Sarrazin will Deutsche ausweisen!

Der Sozialdemokrat Thilo Sarrazin hat wieder zugeschlagen. Diesmal will der Deutsche ausweisen. In einem Interview gegenüber der BILD-Zeitung sagt er:

„Wer bei uns lebt, muss auch die grundsätzlichen Werte des westlichen Abendlandes akzeptieren, die sich auf Religionsfreiheit, Gewaltverzicht und die Gleichberechtigung der Frau beziehen. Das haben wir nicht ausreichend verdeutlicht und eingefordert.“

Es soll also, nehmen wir Sarrazin beim Wort, nicht sein, das sich Menschen hinstellen und bestimmte Religionen für wichtiger halten als andere oder etwa fordern, alle Menschen hätten sich an die Wertmaßstäbe einer bestimmten Religion anzupassen. Nehmen wir beispielsweise Innenminister Friedrich. Der hat sich vor einem guten Jahr hingestellt und diesen Satz gesagt:

„Die Prägung des Landes, der Kultur aus vielen Jahrhunderten, der Wertmaßstäbe, ist christlich-abendländisch.“

Soetwas, stellt Sarrazin also klar, will er in Deutschland nicht mehr sehen. Genauso wie etwa die folgende Aussage des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl nunmehr jenseits von gut und böse ist:

„Das Gewaltmonopol des Staates darf nicht angetastet werden. Wer dies versucht, muss die ganze Härte des Staates zu spüren bekommen“

Kohl spricht sich hier ganz klar und eindeutig für Gewalt aus. Und damit sie besonders effektiv ausgeübt werden kann, möchte er sie innerhalt einer speziell dafür geschaffenen Instanz („Staat“) angesiedelt sehen. Damit allerdings soll nun Schluss sein, sagt Sarrazin. Keine Gewalt!

Und – last but not least – ist auch die „Gleichberechtigung der Frau“ ein wesentlicher Pfeiler der Politik von Sarrazin. Hier sind nicht nur Leute angesprochen wie Eva Hermann, die von einer „heilen Familie“ mit kochender Hausfrau träumen, sondern nicht unwesentliche Teile der deutschen Bevölkerung:

„So ergab eine Umfrage der Online-Partnervermittlung ElitePartner.de unter 5850 allein lebenden Männern, dass 83 Prozent von ihnen sich die kluge Frau am liebsten doch hinter den Herd wünschen. Karriere ja, aber Rollentausch im Falle eines Babys: ein deutliches Nein! „

Sarrazin hat sich also einiges vorgenommen, wenn er seine Ansprüche umsetzen will. Warum er mit der BILD-Zeitung im weiteren ausschließlich über Migrant*Innen mit muslimischem Glauben spricht, erschließt sich mir nicht. Von der Studie, auf die sich das Interview bezieht, kann jedenfalls nicht viel zu halten sein, wie Sarrazin selbst betont: „Die Studie zeigt wie mein Buch, dass ( … )“ So, die Studie zeigt also ungefähr soviel wie sein Buch? Also nix, außer der Beschränktheit der Autorin? Dann können wir uns ja entspannt zurücklehnen….


4 Antworten auf “Sarrazin will Deutsche ausweisen!”


  1. 1 HW 06. März 2012 um 14:08 Uhr

    Ich würde mich bei Inhaltsangaben zu Studien, erst recht bei Schlussfolgerungen daraus, niemals auf BILD oder gar Sarrazin verlassen. Gerade diese Studie hat da schon eine etwas längere Geschichte (ich nehme der Einfachheit halber mal an, dass es um diese Studie geht, ich werde mir jetzt nicht freiwillig BILD oder Sarrazin geben): http://www.bildblog.de/37196/selbsterfuellende-moslem-prophezeihung/

  2. 2 Neoprene 06. März 2012 um 17:46 Uhr

    Genau dieses gegen den Strich lesende Ernst nehmen ging mir auch durch den Kopf, als die Meldung gelesen habe. Die Orwellschen Sprachregelungen (Gewalt=Frieden z.B.) sind so durchgesetzt hierzulande, daß jemand wie Sarrazin (oder Friedrich) es nicht im Traum auffallen würde, was für einen Stuß da eigentlich erzählt wird. Denen kommt es nur auf ihren Machtanspruch an. Logik braucht es dazu wahrlich nicht auch noch.

  3. 3 Gnom vom Dienst 07. März 2012 um 7:06 Uhr

    (1) Schön, daß der Reflex noch funktioniert. Ein (intellektueller) Sozialfall keift über Migranten, die BILD druckts dankbar ab und der noch denkende Rest der Bevölkerung dieses Landes geht auf die Barrikaden…

    Wenn Euch das, was aus Herrn Sarrazins Mund tropft, so sehr stört, dann verklagt ihn. Dieses stete Aufregen im stillen Kämmerlein bringt nichts.
    (EDIT: Ich drück Euch dafür feste die Daumen, nur um das klarzustellen. Für mich erfüllen seine Tiraden den Tatbestand der Volksverhetzung.)

    (2) Richtig lesen sollte man Zitate allerdings auch, bevor man sich empört.
    Sarrazin hat (bewußt, nehme ich an; der Mann ist knallhart kalkulierender Berufs-Grenzenausloter, der sagt nichts einfach mal zum Spaß oder weil ihm gerade danach ist) nicht gesagt

    „„Wer bei uns lebt, muss auch die grundsätzlichen Werte des westlichen Abendlandes akzeptieren, die Religionsfreiheit, Gewaltverzicht und Gleichberechtigung der Frau SIND.“

    Sondern „…die sich auf […] beziehen.“

    Das sind zwei völlig verschiedene Aussagen.
    (EDIT: Was Sarrazin hier im Blick hat, ist – wie üblich in diesen Kreisen – die CHRISTLICHE „Tradition des Abendlandes“ … und die genannten grundlegenden Selbstverständlichkeiten einer aufgeklärten Gesellschaft standen und stehen in dieser Tradition nicht zwingend auf Top-Positionen.)

    Ansonsten gebe ich Neoprene absolut recht. „1984″ ist schon lange keine (reine) Zukunftsvision mehr.

  4. 4 Neoprene 07. März 2012 um 9:04 Uhr

    Geradezu nochmal einen Schmunzler war diese Entgegnung wert:
    „Wenn Euch das, was aus Herrn Sarrazins Mund tropft, so sehr stört, dann verklagt ihn.“
    Prozeßhanslen aller Länder, vereinigt euch! Sozusagen.

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