Archiv für August 2010

Unter Niveau

Karl Marx und Friedrich Engels beschrieben den Kommunismus einst als ein Gespenst, das umher ginge und den Herrschenden das Fürchten lehre. Heute gibt es diesbezüglich nicht mehr viel zu fürchten, jedwede auf Emanzipation ausgerichtete soziale Opposition scheint bereits in die Totenstarre gefallen zu sein. Das allerdings hindert die eine oder andere Paranoikerin nicht daran, ihre unübersehbare gesellschaftliche Hegemonie gleich auf über 300 Seiten auszubreiten. Einer von ihnen ist Jan Fleischhauer, der seinen stillen Abschied aus der Linken, der er gefühlt wohl einmal angehört haben will, in seinem Spiegel-Bestseller Unter Linken. Von einem, der aus versehen konservativ wurde zum Besten gibt. Das die Linke gesellschaftlich hegemonial ist, gilt ihm als unübersehbar. Vielleicht sei nicht die Mehrheit der Bevölkerung links, aber doch der ganz überwiegende Teil derer, die darüber befinden, „wie die Dinge zu sehen und zu bewerten sind“: (mehr…)

Ausschluss vom Universalismus

Der universalistische Anspruch der kapitalistischen Moderne ist nicht zu denken ohne einen ebenso umfassenden Ausschluss. Auch wenn der Drang des Kapitals, sich die gesamte Welt Untertan zu machen, kaum zu übersehen ist; und auch wenn der Anspruch moderner Rechtsstaatlichkeit und Moral auf die Totalität menschlicher Vergesellschaftung bezieht, so gibt es doch immer auch das „Andere“, das aus der Norm ausgeschlossene. Moderne Ökonomie, Rechtsstaatlichkeit und Moral erweisen sich so als zutiefst repressive Phänome, wie Robert Kurz am Beispiel des Rechts illustriert hat: (mehr…)