Archiv der Kategorie 'Kultur'

Anleitung zum Unglücklichsein Oder: Warum Neon lesen rockt

Neon kennt ihr, oder? Das ist dies stylische Stern-Magazin für Leute, die sich jung fühlen aber trotzdem erwachsen sein wollen. Für Leute, die irgendwo zwischen 17 und 30, vielleicht 35 herumvegetieren. Die in der Oberstufe sind, eher noch studieren. Vielleicht auch schon damit fertig sind, in den Job eingestiegen. Möglicherweise auch nie studiert haben, sondern nach dem Abi gleich eine Ausbildung angefangen haben. Die Sorte von Jungspunden, die fest überzeugt sind, sie wüssten wie es abgeht in der Welt. Die Zukunft quasi. Die, die unsereinem das Leben immer so furchtbar schwer machen.

Und genau darum lesen ich Neon – um zumindest eine Ahnung davon zu bekommen, wie die ticken, die Leute, die mir das Leben immer so schwer machen. Beim Lesen fühle ich mich dann immer an Adorno erinnert, der in dem Aphorismus „Rasenbank“ in den Minima Moralia einst schrieb: „Heute aber finden wir uns einer angeblich jungen Generation gegenüber, die in jeder ihrer Regungen unerträglich viel erwachsener ist, als je die Eltern es waren; die entsagt hat, schon ehe es zum Konflikt überhaupt kam, und daraus ihre Macht zieht, verbissen autorität und unerschütterlich.“

Vielleicht kennen einige ja dieses Phänomen der absoluten Verzweiflung, angesichts der Überzeugungskraft, mit der manchmal der größte Schwachsinn vertreten wird. Um mal ein wirklich willkürliches Beispiel zu wählen, nur um sich mal in meine Lage hineinversetzen zu können. Um es dann mit dem grandiosen Neon-Text „Du bist so aggressiv – Bist du links“ (alleine der Titel macht mich ja schon aggressiv…) abzugleichen. Also, here we go: (mehr…)