Archiv der Kategorie 'Ökologie'

Bild dir deinen Glauben.

Im November letzten Jahres gab es einen ganz besonderen Gastkolumnisten bei Bild. Nur für eine Kolumne, zugegeben, aber immerhin. Die Rede ist von niemand geringerem als dem ehemaligen us-amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore. Der mahnte damals an das es nun wohl Zeit werde sich endlich mal den ökologischen Problemen dieses Planeten zu widmen, ganz ähnlich wie er das auch in seinem Filmchen „Die unbequeme Wahrheit“ gemacht hat. (mehr…)

Politik reicht nicht – Zu den Grenzen des Klimaschutzes

Manche meinen’s richtig ernst. Da zeigt sich, das eine stringente und mehr oder minder durchdachte theoretische Basis eben auch helfen kann, auf unterschiedlichen Feldern handlungsfähig zu sein – oder zu erkennen, wann da mal eine Positionierung zu angebracht wäre. Und so haben sich jetzt, nachdem die radikale Linke nach einem eigentlich recht schicken JungleWorld-Schwerpunkt sich wichtigerem zuwendet (also etwa dem G8-Gipfel, der unglücklicherweise das zum Thema haben wird, was jetzt gleich Thema ist), die wert(abspaltungs-)kritischen Frontgeschütze Exit und Krisis – jede für sich versteht sich – zumindest eine kurze Einschätzung zum Klimawandel abgegeben. (mehr…)

Klimawandel: Alles halb so wild!

Nachdem Nicholas Stern, der ehemalige Chefökonom der Weltbank, schon vor einiger Zeit eine Studie zu den globalen Kosten der Umweltzerstörung veröffentlicht hat, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) jetzt noch mal nachgerechnet, ob das Ganze auch für Deutschland relevant ist: (mehr…)

Wachstum und Klimawandel

Wenn wir mal von der Familienpolitik absehen, gibt es in den Medien derzeit zwei heiß diskutierte Themen: auf der einen Seite stehen die Sorgen wegen dem Klimawandel und die Erkenntnis, dringend etwas ändern zu müssen. Auf der anderen Seite die Freude über den Wachstum der Wirtschaft. Auch wenn bei letzterem die Prognosen zuletzt etwas nach unten korrigiert wurden (1|2.)

Nun verweist die Freude auf der einen allerdings auch auf die Probleme auf der anderen Seite. (mehr…)

Emanzipatorische Ökologie

Kapitalismus funktioniert im Grunde ganz einfach: Ziel der ganzen Veranstaltung ist es, aus einem Euro zwei zu machen, aus Wert Mehr-Wert. Das wiederrum passiert mittels der Produktion von Waren, mit der die Welt in immer größerem Maße zugeschüttet werden muss. Denn Maß des Wertes ist alleine die gesellschaftlich durchschnittlich notwendige Arbeitszeit. Und die nimmt mit jedem Produktivitätsfortschritt ab. Dann können mehr Gebrauchswerte produziert werden, ohne das der Wert steigen würde. Also muss der Ausstoß an Produkten noch weiter erhöht werden.

Was – alles in allem – nicht besonders toll für das Klima ist. Denn die Produktion von Waren ist in den meisten Fällen an einen stofflichen Träger gebunden. Autos entstehen nicht aus dem Nichts, sondern aus Metall und Öl. Für ihre Produktion sind teilweise hohe Temperaturen notwendig, da müssen Energieträger verbrannt werden. Und wenn die Ware verkauft ist, braucht es in Fällen wie dem des Autos auch noch zusätzliche Stoffe, um sie überhaupt nutzen zu können. So gibt es beim Auto auf allen Ebenen, von der Produktion bis zur Nutzung, einen Eingriff in die stoffliche Natur. Und selbst wenn das Auto nicht mehr fährt stellt sich die Frage, wo es denn wohl endgelagert werden soll, das Problem ist also auch dann nicht gelöst. (mehr…)

Das Auto tut der Umwelt gut

Über die Sache mit dem anstehenden Klimawandel hatte ich ja in der letzten Zeit häufiger mal berichtet. Und auch darüber, das es wohl am Ende darauf hinauslaufen würde, das sich die Menschen zwar individuell einschränken sollen, die Industrie aber fleißig weiterproduzieren wird. (1|2|3) Praktisch umgesetzt sieht das dann ungefähr so aus:

Im Streit über die geplante drastische Verringerung der Autoabgase hat die Industrielobby einen Teilerfolg errungen. ( … ) Die Kommission wird beim anvisierten Durchschnittsgrenzwert von 120 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer im Jahr 2012 bleiben, wie am Dienstag in Brüssel zu erfahren war. Gleichzeitig will sie aber die Möglichkeit eröffnen, diese 120 Gramm nicht mehr allein über sparsamere Motoren zu erreichen. Die Formel lautet jetzt: 130 Gramm durch technische Innovation, weitere zehn Gramm sollen durch Biokraftstoffe, ökologische Fahrweise und neue Fahrzeugtechnik eingespart werden.

Die europäischen Autohersteller müssten also den durchschnittlichen CO2-Ausstoß von derzeit 163 Gramm auf lediglich 130 Gramm reduzieren. Trotz dieses Zugeständnisses bliebe es dabei, den Flottenverbrauch deutlich zu senken und treibstoffsparende Motoren zu entwickeln. Die deutschen Autobauer lehnen eine europäische Einheitsobergrenze für Kohlendioxid-Ausstoß aber ab. Ob und in welcher Form die Vorschläge der EU-Kommission gesetzlich bindend werden, entscheiden nun die Fachminister der EU-Mitgliedsstaaten.

Industriekommissar Günter Verheugen sieht in dieser „integrierten Lösung“ einen Weg, die Ziele des Umweltschutzes zu erreichen, ohne die zwölf Millionen Jobs in der europäischen Auto- und Zulieferindustrie zu gefährden. Grundsätzliche Bedenken gegen eine gesetzliche Regelung des Schadstoffausstoßes äußerte auch der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Joachim Wuermeling. Es sei ihm völlig unklar, wie diese durchschnittlichen Grenzwerte in eine handhabbare gesetzliche Regelung gegossen werden könnten, sagte er der Frankfurter Rundschau, begrüßte den jetzt gewählten Ansatz aber als ausgewogen.

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Du bist der Klimawandel

Eine UNO-Kommission hat den Bericht „Climate Change 2007″ vorgelegt. Darin geht es um den anstehenden bzw. sich bereits vollziehenden Klimawandel. In Kurzform lässt sich der Inhalt recht einfach zusammefassen: Es befinden sich immer mehr Treibhausgase in der Luft, insbesondere CO² spielt hier eine wesentliche Rolle. Das hat dazu geführt, das sich die globale Oberflächentemperatur erhöht, die Häufigkeit von Niederschlägen zunimmt, die schneebeckten Flächen der Erdoberfläche ebenso kontinuierlich kleiner werden wie das Polareis schmilzt und die Meerestemperaturen ansteigen. Und selbst wenn von jetzt auf gleich sämtliche Emissionen eingestellt würden, wäre zumindest mit einem weiteren Temperaturanstieg von mehr als einem halben Grad Celsius zu rechnen. (mehr…)

Wagner tötet Eisbären

„Unsere Erde hat Fieber!“ Mit diesen Worten beginnt der Exklusivbericht von Al Gore in der heutigen Bild-Zeitung. Das unser Planet aber erhöhte Temperatur hat, bleibt nicht ohne Folgen für seine Bewohner: „Eisbären ertrinken.“ Wir sind geschockt! Das ist ja fast wie damals:

„Das Überleben unserer Zivilisation und die Bewohnbarkeit der Erde stehen auf dem Spiel. Denken Sie daran, was in der Krise des weltweiten Faschismus geschehen ist. Zu Beginn war auch die Wahrheit über Hitler unbequem.“

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Kapitalismus ist teuer

Ein ehemaliger ehemaliger Chefökonom der Weltbank, mit Namen Nicholas Stern, hat eine Studie über die ökonomischen Folgen der Umweltzerstörung veröffentlicht. Und da geht es hart zur Sache, wie Spiegel-Online berichtet:

Die Ökonomen um Stern mahnen, dass schon jetzt rund ein Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts – etwa 270 Milliarden Euro jährlich – ausgegeben werden müsse, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Geschehe das nicht, warnen sie unter anderem:

* Überschwemmungen infolge steigender Meeresspiegel könnten bis zu 100 Millionen Menschen obdachlos machen.
* Schmelzende Gletscher könnten für einen von sechs Menschen auf der Welt zu Wasserknappheit führen.
* Bis zu 40 Prozent aller Tierarten könnten ausgerottet werden.
* Trockenheiten und Dürre könnten Hunderte Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen machen.

„Unsere Handlungen in den nächsten Jahrzehnten könnten Risiken erheblicher Verwerfungen für die wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten später im Jahrhundert und im kommenden erschaffen“, warnt Stern.

Darum, so Stern, müsste die Sache mit der Klimaveränderung doch mal etwas ernsthafter angegangen werden. Schuld sind dabei wie immer die anderen: (mehr…)

Ökofallen und Biomärchen

In den 80ern galt die Frage, ob die Menschheit nicht (rein ökologisch) grade über ihre Verhältnisse lebt, noch als progressiv. Sie war verbunden mit einer Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse. Es ist ein Stückweit Allgemeingut geworden, das es so wie im Fordismus nicht weitergehen konnte. Die kritischen Impulse wurden dann im Laufe der Zeit in ein Konzept eingebunden, das die herrschende Form des Naturverbrauchs optimiert.

„Die Geißelung und Selbstgeißelung, die inzwischen zur ökologischen Mode gworden ist, ist die Schmiere, mit der die ökologische Umwerteilung und die Senkung der Ansprüche glatter über die Bühne gehen soll. ( … ) Der ganze Pathos der ökologischen Sparsamkeit bei den Ansprüchen ( … ) ist ein Rattenfängertrick, um vom Dröhnen der kapitalistischen Naturverbrauchs-Maschine abzulenken.“ schrieb Christoph Spehr in der Ökofalle (Seite 149) in einem Kapitel, das er sinnigerweise mit „Nicht sparen, nicht spenden“ überschrieben hat. Ganz ähnlich formuliert er es in „Die Aliens sind unter uns“, einem Klassiker der herrschaftskritischen Theoriebildung: „Der Gedanke ist so einfach wie genial: Man gebe das Problem an die Menschen weiter, Die Erde ist gefährdet! Rettet sie! Nach unseren Spielregeln versteht sich. Mehr Technik und weniger Konsum; mehr Steuerung und weniger Freiräume; mehr Ärmelhochkrempeln und weniger Gemäkel; und alle müssen mittun. Werdet sparsamer, arbeitet mehr, verbraucht weniger – alles zum Wohle des Planeten. ( … ) Die Lage, lesen wir, ist so dringend, daß keine Zeit mehr für grundsätzliche Veränderungen bleibt. Systemkritik vergeudet Zeit, die für die Rettung des Planeten dringend gebraucht wird. Krempelt die Ärmel hoch und spart dort, wo es am einfachsten ist! Einfacher ist es dort, wo weniger Macht ist und die Widerstände am geringsten sind. Nennt das nicht ungerecht ( … ). Nennt es realistisch. Nennt es verantwortlich.“ (Christoph Spehr: Die Aliens sind unter uns, 18) (mehr…)