Archiv für Januar 2014

Kreative Antirepression

Derzeit scheint das Leben in Hamburg nicht sonderlich spaßig zu sein. Was nicht zuletzt auch an der dort regierenden Sozialdemokratie (SPD) liegt. Die gibt sich nämlich in alter Noske-Pose, beschimpft linke Protestant*Innen als „Verbrecher“ und ist auch sonst für alle jenseits der guten alten heterosexuellen und männlichen Arbeiterelite eher eine Bedrohung als ein Segen. Wie dem auch sei – nicht unerhebliche Teile Hamburgs gelten nun als Gefahrengebiet und wie immer wenn der Staat hart durchgreift, findet sich die eine oder andere kreative Möglichkeit, damit umzugehen. Hier nun meine bisherigen Favourites. (mehr…)

Postone On Israel And Crisis

Im Grunde nerven mich ja die ewigen Debatten in der deutschen Linken rund um Israel. Und zwar unabhängig davon, von welcher Seite sie kommen. Trotz allem ist es immer wieder schön, dem Genossen Postone auch zu diesem Thema zu lauschen:

In Hamburg is ganz schön krass. Hintergrundinfos und lesenswerte Kommentare gibt’s hier: (1|2|3|4|5)

WASP Fudamentalism

Das mit dem Religionismus ist so eine Sache: nicht nur im Islam geht es drunter und drüber – auch wenn über den besonders häufig berichtet wird. Doch auch im vermeintlich aufgeklärten „Westen“ gibt es noch immer ein verblüffendes Maß an religiösem Glauben. Und noch mehr: da wird nicht einfach geglaubt, sondern offensichtlich auf eine Art und Weise, die mit Wissenschaft nicht so recht über eins zu kriegen ist.

In den USA zumindest wurde eine Studie angestellt, die den Zusammenhang zwischen dem Glauben an Gott und dem an die Wissenschaft untersucht hatte. Die Ergebnisse fasst Spiegel Online wie folgt zusammen:

# Immerhin 60 Prozent aller Amerikaner glauben an eine graduelle Entwicklung hin zum heutigen Menschen.
33 Prozent aber glauben das nicht: Für sie ist der Mensch eine göttliche Schöpfung – und war vom ersten Tag an so, wie er heute ist;
# Die Welten der Demokraten und Republikaner klaffen immer weiter auseinander. 2009 unterschieden sich die Anhänger der Parteien bei der Frage, ob sie das Prinzip der Evolution akzeptieren, nur um 10 Prozent. 2013 ist dieser Unterschied auf 24 Prozentpunkte angewachsen.
# 57 Prozent und damit die Mehrheit der Amerikaner sind generell schöpfungsgläubig: Zu dem Drittel der Bevölkerung, das der Schöpfungsgeschichte der Bibel wörtlich anhängt, kommen noch einmal 24 Prozent, die glauben, Gott persönlich habe die Evolution eingeleitet und zu dem Zweck gelenkt, den Menschen zu schaffen.
# Religiöser Fundamentalismus ist unter weißen Amerikanern am stärksten verbreitet, und hier besonders unter den sogenannten Evangelikalen: 64 Prozent aller weißen Anhänger dieser protestantischen Kirchen glauben der Bibel aufs Wort. Für die Farbigen unter ihnen gilt das nur für jeden Zweiten.

Eine andere Studie des Pew Forum on Religion & Public Life hat derweil rausgefunden, das religiöse Menschen – insbesondere Christ*Innen - sich auch in Sachen Religion nicht sonderlich gut auszukennen scheinen – zumindest innerhalb der USA:

Und wenn es um Religion im Allgemeinen geht, dann wissen ausgerechnet Atheisten und Agnostiker besonders gut Bescheid, gefolgt von Juden und Mormonen. Die Studie widerlegt ein verbreitetes Vorurteil gegenüber Nichtgläubigen: Nicht an die Existenz von Göttern zu glauben, hängt offenbar nicht damit zusammen, dass Nichtgläubige zu wenig über Religion wüssten. […]
Bei den Fragen ging es insbesondere um Inhalte der Bibel oder um Götter, Feste und Persönlichkeiten, die in den verschiedenen Religionen eine wichtige Rolle gespielt haben oder noch spielen. So wurde zum Beispiel danach gefragt, welches das erste Buch der Bibel ist, wo Jesus geboren sein soll, um was für ein Fest es sich beim Ramadan handelt und wann der jüdische Sabbat beginnt. Einige Fragen betrafen auch US-Gesetze, die die Religion betreffen. […]
Gerade mal jeder zweite Katholik wusste, was bei der Eucharistie passiert. Bei den Protestanten waren es noch deutlich weniger. Nicht einmal jeder zweite Protestant wusste, dass die Reformation auf Martin Luther zurückgeht. Unter den Nichtgläubigen wussten das mehr als zwei Drittel.

Vielleicht sollte hier ja – als Vorschlag zur Güte – die Aufklärung ansetzen. Wenn wir den Leuten nur genug über ihre Religion erzählen, lassen sie vielleicht eines Tages davon ab…

Weils so schön ist

Lang, lang ist’s her, da habe ich hier gebloggt. Und dann immer diese quälende Frage, was mit dem Blog werden soll.

Für heute habe ich mich entschlossen, es vielleicht doch noch einmal zu versuchen. Und dies Blog zu nutzen, um hier empirisches Material zur Krisentheorie zu archivieren. Wobei Krise nicht nur heißt: Krise der Ökonomie. Die gibt’s, aber das finde ich einigermaßen langweilig. Es heißt auch: Krise des Subjekts. Oder, allgemeiner geschrieben: Krise der Form.

Was prinzipiell die Frage mit sich bringt, was mit dieser Form gemeint ist – aber der gehe ich lieber hier nach.

Wie das weitergeht? Das werden wir sehen. Vielleicht bin ich es schon bald leid, und stelle das bloggen ein. Oder ich wechsele zu einem Anbieter, weil mich die unsägliche linke Streitkultur nervt oder was-auch-immer.

Aber bis dahin – viel Spaß beim Lesen.