The evil is always and everywhere

(Motto frei nach der 1. Allgemeinen Verunsicherung)

Drei mal habe ich nun schon in der Sache Schramm geschrieben. Eine Frage ist nun in dieser Auseinandersetzung offen geblieben, die allerdings ein weites Feld aufstößt: die Frage nämlich, was denn an dem Kritik-Konzept von Georg Schramm und dem, was er an der Wirtschafts- und Finanzkrise zu krititisieren hat, schlichtweg analytisch falsch ist. Das Ansinnen ist sicherlich nicht ganz unproblematisch, da einen Kabarettisten an politischer Theorie zu messen immer auch die Ansprüche der politischen Theorie (die Welt zu erklären) auf die Ansprüche des Kabarett (die Welt auf scharfzünnig-witzige Weise zu kritisieren) überträgt. Doch mir scheint, das die vom Kabarett ja durchaus angestrebte Gesellschaftskritik sich durchaus daran messen lassen muss, ob sie etwas mit der Realität zu tun hat. Sonst hieße es ja Science Fiction

Als Gegenstand der Analyse habe ich mich für den Beitrag ,Zorn, Wut und Tulpenzwiebeln‘ von Georg Schramm entschieden, den 3SAT Anfang des Jahres ausgestrahlt hat und in der er, wie es scheint, wieder den Dombrowski mimt. Der unser Marspuppsi, der den Beitrag bei Youtube hochgeladen hat, hat ihn bereits mit dem passenden Kommentar versehen: „Gelungene Beschreibung unserer Regierungen und Ihrer Dienstgeber, den Banken.“

Nach einem kurzen Anfangsgeplänkel geht es ab Minute 2.58 los und Schramm stellt die entscheidende Frage, der er im Folgenden nachgehen möchte: „Was ist das Böse“? Und zwar „heutzutage“. Dabei unterstellt diese Frage bereits, dass sich die moderne Welt aufteilen lässt in zwei Gruppen: die einen sind die Guten, die anderen sind die Bösen. Ob es nun überhaupt so etwas wie „das Böse“ gibt und falls ja, ob es sich in Institutionen oder Personen festzurren lässt, ist dabei stets der unhinterfragte Ausgangspunkt aller folgenden Überlegungen. Damit jedoch stellt sich Schramm keineswegs auf einen kritischen Standpunkt, sondern auf den der bürgerlichen Öffentlichkeit: für alles Unglück muss sich eine Schuldige finden lassen. Krisen z.B. können auf Basis dieser Annahme nicht mit grundsätzlichen systemischen Problemen, die etwa aus der Widersprüchlichkeit des Kapitalismus herrühren, erklärt werden – sondern sind immer auf das Fehlverhalten einzelner zurückzuführen: Bankerinnen, Politikerinnen, die Menschen in Griechenland, die EU – möglich ist hier erstmal alles und der wesentlicher Rahmen ist bereits abgesteckt: von diesem Ansatzpunkt aus lässt sich nur schwerlich der Weg zu einer fundamentalen Kritik des Kapitalismus gehen.

Wie aber argumentiert der Kabarettist nun weiter? Er prüft, bei wem es sich um „das Böse“ handeln könnte.

Als erste Möglichkeit präsentiert er die Bundesregierung. Eine Option, die Schramm allerdings leichthin mit einem Verweis auf Lächerlichkeit des dortigen Personals verwirft. Um der Antwort auf die Frage nach dem Bösen heute näherzukommen stellt Schramm sodann die Frage nach der „Triebkraft des Bösen“. Diese, so erfahren wir, wirke „seit Jahrtausenden“. Mit diesem historischen Kunstgriff führt Schramm die zweite Voraussetzung seiner Argumentation ein, die zur ersten passt wie die Faust aufs Auge. Eine Urkraft, die „seit Jahrtausenden“ wirkt, ist ebenfalls nichts, was sich als Problem auf eine Gesellschaftsform beziehen lässt. Sie ist halt irgendwie da, vielleicht wegen Gott oder der Triebwelt – mensch weiß es nicht. Die vorgetragene Argumentation besteht somit aus zwei Polen: einem subjektiven (die handelnden Bösen) und einem objektiven (die böse Urkraft), die unvermittelt nebeneinanderstehen und so die Umgehung einer tatsächlichen Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse ermöglichen. Ausführlich behandelt hat diese doppelte Naturalisierungsbewegung Norbert Trenkle in seinem Aufsatz „Die vergebliche Suche nach dem unverdinglichten Rest“, der wie ich feststellen musste nicht im Netz auffindbar ist. Ein Umstand, dem umgehend abgeholfen werden muss.

Bei der von Schramm präsentierten Urkraft handelt es sich nun, wir ahnen es schon, um die „Gier“ bzw. die „Habgier“. Weshalb diese Gier auch jahrtausendelang geächtet worden sei, um das Böse im Zaum zu halten. Heute allerdings seien „die“ (womit offensichtlich die Gierigen gemeint zu sein scheinen) mit am Tisch der Regierenden, die aber eigentlich keine Regierenden mehr seien. Aus dem allgemeinen Prinzip der Gier ist so ein spezifischer Personenkreis geworden, der sich durch eben diese auszeichnen soll und der sich eine gesellschaftliche Machtposition im wahrsten Sinne des Wortes erkauft hat, durch die nun diese personifizierte Habgier die Geschicke der Gesellschaft bestimmt.

Dabei gibt es einen recht offensichtlichen Bruch in der Argumentation von Schramm. Zunächst zitiert er Angela Merkel, die da sagte: „Wir dürfen die Märkte jetzt nicht beunruhigen“ und ist damit bereits auf einer heißen Fährte. „Die Märkte“ sind schließlich anonyme Prinzipien, die sich hinter dem Rücken der Akteure durchsetzen. Es handeln zwar alle, am Ende kommt aber etwas heraus, das von den Beteiligten nicht beabsichtigt war. Doch diese geradezu offensichtliche Fährte verfolgt Schramm nicht, sondern personifiziert die Gier der Märkte in einer Gruppe von Menschen, die er dingfest machen zu können glaubt: „die Spekulanten, die Gläubiger, die Banker.“

Der Sinn dieses Manövers erschließt sich mir indes nicht. Möglicherweise möchte er gerade durch den offensichtlichen Bruch in seiner Argumentation darauf hinweisen, dass die gleichsam von ihm durchgeführte Personalisierung jedweder Grundlage entbehrt. Das würde dann allerdings nicht erklären, warum gerade diejenigen, die ihn offensichtlich als Kabarettisten schätzen, gleichsam gerade die in der Folge vorgetragenen falschen Schlussfolgerungen als wichtigen Kern seines Wirkens ausmachen. Gerade das oben zitierte Statement zur Erläuterung des Inhaltes macht dies sehr anschaulich deutlich.

Wie dem auch sei. Früher jedenfalls war alles besser, weil da dem Bösen noch einhalt geboten wurde. Schramm erläutert dies anhand der Tulpenkrise . Damals sei die niederländische Regierung nicht auf die Forderungen der Finanzwelt eingegangen und das Ganze habe für die Ökonomie auch keine weitreichenden Folgen gehabt. Lediglich für das Böse hatte die Weigerung der Regierung, auf die gestellten Forderungen einzugehen, Folgen:

„Heerscharen von Spekulanten und Bankern haben sich… nicht vor Regionalzüge, … vor herangallopierende Pferdekutschen geworfen. Aber sie waren auch tot, das ist ja das wichtige, das ist ja die Pointe daran.“

Es mag das Markenzeichen des Kabaretts sein, Dinge zuzuspitzen und zu pointieren. Aber was ist das für ein Ding, das in seiner zugespitzten Pointe auf den Tod hinausläuft? Sieht so Befreiung aus? Die Personalisierung enden jedenfalls auch hier, wie in der Geschichte bereits zu oft, zur körperlichen Auslöschung des imaginierten Bösen. Und das unproblematisch zu finden ist mir leider nicht gegeben….

Doch auch von der Auslöschungsphantasie abgesehen ist die theoretische Figur in vielerlei Hinsicht problematisch. Zum einen abstrahiert Schramm vollständig von der historischen Situation: Finanzkrise ist für ihn gleich Finanzkrise. Von der Bedeutung der „Blase“ innerhalb der jeweiligen Ökonomie wird vollständig abstrahiert, so das der Gedanke an die Möglichkeit vergleichbarer Lösungskonzepte nahegelegt – und von vielen ja auch gezogen – wird. Das gilt übrigens auch für den Vergleich des mittelalterlichen Geldhandels mit dem modernen Bankgeschäft. Diese sind aufgrund der unterschiedlichen Verfasstheit der beiden Gesellschaftsformen schlichtweg nicht miteinander zu vergleichen – worauf nicht zuletzt Jacques Le Goff mehrfach hingewiesen hat:

„Nein, das Mittelalter kannte keinen Präkapitalismus. Mehr und mehr Historiker verwerfen heute diese Idee von Fernand Braudel, Roland Barthes und Max Weber. Zwar vermehrten sich Münzprägung und Münzumlauf, aber es fehlte das Konzept des Geldes, so wie wir es heute verstehen. Das kam erst im 18. Jahrhundert auf. Es gab nicht unsere abstrakte Idee des Marktes, sondern es existierten vielerlei Märkte, jeder für sich, lokal, regional, und wer Waren von einem Markt zum nächsten bringen wollte, war auf Geldwechsler angewiesen. Deren Bedeutung nahm überhaupt erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts zu. Sie waren die ersten Bankiers und hießen deshalb so, weil sie in der Tat auf den Bänken der Straße und nicht etwa in Häusern ihrer Arbeit nachgingen, dem Geldwechseln. Mit den modernen Bankiers sind sie nicht zu vergleichen. Ein Fortschritt war dann, im 14. Jahrhundert, das Aufkommen der Wechsel, die es den Händlern ersparten, mit großen Mengen von Münzen auf Reisen gehen zu müssen – aber die Verbreitung der Wechsel war begrenzt. Selbst die Hanse gab sich nicht viel mit Geld im heutigen Sinne ab; eine Ausnahme waren die italienischen Handelsstädte.“ (Interview in der Zeit)

Und last but not least ist auch die Unterstellung, die bösen Spekulanten würden auf Kosten der übrigen Gesellschaft leben, ökonomischer Unsinn. Einerseits, weil im Kapitalismus in gewisser Weise alle spekulieren, also auf eine Maximierung ihrer Lebensmöglichkeiten aus sind. Und zum anderen, weil es den Charakter des Kredits verkennt. Kredit ist Kapital, dass gerade nicht produktiv angewandt werden kann. Im Rahmen der ökonomischen Umbrüche in den 1970er Jahren war plötzlich jede Menge davon da – es lies sich nicht mehr vernünftig in neue Produktionsmittel investieren. Das lag seinerzeit daran, dass die Märkte gesättigt waren und die Produktivität ein Niveau erreicht hatte, das mit wenig Arbeit viele Waren herzustellen in der Lage war. Wohin also mit dem Geld? Auf die Bank. Und was tut die damit? Investieren. Da nun aber die Nachfrage nach Produktionsmittel-Krediten nicht ausreichend hoch war, mussten die Banken sich andersweitig umtun, um das Kapital unterzubringen. Das Geld konnte an private Kreditnehmerinnen gehen (die private Verschuldung ist seit dieser Zeit extrem angestiegen!), es konnte an den Staat verliehen werden (der sich immer mehr verschulden musste, um die Krisenwirkungen zumindest abzumildern) oder Aktien- oder Währungsspekulation gesteckt werden. So konnte das Kapital auch weiterhin Kapital bleiben – wenn auch fiktives Kapital, wie Marx das einmal genannt hat. Das Ergebnis der Ausdehnung des Finanzmarktes war also – tata – das Funktionsfähighalten der kapitalistischen Funktionen. Das ging nicht immer ohne Friktion für die Menschen ab, aber auf die kommt es im Kapitalismus ja leider nicht an. Gerade die vermeintliche Gier ist es gewesen, die seit nun fasst 40 Jahren den umgehenden Zusammenbruch unserer Reproduktionsmöglichkeiten verhindert hat. Der eigentliche Wahnsinn, dass nämlich die Menschen ihre Lebensmöglichkeiten einschränken müssen, weil sie sich an einem bekloppten Spiel namens Kapitalismus beteiligen, gerät in der Kritik am Spekulationsgewerbe jedoch vollständig aus dem Blick.

Das ist Schade. Muss ja aber nicht sein. Wer also seinen Blick schärfen möchte, dem seien diese Überblicksartikel

Norbert Trenkle: Weltmarktbeben

Ernst Lohoff: Große Fluchten

und dieses in kürze erscheinden Buch

Ernst Lohoff/Norbert Trenkle: Die große Entwertung

empfohlen.

(So, und jetzt muss ich wirklich mal wieder an meine Magisterarbeit. *hust*)


11 Antworten auf “The evil is always and everywhere”


  1. 1 bigmouth 22. Februar 2012 um 15:27 Uhr

    Einerseits, weil im Kapitalismus in gewisser Weise alle spekulieren, also auf eine Maximierung ihrer Lebensmöglichkeiten aus sind.

    merkst du eigentlich wirklich nicht, das du hier versuchst, aus einer schlechten metapher ein argument zu zimmern? das ist doch saupeinlich

  2. 2 du weißt schon wer 22. Februar 2012 um 20:43 Uhr

    @eob Du wolltest mir schon seit September ne mial shicken, damit ich deine Adresse habe. Darauf bist du auch schon anderweitig hingewiesen worden. Es wäre sehr nett, wenn du endlich diese Mail schicken würdest.

    Zu deinen Einträgen hoffe ich zum Wochenende etwas zu formulieren. Mal sehen ob es klappt.

  3. 3 Juli 22. Februar 2012 um 22:40 Uhr

    @bigmouth

    Das verstehe ich nicht. (Tatsächlich!) Du meinst weil in meinem Beispiel das mit dem spekulieren nur metaphorisch gemeint ist und in Bezug auf den Finanzmarkt irgendwie anders? Dann wäre das doch aber begrifflich genauer zu fassen – und eben das ist mir bislang noch nicht unter die Augen gekommen.

    Oder wie genau meinst Du das? *wirklichnichtversteh*

  4. 4 Juli 23. Februar 2012 um 13:28 Uhr

    @duweißtschonwer

    wenn du der mensch bist von dem ich glaube das du es bist – dann sagt mein emailprogramm, deine adresse gäbe es nicht.

    schreib hierrüber doch mal deine adresse:
    http://emanzipationoderbarbarei.blogsport.de/studium/

  5. 5 bigmouth 23. Februar 2012 um 14:56 Uhr

    ja, das eine meint Börsenhandel, das andere was völlig anderes. Das ist ungefähr so sinnvoll, wie gegen Kritik an Banken anzuführen, auf denen würden ja auch normale Leute zu hause sitzen

  6. 6 Juli 23. Februar 2012 um 18:48 Uhr

    @bigmouth

    hm, da würde ich dir recht geben und auch nicht. richtig ist, dass der gewöhnliche versuch, geld zu vermehren und der spezifische, dass über fiktives kapital zu machen (und nichts anderes meint ja spekulation im landläufigen sinne) nicht identisch sind. aber gleichzeitig haben sie eben gemeinsam, dass tatsächlich beide auf eine maximierung von lebensmöglichkeiten abzielen. will sagen: die eigenen möglichkeiten (z.b. geld) so einzusetzen, dass mensch was davon hat ist nix besonderes im kapitalismus. das ist zumindest mein eindruck.
    aber im zweifel lege ich auf den teil des argumentes auch nicht sonderlich viel wert, der ist für die argumentation ja nicht tragend. es ging mir halt nur darum, darauf hinzuweisen, dass die moralische unterstellung (ih! die sind auf ihren vorteil aus! wie schlimm!) halt übersieht, dass das für so ziemlich alle gilt, die im kapitalismus unterwegs sind.

  7. 7 earendil 23. Februar 2012 um 19:16 Uhr

    „Was ist das Böse“? Und zwar „heutzutage“. Dabei unterstellt diese Frage bereits, dass sich die moderne Welt aufteilen lässt in zwei Gruppen: die einen sind die Guten, die anderen sind die Bösen.

    Nö, nicht zwangsläufig. Man kann auch das Böse als in allen Menschen wirkende Kraft sehen, oder so. Schramm personalisiert das aber tatsächlich so, wie du es schreibst. (Wobei es durchaus andere Stellen bei ihm gibt, wo das etwas anders aussieht.)

    Grundsätzlich kann ich aber die wertkritische Aversion gegen alles, was nach personalisierter Kapitalismuskritik riecht, nicht verstehen. Die Konzentration auf die allgemeinen Formprinzipien des Kapitalismus darf nicht den Blick auf die Klassenherrschaft verstellen, und es darf auch nicht jede Wut auf die herrschende Klasse oder auch konkrete Vertreter_innen davon als Vernichtungswunsch denunziert werden.

    Und Kapitalvermehrung ist gerade nicht einfach „Maximierung von Lebensmöglichkeiten“! Nur mit dieser Nivellierung kommst du ja erst darauf, dass „alle spekulieren“.

  8. 8 bigmouth 23. Februar 2012 um 21:41 Uhr

    die argumentation ist aber die, dass spekulation schadet, und keinen produtkiven vorteil für die anderen gesellschaftsmitglieder bringt, im gegensatz zu anderen kapitalistischen vorgängen.

    diese kritik kommt oft von leuten, die eine staatsbürgerkunde-theorie von kapitalismus, äh marktwirtschaft vermittelt gekriegt haben: im endeffekt dient das alles der bedürfnisbefriedigung aller, und es kommt was tolles raus.

    wenn das nun wie bei börsenspekulation besonders offensichtlich nicht aufgeht (leute zb in afrika verrecken, weil weizen wegen spekulation plötzlich 3 wochen 5mal mehr kostetals vorher), machen sich da leute schnell eien reim drauf, der die schelchtigkeit der spekulanten in den vordergrund stellt. ich halte das auch psychologisch für einsichtig: wir interagieren im alltag ja nie direkt mit strukturen, sondern immer nur mit anderen menschen. ich glaube, das erklärt ein gutes stückweit, warum personalisierugn so verbeitet ist: die abstraktionsleistung, die systemsiche „spielregeln“ zu erfassen, ist gar nicht so klein

  9. 9 unerträglich 23. Februar 2012 um 23:46 Uhr
  10. 10 kmfniemand 28. Februar 2012 um 9:26 Uhr

    Satiriker Leben von Übertreibungen. Sich akademistisch-tiefenanalytisch an einzelnen Aussagen abzuarbeiten, um einen Denkfehler zu finden, zeugt von Kleingeisterei und ideologischer Starrheit.

    Außerdem gibt es ganz viele Arschlöcher da draußen, die man wegen ihres Handelns so betiteln kann. Vielleicht sind wir alle im Kapitalismus Handelnde Arschlöcher, doch dann stellt sich immer noch die Frage, wer das größere Arschloch ist.

  11. 11 Juli 28. Februar 2012 um 13:31 Uhr

    Richtig. Satiriker leben von Übertreibungen. Aber Schramm übertreibt ja nicht eine im Kern berechtigte Kritik, sondern erzählt Dinge, die vorne und hinten nix mit der Realität zu tun haben. Auch das kann Kaberett sein, z.B. wenn er sagen würde

    „Hey, ich weiß wer Schuld ist an der Krise: die Briefträger. Die bringen schließlich immer die Entlassungen. Und der Überbringer ist immer auch Täter.“ (der Bäcker hat mal ne ganz großartige Nummer in dem Stil gemacht.)

    Aber wenn er einfach nur dieselben Ressentiments und dieselben falschen Annahmen über die Gesellschaft erzählt wie der Rest, dann ist das langweilige Anbiederei, aber mehr nicht.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.