The Post-Gender Scientist

Die Wertkritik hat bereits viele gesellschaftliche Ideologiebildungen erfolgreich in Frage gestellt: Dass die Produktion von Ware und Wert eine Naturkonstante sei ebenso wie die Verklärung der Arbeit zur anthropologischen Konstante oder der ArbeiterInnenklasse zum vermeintlich revolutionären Subjekt. Schließlich wurde gar die Totalität kapitalistischer Verhältnisse als eine dechiffriert, die doch bloß eine gebrochene ist und die ohne ihr verdrängtes Gegenstück keine fünf Minuten über die Runden käme. Alles, was nicht in der Abstraktion der Warenform aufgehe, für diese aber trotz allem notwendig sei, so konnte Roswitha Scholz überzeugend darlegen, werde in ein dunkles Schattenreich verdrängt, gesellschaftlich abgewertet und zu allem Überfluss auch noch weiblich konnotiert.

So richtig und wichtig diese Interventionen waren, so sehr verwundert es doch, dass sie vor zumindest einer letzten liebgewonnenen Selbstverständlichkeit stehenbleiben: dass es Männlichkeit und Weiblichkeit tatsächlich gibt, dass sie sich auf biologisch-medizinische Fakten zurückführen lassen, steht inmitten aller Kritik wie ein Fels in der Brandung. Zumindest für die Reproduktion der Menschheit, so lesen wir etwa bei Roswitha Scholz, sei die Existenz (heteronormativer) Zweigeschlechtlichkeit schlichtweg unabdingbar.

Mit seiner fast 500-Seiten starken Abhandlung Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive hat Heinz-Jürgen Voss nun eine ebenso detailreiche wie umfassende Studie zur Brüchigkeit eben dieser Vorstellung vorgelegt. Im Anschluss an queer-feministische Theorieströmungen untersucht er die Behandlung von Geschlechtlichkeit innerhalb biologisch-medizinischer Diskurse und kann dabei zeigen, dass Biologie und Medizin genau das machen, was Claus-Peter Ortlieb ganz allgemein für die mathematischen Naturwissenschaften nachgewiesen hat: sie projizieren spezifische gesellschaftliche Vorannahmen in ihre Untersuchungsanordnungen und -auswertungen und bekommen am Ende – oh Wunder! – eben diese Vorannahmen bestätigt. Weniger aus einer objektiven Existenz zweier Geschlechter lässt sich, so Voss, der stete Versuch der Wissenschaft erklären, eine eindeutige Bestimmung dessen zu leisten, was Männlichkeit und Weiblichkeit ausmache. Vielmehr sei es das gesellschaftliche Selbstverständnis, dass es eben diese zwei Geschlechter gebe und zu geben habe, die das nach Eindeutigkeit strebende Bemühen der Wissenschaft erst hervorbringe.

Im Durchgang von den antiken über frühneuzeitliche hin zu modernen, noch heute diskutierten Theorien über die biologische „Essenz“ von Geschlechtlichkeit kann Voss in der Abhandlung zeigen, wie diese Theorien sich stets in Widersprüche verstrickten und es seit dem 17. Jh. zu verstärkten Debatten über die konkrete Geschlechtseinordnung einzelner Menschen kam, seit dem 18. Jh. schließlich auch zu vermehrten operativen Eingriffen zur Vereindeutigung ihrer geschlechtlichen Zuordnung. Noch heute zeigt sich, dass Biologie und Medizin nicht wirklich in der Lage sind, die Existenz zweier Geschlechter nachzuweisen und die derzeit gängigen Theorien zudem eher nahelegen, von der Möglichkeit multipler Geschlechter auszugehen. Das zeigt sich für Voss etwa daran, dass gerade Grenzfälle geschlechtlicher Einordnung für gewöhnlich den Ausgangspunkt der Debatten darüber lieferten, was als männlich und was als weiblich zu gelten habe.

Daran anknüpftend wirbt Voss im Fazit darum, prozessuale Vorstellungen von Geschlechtlichkeit in den Blickpunkt bio-medizinischer Forschung zu nehmen und so eine Pluralität von Geschlecht denkbar zu machen. Dieses Vorhaben zieht sich wie ein roter Faden durch seine Abhandlung und stellt gewissermaßen das grundsätzliche Problem der Untersuchung dar. Beseelt von dem Vorhaben, nicht nur dichotome Geschlechterzuschreibungen, sondern zudem auch den biologisch-medizinischen Diskurs über diese zu dekonstruieren, konstruiert er eine vermeintliche Traditionslinie von auf Geschlechtergleichheit statt -differenz beruhender Forschung, die in jeder wissenschaftlichen Epoche zu konstatieren sei und die die Vorstellung etwa von Laqueur revidiere, mit der Moderne habe ein Wandel von einem Ein-Geschlechter-Modell zu einem Zwei-Geschlechter-Modell stattgefunden. Zumindest bis ins 19. Jhd. hinein sei empirisch nicht nachzuweisen, dass in der Erklärung von Geschlechtlichkeit von einer prinzipiellen Differenz der Geschlechter ausgegangen worden sei. Vor lauter Dekonstruktion fragt sich die geneigte Leserin dann ein ums andere Mal, woher denn die (an einigen Stellen durchaus benannte) Dominanz dichotomer Geschlechtertheorien kommt, wenn doch die gesamte bisherige Menschheitsgeschichte ein buntes Nebeneinander unterschiedlichster und kaum mehr klassifizierbarer Erklärungsansätze ist.

Voss überzeugt, solange er auf der inhaltlichen Ebene verweilt und die faktische Unhaltbarkeit einer dichotom-geschlechtlichen Vorstellung nachzeichnet. Aber er wird unglaubwürdig, sobald er sich (wenn auch nur implizit) auf die Ebene gesellschaftlicher Formbestimmungen bezieht. Der Zusammenhang von auf Differenz und Gleichheit beruhender wissenschaftlicher Vorstellungen und eben diesen gesellschaftlichen Formbestimmungen ist für ihn kein Thema. Dadurch verspielt er die Möglichkeit, die Verstrickung moderner Wissenschaft und Gesellschaft auch auf diesem Gebiet systematisch als Herstellung und Ausübung von Herrschaftsbeziehungen darstellen zu können. Dies gilt etwa, wenn er die Verwobenheit von gesellschaftlichen Geschlechtervorstellungen und den Geschlechtervorstellungen in Biologie und Medizin erwähnt. Denn über die Erwähnung eines Zusammenhanges (der mal von der Wissenschaft zu Gesellschaft und dann wieder von der Gesellschaft zur Wissenschaft weist) kommen seine Ausführungen kaum hinaus.

Doch auch, wenn der PoststrukturalistIn vor lauter Dekonstruktion die herrschenden gesellschaftlichen Wirkmechanismen aus den Augen zu geraten scheinen, so bleibt Making Sex Revisited doch Pflichtlektüre für alle die, die sich bislang noch sicher waren, dass die Annahme biologischer Zweigeschlechtlichkeit objektives Naturgesetz sei. In diesem Sinne: lesen!

Heinz-Jürgen Voss: Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive. Bielefeld, transcript 2010. ISBN 978-3-8376-1329-2


12 Antworten auf “The Post-Gender Scientist”


  1. 1 Bold 11. Juli 2010 um 7:39 Uhr

    Ich hätte doch wirklich mal gerne gehört, was das denn nun genau zu bedeuten hat: Die Arbeiterklasse ist revolutionäres Subjekt. Oder anders: Was hat die Wertkritik da genau widerlegt?

  2. 2 Modus 11. Juli 2010 um 15:28 Uhr

    @bold

    Sich selbst! – als die Mitte der 80ger merkte, dass sich alle nur noch über sie lustig machten. Die Wertkritik zu hypen ist ungefähr so sinnvoll, wie der Versuch, seinen Eltern „Die Waltons“ als aktuelle Serie zu empfehlen.

  3. 3 sonsanddaughters 11. Juli 2010 um 22:29 Uhr

    die wertkritik hat widerlegt, dass der arbeiterklasse ihrem wesen nach das emanzipative potential besitzt, als ausgebeutete und geknechtete klasse, die gesellschaft mit dem mittel der revolution in den kommunismus zu führen, wie es die annahme des traditions-marxismus war.
    da sich im fortgeschrittenen kapitalimus jeder einzelne gesellschaftlichen verblendungszusammenhängen gegenüber sieht (i know: doofe formulierung, da diese hier externalisiiert werden), muss sich auch jeder einzelne davon emanzipieren, was hier nicht heißt im privaten die befreite gesellschaft herbeizuträumen, sondern sich dem wesen gesellschaftlicher verfasstheit anzunähern. es besteht kein grund zu annahme, dass dies eher arbeiterInnen zuzutrauen wäre, als irgendjemand anderem.

  4. 4 Juli 11. Juli 2010 um 23:06 Uhr

    Immer noch großartig zu diesem Thema:

    http://www.krisis.org/1989/der-klassenkampf-fetisch

  5. 5 Bold 12. Juli 2010 um 4:02 Uhr

    Sonsanddaughters:

    Da widersprichst du dir ja gleich mal ziemlich: Entweder behauptet man, dass das Proletariat seinem Wesen nach revolutionär ist; also eigentlich zur Revolution drängt, aber durch externe Faktoren (böse Propaganda, schlechte Gewerkschaften oder dergleichen) davon abgehalten würde. Oder aber man glaubt, dass die Arbeiterklasse zumindest das Potential besitzt die Revolution zu machen. Das erste war die weit verbreitete Meinung unter den Anhängern des Histomat und wurde zu Recht von neueren Lesarten der marxschen Kritik widerlegt. Das zweite aber – und das Verwechseln und Vermischen Freund der „Wertkritik“ nur zu gerne – ist ja nicht mehr, als erstmal einfach auf der Tatsache zu beharren, dass die beständige Produktion und Reproduktion des Kapitals von seinem variablen Teil abhängt. Also von den Arbeiterinnen und Arbeitern, welche durch ihre tägliche Praxis die sie versklavenden Zustände ständig neu schaffen. Wenn man aber diesen Zusammenhang erstmal verstanden hat, dann ist die Frage der Revolution nicht mehr: Warum macht die Arbeiterklasse die Revolution notwendigerweise? (Was eben der komische Determinismus der verschiedenen Internationalen war) Sondern: Wer ist als Kollektivsubjekt überhaupt in der Lage, diese Leistung zu vollbringen? Da bleibt bei euch halt immer bloss ein aufklärungsidealistischer Individualismus übrig. Ganz so, als wären die historischen Beispiele der Selbstermächtigung der Proletarisierten auf die Aufklärung durch irgendwelche Theoretiker zurückzuführen. Da verkennt man einfach den Zusammenhang von kapitalistischer Akkumulation und dem, was dem Anhängsel der Maschine, dem variablen Kapitalteil dabei so an Zumutungen widerfährt UND wie sich das (auch organisatorisch) in Kampfsituationen niederschlägt.

  6. 6 Bold 12. Juli 2010 um 4:49 Uhr

    Du glaubst also, dass die „Verblendungszusammenhänge“ neueren Datums sind? Verstehe ich das richtig? Ist nicht gerade für die Wertkritik das Kapital-Kapitel zum Fetischcharakter der Ware ein ziemlich wichtiges? Darin geht es Marx doch gerade darum, die menschlichen Beziehungen im Kapitalismus als eine Beziehungen der Waren darzustellen: Also einen Verblendungszusammenhang darzustellen, der zur gesellschaftlichen Praxis geworden ist. Der Verblendungszusammenhang ist einer, der im Kapitalismus schon immer existiert und me. auch noch in seiner religiösen Verdoppelung durchaus mal stärker war: Man denke da nur an Russland um 1905, als ArbeiterInnen hinter dem Pope herliefen, um Tage später die soziale Revolution zu betreiben.

    Die Argumentation deiner Vordenker geht doch mehr dahin, dass mit der reellen Subsumation der Arbeit unter das Kapital eben die Arbeit nur noch und ausschliesslich Anhängsel der Maschine ist. Damit abstrahiert man aber von den reellen Subjekten und bleibt auf einer Abstraktionsebene, auf welcher man die reellen Verwerfungen gar nicht auf den Schirm kriegt. Das macht es dann auch einfacher, sich aus allem raus zu halten und der reinen Theorie zu frönen. Mir scheint da aber gerade der Hund begraben zu sein: Diese Abstinenz von der Praxis wirkt sich wiederum auf die Theorie aus. Man gerät mit all seinen (me. häufig falschen) Prämissen in ein objektiv affirmatives Mantra, aus welchem nur ganz konkrete Ereignisse einen Ausweg zu bieten scheinen. Nicht zufällig hat sich Kurz einige Zeit für allerhand linken Schnickschnack erwärmt, um in den letzten Veröffentlichungen, die konkreten Beispiele aber wieder aus der Klassenkonfrontation zu beziehen (ohne das allerdings explizit zu machen). Diese konkrete Ereignisse kriegt er aber nur sehr schwer in sein theoretisches Korsett, da sie eben überhaupt nicht konstitutiv für die Theorie sind.

  7. 7 sonsanddaughters 12. Juli 2010 um 16:49 Uhr

    also.. habe gerade festgestellt wie schlecht mein comment mit dem gemeinten zusammenkommt.
    dass arbeiterInnen durch die konstitution kapitalistischer vergesellschaftung und ihrer poition in dieser, in welcher sie ausgebeutet werden, in der lage sich befinden den kapitalistischen normalvollzug funtionell zu stören, verweist aber doch nicht auf die möglichkeit zur befreiten gesellschaft…
    es kann halt genau so gut bedeuten, dass sie anfangen wie in griechenland irgendwelche bankgebäude mit molotow-cocktails zu beschmeißen. das wort der „vernünftig eingerichteten verhältnisse“ bringt hier ja materialismus und idealismus auf eine weise zusammen, die für mich tatsöchlich die einzige hoffnung bedeutet.
    du negierst zwar, und da hast du mich zurecht berichtigt, die immantente theleologie einer arbeiterInnen-klasse hin zur revolution. dann wird der klassenkampf, jedoch auf umwegen wiederbelebt, wenn du im variablen teil des kapitals das einzige potential ausmacht den kapitalistischen normalvollzug funtionell zu stören.
    abstrahierst du nicht hier vom subjekt?, welches nämlich lieber mit seinen bossInnen bowling spielen oder ins kino geht als ihnen die bude abzufackeln. hier gilt sicher dank der arbeiterschaft und ihrem bemühen zur entfaltung der gleichheit von rechts- und warentauschenden subjekten.
    das ist auch, was ich mit dem verblendungszusammenhang im spätkapitalismus meine… nicht als wäre dieser nicht früher vorhanden gewesen, so scheint der charackter des unbewusstseins in der entfalteten abstrakten gleichheit und unter der vorstellung eines schier unfassbaren warenüberflusses, sich doch zu verstärken.
    das macht es mir auch so schwer zu glauben, dass aus eben diesem unbewusstein, die vernünftige einrichtung der dinge entspringen sollte…
    @juli sorry, das ist ja bisschen doof diese diskussion unter diesem artikel stattfinden zu lassen, wo das haupthema nicht wirklich berührt wird…

  8. 8 Bold 12. Juli 2010 um 20:52 Uhr

    Da kommen eben zwei Sachen zusammen: Zum einen die Einsicht in die Möglichkeit, die Kapitalakkumulation und damit den «kapitalistischen Normalvollzug» zu unterbrechen und damit die eigenen Bedürfnisse gegen diese Gesellschaft in Anschlag zu bringen. Da wird die für die Revolution eminent wichtige Frage der gesellschaftlichen Macht gestellt. Und zum anderen die Einsicht in die Tatsache, dass (gerade in der Krise) die eigenen Bedürfnisse dem Kapital keinen Deut wert sind und über sie hinweggegangen wird mit der selben Brutalität wie das Kapital über alle Widerstände hinwegzugehen gezwungen ist. Dass ich da jetzt «über Umwege» den Klassenkampf wieder ins Spiel bringe, ist überhaupt kein Argument dagegen, sondern gleicht bloss deine Präferenzen mit dem von mir geschriebenen ab.

    Dass viele Proleten heute stockaffirmativ sich verhalten – wer da übrigens alles die Faust im Sack macht, das hast du überhaupt nicht auf dem Schirm – spricht gegen diese konkreten Leute, sagt aber nichts über das perspektivische Potential aus. Es ist nunmal ein Faktum, dass dort, wo geschichtlich die Kapital- und Staatsmacht tatsächlich in Frage gestellt wurde immer die Klasse der Proletarisierten am Werke waren. Und es ist zumindest meine Erfahrung – auch wenn dir das etwas zu konkretistisch sein dürfte –, dass ProletInnen, die durch Kämpfe gegangen sind teilweise immerhin ein Bewusstsein davon entwickelt haben, dass ihre Bedürfnisse in dieser Gesellschaft schlecht wegkommen. Davon legt der junge Kampf der INNSE in Italien ebenso Rechenschaft ab, wie die Erfahrungen, die in Bellinzona bei den SBB-ArbeiterInnen gemacht wurden. Um sowas aber erstmal überhaupt auf den Schirm zu kriegen, muss man sich mit diesen marginalen Angelegenheiten auseinanderzusetzen bereit sein, statt es abzuhandeln unter dem Dogma, dass da eh nichts rausschauen kann. Da hast du aber halt einfach einen zu aufklärungsidealistischen Blick auf die Dinge: Ganz so als sei die Einsicht in den Zwangscharakter dieser Gesellschaft nur über das Argument der blauen Bände zu erreichen.

    Wenn du jetzt etwas unvermittelt von den Molotov-Cocktails in Griechenland zu reden beginnst, dann setzt du einfach den Widerstand der arbeitenden Bevölkerung mit ein paar Anarchos gleich. Und zudem: Wieso sollte das denn einer emanzipatorischen Perspektive unvereinbar gegenüber stehen? Ich halte es da ja eher andersrum: Ich denke, dass gerade jene Teile die diese Praxis (me. eine verhängnissvolle Angelegenheit) pflegen eher jene Teile sind, die eine antikapitalistische Perspektive verfolgen.

  9. 9 weltgeist 14. Juli 2010 um 10:56 Uhr

    @juli: „Der Zusammenhang von auf Differenz und Gleichheit beruhender wissenschaftlicher Vorstellungen und eben diesen gesellschaftlichen Formbestimmungen ist für ihn kein Thema. Dadurch verspielt er die Möglichkeit, die Verstrickung moderner Wissenschaft und Gesellschaft auch auf diesem Gebiet systematisch als Herstellung und Ausübung von Herrschaftsbeziehungen darstellen zu können.“ – es mag meiner morgendlichen, wortwörtlichen „begriffsstutzigkeit“ geschuldet sein: aber kannst du besonders den ersten satz mal erläutern? in anderen worten: welches raster neben „differenz und gleichheit“ scheint dir denn als standpunkt zur analyse dieses rasters geeignet? in meinen ohren klingt das ein wenig multitude-spinozistisch, aber klär mich doch auf, bevor ich mich daran aufhänge und damit vielleicht verfehle was du meinst…

  10. 10 heinzi 04. August 2010 um 16:56 Uhr

    heyho ;)

    …erstmal lieben dank für die rezension – und ich nehme die kritiken gerne an und versuche auch an diesen stellen weiterzudenken. ich denke, dass aus dem deutlichen zusammenbringen von kapitalismuskritik+geschlechtskritik viel potenzial erwächst, endlich weiterzudenken. einen vorschlag zum weiterdenken erarbeite ich gerade ( http://www.theorie.org/titel/663_geschlecht ).

    und ich würde mich auch freuen, zu geschlechterbetrachtungen weiterzudiskutieren. in der diskussion hier ging es ja gleich weg davon… vielleicht mag auch hierzu jemand was anmerken?

    viele liebe grüße
    heinzi

  11. 11 Christian 28. August 2010 um 19:03 Uhr

    Voss geht allerdings auf viele biologische Grundsätze nicht ein und verkennt zudem, dass Geschlechter erst aus ihrer Entstehungsgeschichte heraus biologisch verstanden werden können. Er berücksichtigt zudem nicht, dass es zwar diverse Zwischenformen der Geschlechter gibt, diese aber nur einen sehr schmalen Teil der Menschheit, nämlich etwa die 2% der intersexuellen Menschen betreffen und im übrigen die Geschlechtszuordnung auch bei funktionaler Betrachtung wenig Probleme bereitet.

  12. 12 Heinzi 18. September 2010 um 7:50 Uhr

    Lieber Christian, es wäre schön, wenn Du „Making Sex Revisited“ zunächst einmal lesen würdest, bevor Du anmerkst, worauf ich eingehen würde und worauf nicht… Dass Du es bislang nicht getan hast, sagst Du ja auf Deinem Blog:

    So merkt „bigmouth“ am 22.08.2010 in der Diskussion an „wär’s nicht clever, das buch mal per fernleihe oder so zu bestellen und auch mal zu lesen?“, worauf Du – „Christian“ – am 23.08.2010 antwortest: „Ja, ich werde es auf alle Fälle lesen. Dieser Artikel ist eher ein Zwischenbericht, der dadurch motiviert war, dass der Kommentar im Streitwertblog nicht durch ging. Die Antworten bisher in den Diskussionen lassen allerdings die Vermutung zu, dass seine Thesen angreifbar sind. Aber du hattest in den verlinkten Diskussionen ja selbst auch Kritik geübt.“ (vgl. http://allesevolution.wordpress.com/2010/08/22/das-ende-des-sex-revisited/ )

    Dann bin ich gern an einer fundierten Diskussion interessiert. // Auf die Pathologisierung von zwei Prozent der Menschen habe ich Dir bereits mehrfach geantwortet. Also bitte ehrlich bleiben.

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