Ein Antisemit als Bundespräsident?

So langsam wird es zur Selbstverständlichkeit: schon wieder ist ein Bundespräsident abgetreten worden. Das wäre nicht weiter schlimm, würde nicht alle Welt rumheulen, damit würde „das Amt“ beschädigt. Bis in die Linkspartei hinein gibt es die Furcht um das Ansehen Deutschlands in der Welt. So weit, so schlecht – und wie so oft hat alles wesentliche Hermann L. Gremliza bereits dazu gesagt:

Das nun allerdings innerhalb der Piratenpartei mit dem Gedanken gespielt wird, den Antisemiten Georg Schramm als Präsidentschaftskandidaten zu nominieren, macht die Sache nicht gerade besser. Darum, für alle, an denen es vorbeigegangen ist, hier nocheinmal der Hinweis auf die Art von Gesellschaftskritik, wie sie Georg Schramm in der politischen Öffentlichkeit vertritt:

Auf der 67. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 am 14.03.2011 war er geladen um dem Zorn der angereisten Wutbürger Ausdruck zu geben. Dabei hat er uns dann eine Neuauflage der Theorie vom raffenden Geldverleihers, seineszeichens nichtchristlich, geliefert, die bei Youtube nachgehört werden kann, ab Minute 5:25, um genau zu sein (via IkL):

„das volk ist weiter als die in der regierung.[…]
das volk würde liebend gern den banken wieder zu dem ansehen verhelfen, dass sie einmal hatten, als man sie noch geldverleiher nannte. als es noch ein dreckiges handwerk war, dass ein ehrbarer christ gar nicht ausüben wollte. als die ackermänner den dienstboteneingang nehmen mussten, anstatt als fußvolk der herrschenden an der tafel zu sitzen. […]
mit an der herrschaftstafel dürfen geldverleiher erst sitzen, seit sie kaiser und königen den wahlkampf finanziert und dafür das monopol auf silbertaler forderten – und auch bekommen haben.“

Das ist nicht schön, und wird auch nicht besser durch den Hinweis auf bei Minute 8:07, die „wahrhaft mächtigen“ hätten sich schmarotzend im deutschen Volkskörper eingenistet:

„die wahrhaft mächtigen, die sind gewiss, dass sie die gunst des volkes schon verloren haben. das macht die kanzlerin so wertvoll. so lange sie die gunst des volkes hat, hat sie die gunst der macht. das nennt man in der biologie eine symbiose. aber wenn es zu lasten des wirtstiers geht, dann nennt man das eine parasitäre symbiose. und das wirtstier sind wir.“

Was also lernen wir von Georg Schramm? Das in Wirklichkeit „die Geldverleiher“ die Macht haben. Das Geldverleihen ein „dreckiges Handwerk“ ist und dem guten Christen auch lange Zeit als solches galt. Dass sich das verändert hat, weil die Geldverleiher hinter allem Bösen stecken und das politische Geschäft finanzieren. Als solche „wahrhaft Mächtige“ haben sie sich nun einem Parasiten gleich im Wirtstier (also etwas biologisches, wie es scheint) eingenistet – und saugen es aus. Viel deutlicher lässt sich kaum machen, wessen Geistes Kind Georg Schramm ist.

Für die Piratenpartei wird das kaum ein Grund sein, Schramm nicht zu nominieren. Dafür gibt mensch sich zu offen und „unpolitisch“. Eher noch wird sie auf eine Nominierung verzichten, um die „Würde des Amtes“ zu erhalten. Das ist das eine.

Dass dergleichen nicht unwidersprochen bleiben sollte, ist das andere.


60 Antworten auf “Ein Antisemit als Bundespräsident?”


  1. 1 Braaaiiins 18. Februar 2012 um 15:51 Uhr

    Also das mit Parasit und Wirtstier findet sich so fast 1:1 in „Mein Kampf“.

  2. 2 unerträglich 18. Februar 2012 um 18:00 Uhr

    zerleg dich falsche kapitalisuskritik des schramm an den ackermännern (ackermann ist bekanntlich von der ostküste stammender jude) doch mal, statt zu skandalisieren. mit diesem weiteren skandalisierungsbeitrag wird kein einziger schramm-fan aufgeklärt über die fehler des herrn schramm.

  3. 3 Nico 18. Februar 2012 um 20:00 Uhr

    Das ist doch den Haaren herbei gezogen! Wenn man bei euch schon als antisemit bezeichnet wird, weil man Banken und das Geldsystem kritisiert, sehe ich schwarz für eure Plattform. Denn unser aktuelles Bankenwesen hat ausgedient und wird keine 10 Jahre mehr auf diese Weise bestehen bleiben. Auch die zweite Zitierung ist doch nicht antisemitisch! Der Mann ist ein Kabarettist und bringt zeigt Dinge überspitzt zum vorschein. Das ist aber nicht verwerflich, sondern viel eher wünschenswert. Thilo Sarrazin ist antisemitisch und war Bänker.
    -> Also das Gegenteil von Georg Schramm!

  4. 4 Also Bitte 18. Februar 2012 um 20:00 Uhr

    Angemerkt sein die weißen Wort aus Black Dynamite:
    (Bei youtube einfach hinten an hängen, sonst frisst mich der Spamfilter) watch?feature=player_detailpage&v=bOV3RHsFhkI#t=88s

  5. 5 Juli 18. Februar 2012 um 20:31 Uhr

    @nico

    wie braiiins schon schrieb: das ist schon fast eins zu eins „mein kampf“. nicht jede kritik an banken, da gebe ich dir recht, hat was mit antisemitismus zu tun. aber wer von parasiten und wirtstieren redet und im gleichen atemzug von nichtchristlichen geldverleihern fabuliert – also bitte, viel deutlicher gehts doch nun nicht mehr…

  6. 6 Juli 18. Februar 2012 um 20:35 Uhr

    @unerträglich

    hier ging es ja nicht einfach darum, dass die kritik falsch ist (was selbstverständlich der fall ist – ohne die vermeintliche gier der banker wäre die krise schon vor einigen jahr(zehnt)en wesentlicher stärker durchgeschlagen, als wir uns das überhaupt vorstellen können), sondern darum, dass schramm sich ziemlich eindeutig ziemlich ekelhafter ressentiments bedient. und das finde ich jenseits aller inhaltlichen fehler erstmal durchaus bemerkenswert. nicht zuletzt, weil das tatsächlich an vielen vorbeigegangen zu sein scheint, was der herr so loslässt…

  7. 7 Braaaiiins 18. Februar 2012 um 21:06 Uhr

    Wie wäre es denn mal einfach ein wenig im Netz zu gucken, was Hitler so zu Jüdinnen und Juden, Finanzwesen und Parasiten geschrieben hat, statt sofort den „Antisemitismus-Keule“-Vorwurf bringen? Hitler schreibt in Mein Kampf sehr eindeutig und unverblümt vom (volks-)parasitären Charakter der jüdischen „Börsenbanditen“…

    Den großen Unterschied zum nicht-christlich, parasitären Geldverleiher zu Ungunsten des Volkes, kann ich hier nicht finden.

    Quellen:

    Deutsches Historisches Museum: http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/meinkampf/
    Ghetto-Theresienstadt: http://www.ghetto-theresienstadt.de/pages/r/rassenideologie.htm

  8. 8 realismusundtraum 18. Februar 2012 um 22:18 Uhr

    Man kann sein Gesagtes auch anders interpretieren, erst recht, wenn man sich das Video anschaut. Überlegt mal, es gibt heutzutage genügend Banker, die nicht jüdisch sind. Und die kritisiert er in erster Linie. Mehr noch, er geht sogar weiter und wünscht sich, zu den Zeiten zurückzugehen, als es statt Bankern noch Geldverleiher gab, die auf Augenhöhe mit dem Volk standen (und oftmals Juden waren). Er ist politischer Kabarettist, wenn er vom „dreckigen Handwerk“ spricht, das ein „ehrbarer Christ“ nicht ausüben wollte, dann ist das Ironie. Denn diese „ehrbaren Christen“ sind vielfach genau die Banker, die heute das Handwerk ausüben.
    Und wer sich wünscht, in einer Zeit zu leben, da das Geldwesen oftmals in jüdischer Hand war, ist kein Antisemit.

    Zum zweiten Zitat- gut, vielleicht ist der Wortwahl unglücklich gewählt, aber auch das ist kein Antisemitismus. Mist, dass Hitler früher solch ein Beispiel gebracht hat, zweifelsohne aus Populismusgründen. Heute passt es vom Sinne her leider wirklich viel zu oft. Schramm hätte vielleicht eine andere Metapher anwenden können- aber Kritik am Banken-und Regierungswesen mit überspitzten Formulierungen ist kein Antisemitismus, das ist in diesem Falle politisches Kabarett.

  9. 9 unerträglich 18. Februar 2012 um 22:22 Uhr

    ja, dann schaut man in mein kampf rein. das machen eh viele. und da soll man was entdecken? da entdeckt man sicher nicht, was an antisemitismus falsch ist. oder soll der hitler-verweis die kritik an antisemitismus ersetzen?

  10. 10 unerträglich 18. Februar 2012 um 22:25 Uhr

    „und das finde ich jenseits aller inhaltlichen fehler erstmal durchaus bemerkenswert. nicht zuletzt, weil das tatsächlich an vielen vorbeigegangen zu sein scheint, was der herr so loslässt…“

    wem ist das entgangen? seinen fans? glaub ich nicht. die finden das doch gut. nun müsste man ihnen erklären, wieso das falsch ist. eine skandalisierung wird das aber nicht leisten.

  11. 11 daswarkeinhuhn 18. Februar 2012 um 22:38 Uhr

    Mit Verlaub:
    Wenn ich will kann ich eine beliebige Geburtstagskarte deiner Mutter an dich als antisemitisch auslegen. Alleine auf eine solche Idee zu kommen finde ich mehr als paranoid.

  12. 12 Uwe Schaarschmidt 18. Februar 2012 um 23:24 Uhr

    Ihr habt doch nicht alle Gurken im Glas. Wer vermeint, in jedem Geldverleiher zuerst den Juden erkennen zu müssen, ist selbst der größte Antisemit!

  13. 13 blafasel 18. Februar 2012 um 23:31 Uhr

    struktureller antisemitismus also. das interressante daran ist ja, die unausgesprochene gleichsetzung von finanzkapital mit judentum euerseits, denn sonst wäre ja die kritik euch ja nicht so übel aufgestossen. das diese verknüpfung an sich auch schon antisemitisch ist wird hier ignoriert.

    es ist also keine kapitalismuskritik zu machen ohne strukturell antisemitisch zu sein oder? wenn ja, wüsste ich gerne wie.

  14. 14 Sascha 18. Februar 2012 um 23:52 Uhr

    @blafasel

    Afaik kann man sehr leicht Kapitalismuskritik äußern ohne strukturell antisemitisch zu sein. Man muss nur das System kritisieren anstatt eine ganze Menschengruppe bzw. ein Berufsfeld für alles verantwortlich zu machen.

    Schramm ist hier imho strukturell antisemitisch weil er eben nicht das System kritisiert, was durch aus berechtigt ist, sondern sich hin stellt, und pauschal „den Bänkern“ (wer soll das sein?) unterstellt die Weltherrschaft anzustreben bzw. schon erreicht zu haben. Es wird nicht differenziert zwischen einem Herr Ackermann oder einem Herr Blankfein, die tatsächlich mit ihren großen Investmentbanken enorme Macht ausüben und dem „normalen“ Bänker, alle sind sie Parasiten.

    Er hetzt quasi seine Zuhörer dazu auf, auch wenn er es nicht direkt sagt, sich der Bänker zu entledigen. Eine Forderung die man noch drastischer häufiger im #occupy Kontext hört. Das Problem, die Macht der Banken, wird vermenschlicht, es wird eine Menschengruppe als Problemursache herausgearbeitet und nicht die Struktur unseres Wirtschaftssystem betrachtet. Das ist natürlich einfacher, und als Komiker geht es ja darum, „einfache Botschaften“ rüber zu bringen, aber es ist mMn. gefährlich, weil hiermit der Frust und die Wut der Menschen über das System gebündelt und auf eine Personengruppe, „die Bänker“, kanalisiert wird.

  15. 15 Oxnard 19. Februar 2012 um 0:15 Uhr

    Klar ist das möglich. Aber durch Analyse und nicht durch Ressentiment. „Die Ackermänner“ zu verteufeln als wären sie ein besonders widerwärtiger Schlag Mensch, obwohl sie einfach geschäftige Opportunisten sind, die sich von Millionen anderen Opportunisten nur durch die Fähigkeit, das System zu durchschauen und für sich nutzbar zu machen unterscheiden, ist jedenfalls nicht gerade Zeichen einer messerscharfen Analyse. Doch statt zu schauen, welche Mechanismen der Existenz der „Ackermänner“ zugrunde liegen, bleibt man im geifernden, neidgeschwängerten Wutbürgerressentiment stecken oder sieht aus eigenem Unvermögen dunkle Kräfte am Werk, die die abstrakten Vorgänge des Finanzmarktes kontrollieren. Das sind traditionell antisemitische Muster, die unverändert weiterbestehen, während bekennende Antisemiten ja praktisch eine aussterbende Spezies sind. Der Hass auf das Abstrakte lebt bei den Feinden moderner Architektur in Stuttgart in der autonomen Sambagruppe. „Ich soll ein Antisemit sein? Aber ich demonstriere doch gegen Nazis, bin Pazifist und ernähre mich vegan. Das musst Du mir erklären!“

    Und das bezieht sich nur auf die „Kritik“ von Gruppen wie der „Occupy“-Bewegung. Bei Schramm muss man sich ja nicht mal die Mühe machen, so weit auszuholen. Dass der unchristliche/ungermanische Parasit, der am Volkskörper saugt und ihn vergiftet Nazirhetorik in Reinform ist, sollte jedem, der in Deutschland länger als vier Jahre zur Schule gegangen ist, klar sein. Außer natürlich, man hat den Hass auf die „Geldverleiher“ schon so verinnerlicht, dass man mit seinem simplen Welt-und Menschenbild ganz zufrieden ist. Aber dann sollte man auch aufhören, ständig das Recht auf „Kritik“ einzufordern, wo man nicht bereit ist tatsächliche Kritik zu formulieren.

  16. 16 Braaaiiins 19. Februar 2012 um 0:33 Uhr

    Der Hitlerverweis soll zeigen, dass der Vorwurf die Ausdrucksweise eines Herrn Schramm sei nah an widerlichen Resentiments, sicher nicht an den Haaren herbeigezogen ist. Wenn einer fast druckreif des Nazijargons sich bedient, ist es nur richtig genau darauf hinzuweisen und es ist unsäglich, dass sofort im Refelx Leute zur Rettung herbeispringen und beim besten Willen keine Vergleichbarkeit erkennen wollen.

    Wer der Parasitenmetapher sich bedienend Politik macht, der sollte sich auch im Klaren sein, wes Geistes Kind diese Metaphorik ist.

    Vergleiche auch „Hetzen mit Tieren“: http://www.publikative.org/2012/02/08/hetzen-mit-tieren/

    Struktureller Antisemitismus kritisiert übrigens Argumentationsmuster, die das vermeintlich gierige Finanzkapital und die Banker mit allem Übel der Gesellschaft gleichsetzen und es der guten, ehrlichen Arbeit gegenüberstellen. Ein Bezug auf Judentum findet nur insofern statt, als dass die strukturelle (sic!) Ähnlichkeit zu den antisemitischen Argumentationsmustern des NS (raffendes Kapital vs schaffendes Kapital) aufgezeigt wird. Diesem Hinweis zu unterstellen selbst antisemitisch zu sein, weil er ja auf die antisemitische Hetze der Nazis referriert, ist doch wohl kein ernstgemeintes Gegenargument, oder?

  17. 17 Juli 19. Februar 2012 um 0:38 Uhr

    @unerträglich

    ja, tatsächlich. einigen von denen ist das entgangen. auch wenn das dein einfach gestricktes weltbild überschreiten mag. und wenn’s nicht passt – du musst das ja auch nicht lesen hier…

    @blafasel

    was bitte soll denn die nichtchristliche religion sein, die in früheren zeiten das geldverleihen monopolisiert hatte, von der schramm da redet? der buddhismus?
    jedem, der sich nicht absichtlich blöd stellt ist doch klar, worum es ihm geht. Ich muss da gar nix gleichsetzen, dass macht der Kamerad schon ganz von alleine.

    davon ab: natürlich kannst du kapitalismuskritik machen ohne antisemitisch zu sein. aber schramm macht ja keine kritik am kapitalismus, sondern eine kritik an kapitalisten. das alleine ist vielleicht falsch, aber nicht antisemitisch. da er diese billige polemik nun aber mit eindeutigen verweisen aufläd (parasiten, wirtskörper, gierige geldverleiher im mittelalter etc.) wird aus der falschen kritik dann eben eine strukturell antisemitische falsche kritik.

  18. 18 Joschua 19. Februar 2012 um 1:06 Uhr

    Bei allem Respekt,
    Es ist vielleicht etwas voreilig, einen Satiriker zum Antisemititen zu machen, der in der Rolle seiner Kunstfigut „Lothar Dombrowski“ historische Gesellschaftskonventionen unkritisch und einseitig darstellt.

    Nach der obigen Argumentation wäre auch Aristoteles, der im Geldverleih einen Verstoß gegen die Naturordnung sieht ein Antisemit.

    Es sollte also durchaus möglich sein, das historische Ansehen der Geldwirtschaft als Vorbild zu nehmen und gleichzeitig den pauschalisierten Hass gegen ein Volk bzw. eine Religion entschieden abzulehnen.

  19. 19 unerträglich 19. Februar 2012 um 1:21 Uhr

    „und es ist unsäglich, dass sofort im Refelx Leute zur Rettung herbeispringen und beim besten Willen keine Vergleichbarkeit erkennen wollen.“

    wer soll das sein? ich? ich will den schramm sicher nicht retten. ich stelle nur fest: du versucht schramm mit dem hitler-vergleich zu blamieren, kritisiert aber hitler und die von ihm vertretenen inhalte gar nicht. das ist bestenfalls hilflos.

  20. 20 Braaaiiins 19. Februar 2012 um 1:56 Uhr

    Was wäre denn an Hitlers Inhalten ernsthaft zu kritisieren? Das würde ja unterstellen, es gäbe eine Substanz an Mein Kampf, die einer kritischen Auseinandersetzung würdig wäre?

    Muss man sich wirklich hinsetzen und durchdeklinieren, warum die Inhalte Hitlers unsäglich sind, damit eine Kopie hitlerscher Sprache dann auch wirklich gerechtfertigt ist?

    Der Reflex bezig sich, im Übrigen, nicht auf deine Posts, das hätte ich klarer trennen sollen, sorry.

  21. 21 redlope 19. Februar 2012 um 2:41 Uhr

    Ach….? wo spricht denn Herr Schramm von „Juden“?
    Dass Du diese Passge auf Juden beziehst, ist Dein Problem – und zeigt Deinen eigenen Antisemitismus, da Du offenbar „Juden“ gleichsetzt mit dem schmarotzenden, ausbeuterischen Finanzsystem, das inzwischen derart marode ist, dass es die Spatzen von den Dächern pfeifen!
    (ich z.b. kenne arme ungarische Juden, die Auschwitz überlebt haben und nie viel Geld hatten)

  22. 22 redlope 19. Februar 2012 um 2:44 Uhr

    Ach….? wo spricht denn Herr Schramm von „Juden“?
    Dass Du diese Passage auf Juden beziehst, ist Dein Problem – und zeigt Deinen eigenen Antisemitismus, da Du offenbar „Juden“ gleichsetzt mit dem schmarotzenden, ausbeuterischen Finanzsystem, das inzwischen derart marode ist, dass es die Spatzen von den Dächern pfeifen!
    (ich z.b. kenne arme ungarische Juden, die Auschwitz überlebt haben und nie viel Geld hatten)

  23. 23 blafasel 19. Februar 2012 um 3:41 Uhr

    @juli, Sascha, braaiiins, oxnard etc.pp: Ok, Danke für die Präzisierung, jetzt kann ich eure Argumentation nachvollziehen.

    >>Zitat – Sascha

    Struktureller Antisemitismus kritisiert übrigens Argumentationsmuster, die das vermeintlich gierige Finanzkapital und die Banker mit allem Übel der Gesellschaft gleichsetzen und es der guten, ehrlichen Arbeit gegenüberstellen. Ein Bezug auf Judentum findet nur insofern statt, als dass die strukturelle (sic!) Ähnlichkeit zu den antisemitischen Argumentationsmustern des NS (raffendes Kapital vs schaffendes Kapital) aufgezeigt wird. Diesem Hinweis zu unterstellen selbst antisemitisch zu sein, weil er ja auf die antisemitische Hetze der Nazis referriert, ist doch wohl kein ernstgemeintes Gegenargument, oder?

    Da habe ich mich wohl nicht klar ausgedrückt. Was mich verwundert hatte war, den Begriff des Antisemitismus direkt mit personifizierter Kapitalismuskritik in Zusammenhang zu bringen. Für mich, hat sich – dreht man diese Argumentation um – die Frage gestellt, ob nicht überspitzt formuliert alle Kapitalisten ja Juden sein müssten. Also die indirekte Unterstellung, dass Juden immer noch größtenteils im Finanzgeschäft tätig seien, was dann für mich auch nur antisemitisch Klischee ist. Soweit zu meiner schnell hingeschriebenen Logik.

    Deine Antwort und erneute Definition des Begriffes lässt sich dann gut Abgrenzen von meiner „Unterstellung“.

    Ich versuche es mal für mich zusammen zu fassen:
    Der Begriff des strukturellen Antisemitismus, weist also auf die Verwendung von Argumentationsmustern hin, die ihrer Struktur nach denen antisemitischer Hasstiraden ähneln (z.B. aus NS-Zeiten) aber eben nicht „plump“ offen antisemitisch sind (d.h. die Juden werden nicht explizit erwähnt).

    Das heißt, soweit ich das jetzt nachvollziehen kann, aber auch das der Begriff durchaus weitläufig anwendbar ist, und nur noch peripher mit Judentum in Verbindung zu bringen ist. Demnach wäre eine Argumentation, die der Form nach den Antisemitischen Hetzen der Nazis ähnlich ist per se auch strukturell antisemitisch? Auch wenn es bei der Kritik überhaupt nicht mehr um Judentum in entferntester Form geht?

  24. 24 pascal 19. Februar 2012 um 4:25 Uhr

    Ihr begeht den gleichen Fehler wie die Piraten: Schramm spielt auf der Bühne Rollen, meistens die des Rentners Lothar Dombrowski, dessen Ansichten nicht zwangsläufig deckungsgleich sind mit denen von Schramm persönlich.

    Wäre das so in einem vollständigen Programm vorgekommen, wäre für die Kritik eindeutig, dass Schramm hier, durch den paranoiden, rückwärtsgewandten (immerhin hätte er gerne den alten Fritz zurück), sozialdarwinistischen (er möchte sich umbringen, sobald er der Gesellschaft auf der Tasche liegt und andere mögen es ihm gleichtun) Charakter Dombrowski genau diese Art Leute satirisch-kritisch bearbeitet.

    Warum mögen Piraten und Verschwörungstheoretiker wohl Dombrowski so gerne und verwechseln ihn mit der Person Schramm? Warum posten die nie Clips seiner Charaktere Samftleben, Drucker August oder Pharmareferent? — Natürlich weil sie dort die ironische Ebene erkennen würden. Sie glauben nicht, dass Schramm wirklich so schlechte Witze wie der Pharmareferent macht, das ist ein Charakter der schlechte Witze macht. Sie glauben nicht, dass Schramm nach seiner Bundeswehrzeit nur noch in Militäreuphemismen spricht und so die menschliche Perspektive verloren hat, das ist ein überzeichneter Charakter.

    Und genauso ist Dombrowski der überzeichnete Charakter eines Typen der täglich Zeitung liest und sich für vollständig informiert hält, einer der mal entdeckt hat, dass eine lang gehegte Annahme falsch war woraufhin sein ganzes Weltbild zusammebrach und er seitdem alles für falsch hielt. Ein typischer VTler eben, der den Dawkins’schen Spruch “we should be open minded, but not so open mined that our brains fall out” missachtet. Leider finden sich genau diese Leute recht häufig unter den Piraten (dank ihrer uninformierten Kellerkinderherkunft, die durch die Piraten erstmals politisiert wurden, Fefe lesen, feststellen dass sie sich mal irgendwo geirrt hatten und seitdem alles für Teil der Verschwörung halten), die sehen die satirische Ebene nicht und nehmen es wörtlich.

    Im Interview mit den Schweizer VTlern ist mir aufgefallen, dass Schramm sehr naiv an diese Sache herangeht, er hat keine Ahnung, wie die jüngeren VTler so ticken, Dombrowski basiert auf Zinskritiker-Altnazis, nicht 2012-Chemtrails-Mondlandelügnern. So macht er unreflektierte Aussagen, die so interpretiert werden können, er glaube z.B. an Chemtrails.

    Kann natürlich auch sein, dass ich mich irre und er wirklich ein Antisemit ist, und wenn er meint er könne sich mit Dombrowski austoben, wörtlich meint, er könnte dann seine ungefilterte Meinung herausblasen, statt Satire zu betreiben (was seine Aufgabe wäre, ich möchte kein Wort aus seinem Mund hören das nicht auf mindestens zwei Metaebenen die Bedeutung wechselt). Das wäre schade und kurz darauf werden zwei DVDs auf eBay landen.

  25. 25 Juli 19. Februar 2012 um 8:57 Uhr

    Was an der im Beitrag geschilderten Darstellung problematisch (und was daran schlicht falsch) sein könnte, findet ihr auch in diesem Beitrag der DGB-Jugend argumentiert:
    http://baustein.dgb-bwt.de/PDF/B3-Geldsaecke.pdf

  26. 26 unerträglich 19. Februar 2012 um 11:23 Uhr

    Braaaiiins: das muss man machen. weil es genügend menschen gibt, die die gedanken von hitler oder gedanken, die denen von hitler ähneln, für richtig halten.

  27. 27 Juli 19. Februar 2012 um 12:29 Uhr

    @pascal

    also Schramm meint das alles ganz anders und führt die antisemitischen Hetzreden, die dann von den Leuten bejubelt werden, nur so zum Spaß vor? Ich gebe Dir ja recht, das er da eine Rolle spielt. Aber diese Rolle bedient doch Ressentiments der Leute, die Klatschen ja schließlich alle und johlen! Auf der anderen Seite ist es auch nicht zynisch überzeichnet, so dass deutlich werden würde, dass das in Wirklichkeit Bullshit ist. Die gängige Meinung nach dem Hören seiner Beiträge ist vielmehr „Endlich hat’s mal einer gesagt.“

    Aber vielleicht hast Du ja recht: vielleicht ist ihm das noch nicht aufgefallen, weil er da, wie du schreibst „naiv“ rangeht. Dann ist er tatsächlich kein Antisemit, sondern dumm. Dann allerdings müssten wir uns über die Leute im Publikum unterhalten…

  28. 28 meep 19. Februar 2012 um 15:14 Uhr

    ich bin deutscher juedischen glaubens und werde nie verstehen, warum ich staendig als antisemit bezeichnet werde, wenn ich das zinssystem kritisiere. es muss sich um eine positive diskriminierun handeln, ich bitte um aufklaerung.

  29. 29 Juli 19. Februar 2012 um 16:22 Uhr

    @meep

    Hat doch auch keineR hier getan. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

    (Auch wenn sich nicht von der Hand weisen lässt, dass es inhaltlich dummes Zeug ist, ein vermeintliches „Zinssystem“ zu kritisieren…)

  30. 30 Entdinglichung 19. Februar 2012 um 17:25 Uhr

    das christliche wie auch das islamische Zinsverbot war immer nur Heuchelei und wurde z.B. dadurch umgangen, indem einfach ein geringerer Beitrag, als im Vertrag genannt, von der Bank an den Kreditnehmer ausgezahlt wurde oder die anfallenden Zinsen umbenannt wurden

  31. 31 bill gates 19. Februar 2012 um 19:21 Uhr

    @pasacal
    Grundsätzlich ist deine Argumentation mit der Kunstfigur ja richtig, fragt sich aber, ob die hier Anwendung finden kann. Und zwar in zwei Richtungen.

    Zum einen stammen die obigen Zitate ja nicht aus einem Kabarett-Programm, sondern von einer politischen Kundgebung. Die Darbietung hat die Form einer politischen Rede, und es ist auch auf der Ebene des Inhalts der gespielten Rolle eine solche. Die Differenz, die du machen möchtest, macht Schramm selbst offensichtlich nicht, oder zumindest nicht immer.

    Zum anderen muss eine satirische Darbietung irgendwelche Mittel haben, durch die die Kritik am Dargestellten deutlich wird. Irgendwas muss doppeldeutig sein oder was auch immer das rethorische Mittel ist. Was soll das in diesem Fall sein?

    Ich sehe es nicht, weswegen es mir angemessen scheint zu sagen, dass die Rolle, die er hier spielt, die bloße Legitimation des Ressentiments ist. Er traut sich in der Rolle zu sagen, was er sich ausserhalb nicht traut. Eine Grenze, die er durch Auftritt auf einer politischen Kundgebung selbst auch noch überschritten hat.

  32. 32 Alex 19. Februar 2012 um 21:31 Uhr

    Schramm ist, wenn überhaupt, in dieser Rolle kein Anti-, sondern ein Philosemit, wenngleich das eine genauso haltlose Unterstellung wäre. Er spricht sich doch im Namen des Volkes dafür aus, den Geldverleihern wieder zu dem Ansehen verhelfen zu wollen, das sie einmal hatten, als es noch ein vermeintlich „dreckiges Handwerk“ war, mit dem die nur scheinbar „ehrbare[n] Christ“en nichts zu tun haben wollten. Das parasitäre Element hielt nach ihm erst Einzug in das Bankenwesen, als auch die schon angesprochenen, scheinbar ehrbaren Christen, dieses System infiltrierten.

    Daraus aber einen Antisemitismus Schramms lesen zu wollen, erfordert schon eine gehörige Portion Chuzpe.

    Wieso liest/hört niemand das, was Schramm in seiner Rolle auch wirklich sagt?

  33. 33 michu aus f 19. Februar 2012 um 22:05 Uhr

    Geil, daß die FDP-CDU-Jugend, deren Opas NSDAPler und SS-Männer waren heute jeden als „Antisemiten“ beschimpfen, sobald er den Eindruck macht, er könnte eine andere Meinung als die Bundesregierung vertreten.

  34. 34 Pirat 19. Februar 2012 um 22:30 Uhr

    Also wenn jeder der die Politik Israels oder die Exzesse des Bankenkapitalismus kritisiert automatisch als Antisemit hingestellt wird dann ist das gefährlich.

    Gefährlich deshalb weil dadurch die Taten der echten Antisemiten (Nazis, Islamisten usw) durch solch unangebrachte vergleiche relativiert werden. Wer also andere wegen jeder Kleinigkeit mit der Anschuldigung überzieht sie seien Antisemiten benutzt nur die Leiden der Opfer des echten, NS Antisemitismus um unliebsame Meinungen zu diskreditieren und macht sich so meiner Ansicht nach ebenfalls Schuldig.

  35. 35 Juli 20. Februar 2012 um 9:33 Uhr

    @alex
    es stimmt schon, dass sich der antisemitismus da ein wenig mit stinknormalem rassismus bricht. denn der „ehrbare christ“ ist ja offensichtlich zu gut für das „dreckige handwerk“. er ist damit aber in eine höhere position gerückt im vergleich zu denen, die dies andwerk ausüben. insofern als das es beim mittelalterlichen antijudaismus sich nicht um modernen antisemitismus handelte, ist dass dann fast schon wieder passend.
    und beklagt wird dann, das diese einfache gleichung heute nicht mehr aufgeht. heute dürfen die geldverleiher alles machen und „uns“ wie parasiten aussaugen. ob dann noch die entsprechende zuschreibung gemacht wird spielt keine wirkliche rolle mehr, da der verweisungskontext auf die biologie und der wunsch zur behandlung der parasiten mit den entsprechenden mittelchen aus jeder zeile spricht…

  36. 36 Juli 20. Februar 2012 um 12:56 Uhr

    @michu aus f

    welche fdp-cdu-jugend meinst du jetzt? von denen hab ich hier noch gar nichts gelesen… und die sollte auch lieber stille schweigen – schließlich hat ihre mutterpartei mit dem kameraden gauck gerade jemanden als bundespräsi nominiert, der nicht nur sarazzin für einen „mutigen mann“ hält, sondern zudem der auffassung ist, der holocaust sei doch gar nicht so furchtbar schlimm gewesen, wie immer alle behaupten.

    das sollte allerdings nicht davon ablenken, dass auch in zusammenhängen, die sich selber als kritisch darstellen, gerne mal ressentimentgeladen dahergeredet wird. und, ganz unter uns, der vorwurf war hier ja nicht, eine andere meinung als die bundesregierung gehabt zu haben….

  37. 37 Antiantideutsch 20. Februar 2012 um 14:05 Uhr

    Ach ihr Antideutschen:

    Ihr mit eurer fluffigen Antisemitismus Gegeifere.
    Setzt die Keule jedesmal an wenn jemand Kritik äußert gegen:

    Imperialismus
    Kapitalismus
    Israel

    Zu guter Letzt auch noch für Mord und Todschlag auf der Welt sein trommeln.

    Warum schimpft ihr euch eigentlich Links?

  38. 38 Juli 20. Februar 2012 um 15:12 Uhr

    @pirat

    wird nicht umgekehrt ein schuh daraus?
    welche funktion hat es, mit dem finger auf „die anderen“ zu zeigen, die alle ganz böse sind – und die ressentiments innerhalb der eigenen gesellschaft nicht in den blick nehmen zu wollen?

  39. 39 Juli 20. Februar 2012 um 15:59 Uhr

    @Antiantideutsch

    Hallo lieber Pro-Deutscher!

    Das ist ja wirklich eine ganz tolle Projektionsleistung. Hier geht es überhaupt nicht um Israel – aber Du scheinst irgendwie der Meinung zu sein, das sei hier Thema. Und was bitte hat es mit Antideutschtum zu tun, wenn ich die Biologisierung gesellschaftlicher Verhältnisse (also von Wirtstieren statt von Kapitalismus reden) für eine reaktionäre Erfindung halte? Wenn ich also gerade den Mord und Totschlag, der damit für gewöhnlich begründet wird, kritisiere?

    Und wo hat der Schramm den Kapitalismus kritisiert? Das wäre ja mal was ganz feines. (Pispers kriegt das zwischen den Zeilen ja immer mal wieder hin) Er hat Menschen kritisiert, Kapitalisten nämlich. Besser noch: Finanzkapitalisten. Gegen Krupp und Thyssen hab ich da nix gehört.

    Warum nennen sich Leute wie Du eigentlich links?

    Warum nennst Du Dich eigentlich links, wo Du doch scheinbar eine Kritik an Kapitalisten wichtiger finest als eine am

  40. 40 tee 20. Februar 2012 um 16:33 Uhr

    ich frag mich ja immer, wie einer vom „strukturellen antisemitismus“ dazu kommt, als „antisemit“ bezeichnet zu werden, und nicht etwa „struktureller antisemit“.

  41. 41 assi 20. Februar 2012 um 17:43 Uhr

    emanzipiert bist du noch lange nicht! scheiss nazi!

  42. 42 Juli 20. Februar 2012 um 18:02 Uhr

    hallo lieber assi!

    erklär mir das doch bitte mal kurz: weil ich nazi-jargon ablehne, bin ich ein nazi? das is mal eine form der dialektik, die mir völlig neu ist…

    ich finde es übrigens sehr gut, das hier so viele beispiele für reaktionäre kackscheiße gepostet werden. das gibt stoff für einige lustige blog-beiträge. jedes dieser postings, so dünkt mir, macht deutlicher, warum interventionen wie diese wichtig sind. in diesem sinne: weiter so!

  43. 43 Juli 20. Februar 2012 um 19:35 Uhr

    @tee

    das liegt an meiner unüberlegten formulierung beim verfassen des beitrages ;-)

    wobei ich, wie oben bereits ausgeführt, schon finde das in diesem falle diskutabel ist, ob die grenze vom der struktur zur realität nicht bereits überschritten wurde….

  44. 44 Juli 20. Februar 2012 um 20:48 Uhr

    Hier noch mal eine ausführliche Kritik an der Kritik:

    http://emanzipationoderbarbarei.blogsport.de/2012/02/20/der-autoritaere-mob/

  45. 45 tee 20. Februar 2012 um 21:46 Uhr

    btw, klartext u.a. zu ackermann und den bilderbelgern …

  46. 46 tee 20. Februar 2012 um 22:02 Uhr

    übrigens interessant, von wem sich schramm da interviewen ließ. dass diese verschwörungstheoretiker und reichsbürger in spe dann auch fragen nach 9/11, chemtrails und bilderberg stellen, verwundert nicht …

  47. 47 Michl 20. Februar 2012 um 22:09 Uhr

    Lieber Author,

    wie gezielt sie doch Herrn Schramm des Antisemitismus anklagen, nur weil sie in ihrer geistigen Umnachtung Ansätze der Ähnlichkeit
    zwischen Schramm´s Rede und „Mein Kampf“ zu finden erhofften.

    Ich bin auch kein „ehrwürdiger Christ“ aber dies macht mich nicht zum Juden, oder doch?

    Verschwenden sie nicht ihre kostbare Zeit mit dieser Plattform, wenn sie doch mit ähnlich unsinnigen Artikeln als Journalist bei der BILD in den Himmel gehoben werden würden.

  48. 48 @tee 21. Februar 2012 um 0:07 Uhr

    @tee: das diese we are change typen nazi-eso-verschwörungstypen sind ist unbestreitbar. die frage ist wie schramm da hineingeraten ist, ich glaube ihm wurde das als „nach dem auftritt interview mit den veranstaltern“ verkauft. ich will ihn auch nicht in schutz nehmen, aber seine offensichtliche unwissenheit in bezug auf chemtrails und sein satarisches ausweichen auf den 11. september quark erwecken eher den eindruck von blanker unwissenheit mit wem er hier denn zu tun hat. dass er da nicht hinterher ist kann man ihm sicherlich irgendwo anlasten, aber offensichtlich stichhaltige informationen zu den leuten lassen sich auf anhieb auch google nicht finden. auch deren homepage ist mehr oder weniger ambivalent gehalten, mit geschickt eingestreuter verdummung die sich als kritik legitimieren will.

  49. 49 Alex 21. Februar 2012 um 0:38 Uhr

    Der „ehrbare Christ“ ist doch laut Schramm (in seiner Rolle) nicht zu gut für das „dreckige Handwerk“. Es ist nur der scheinbar [!sic] ehrbare Christ, der sich für das vermeintlich [!sic] dreckige Handwerk zu Schade ist. Schramm stellt hier niemanden höher, er kritisier die, die sich als anderen übergeordnet sahen!

    Wenn überhaupt, ist das Philo- und nicht Antisemitismus.

    Wenn man das aufgrund der beiden Zitate weiterspinnt, kam das Parasitäre Element nach Schramm (in seiner Rolle) erst durch die Christen in die Geldwirtschaft.

    Wenn man das wirklich unbedingt aufeinander beziehen will, dann doch so, als Philosemitismus. Nur das ist genauso haltlos. Es ist plumpe Rabulistik, Schramm daraus einen antisemitischen Strick drehen zu wollen.

  50. 50 Hansi 21. Februar 2012 um 0:42 Uhr

    Ich frage mich gerade ob er die Schweizer Verschwörungstheoretiker verarscht, was man an seiner Antwort zu diesem Chemtrail-Schwachsinn deuten kann, oder ob er wirklich ein notorischer VT/Antisemit ist?

    Ich befürchte letzteres.

    Leider haben sog. Post-Antideutsche mit ihren inflationären Antisemitismusvorwürfen der wichtigen Kritik an antisemitischen Denkweisen einen Bärendienst erwiesen. Sieht man ja auch hier im Blog, wo die wahrscheinlich berechtigte Kritik gegenüber Schramm gleich von anderen als „antideutsch“ abgekanzelt wird…

  51. 51 Juli 21. Februar 2012 um 9:39 Uhr

    @Alex

    Selbst wenn das so wäre – es geht ja nicht um die konkrete Zuordnung der Gruppenzugehörigkeit derer, die am Ende auf den Scheiterhaufen kommen – sondern um die dahinterstehende Denklogik und die Anlage des Argumentes.

    Siehe auch hier:
    http://emanzipationoderbarbarei.blogsport.de/2012/02/19/antisemitismus-und-kapitalismuskritik/

  52. 52 Alex 21. Februar 2012 um 20:05 Uhr

    Es ist also antisemitisch aufgrund der Denkanlage, wenn Schramm in seiner Rolle allerhöchstens und verklausuliert forderte, die heutigen scheinbar [!sic] ehrbaren christlichen Banker mögen bitte auf Scheiterhäufen landen, was er nicht tut?

    Das ist eine absurde Konstruktion!

    Schließlich ist dein anderer Eintrag schon direkt im ersten Satz falsch. Die zitierten Stellen können keine Äußerung Schramms über „parasitäre nichtchristliche Geldhändler“ belegen (alleine, man entfernte das „nicht“).

    Eine Metapher, noch dazu wenn sie sich verbreiteten Mechanismen der Natur bedient, als strukturell antisemitisch zu bezeichnen, weil ein Unfassbarer sie im Knast so ähnlich diktierte, und obwohl sie im Beispiel Juden nicht einmal im Entferntesten zu ihrem Gegenstand macht, ist, ich wiederhole mich, absurd. Und ich wehre mich gegen Versuche, die Möglichkeiten von Sprache aufgrund solcher Argumentationen beschneiden zu wollen.

  53. 53 Hans 21. Februar 2012 um 21:35 Uhr

    SCHRAMM IST KEIN ANTISEMIT.

    Genausowenig wie ich Antisemit oder Semit bin.
    Ich ignosriere Religion und betrachte sie als Privatsache.
    Menschenrechte jedoch ignoriere ich nicht.

  54. 54 Martin 21. Februar 2012 um 22:04 Uhr

    Heieiei,

    wie sagte ein anderer Kabarettist einst, „wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten“.

    In diesem Falle heißt das, wer keine Ahnung von Geschichte hat, und bei den meisten hier scheint das geschichtliche Wissen ja nicht über Mein Kampf hinauszugehen, der sollte sich erst informieren oder einfach die Füße/Finger stillhalten.

    Schramm ist Kabarettist und überspitzt und vereinfacht daher selbstredend. Nichtsdestotrotz trifft seine Argumentation ja schlicht und ergreifend zu. Im Mittelalter war es dem „guten“ Christ, den damaligen Moralvorstellungen entsprechend, eben nicht erlaubt oder zumindest doch sehr verrufen Geld zu verleihen. Da der Bedarf danach aber da war und den Juden das meiste andere verboten wurde nahmen diese die Lücke in Beschlag. Soweit ist das historische Realität, daraus wird jetzt ein Antisemitismusvorwurf konstruiert, das ist schon abenteuerlich.

    An alle, die es auch jetzt noch nicht begriffen haben mal die Empfehlung, schaut euch Das Leben des Brian an und ersetzt an entsprechender Stelle „Jehova“ mit „Hitler“. Das umreißt den Denkhorizont vieler hier.

  55. 55 Kasus 21. Februar 2012 um 22:38 Uhr

    Ich finde den Begriff „strukturell antisemitisch“ ansich extrem problematisch, eben wie den Großteil der Antisemitismus-Diskussionen dieser Tage, da der Bezug zum Judentum gegen Null geht, die Glaubensgemeinschaft beinahe ausschließlich in diesem Opferkontext zur Sprache und damit ins Bewusstsein kommt.

    Dass Schramm Hitler Metaphorik verwendet finde ich zynisch, aber das macht ihn nicht zum Antisemiten. Im Gegenteil, was die Menschen hier ärgert, wie mich natürlich auch, ist dass man ihm auf den Leim gegangen ist und die Mechanismen eben immernoch sehr gut funktionieren, auch wenn man ja totaler Öko-parzifist ist.

    Es ist aber nicht egal, ob man solch manipulative Rhetorik von einem Satiriker abbekommt oder einem tatsächlichen Politiker. Schramm muss sich bewusst sein, dass das abschreiben aus „Mein Kampf“ im multimedialen Zeitalter nicht unentdeckt bleibt und wenn man dann am Ende merkt, man hat nicht Schramm, sondern Hitler zugejubelt, ist es doch eine ziemlich gekonnte Pointe.

    Schönen Abend!

  56. 56 Simon 23. Februar 2012 um 18:02 Uhr

    OMG… Doublefacepalm.
    Eine waghalsigere Antisemitismus Herleitung habe ich selten gehört/gelesen…

    @Martin

    Danke, dem ist nichts hinzuzufügen

  57. 57 Juli 23. Februar 2012 um 18:58 Uhr

    @Martin

    Na, da hast Du den Teil mit den Parasiten aber mal schnell beiseite gelassen, was? Ich habe ja gerade argumentiert, dass gerade dadurch das ganze problematisch wird. Aber wer wird schon so genau hinkucken, wenn es darum geht, einen Heroen zu verteidigen…

  58. 58 alkohol 27. Februar 2012 um 15:43 Uhr

    @ Brains

    „Also das mit Parasit und Wirtstier findet sich so fast 1:1 in „Mein Kampf“.“

    Trotzdem ist das noch kein Antisemitismus, sondern gewöhnlicher Charaktermasken-Sprech. Alle möglichen Akteure der bürgerlichen Gesellschaft werfen Mitkonkurrierenden Gier und Korruption vor. Wer aber vom Kapitalismus nur am Rande und verhalten freundlich sprechen will, sollte vom Nationalsozialismus vielleicht doch besser schweigen.

    Georg Schramm hat halt keine besonders elaborierte Gesellschaftskritik und bleibt an der Oberfläche kleben, so dass er die beklagten Missstände sich nur mit moralischen Defiziten der Banker und Politiker erklären kann.
    Insofern ist der Hype um ihn traurig. Dass er mit Gauck als Buprä ganz zufrieden wäre, scheint seinen Fans auch nicht weiter der Rede wert zu sein.

  59. 59 Peter Nowak 27. Februar 2012 um 23:11 Uhr

    Hinweis auf Telepolis-Artikel, in dem ein Text zu Schramm von euch verlinkt ist.

    beste Grüsse

    Peter Nowak

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/151514

  60. 60 Gnom vom Dienst 29. Februar 2012 um 22:45 Uhr

    [Zitat Juli]
    „(Auch wenn sich nicht von der Hand weisen lässt, dass es inhaltlich dummes Zeug ist, ein vermeintliches „Zinssystem“ zu kritisieren…“
    [/]

    Ich will die eigentliche Diskussion nicht nochmal wiederbeleben (ist spätestens mit Martins Kommentar alles gesagt), aber das obenstehende Zitat hätte ich wirklich gern erklärt.
    Genauer gesagt habe ich 2 Fragen:

    (1) Was ist ein „vermeintliches“ Zinssystem?
    (2) Wieso ist es inhaltlich dumm, es zu kritisieren?

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