Archiv der Kategorie 'Copyriot'

Copying is Fun!

Das zumindest finden Nina Paley, Nick Phelbs und Connie Champagne – und haben deshalb dieses entzückende Werbevido entworfen:

Lesen oder nicht lesen

Die Exit echauffiert sich in fast staatsanwältlicher Manier über das furchtbare Gebaren der InternetuserInnen:

Wie es um die Linke bestellt ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass das Sterben des linken Buchhandels weiter geht. Das Interesse an kritischer Reflexion, die sich nicht auf Fast-Food-Lektüre reduzieren lässt, scheint immer mehr abzunehmen. Und für die Downloader kommt der Gang zum Buchhändler wahrscheinlich schon einer unzumutbaren Selbstkasteiung gleich. Jetzt musste mit Usch Diekmanns „Bücherkiste“ in Nürnberg ein traditionsreicher linker Buchladen schließen, der immer auch ein Ort persönlicher Kommunikation war.

Das dürfte wohl zugleich richtig als auch falsch sein. Denn sicherlich dürfte der kriselnde Zustand, in dem sich die wohl meisten linken Buchläden befinden, ein Ausdruck ihrer Schwäche sein. Und gleichzeitig dürfte diese sich mit jedem sterbenden Buchladen verstärken. Diesen Prozess dann aber im nächsten Satz dem scheinbar unglaublich hohen downloaden von linken Theoriebüchern zuzuschreiben, dürfte dem Problem wohl auch nicht wirklich gerecht werden.

Denn zum einen dürfte die Anzahl der auf diese Art verbreiteten Bücher eher marginal sein, und zum anderen steht ja auch die interessierte Linke vor dem Problem, das die Preise für Bücher in den letzten Jahren massiv angestiegen sind, während das durchschnittliche linke Monatseinkommen in der Tendenz eher sinken dürfte. Das downloaden von Texten und Büchern dürfte daher eher eine Notlösung sein, um sich überhaupt noch „das Interesse an kritischer Reflexion“ erfüllen zu können.

Das ebenso beharrliche wie penetrante festhalten am Copyright-Fetisch verdeckt daher die Frage, die sich eigentlich zu stellen wäre: wie sich die Linke in der Situation, in der sie sich gerade befindet, eine Form der theoretischen Kontiuität organisieren kann, die gleichzeitig auf die praktische Überwindung dessen zielt, was ihr derzeit das Leben so schwer macht.

Let’s break the law…

… here tonight. Das zumindest fand der Informationswissenschaftler Prof. Dr. Rainer Kuhlen von der Uni Konstanz auf der Bloggerinnen-Konferenz Re:publica. Da gab es nämlich eine Veranstaltung zum Thema „Brauchen wir eine Blog-Etikette?“ und da hat er festgestellt, das sich nur juristisch nur aufrechterhalten lässt, woran sich Menschen auch tatsächlich halten. Und so hat er laut Tonspiondie versammelten mehreren hundert Blogger aus allen Teilen der Republik dazu aufgefordert, das Urheberrecht bewusst zu brechen, wo es inzwischen obsolet sei. Dazu müsse man notfalls auch Abmahnungen in Kauf nehmen.(mehr…)

Wer andern eine Grube gräbt

… fällt selbst hinein. Beim Digital Rights Management (DRM), der Digitalen Rechteverwaltung, war Microsoft noch Vorreiterin. DRM sollte helfen zu verhindern, das mit Microsoft-Produkten Multimedia-Dateien abgespielt werden, an denen die Nutzerin keine Rechte besitzt. Nun könnte es Microsoft selber erwischen. Zumindest hat ein amerikanisches Bundesgericht festgestellt:

Ein US-Gericht in San Diego hat Microsoft in einem Patentstreit über Musikdateien zu einer Strafe von 1,52 Milliarden Dollar (1,16 Milliarden Euro) verurteilt. Die Geschworenen eines Bundesgerichts sahen es als erwiesen an, dass der weltgrößte Softwarekonzern Patente von Alcatel-Lucent verletzt hat. ( … ) (mehr…)

Goest vs. EmanzipationOderBarbarei

Einige werden es mitbekommen haben: ich hatte hier im Blog ein Bild von Andreas Döring (Intendant des Jungen Theater in Göttingen) veröffentlicht, das ursprünglich von Goest stammte. Und da ich (1) die Quelle nicht angegeben habe (Asche auf mein Haupt, is ja wirklich nicht nett…) und (2) die Goest-Redaktion in den Inhalt des dazugehörenden Veranstaltungsberichtes nicht mochte, hat sie mich unter dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung aufgefordert, das „geklaute Bild“ umgehend zurückzugeben. Mittlerweile wurde das Bild hinter dem alten Link verändert und dort steht der folgende Text zu lesen:

Die Fotos wurden am 19.2.07 entfernt, da ohne Quellenangabe und vorher zu fragen ein etwas ungünstiges Foto herauskopiert wurde um einen Schmähartikel zu illustrieren.

Damit wurde der Eindruck erweckt, dass goest als Bild-Lieferant für Schmähartikel von AutorInnen dient, die als Belege für ihre Kritik am Jungen Theater Zitate aus NPD-Seiten benutzt und damit auch noch als „linke“ Inquisition daherkommen will. Für nicht-kommerzielle linke Projekte gibt es bei Nachfrage nach Fotos meist eine Möglichkeit der Unterstützung durch Goest.

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Von Urheberrechtsverletzungen Oder: Die haben doch alle ne Ma…

Da der Kapitalismus eine Gesellschaft ist, in der der Reichtum „als eine ungeheure Warensammlung“ (Marx, MEW 13, 15) erscheint, braucht es auch ein passendes Rechtsinstitut, um die Dinge in die Warenform zu bringen. Das gilt auch für geistige oder künstlerische Werke – oder solche, die dafür gehalten werden. Wer ein solches Werk (sei es nun ein Text, ein Foto, ein Film oder ein Lied) erschaffen hat, der genießt den Schutz durch das Urheberrecht. (mehr…)

Die Schwierigkeit von Informationen, die Waren sein sollen

Im Kapitalismus soll alles Ware sein. Das macht keinen Spaß, ist aber erstmal so. Zur Zeit gibt es immer wieder Punkte, an denen deutlich wird, das dies dem menschlichen Miteinander nicht unbedingt förderlich ist. Ein Beispiel wären die Reformen im Bildungsbereich, ein anderes das harte Vorgehen gegen die NutzerInnen von Internettauschbörsen. (mehr…)

Filesharing, Wissen, Warenform – Erste Nährungsversuche

Seit einigen Jahren tobt eine halb juristische, halb politische Auseinandersetzung nicht nur in Deutschland, aber auch da. Der Hintergrund: Durch sogenannten „Tauschbörsen“ ist es möglich, im Internet Filme, Lieder oder Computerspiele auszutauschen. Das ist – rein rechtlich – ein Verstoß gegen diese unangenehme Geschichte mit dem Privateigentum. Insofern nichts besonderes, auch Einbrüche in Wohnungen oder der Diebstahl von Autos ist schließlich verboten und werden verfolgt. Nur gibt es hier zwei Besonderheiten, die mir doch erwähnenswert erscheinen: zum einen unterscheidet sich ein Autodiebstahl von illegalem downloaden dadurch, das im Falle des Autos dieses die Besitzerin wechselt. Es kann immer nur eine das Auto fahren. Beim Filesharing ist das anders: hier werden die Dateien einfach verdoppelt. Es gibt sie zweimal, niemand erleidet (zunächst) einen Nachteil. Zum anderen gibt es – im Gegensatz zum Diebstahl von Autos oder Geldbörsen – hier kaum ein Unrechtsbewusstsein. Es sind nicht nur ein paar vereinzelte Gangster die illegal Daten aus dem Internet laden – es sind hunderttausende. Und die haben ein Umfeld, das von den Downloads profitiert und sie gutheißt. (mehr…)

Wikipedia vs. Bild-Zeitung

Auch wenn ich Begrifflichkeiten meiner Texte in diesem Blog gerne mal mit Wikipedia-Links versehe, ist mir natürlich das grundsätzliche Problem dieser Online-Enzyklopädie vertraut: Jede und Jeder kann dort Dinge schreiben, verändern, löschen. Und da wird dann im Zweifelsfall auch schon mal richtig viel Mist gebaut. Nicht jede Wikipedia-Information ist auf dem Stand von Wissenschaft und Forschung. (mehr…)

Bücher, Wissen, Ware

Bücher sind schon was tolles. Da steht unheimlich viel drinne, Informationen häufig, manchmal auch nur einfach Schönes. Manche Bücher habe ich in meinem Zimmerchen im Bücherregal stehen, andere in der WG-eigenen Fachbibliothek im Flur. Wieder andere kriege ich über Stadt- und Universitätsbibliotheken. Den Rest – und hier hört es auf Spaß zu machen – den Rest muss ich kaufen, um anschließend in ihm lesen zu können. Das hat natürlich – gesellschaftlich betrachtet – nicht unbedingt positive Folgen für die Verbreitung von Wissen. Und das, wo wir doch angeblich in einer Wissensgesellschaft leben. Da müsste doch eigentlich jedes Wissen möglichst vielen – will sagen: allen – Menschen zugänglich gemacht werden. Stattdessen wird der Kram nur für teuer Geld anderen zugänglich gemacht. Eine kluge Göttinger Unigruppe sagte einst: „Wo Bildung zur Ware wird, wird Wissenschaft zur Farce.“ Womit sie sicherlich recht hatte. (mehr…)

Fluch der Karibik

Am letzten Sonntag, dem 10. September, hat – once again – ein motivierter Haufen junger PiratInnen die Segel gehisst. Und das sogar mit staatlicher Freibeuterlizenz, wurde doch in Berlin die deutsche Sektion der Piratenpartei gegründet. In Schweden wurde Anfang 2006 die erste Piratenpartei losgetreten, mittlerweile gibt es bereits in vielen Ländern (etwa den USA, Österreich oder Frankreich) entsprechende Projekte. Die Partei soll nach eigener Auskunft „Meinungsfreiheit und Privatsphäre aller Menschen in Deutschland erhalten und die fortschrittsbehindernden Auswüchse des Urheber- und Patentrechts zugunsten einer freien Wissensgesellschaft neufassen“. Den wohl ausführlichsten Bericht über die Gründung gibt es bei Heise.

Wie immer bei solchen Projekten stellt sich die Frage, ob es ein linkes, emanzipatives ist oder vielleicht doch eher nicht. Auch bei den Grünen war das ja am Anfang durchaus unklar, mittlerweile ist das Ding deutlich anti-emanzipativ ausgelegt. Bei attac ist die Sache noch im Fluss, und auch bei der Piratenpartei bleibt festzuhalten: nichts genaues weiß mensch nicht. Alles ist möglich. (mehr…)