Ursachen und Hintergründe der Euro-Krise

Erinnern wir uns zurück: bevor die Medien mit der Nachricht voll waren, der Euro sei ob der Überschuldung der Staaten in Gefahr, gab es Banken, die ob unsolider und ,spekulativer‘ Geschäfte in Gefahr waren und ebenfalls drohten, die Wirtschaft und damit den ohnehin prekären Lebensstandart westlicher Eliten (also den eingeborenen EuropäerInnen, insbesondere denen in Deutschland) zu gefährden. Diese Immobilienblase war die Folge, darauf ist häufiger hingewiesen worden, der Politik nach dem Crash der New Economy. Hier hört die Linke Suche nach Ursachen zumeist auf. Schuldige werden dann in Form amerikanischer Notenbankchefs, von neoliberalen Ideolog*Innen oder erfolgreichen Klassenkämpfer*Innen im Auftrage des Kapitals schnell gefunden.

Dabei stellt sich doch die recht offensichtliche Frage, wie es überhaupt zur New Economy-Blase gekommen ist. Was denn eigentlich mit den regionalen Finanz-, Währungs- und Bankenkrisen in Teilen der südamerikanischen, asiatischen und afrikanischen Peripherie in den 1980er und 1990er Jahren gewesen ist – und ob nicht bereits diese Teil des Aufstiegs dessen waren, was Marx einst recht verharmlosend als ,fiktives Kapital‘ bezeichnet hat.

Mit dem Buch Die große Entwertung‘ haben Ernst Lohoff und Norbert Trenkle ein theoretisch wie empirisch anspruchsvolles Werk vorgelegt, um diese Ansicht zu untermauern. Und um die Thesen zur Diskussion zu stellen, schlägt Ernst Lohoff an diesem Wochenende (1. und 2. Juni) in Göttingen auf. Am 1. Juni stellt er die Kernthesen des Buches im DGB-Haus vor, am 2. Juni gibt es dann einen Workshop zu den Hintergründen der Euro-Krise. Die Einladung der veranstaltenden Gruppe gibt es hier.