Mutig, mutig, so eine Bewerbung.
Allgemein
Bereits vor längerer Zeit hatte ich in einem Beitrag auf Wohnungslosigkeit als Folge der Immobilienkrise von 2007/2008 hingewiesen (nämlich hier und hier. Die Geschichte geht immer gleich: Kredit aufnehmen, arbeitslos werden, Kredit nicht bedienen können, Wohnung wird geräumt, Betroffene wohnen in Zeltstädten oder alten Lagerräumen oder auf der Straße. Die Wohnung steht derweil leer. Nicht, weil sie prinzipiell unbenutzbar wäre. Sondern weil die Kette Gehalt – Geld – Wohnung nicht mehr funktioniert. Sehr anschaulich wird das auch in diesem eher bewegungspolitisch ausgerichtetem Beitrag über Jugendproteste in Spanien:
Draußen ist es weiß. Und kalt. Schuld daran sind Minustemperaturen und Schnee. Wenn ich gleich zur arbeit will, wird mein Bus vermutlich wieder verspätet ankommen. Wenn ich in ein paar Tagen verreisen möchte, kann ich mich darauf einstellen, das der Zug irgendwann kommen wird, aber bestimmt nicht dann, wann er kommen sollte. Das wiederum liegt, so nehmen wir zumindest gemeinhin an, ebenfalls an Minustemperaturen und Schnee. Dabei fällt unter den Tisch, das Öffentlicher Personenverkehr kein Naturphänomen, sondern eine gesellschaftliche Einrichtung ist. Und mithin davon abhängig ist, wie die Menschen ihre Gesellschaft eingerichtet haben. (mehr…)
Im Wahlkampf geben die Parteien alles. Da kommt es nicht ganz so genau darauf an, was sich hinter dem gesagten, geschriebenen oder gezeigten so steht. Hauptsache, die Protagonist*Innen glauben, dass es gut ankommt. Den netten Versuch der CDU-Kandidatin Vera Lengsfeld, einfach mal etwas mehr zu zeigen als die anderen, dürfte den meisten bekannt sein:

Die Grünen haben sich da nicht lumpen lassen und gleich ordentlich einen draufgesetzt:

Den Vogel abgeschossen haben dürfte (wenn auch nicht im wörtlichen Sinne) wohl der Kamerad Rüttgers. Jürgen R. aus NRW hat es geschafft, sogar die völkischen Lobhudeleien von Lafontaine, die dieser für die heimischen Arbeitnehmer*Innen für gewöhnlich übrig hat, zu überbieten. Aber immerhin ist es doch schön, wenn mal ganz deutlich wird, was der deutsche Konservatismus so zu bieten hat:
Rüdgers beleidigt Rumänen und würgt Chinesen – WEB.DE Video
Jetzt wissen wir bescheid: der Rumäne kann nicht arbeiten und der Chinese übernimmt die heimische Wirtschaft. Oder so ähnlich.
Einige werden es mitbekommen haben: ich hatte hier im Blog ein Bild von Andreas Döring (Intendant des Jungen Theater in Göttingen) veröffentlicht, das ursprünglich von Goest stammte. Und da ich (1) die Quelle nicht angegeben habe (Asche auf mein Haupt, is ja wirklich nicht nett…) und (2) die Goest-Redaktion in den Inhalt des dazugehörenden Veranstaltungsberichtes nicht mochte, hat sie mich unter dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung aufgefordert, das „geklaute Bild“ umgehend zurückzugeben. Mittlerweile wurde das Bild hinter dem alten Link verändert und dort steht der folgende Text zu lesen:
(mehr…)Die Fotos wurden am 19.2.07 entfernt, da ohne Quellenangabe und vorher zu fragen ein etwas ungünstiges Foto herauskopiert wurde um einen Schmähartikel zu illustrieren.
Damit wurde der Eindruck erweckt, dass goest als Bild-Lieferant für Schmähartikel von AutorInnen dient, die als Belege für ihre Kritik am Jungen Theater Zitate aus NPD-Seiten benutzt und damit auch noch als „linke“ Inquisition daherkommen will. Für nicht-kommerzielle linke Projekte gibt es bei Nachfrage nach Fotos meist eine Möglichkeit der Unterstützung durch Goest.