Statistische Fehlleistungen

Es gibt Momente in denen ich mich doch gräme, meine Statistik-Studium derart schleifen gelassen zu haben, wie ich das tat. Nicht, das ich vorhätte, statistisch zu arbeiten. Aber es ist doch immer wieder gut, die irren Aussagen von anderen Menschen, die sich dabei auf empirisches Datenmaterial beziehen, widerlegen zu können. Im Falle Thilo Sarrazins hat diese Aufgbe nun Prof. Dr. Volker Eichener übernommen und einen Text über einige wesentlichen statistische Fehlleistungen von Sarrazin verfasst. Auch wenn er dabei auf einige Aspekte wie etwa eine grundsätzliche Kritik an Intelligenztests außen vor lässt, doch ein sehr empfehlenswerter Artikel.


3 Antworten auf “Statistische Fehlleistungen”


  1. 1 Benni 25. September 2010 um 13:09 Uhr

    Tja, das ist alles schon lange bekannt, dass S. seine Zahlen frei erfunden hat. Dummerweise interessiert das einfach niemanden. Wir erleben die Grenzen der Aufklärung mal wieder live. Trotzdem natürlich nicht unwichtig es immer wieder zu probieren, bleibt ja nicht viel anderes übrig.

  2. 2 Anonym 25. September 2010 um 22:14 Uhr

    Siehe auch den am 10. September 2010 in einer gekürzten Version in der Zürcher NZZ erschienen Artikel von Hans Wolfgang Brachinger „Statistik zwischen Klamauk und Analphabetismus“:

    http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2010/09/statistik-zwischen-klamauk-und-analphabetismus/

    „Es ist Zeichen für den in Deutschland weit verbreiteten statistischen Analphabetismus, der hier nicht nur dümmliche Früchte trägt, sondern unerträglich wird. Die statistische Naivität eines Thilo Sarrazin paart sich mit der statistischen Ignoranz der Bescheidwisser in den Medien.“

    -> Sarrazin selbst als einleuchtendes Anschauungsbeispiel in Sachen „zu niedriger IQ in Deutschland“.

  3. 3 Brains 26. September 2010 um 11:47 Uhr

    @Benni
    Interessiert Leute nicht nur nicht, sondern wird aktiv geleugnet, siehe Kommentarspalte des Artikels:

    „Der Blogbeitrag zeigt wieder einmal deutlich, wie es geschehen konnte, dass unser Land in eine so gravierende Schieflage gerät, wie Thilo Sarrazin sie in seinem Buch aufzeigt. Sarrazins Buch ist eine glänzend geschriebene Bilanz, die sich ganz einfach verifizieren lässt, wenn man mit offenen Augen durch eine beliebige deutsche Großstadt geht.
    Andere Möglichkeit: jeder Berufstätige kann seine Verdienstabrechnungen oder Steuerbescheide ansehen und sich die Frage stellen, wo all das Geld bleibt, das er in die Umverteilungssysteme einbezahlt und nicht mal annäherungsweise in voller Höhe jemals wiedersieht.

    Aber es KANN nun mal nicht sein, was nicht sein DARF. Also werden Taschenspielerzahlentricks benutzt, um zu widerlegen, was doch für jeden nicht ganz Verblödeten auch ohne Statistiken sichtbar ist.

    Ob Thilo Sarrazin in seiner Ursachenbenennung immer richtig liegt, (Prozentsatz der Vererbbarkeit von Intelligenz u.s.w.), das ist nicht mehr das Thema. Auch wenn es nur 30% sein sollten: die Probleme, vor denen wir stehen, sind dennoch gewaltig. Und es ist Sarrazins Verdienst, dass nun zumindest die Schweigespirale durchbrochen ist.“

    Scheiss auf Statistik, ich sehe doch, was ich sehen will, also hat der recht.

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