Antisemitismus und Kapitalismuskritik

Als ich gestern einen Beitrag zu Georg Schramm und dessen Äußerungen über parasitäre nichtchristliche Geldhändler verfasst habe, hatte ich zwar bereits mit Kritik gerechnet, nicht aber mit der, die da kam. Gerechnet hatte ich mit dem Hinweis auf die strukturelle Bedeutung von Antisemitismus für die Konstitution der deutschen Nation und flapsigen Bemerkungen wie „Hier wächst zusammen was zusammen gehört“. Nicht gerechnet habe ich damit, dass sich tatsächlich Menschen hinstellen und da keinerlei Nähe zum Antisemitismus sehen wollen. Und weil sich das in Kommentarspalten immer nur halb verständlich machen lässt, hier ein etwas weiter ausholender Versuch der Systematisierung. Ich werde dabei zunächst etwas allgemeiner auf Funktionsweisen des Kapitalismus (I) und damit verbundene Ideologiebildungen (II) eingehen und sodann derenUnterschiede im Detail untersuchen (III). Dabei bitte ich immer zu beachten, das es sich hierbei um einen Blogbeitrag und nicht um eine Doktorarbeit handelt ;-)

I

Wer verstehen will, was der Kapitalismus ist, muss m.E. zunächst danach fragen, was ihn im Unterschied zu anderen Gesellschaftstypen ausmacht. Als erstes kommt einem bei Kapitalismus ja oft die Typisierung als „Klassengesellschaft“in den Kopf und denken dabei ein wenig an Karl. Der allerdings schrieb bereits im berühmt-berüchtigtenKommunistischen Manifest den sagenumwobenen ersten Satz: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.“ Klassenkämpfe sind also etwas, dass sich laut Marx auf alle Epochen der Geschichte erstreckt und nichts, was dem Kapitalismus eigentümlich wäre.
Ich Kürze die Suche hier mal ab, es geht ja schließlich um was ganz anderes: Der Kapitalismus unterscheidet sich von den vorhergegangenen Gesellschaftsformen durch zwei ganz wesentliche Punkte, die sich am Besten im direkten Kontrast darstellen lassen. In vorkapitalistischen Gemeinwesen waren die Menschen und ihre Arbeiten direkt in dieses Gemeinwesen eingebunden. Wenn der mittelalterliche Bauer etwa das Feld bestellt hat, dann war diese Tätigkeit zugleich Gottesdienst: der Bauer hat sich die Natur unterworfen und das gleichzeitig als seine Unterwerfung unter ein göttliches Regime verstanden. Wer das genauer nachlesen möchte, dem sei das lesenswerte Buch von Karl Polanyi, The Great Transformation empfohlen.

Die Veränderung, die mit dem Kapitalismus in die Welt kommt, ist nun die Loslösung von der göttlichen Einbindung. Das pflügen wird vom heiligen Akt zu einer ganz weltlichen Angelegenheit. Es geht hier nicht mehr um Gottesdienst, sondern darum, auf zweckrationale Art und Weise den Boden zu bearbeiten. Auch hier können die Expertinnen gerne wieder an Marx denken. Der nannte das konkrete Arbeit.

Unglücklicherweise verfügen nun die Menschen im Kapitalismus nicht über die Mittel, alles zu ihrem Leben notwendig selber herzustellen. Sie sind vielmehr als Einzelne auf sich gestellt und produzieren nur einen kleinen Teil innerhalb der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit. Die anderen Dinge erlangen sie dann dadurch, dass sie ihre Arbeitsprodukte mit den Arbeitsprodukten anderer Menschen tauschen. Die Arbeitsteilung wird also nicht länger (wie noch in vorkapitalistischen Zeiten) durch die gesellschaftlichen Umstände geprägt (Stand, Herkunft, Geschlecht etc.), sondern entsteht in einem quasi-automatischen Prozess, in dem die Menschen ihre Arbeitsprodukte aufeinander beziehen. (Heute passiert das zumeist auf dem Markt, aber im Prinzip hat auch die Planwirtschaft nicht wirklich anders funktioniert. Aber das ist ein weites Feld…) Wer hier wieder gerne an Marx denken möchte, bitte. Der hat hier von abstrakter Arbeit gesprochen.

Der Kapitalismus verfügt also über eine abstrakte und über eine konkrete Seite. Und beide funktionieren nur mit und nur wegen einander. Die Menschen brauchen Waren, um sie einzutauschen gegen Dinge, die sie benötigen. Also müssen sie zweckrational ihre Rohstoffe mit ihren Arbeitsmitteln bearbeiten und können dann die Waren auf dem Markt verticken. Das ganze passiert nun, der Einwand ist völlig richtig, nicht im direkten Warentausch, sondern vermittelt über das Medium „Geld“. Die Notwendigkeit von Geld ergibt sich relativ banal aus den Anforderungen, die eine Gesellschaft stellt, die in ihren wesentlichen Funktionen auf der Produktion von Waren beruht. Weil es sonst schwierig wäre, immer gerade Leute zu finden, die das brauchen, was unsereins grade hergestellt hat. Und weil es vergleichsweise viele Umstände macht, den ganzen Tag mit Schweinehälften durch die Gegen zu rennen. Und die Dinger ja ohnehin ethisch nicht unproblematisch sind. Naja, das kümmert den Kapitalismus nicht. Jedenfalls hat sich trotzdem das Geld durchgesetzt. Warum das systematisch-logisch auch gar nicht anders hätte sein können, dazu hat ebenfalls Marx eine ganze Menge geschrieben, im Kapital nämlich im Kapitel zur Wertformanalyse. Wer mag, darf da gerne nachlesen.

II

Die Menschen machen also ihre Geschichte, wie Marx mal an anderer Stelle schrieb, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken. Sie produzieren aus der Not heraus (weil sie sonst nicht an ihre Lebensmittel kommen) Waren und tauschen diese ihre Arbeitsprodukte gegen andere Arbeitsprodukte ein. Wer am Ende satt wird bei diesem Prozess und wer nicht, das lässt sich vorher nicht sagen. Das sehen die Menschen erst hinterher. Es passiert da also etwas, auf das sie letztlich keinen Einfluss haben. Etwas, von dem sie glauben, es wäre ein natürlicher Prozess. Isses aber nicht. (Was erstmal nichts an dem Schein ändert, dem wäre so.)

Geld macht die Sache nun also etwas komplizierter. Da im realexistierenden Kapitalismus immer eine besondere Ware gegen Geld getauscht wird, entsteht nun der Schein, beide würden eine dieser beiden Seiten des Kapitalismus symbolisieren. Die Ware (die ich ja konkret anfassen und nutzen kann) scheint für die konkrete Seite des Kapitalismus zu stehen. Und das Geld eben für die abstrakte Seite (weil ich ja alles in Geld tauschen kann). Das ist kein Zufall, denn in gewisser Weise entspricht das ja den Funktionen von Geld und besonderer Ware, wie sie ihnen im praktischen Alltagsgeschäft zukommen. Auch hier, once again, sei ein Verweis auf den guten alten Marx gestattet: „Diese gegensätzlichen Formen der Waren sind die wirklichen Bewegungsformen ihres Austauschprozesses.“

Wir haben also eine auflösliche Verschränkung von konkreten und abstrakten Momenten des Kapitalismus, die gleichzeitig getrennt voneinander an der Oberfläche erscheinen. Das Geld scheint mit der abstrakten Seite des Kapitalismus verwoben, die besonderen Waren mit der konkreten Seite. Oder, noch etwas zugespitzt: die besonderen Waren scheinen, weil konkret, sogar außerhalb des kapitalistischen Universums zu stehen. „Das ist ein Stuhl, was soll das mit Kapitalismus zu tun haben?“

An diese Zuschreibungen können sich nun unterschiedliche Vorstellungen heften. Eine ganz klassische Variante ist es nun, sich auf den Standpunkt, der guten, vermeintlich nichtkapitalistischen und irgendwie „natürlichen“ Arbeit zu stellen. Und von diesem Standpunkt aus die abstrakte Seite des Kapitalismus zu kritisieren. Dann steht auf der einen Seite die gute, ehrliche, deutsche Arbeit. Also das großgeschriebene „Wir“, der Volkskörper. Und auf der anderen Seite steht dann der jüdische Wucher, da stehen die raffgierigen, den gesunden Volkskörper aussaugenden nichtchristlichen Geldverleiher, die Spekulanten, die an der Wallstreet und er Londoner City beheimatet sind und dergleichen mehr. Sein Urbild, die Gegenüberstellung von schaffender deutscher Arbeit und raffendem jüdischen Kapital gibt es bei den Nazis, aber auch schon davor etwa bei Martin Luther. Zum klassischen Repertoire der Nazis gehörte es dann auch, den Jüdinnen und Juden den Charakter von Parasiten zuzusprechen, die das deutsche Wirtstier aussaugen würden. Georg Schramm, ik hör dir trapsen…

III

Ich plädiere bei der Kritik von alledem nun für ein differenziertes Vorgehen. Wer die konkrete und abstrakte Seite des Kapitalismus gegeneinander ausspielt, macht m.E. einen Fehler. Das kann ja mal passieren und da kann mensch ja auch drüber diskutieren. Beispiele dafür lassen sich ohnehin viele anbringen. John Holloway ist da beispielsweise ein bekannter Vertreter dieser Spezies. Das würde ich dann mit der Bezeichnung „falsche Kapitalismuskritik“ fassen wollen. Oder alternativ, weil die Kritik nicht weit genug ausgreift und entsprechend zu kurz geht, als „verkürzte Kapitalismuskritik“.
Das gilt dann für die ganzen Varianten von Kritik, die die Schuld an der derzeitigen Finanzkrise einzelnen Personenkreisen zuschieben wollen. Oftmals sind das „die Banker und Spekulanten“. Manchmal sind das aber auch „die faulen Griechen“. Beides ist 1. nicht schön, macht 2. keinen Spaß und ist 3. falsch.

Darüber hinaus ist es nun möglich, diese verkürzte Kapitalismuskritik mit Stereotypen aufzuladen, die wir bereits aus (II) kennen. Das ist etwa dann der Fall, wenn ein Kommentator im Freitag schreibt, „wir“ (whoever that may be) bräuchten „mehr schaffendes und weniger raffendes Kapital“. Das ist dann Eins-zu-Eins das Vokabular, dessen sich die Nazis bedient haben. Und es bedient ebenfalls zielsicher genau die Verkürzung in der Argumentation, derer sich auch die Nazis bedient haben. Dadurch wird der Autor vielleicht noch nicht zum Nazi, aber seine Argumentation weißt eine strukturelle Ähnlichkeit mit der antisemitischen Argumentation der Nazis auf.

Und wenn dann der Kontext noch deutlicher gemacht wird, indem etwa der Verweis auf „nichtchristliche Geldverleiher“ erfolgt, dann ist die Grenze zum klassischen Antisemitismus zumindest erreicht. Ob Georg Schramm, von dem diese Redewendung stammt, nun kurz vor oder kurz hinter der Linie steht, mögen sachkundige SchiedsrichterInnen entscheiden. Bedenklich allerdings stimmt es mich, wenn allenthalben die Rede davon ist, da wäre gar keine Linie. Oder, ganz dekonstruktivistisch, ich hätte den Schramm mies hintergangen, weil ich da einfach willkürlich eine Linie vor ihn hingemalt hätte. Oder, auch schön, der Schramm würde da gar nicht stehen, das sei nur die von ihm gespielte Figur. Und das Publikum klatsche auch nur zur Entlarvung der Szenerie – oder ähnlicher Unfug.

Ich will hier also keineswegs jedwede Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen in Abrede stellen. Nur sollte es auch tatsächlich eine Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen sein, und nicht eine an einzelnen Personen, die sich nicht richtig verhalten haben. Und schon gar nicht sollte diese Kritik an Einzelpersonen dann mit Schlagwörtern belegt werden, die im historischen Gedächtnis auf bestimmte Art konnotiert sind. Gesellschaft aus der Biologie zu erklären (Wirtskörper, Parasiten) bedeutet immer auch, Menschen (als Inhalt der Gesellschaft) zu entmenschlichen und als bloßen Teil der Umwelt zu behandeln. Der eine ist ein Baum, der andere ein Huhn, der nächste ein Mensch. Auch das ist ein bewertes Mittel, um im Zweifelsfall körperliche Übergriffe moralisch-ethisch vertretbar zu machen.


10 Antworten auf “Antisemitismus und Kapitalismuskritik”


  1. 1 StefanMz 21. Februar 2012 um 12:48 Uhr

    Ich möchte anregen, Juli, zwischen der Sache, um die es geht — die Reproduktion von antisemitischen Stereotypen — und den Personen, um die es geht — hier ein Kaberettist — zu unterscheiden. Der rasante Schluss von der Sache auf die Person mit der Folge, die Person mit der Sache zu identifizieren („Antisemit“) nähert sich strukturell dem Kritisierten. Übertrage deine Forderung:

    Nur sollte es auch tatsächlich eine Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen sein, und nicht eine an einzelnen Personen, die sich nicht richtig verhalten haben. Und schon gar nicht sollte diese Kritik an Einzelpersonen dann mit Schlagwörtern belegt werden, die im historischen Gedächtnis auf bestimmte Art konnotiert sind.

    Es geht um die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen antisemitische Stereotypen tragfähig werden und nicht, jedenfalls nicht primär, um die Personen, die schon gar nicht mit Schlagwörtern belegt werden sollten.

    Nun magst du einwenden, dass dann unklar werde, wer tatsächlich auch Antisemit genannt werden könne. Das stimmt, und ich kann dir jetzt keinen Kriteriensatz liefern. Ich bin mir auch nicht darüber im Klaren, ob das überhaupt wichtig ist. Wie dem auch sei: Das ist kein Argument gegen die Aufrechterhaltung der oben genannten Differenz.

  2. 2 Wieczo 22. Februar 2012 um 20:37 Uhr

    1. Kapitalistenkritik mit Antisemitismus gleichzusetzen ist selbst astrein antisemitisch – auf den Zusammenhang kommen nämlich nur Antisemiten.
    2. Würde zum Beispiel einer den Schauspieler Erol Sander als „kitschig“ bezeichnen und jemand würde diese Kritik „rassistsich nennen“ (Sander ist Türke), so würde sich dieser Kritiker als wahren Rassisten entlarven. Wer, wenn nicht Vollblutrassisten, käme überhaupt auf die Idee, die Kritik am Schauspieler als Hetze gegen dessen Heimatland zu werten?
    Wer also eine Kritik an Milliardenerben als „antsemitsich“ bezeichnet, DER hat die NS-Assoziation „Reich=Jude“ offenbar ganz tief im Bewusstsein einegraben: Er ist der wahre Fascho im Gewande des Antifaschisten!

  3. 3 Juli 22. Februar 2012 um 22:30 Uhr

    @Wieczo

    Du bist dann wohl Variante 2….

    1. Wert tut das denn wo? Der Beitrag argumentiert ja ziemlich differenziert, dass das nicht geht….

    2. ist „kitschig sein“ denn ein gängiges Klischee gegenüber Türk*Innen? Das wäre mir neu – aber gut. Demgegenüber ist „raffgierig sein“ ein, „der Finanzsphäre zugeordnet sein“ und „parasitär sich an anderen nähren“ ein gängiges Klischee über Jüdinnen und Juden. Und zwar genau in dieser Formulierung. Wie Du auch in diesem Beitrag ausführlich argumentiert nachlesen kannst:
    http://emanzipationoderbarbarei.blogsport.de/2012/02/20/der-autoritaere-mob/

  4. 4 ich 23. Februar 2012 um 3:04 Uhr

    „wir“ (whoever that may be) bräuchten „mehr schaffendes und weniger raffendes Kapital“. Das ist dann Eins-zu-Eins das Vokabular, dessen sich die Nazis bedient haben.

    Keine schlechte Leistung, mal eben die gesamte Mainstream-VWL zu Nazis erklärt, inkl. des gesamten Monetarismus. Jeder von denen plädiert dafür, dass man die Bankguthaben (aka raffend) in Investitionen überführt. Als ein aktuelles Beispiel der freundliche Herr Prof. Sinn:

    „Die reichen Griechen, die zig, wenn nicht hunderte von Milliarden Euro in der Schweiz deponiert haben, fänden es angesichts der gesunkenen Immobilienpreise und Löhne wieder interessant, in ihrem eigenen Land in Arbeitsplätze zu investieren.“

    Milton Friedmans gesamtes Werk handelt nur davon wie man die optimale Geldmenge erreicht, die Inflation bändigt und Investitionsanreize für Banken gibt. Sonderlich positiv sieht er das Geld also nicht und von Banken scheint er nur dann etwas zu halten, wenn sie nicht raffen. Mit Schramm teilt er die dritte Ansicht, dass staatliche Interventionen dafür sorgen, dass das Geld von Guthaben in Investitionen zurückfließt.

    Offensichtlich macht auch eine Antisemitismusanalyse nicht sonderlich viel Sinn, wenn man die Rassentheorie, den Rassenkampf und die Rassenhygiene ausklammert. Denn die spezifische Stigmatisierung der Juden macht anders keinen Sinn. Umso weniger macht eine Antisemitismustheorie Sinn, wenn man davon absieht den zugrundeliegenden Arbeits- und Bestrafungswahn zu thematisieren. Du weißt schon: „Arbeit macht frei“. Dann müsste man sich aber auch mit so unschönen Aspekten wie Arbeitshäusern, Arbeitsverordnungen, etc. herumschlagen und käme am Ende auf die Idee, dass die Nazis überhaupt nichts erfunden haben, sondern nur die vorgefunden „sozialen Errungenschaften“ der weißen, christlichen Wertegemeinschaft fortgeführt haben. Das kennzeichnet auch den Umschwung zwischen christlichen Antijudaismus und Antisemitismus. Früher hat man für die Juden gebetet (und hat sie trotzdem abgemurkst). Ab dem 18. Jahrhundert, mit so illustren Gestalten wie Kant, hat man ihre Arbeitsqualitäten und die dafür angeblich notwendigen Sekundärtugenden als Rassenmerkmale postuliert und dann wahlweise durch Vertreibung, Mord oder durch Emanzipation via Arbeit für eine Lösung gesucht. Die Geldgeschichten kamen erst viel später hinzu. Hier war der angelsächsiche Raum federführend und nicht zufällig hat Adolf Hitler besonders Henry Ford verehrt.

    Methodisch würde deine Kapitalismusanalyse übrigens deutlich gewinnen, wenn du Begriffe wie abstrakt und konkret nicht in der Gestalt von „allgemein“ und „spezifisch“ verwenden würdest, sondern so wie sie Hegel und auch Marx in der dialektischen Mechanik verstanden haben, d.h. Abstraktion, das abstrakt-allgemein, der Aufgang vom Abstrakten zum Konkreten und schließlich die konkrete Allgemeinheit, etc.

  5. 5 Juli 23. Februar 2012 um 13:24 Uhr

    @ich

    ich weiß nicht was daran so schwer ist, aber ich schrieb es handele sich um nazi-vokabular.

    V o k a b u l a r.

    Dann bringst Du ein Zitat vom Sinn, wo das Vokabular nicht auftaucht um mich zu entlarven. Das ist nicht mal mehr ein billiger Trick, das ist nur noch billig.

    Davon abgesehen hast Du natürlich recht, dass es einen breiten inhaltlichen Konsens zwischen Nazis und der bürgerlichen Mitte bis weit hinein in die Sozialdemokratie gibt. Nur ging es mir um den gerade an dieser Stelle mal nicht. Ziemlich unverzeihlich, ich weiß…

  6. 6 bigmouth 23. Februar 2012 um 14:54 Uhr

    was ist denn bitte „vokabular“ für eine inhaltsleere kritik? das zeigt doch, dass du allzuoft nur wie kondotioniert auf reizworte reagierst

  7. 7 Simon 23. Februar 2012 um 18:16 Uhr

    @Juli

    Auch eine Taktik: Einen Beitrag so ausufern zu lassen dass ihn kaum einer wirklich komplett durcharbeitet. Dann kann man immer darauf Hinweisen dass es im Zusammenhang ganz anders gemeint war gell?

    Vl. liest Du Dir nochmal den kurzen und knappen Kommentar von Michael durch der sich unter deinem ersten Beitrag zum Thema findet. Nur mal so zum Thema Geschichtsverständniss.

    Nebenbei, wenn man soe einen Wust als Unterfütterung braucht um einen Antisemitismus-Vorwurf zu unterstützen, dann ist es mit diesem Vorwurf offensichtlich nicht allzuweit her. Ich glaube kaum dass sich irgendwer (auch kein Herr Schramm) der sich zur Tagespolitik äussert, die Details aus deiner Ausführung im Hinterkopf hat. Das muss man nebenbei auch nicht, bzw. sonst dürfte man generell überhaupt nichts sagen…

    Weiß nicht so genau was das werden soll, ist es das Ziel die neue Jungle World zu werden?

  8. 8 Juli 23. Februar 2012 um 18:42 Uhr

    @bigmouth

    mag sein dass das inhaltleer ist (darum habe ich dann ja noch eine inhaltliche kritik hinterhergeschoben). aber der vorwurf, dass das was mit antisemitismus zu tun haben könnte, bezog sich nun mal auf die wortwahl.

    @simon

    och komm. „ich“ hat das mit dem vokabular doch sogar zitiert. da hätte es ihm ja auffallen können, dass da auf die wortwahl abgehoben wird. da hätter „ich“ nicht mal den rest des beitrages lesen müssen….

    (welchen beitrag von einem michael?)

  9. 9 ich 24. Februar 2012 um 1:13 Uhr

    @Juli

    ich weiß nicht was daran so schwer ist, aber ich schrieb es handele sich um nazi-vokabular.

    also doch keine materialistische Analyse.

    Abgesehen davon, findet sich doch deutlich die Abneigung gegenüber dem raffenden Kapitel bei Sinn, Friedman, Keynes, etc. und die Forderung nach Überführung des Finanzkapitals in Sachkapital. Da gibt es keinen Unterschied.

    Da du gerne auf den Kontext verweist, geht dein Absatz nicht so weiter?

    Und es bedient ebenfalls zielsicher genau die Verkürzung in der Argumentation, derer sich auch die Nazis bedient haben. Dadurch wird der Autor vielleicht noch nicht zum Nazi, aber seine Argumentation weißt eine strukturelle Ähnlichkeit mit der antisemitischen Argumentation der Nazis auf.

  10. 10 Apple 28. Februar 2012 um 18:49 Uhr

    Die Ware (die ich ja konkret anfassen und nutzen kann) scheint für die konkrete Seite des Kapitalismus zu stehen.

    Weiter unten schreibst du, dass die Ware überhaupt nicht in Beziehung zu Kapitalismus gesetzt wird (der Stuhl ist halt ein Stuhl und nicht mehr) – hier soll sie aber scheinbar für eine seiner Seiten stehen. Ist das nicht ein Widerspruch? Überhaupt habe ich mich gefragt, wie in einem Stuhl dem Otto-Normalverbraucher eine Seite „des Kapitalismus“ erscheinen soll, auf die er sich auch noch stellt. Was findet da genau in seinem Kopf statt?

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