht-digitalen Gütern scheint legitim. Und: Es sollte doch nicht vornehmlich um die Kritik an Eigentum an Konsumgütern gehen (wobei ÖPNV besser ist als Privatautos), sondern darum, dass Privateigentum an Produktionsmitteln eben immer bedeutet, dass Konsum nur möglich ist, wenn auch die Arbeitskraft zum Markte getragen wird. Diese zwei Punkte gehen bei der ganzen copy-left-Diskussion oft unter.

  2. 2 StefanMz 04. Mai 2010 um 0:04 Uhr

    @Ingo: Wieso Eigentum an nicht-digitalen Gütern legitim erscheinen soll, ist mir nicht klar. In dem Filmchen wird immerhin ein Fahrrad kopiert (auch wenn die Voraussetzungen dort nicht geklärt werden), womit die Legitimität genauso für nicht-digitale Güter in Frage gestellt ist. Genau das finde ich das Bemerkenswerte an dem Film, er fällt hierin also eher aus dem ist-bloß-digital Rahmen.

    Und zweitens geht’s in dem Film nicht um das Copyleft. Es geht nur um das Kopieren, darum, dass Kopieren und Teilen (weiter gedacht: gemeinschaftliches Produzieren – siehe das Fahrrad) jeglicher Güter legitim ist. Genau genommen ist das also ein ziemlich radikales und lustiges Filmchen, das in einer Minute mehr rüberbringt, als viele Texte, die erklären, dass man wg. des doofen Privateigentums seine Arbeitskraft verkaufen muss etc. und nie sagen, wie es anders gehen kann.

    Btw: Die Werbung habe ich trotz Suchens nicht gefunden.

  3. 3 Juli 04. Mai 2010 um 10:01 Uhr

    Das Vieles in der Debatte so klingt, als sei freier Zugang zu nicht-digitalen Gütern nicht weiter kritikabel, das sehe ich auch so. Selber bin ich ja auch schon ein, zwei Mal in die Formulierungsfalle reingeplumpst. Ich würde allerdings dazu neigen, dass eher als Herausforderung zu sehen:

    Bei digitalen Gütern wird sehr schnell klar, dass das mit dem Privateigentum und der damit verbundenen Ausschließlichkeit der Nutzung keine sonderlich gute Idee ist. Daran lässt sich doch anknüpfen – nicht zuletzt, weil die Kritik hier an eine gesellschaftlich fast schon hegemoniale Praxis aufbauen kann. Und schließlich ist ja auch bei nicht-digitalen Gütern immer ein digitaler Anteil dabei, bei Fahrrädern und Autos etwa die Blaupausen und das techische Know-How zur Produktion. Und wenn Beispielsweise alle ihre Bohrmaschine daheim liegen haben (und eh kaum nutzen) während andere nicht bohren können, dann zeigt sich auch hier, dass vom stofflich-sinnlichen Standpunkt aus dieser Privatisierung nicht viel abzugewinnen ist…

  4. 4 Ingo 04. Mai 2010 um 10:17 Uhr

    @Stefan: Na gut, vielleicht siehst Du überall Subversion und Eindeutigkeiten, wo ich Fragezeichen habe und meine Stirn runzel. Das mag auch daran liegen, mit welchen Debatten im Kopf und welcher Brille auf der Nase derartige Filme gesehen werden.
    Auch die Gleichmacherei im Film ist ja nicht unbedingt erstrebenswert.
    Und Du deutest es ja selbst an: Die Produktion wird ausgeblendet. Und genau dass der Produktionsprozess (sehr oft!) ausgeblendet wird, finde ich ja problematisch. Es geht mir viel zu oft nur um „Verteilung“ und „Zugang“.
    @Juli: Auf jeden Fall. Auch den ganzen Quatsch der sog. Anreiztheorie kann man schön kritisieren. Und da ist man dann schon mitten in der Produktion…

  5. 5 schorsch 04. Mai 2010 um 12:02 Uhr

    Fast problematischer als die genannten Punkte finde ich, dass auch in dem Filmchen Reichtum doch wieder nur als „ungeheure Warenansammlung“ (Fahrräder, CDs, …) gesehen wird. Das bleibt einem Reichtugsbegriff verhaftet, der wiederrum eng mit einem bürgerlichen Fortschritts- und Produktivitätsfetisch verbunden ist. Diesen Fetisch macht der Film ja sogar fast explizit: die Erde wird zum Eden, wenn nur genügend kopiert wird – das Kopieren also – mal überspitzt gesagt – zum automatischen Subjekt wird, das sich schematisch über die Bedürfnisse der Menschen legt, das Kopieren eben zum zwangshaften Spektakel wird, das es in dem Film ja bereits fast schon ist. Ich glaube sinnvoll lässt sich über Produktion jenseits der Kapitallogik – und eben auch über das Kopieren – erst dann reden, wenn diese fetischisierten Zwangsdimensionen nicht mehr wesentlich mitschwingen.

  6. 6 Juli 10. Mai 2010 um 19:29 Uhr

    Aber sind Fahrräder automatisch Waren? Ich würde doch erstmal sagen: nö.

    Was der Film aber tatsächlich nicht reflektiert ist die Möglichkeit von Muße und Entspannung als nicht-materieller Form von Reichtum. Aber andererseits denke ich kaum, dass der „Konsumismus = Reichtum“-Diskurs durch den Film ernsthaft gestärkt wird….

  7. 7 schorsch 12. Mai 2010 um 22:44 Uhr

    Keine Ahnung, ob er das wird, aber darum geht es (zumindest mir) in erster Linie ja auch eigentlich nicht.

    Und natürlich hast du Recht, Fahrräder sind keine Waren, aber das Filmchen scheint mir dennoch erstmal auf der gegenwärtigen Form gesellschaftlicher Güter abzustellen, eben Waren – auch weil es ja diese „Diebstahl“-Idee gibt, gegen die dann das Kopieren stark gemacht wird.

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