Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie [23]

Das Kapitel vom Geld[24]

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[Entstehung und Wesen des Geldes]

Ware a = 1 sh ( i.e. = 1/x Silber); Ware b = 2 sh (d.h. 2/x Silber). Daher Ware b = dem doppelten Wert der Ware a. Das Wertverhältnis zwischen a und b ist ausgedrückt durch die Proportion, in der sich beide gegen das Quantum einer dritten Ware austauschen, gegen Silber; nicht gegen ein Wertverhältnis.

Jede Ware (Produkt oder Produktionsinstrument) ist = der Vergegenständlichung einer bestimmten Arbeitszeit. Ihr Wert, das Verhältnis, worin sie sich gegen andre Waren austauscht oder andre Waren sich gegen sie austauschen, ist = dem in ihr realisierten Quantum Arbeitszeit. Wenn die Ware z.B. = 1 Stunde Arbeitszeit, so tauscht sie sich aus mit allen andren Waren, die das Produkt von 1 Stunde Arbeitszeit. (Dies ganze Raisonnement in der Voraussetzung, daß der Tauschwert = dem Marktwert; der Realwert = dem Preis.) Der Wert der Ware ist von der Ware selbst unterschieden. Wert (Tauschwert) ist die Ware nur im Austausch (wirklichen oder vorgestellten): Wert ist nicht nur die Austauschfähigkeit dieser Ware im allgemeinen, sondern ihre spezifische Austauschbarkeit. Er ist zugleich der Exponent des Verhält<76>nisses, worin sie sich austauscht mit andren Waren, und der Exponent des Verhältnisses, worin sie sich bereits in der Produktion mit andren Waren (materialisierter Arbeitszeit) ausgetauscht hat; er ist quantitativ bestimmte ||13| Austauschbarkeit. Die Waren, z.B. eine Elle Baumwolle und ein Maß Öl, als Baumwolle und Öl betrachtet, sind natürlich verschieden, besitzen verschiedne Eigenschaften, werden durch verschiedne Maße gemessen, sind inkommensurabel. Als Werte sind alle Waren qualitativ gleich und nur quantitativ unterschieden, messen sich also alle wechselseitig und ersetzen sich (tauschen sich aus, sind konvertibel gegeneinander) in bestimmten quantitativen Verhältnissen. Der Wert ist ihr gesellschaftliches Verhältnis, ihre ökonomische Qualität. Ein Buch, das einen bestimmten Wert besitzt, und ein Laib Brot, das denselben Wert besitzt, tauschen sich gegeneinander aus, sind derselbe Wert nur in verschiednem Material. Als Wert ist die Ware zugleich Äquivalent für alle andren Waren in einem bestimmten Verhältnis. Als Wert ist die Ware Äquivalent; als Äquivalent sind alle ihre natürlichen Eigenschaften in ihr ausgelöscht; steht sie in keinem qualitativen besondren Verhältnis mehr zu den andren Waren; sondern ist sie sowohl das allgemeine Maß als der allgemeine Repräsentant, als das allgemeine Austauschmittel aller andren Waren. Als Wert ist sie Geld.

Aber weil die Ware oder vielmehr das Produkt oder Produktionsinstrument von sich als Wert unterschieden ist, ist sie als Wert von sich als Produkt unterschieden. Ihre Eigenschaft als Wert kann nicht nur, sondern muß zugleich eine von ihrer natürlichen Existenz verschiedne gewinnen. Warum? Weil die Waren als Werte nur quantitativ voneinander verschieden sind, muß jede Ware qualitativ von ihrem eignen Wert verschieden sein. Ihr Wert muß daher auch eine von ihr qualitativ unterscheidbare Existenz besitzen, und im wirklichen Austausch muß diese Trennbarkeit zur wirklichen Trennung werden, weil die natürliche Verschiedenheit der Waren mit ihrer ökonomischen Äquivalenz in Widerspruch geraten muß und beide nur nebeneinander bestehn können, indem die Ware eine doppelte Existenz gewinnt, neben ihrer natürlichen eine rein ökonomische, in der sie ein bloßes Zeichen, ein Buchstabe für ein Produktionsverhältnis ist, ein bloßes Zeichen für ihren eignen Wert. Als Wert ist jede Ware gleichmäßig teilbar; in ihrem natürlichen Dasein ist sie es nicht. Als Wert bleibt sie dieselbe, wie viele Metamorphosen und Existenzformen sie auch durch-‚ läuft; in der Wirklichkeit werden Waren nur ausgetauscht, weil sie ungleich sind und verschiednen Systemen von Bedürfnissen entsprechen. Als Wert ist sie allgemein, als wirkliche Ware eine Besonderheit. Als Wert ist sie stets austauschbar; in dem wirklichen Austausch ist sie es nur, wenn sie besondre Bedingungen erfüllt. Als Wert ist das Maß ihrer Austauschbarkeit durch sie <77> selbst bestimmt; der Tauschwert drückt eben das Verhältnis aus, in dem sie andre Waren ersetzt; im wirklichen Austausch ist sie nur austauschbar in Quantitäten, die mit ihren natürlichen Eigenschaften zusammenhängen und den Bedürfnissen der Austauschenden entsprechen. (Kurz alle Eigenschaften, die als besondre Eigenschaften des Geldes aufgezählt werden, sind Eigenschaften der Ware als Tauschwert; des Produkts als Wert im Unterschied vom Wert als Produkt.) (Der Tauschwert der Ware, als besondre Existenz neben der Ware selbst, ist Geld; die Form, worin alle Waren sich gleichen, sich vergleichen, sich messen; worin alle Waren sich auflösen, was sich in alle Waren auflöst; das allgemeine Äquivalent.)

Jeden Augenblick, im Rechnen, Buchführen etc. verwandeln wir die Waren in Wertzeichen, fixieren wir sie als bloße Tauschwerte, abstrahierend von ihrem Stoff und allen ihren natürlichen Eigenschaften. Auf dem Papier, im Kopf geht diese Metamorphose durch bloße Abstraktion vor sich; aber im wirklichen Umtausch ist eine wirkliche Vermittlung notwendig, ein Mittel, um diese Abstraktion zu bewerkstelligen. Die Ware ist in ihren natürlichen Eigenschaften weder beständig austauschbar noch mit jeder andren Ware austauschbar, nicht in ihrer natürlichen Gleichheit mit sich; sondern als sich selbst ungleich, als etwas von sich ungleiches, als Tauschwert gesetzt. Wir müssen sie erst in sich als Tauschwert umsetzen, um diesen Tauschwert dann mit andren zu vergleichen und auszuwechseln. Im rohsten Tauschhandel, wenn zwei Waren gegeneinander ausgetauscht werden, wird jede erst gleichgesetzt einem Zeichen, das ihren Tauschwert ausdrückt, z.B. bei gewissen Negern an den westafrikanischen Küsten = x bars[i]. Die eine Ware ist = 1 bar; die andre 2 bars. In diesem Verhältnis werden sie ausgetauscht. Die Waren werden Im Kopf erst und in der Sprache in bars verwandelt, bevor sie sich gegeneinander austauschen. Sie werden geschätzt, bevor sie ausgetauscht werden, und um sie zu schätzen, müssen sie in bestimmte Zahlenverhältnisse zueinander gebracht werden. Um sie in solche Zahlenverhältnisse zu bringen und sie kommensurabel zu machen, müssen sie dieselbe Denomination (Einheit) erhalten. (Die bar besitzt eine bloß imaginäre Existenz, wie überhaupt ein Verhältnis nur durch Abstraktion eine besondre Verkörperung erhalten, selbst wieder individualisiert werden kann.) Um den Überschuß des einen Werts über den andren beim Austausch zu decken, zur Liquidierung der Bilanz, wird beim rohsten Tauschhandel, wie jetzt bei dem Internationalhandel, Zahlung in Geld erforderlich.

Die Produkte (oder Tätigkeiten) tauschen sich nur aus als Waren; die Waren im Tausche selbst existieren nur als Werte; nur als solche vergleichen sie sich. Um das Gewicht Brot zu bestimmen, das ich mit einer Elle Leinwand aus<78>tauschen kann, setze ich erst die Elle Leinwand = ihrem Tauschwert, d.h. = 1/x Arbeitszeit. Ebenso setze ich das Pfund Brot = seinem Tauschwert = 1/x oder 2/x etc. Arbeitszeit. Ich setze jede der Waren = einem Dritten; d.h. ||14| sich selbst ungleich. Dies Dritte, von beiden verschieden, da es ein Verhältnis ausdrückt, existiert zunächst im Kopfe, in der Vorstellung, wie Verhältnisse überhaupt nur gedacht werden können, wenn sie fixiert werden sollen, im Unterschied von den Subjekten, die sich verhalten. Indem ein Produkt. (oder Tätigkeit) Tauschwert wird, wird es nicht nur in ein bestimmtes quantitatives Verhältnis verwandelt, eine Verhältniszahl – nämlich in eine Zahl, die ausdrückt, welche Quantität von andren Waren ihm gleich ist1, sein Äquivalent, – oder in welchem Verhältnis es das Äquivalent andrer Waren ist –, sondern muß zugleich qualitativ verwandelt werden, in ein andres Element umgesetzt werden, damit beide Waren benannte Größen werden, mit derselben Einheit, also kommensurabel werden. Die Ware muß erst in Arbeitszeit, also etwas von ihr qualitativ Verschiednes, umgesetzt werden (qualitativ verschieden; 1. weit sie nicht Arbeitszeit als Arbeitszeit, sondern materialisierte Arbeitszeit; Arbeitszeit nicht in der Form der Bewegung, sondern der Ruhe; nicht des Prozesses, sondern des Resultats ist-, 2. weil sie nicht die Vergegenständlichung der Arbeitszeit im allgemeinen, die nur in der Vorstellung existiert (selbst nur die von ihrer Qualität getrennte, nur quantitativ verschiedne Arbeit ist), sondern das bestimmte Resultat einer bestimmten, natürlich bestimmten, von andren Arbeiten qualitativ verschiednen Arbeit ist), um dann als bestimmtes Quantum Arbeitszeit, bestimmte Arbeitsgröße, mit andren Quantis Arbeitszeit, andren Arbeitsgrößen verglichen zu werden.

Zum bloßen Vergleichen – Schätzen der Produkte –, zu ihrer ideellen Wertbestimmung, reicht es hin, diese Transformation im Kopfe vorzunehmen (eine Transformation, worin das Produkt bloß als Ausdruck quantitativer Produktionsverhältnisse existiert). Beim Vergleichen der Waren reicht diese Abstraktion hin; beim wirklichen Austausch muß die Abstraktion wiedervergegenständlicht, symbolisiert, durch ein Zeichen realisiert werden. Diese Notwendigkeit tritt ein: 1. wie wir bereits gesagt, die auszutauschenden Waren werden beide im Kopfe in gemeinsame Größenverhältnisse, Tauschwerte, verwandelt und so gegeneinander geschätzt. Sollen sie aber nun wirklich vertauscht werden, so treten ihre natürlichen Eigenschaften in Widerspruch mit ihrer Bestimmung als Tauschwerte und bloß benannter Zahlen. Sie sind <79> nicht beliebig teilbar etc. 2. Im wirklichen Austausch werden stets besondre Waren gegen besondre Waren ausgetauscht, und die Austauschbarkeit jeder Ware, wie das Verhältnis, worin sie austauschbar ist, hängt von lokalen und zeitlichen Bedingungen etc. ab. Die Verwandlung der Ware in Tauschwert setzt sie aber nicht einer bestimmten andren Ware gleich2, sondern drückt sie als Äquivalent, ihr Austauschbarkeitsverhältnis zu allen andren Waren, aus. Diese Vergleichung, die im Kopf mit einem Schlag vorgenommen ist, wird in der Wirklichkeit nur in einem bestimmten, durch das Bedürfnis bestimmten, Umkreis realisiert, und nur sukzessive. (Z.B. ich tausche der Reihe nach ein Einkommen von 100 Talern, wie es meine Bedürfnisse mit sich bringen, gegen einen ganzen Umkreis von Waren aus, deren Summe = dem, Tauschwert von 100 Talern.) Um also die Ware auf einen Schlag als Tauschwert zu realisieren und ihr die allgemeine Wirkung des Tauschwerts zu geben, reicht der Austausch mit einer besondren Ware nicht aus. Sie muß mit einem dritten Ding ausgetauscht werden, das nicht selbst wieder eine besondre Ware ist, sondern das Symbol der Ware als Ware, des Tauschwerts der Ware selbst; das also sage die Arbeitszeit als solche repräsentiert, sage ein Stück Papier oder Leder, welches einen aliquoten3 Teil Arbeitszeit repräsentiert. (Ein solches Symbol unterstellt die allgemeine Anerkennung; es kann nur ein gesellschaftliches Symbol sein; es drückt in der Tat nur ein gesellschaftliches Verhältnis aus.) Dies Symbol repräsentiert die aliquoten Teile der Arbeitszeit; den Tauschwert in solchen aliquoten Teilen, als fähig sind durch einfache arithmetische Kombination alle Verhältnisse der Tauschwerte untereinander auszudrücken. Dies Symbol, dies materielle Zeichen des Tauschwerts ist ein Produkt des Tausches selbst, nicht die Ausführung einer a priori gefaßten Idee. (In fact wird die Ware, die als Mittler des Austauschs gebraucht wird, erst nach und nach in Geld verwandelt, in ein Symbol; sobald das geschehn ist, kann ein Symbol derselben sie selbst wieder ersetzen. Sie wird jetzt bewußtes Zeichen des Tauschwerts.)

Der Prozeß ist also einfach der: Das Produkt wird Ware, d.h. bloßes Moment des Austauschs. Die Ware wird in Tauschwert verwandelt. Um sie sich selbst als Tauschwert gleichzusetzen, wird sie mit einem Zeichen vertauscht, das sie als den Tauschwert als solchen repräsentiert. Als solcher symbolisierter Tauschwert kann sie dann wieder in bestimmten Verhältnissen mit jeder andren Ware ausgetauscht werden. Dadurch, daß das Produkt Ware und die Ware Tauschwert wird, erhält es erst im Kopfe eine doppelte Existenz. Diese ideelle Verdopplung geht (und muß dazu fortgehn), daß die Ware im <80> wirklichen Austausch doppelt erscheint: als natürliches Produkt auf der einen Seite, als Tauschwert auf der andren. D.h., ihr Tauschwert erhält eine materiell von ihr getrennte Existenz.

||15| Die Bestimmung des Produkts im Tauschwert bringt es also notwendig mit sich, daß der Tauschwert eine vom Produkt getrennte, losgelöste Existenz erhält. Der von den Waren selbst losgelöste und selbst als eine Ware neben ihnen, existierende Tauschwert ist – Geld. Alle Eigenschaften der Ware als Tauschwert erscheinen als ein von ihr verschiedner Gegenstand, eine von ihrer natürlichen Existenzform losgelöste soziale Existenzform im Geld. (Dies weiter nachzuweisen, indem die gewöhnlichen Eigenschaften des Geldes aufgezählt werden.) (Das Material, worin dieses Symbol ausgedrückt wird, ist keineswegs gleichgültig, so verschieden es auch historisch auftritt. Die Entwicklung der Gesellschaft arbeitet mit dem Symbol auch das ihm mehr und mehr entsprechende Material heraus, von dem sie nachher wieder sich loszuwinden strebt; ein Symbol, wenn es nicht willkürlich ist, erfordert gewisse Bedingungen in dem Material, worin es dargestellt wird. So z.B. die Zeichen für Worte eine Geschichte haben. Buchstabenschrift etc.) Der Tauschwert des Produkts erzeugt also das Geld neben dem Produkt. Wie es nun unmöglich ist, Verwicklungen und Widersprüche, die aus der Existenz des Geldes neben den besondren Waren hervorgehn, dadurch aufzuheben, daß man die Form des Geldes verändert (obgleich Schwierigkeiten, die einer niedrigern Form desselben angehören, durch eine höhre vermieden werden mögen), ebenso unmöglich ist es, das Geld selbst aufzuheben, solange der Tauschwert die gesellschaftliche Form der Produkte bleibt. Es ist nötig, dies klar einzusehn, um sich keine unmöglichen Aufgaben zu stellen und die Grenzen zu kennen, innerhalb deren Geldreformen und Zirkulationsumwandlungen die Produktionsverhältnisse und die auf ihnen ruhenden gesellschaftlichen Verhältnisse neugestalten können.

Die Eigenschaften des Geldes als 1. Maß des Warenaustausches; 2. als Austauschmittel; 3. als Repräsentant der Waren (deswegen als der Gegenstand der Kontrakte); 4. als allgemeine Ware neben den besondren Waren – folgen alle einfach aus seiner Bestimmung des von den Waren selbst getrennten und vergegenständlichten Tauschwerts. (Die Eigenschaft des Geldes als allgemeine Ware gegen alle andren, als Verkörperung ihres Tauschwerts, macht es zugleich zur realisierten und stets realisierbaren Form des Kapitals; zur stets gültigen Erscheinungsform des Kapitals, eine Eigenschaft, die bei den Bulliondrains4 hervortritt; die macht, daß das Kapital historisch zuerst nur in der <81> Form des Geldes erscheint; die endlich den Zusammenhang des Geldes mit dem Zinsfuß und seine Einwirkung darauf erklärt.)

Je mehr die Produktion sich dermaßen gestaltet, daß jeder Produzent vom Tauschwert seiner Ware abhängig wird, d.h., je mehr das Produkt wirklich Tauschwert wird und der Tauschwert das unmittelbare Objekt der Produktion, desto mehr müssen sich die Geldverhältnisse entwickeln und die Widersprüche, die dem Geldverhältnisse, dem Verhältnisse des Produkts zu sich als Geld, immanent sind. Das Bedürfnis des Austauschs und die Verwandlung des Produkts in reinen Tauschwert schreitet voran im selben Maß wie die Teilung der Arbeit, d.h. mit dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion. Aber in demselben Maße, wie dieser wächst, wächst die Macht des Geldes, d.h. setzt sich das Tauschverhältnis als eine den Produzenten gegenüber äußere und von ihnen unabhängige Macht fest. Was ursprünglich als Mittel zur Förderung der Produktion erschien, wird zu einem den Produzenten fremden Verhältnis. In demselben Verhältnis, wie die Produzenten vom Austausch abhängig werden, scheint der Austausch von ihnen unabhängig zu werden und die Kluft zwischen dem Produkt als Produkt und dem Produkt als Tauschwert zu wachsen. Das Geld bringt diese Gegensätze und Widersprüche nicht hervor; sondern die Entwicklung dieser Widersprüche und Gegensätze bringt die scheinbar transzendentale Macht des Geldes hervor. (Auszuführen der Einfluß der Verwandlung aller Verhältnisse in Geldverhältnisse: der Naturalsteuer in Geldsteuer, der Naturalrente in Geldrente, der Kriegsleistung in Mietstruppe, überhaupt aller persönlichen Leistungen in Geldleistungen, der patriarchalischen, sklavischen, leibeignen, zünftigen Arbeit in reine Lohnarbeit.)

Das Produkt wird zur Ware; die Ware wird zum Tauschwert; der Tauschwert der Ware ist ihre immanente Geldeigenschaft; diese ihre Geldeigenschaft löst sich von ihr als Geld los, gewinnt eine allgemeine, von allen besondren Waren und ihrer natürlichen Existenzweise gesonderte soziale Existenz; das Verhältnis des Produkts zu sich als Tauschwert wird sein Verhältnis zu einem neben ihm existierenden Gelde oder aller Produkte zu dem außer ihnen allen existierenden Geld. Wie der wirkliche Austausch der Produkte ihren Tauschwert erzeugt, so erzeugt ihr Tauschwert das Geld.
Die nächste Frage, die nun entgegentritt, ist die: Die Existenz des Geldes neben den Waren, hüllt sie nicht von vorn Widersprüche ein, die mit diesem Verhältnisse selbst gegeben sind?

Erstens: Das einfache Faktum, daß die Ware doppelt existiert, einmal als bestimmtes Produkt, das seinen Tauschwert in seiner natürlichen Daseinsform ideell enthält (latent enthält), und dann als manifestierter Tauschwert (Geld), der wieder allen Zusammenhang mit der natürlichen Daseinsform des Produkts <82> abgestreift hat, diese doppelte verschiedne Existenz muß zum Unterschied, der Unterschied zum Gegensatz und ||16| Widerspruch fortgehn. Derselbe Widerspruch zwischen der besondren Natur der Ware als Produkt und ihrer all gemeinen Natur als Tauschwert, der die Notwendigkeit erzeugte, sie doppelt zu setzen, einmal als diese bestimmte Ware, das andre Mal als Geld, der Widerspruch zwischen ihren besondren natürlichen Eigenschaften und ihren allgemeinen sozialen Eigenschaften enthält von vornherein die Möglichkeit, daß diese beiden getrennten Existenzformen der Ware nicht gegeneinander konvertibel sind. Die Austauschbarkeit der Ware existiert als ein Ding neben ihr im Gelde, als etwas von ihr Verschiednes, nicht mehr unmittelbar Identisches. Sobald das Geld ein äußres Ding neben der Ware ist, ist die Austauschbarkeit der Ware gegen Geld sofort an äußre Bedingungen geknüpft, die eintreten können oder nicht; äußerlichen Bedingungen preisgegeben. Die Ware wird im Austausch verlangt wegen ihrer natürlichen Eigenschaften, wegen der Bedürfnisse, deren Objekt sie ist. Das Geld dagegen nur seines Tauschwerts wegen, als Tauschwert. Ob die Ware daher umsetzbar ist gegen Geld, gegen es ausgetauscht werden kann, ob für sie ihr Tauschwert gesetzt werden kann, hängt von Umständen ab, die zunächst mit ihr als Tauschwert nichts zu schaffen haben und unabhängig davon sind, Die Umsetzbarkeit der Ware hängt von den natürlichen Eigenschaften des Produkts ab; die des Geldes fällt zusammen mit seiner Existenz als symbolisierter Tauschwert. Es wird also möglich, daß die Ware in ihrer bestimmten Form als Produkt nicht mehr umgetauscht, gleichgesetzt werden kann mit ihrer allgemeinen Form als Geld. Indem die Austauschbarkeit der Ware außer ihr als Geld existiert, ist sie etwas von ihr Verschiednes, ihr Fremdes geworden; mit dem sie erst gleichgesetzt werden muß, dem sie also d’abord ungleich ist; während die Gleichsetzung selbst von äußren Bedingungen abhängig wird, also zufällig.

Zweitens: Wie der Tauschwert der Ware doppelt existiert, als die bestimmte Ware und als Geld, so zerfällt der Akt des Austauschs in zwei voneinander unabhängige Akte: Austausch der Ware gegen Geld, Austausch des Geldes gegen Ware; Kauf und Verkauf. Da diese nun eine räumlich und zeitlich voneinander gesonderte, gegeneinander gleichgültige Existenzform gewonnen haben, hört ihre unmittelbare Identität auf. Sie können sich entsprechen und nicht entsprechen; sie können sich decken oder nicht; sie können in Mißverhältnisse zueinander treten. Sie werden sich zwar beständig auszugleichen suchen; aber an die Stelle der frühern unmittelbaren Gleichheit ist jetzt die beständige Bewegung der Ausgleichung getreten, die eben beständige Un<83>gleichsetzung voraussetzt. Die Konsonanz kann jetzt voll möglicherweise nur durch Durchlaufen der äußersten Dissonanzen erreicht werden.

Drittens: Mit der Trennung des Kaufs und Verkaufs, der Spaltung des Austauschs in zwei voneinander räumlich und zeitlich unabhängige Akte, tritt ferner ein andres neues Verhältnis hervor.

Wie sich der Austausch selbst zerspaltet in zwei voneinander unabhängige Akte, so trennt sich die Gesamtbewegung des Austauschs selbst von den Austauschenden, den Produzenten der Waren. Der Austausch des Austauschs wegen trennt sich vom Austausch der Waren wegen. Ein Kaufmannsstand tritt zwischen die Produzenten, ein Stand, der bloß kauft, um zu verkaufen, und bloß verkauft, um wieder zu kaufen, und in dieser Operation nicht den Besitz der Waren als Produkte bezweckt, sondern bloß das Erhalten von Tauschwerten als solchen, von Geld. (Beim bloßen Tauschhandel kann sich ein Kaufmannsstand. bilden. Da er aber bloß den Überfluß der Produktion auf beiden Seiten zur Disposition hat, so bleibt sein Einfluß auf die Produktion selbst durchaus sekundär, wie seine ganze Wichtigkeit.) Der Verselbständigung des Tauschwerts im Geld, von den Produkten losgerissen, entspricht die Verselbständigung des Austauschs (Handels) als von den Austauschenden losgerißne Funktion. Der Tauschwert war das Maß des Warenaustauschs; aber sein Zweck war der direkte Besitz der ausgetauschten Ware, ihre Konsumtion (ob diese Konsumtion nun darin besteht, daß sie direkt zur Befriedigung von Bedürfnissen, als Produkt dient, oder selbst wieder als Produktionswerkzeug). Der Zweck des Handels ist nicht direkt die Konsumtion, sondern das Erwerben von Geld, von Tauschwerten. Durch diese Verdopplung des Austauschs – des Austauschs der Konsumtion wegen und des Austauschs des Austauschs wegen entsteht ein neues Mißverhältnis. Der Kaufmann in seinem Austausch ist bloß bestimmt durch die Differenz zwischen Kauf und Verkauf der Waren; aber der Konsument hat den Tauschwert der Ware, die er kauft, definitiv zu ersetzen. Die Zirkulation, der Austausch innerhalb des Kaufmannsstandes, und das Ende der Zirkulation, der Austausch zwischen dem Kaufmannsstand und den Konsumenten, sosehr sie sich schließlich wechselseitig bedingen müssen, sind durch ganz andre Gesetze und Motive bestimmt und können in den größten Widerspruch miteinander geraten. Schon in dieser Trennung liegt die Möglichkeit der Handelskrisen. Da die Produktion aber unmittelbar für den Handel und nur mittelbar für die ||17| Konsumtion arbeitet, muß sie ebensosehr von dieser Inkongruenz zwischen Handel und Konsumtionsaustausch ergriffen werden, als sie ihrerseits erzeugen. (Die Verhältnisse von Nachfrage und Zufuhr werden gänzlich verkehrt.) (Von dem eigentlichen Handel trennt sich dann wieder das Geldgeschäft.)

<84> Aphorismen. (Alle Waren sind vergängliches Geld; das Geld ist die unvergängliche Ware.[44] Je weiter sich die Teilung der Arbeit entwickelt, um so mehr hört das unmittelbare Produkt auf, ein Tauschmittel zu sein. Es tritt die Notwendigkeit eines allgemeinen Tauschmittels ein, d.h. eines Tauschmittels, das von der spezifischen Produktion eines jeden unabhängig ist. Im Geld ist der Wert der Sachen von ihrer Substanz getrennt. Das Geld ist ursprünglich der Repräsentant aller Werte; in der Praxis dreht sich die Sache um, und alle realen Produkte und Arbeiten werden die Repräsentanten des Geldes. Im unmittelbaren Tauschhandel kann nicht jeder Artikel gegen jeden Artikel und eine bestimmte Tätigkeit kann nur gegen bestimmte Produkte ausgetauscht werden. Die Schwierigkeiten, die im Tauschhandel liegen, kann das Geld nur aufheben, indem es sie verallgemeinert, universell macht. Es ist absolut nötig, daß die gewaltsam getrennten Elemente, die wesentlich zusammengehören, durch gewaltsame Eruption sich als Trennung eines wesentlich Zusammengehörigen ausweisen. Die Einheit stellt sich gewaltsam her. Sobald die feindliche Spaltung zu Eruptionen fährt, weisen die Ökonomen auf die wesentliche Einheit hin und abstrahieren von der Entfremdung. Ihre apologetische Weisheit besteht6 darin, in allen entscheidenden Momenten ihre eignen Bestimmungen zu vergessen. Das Produkt als unmittelbares Tauschmittel ist 1. noch unmittelbar zusammenhängend mit seiner natürlichen Qualität, also in jeder Weise beschränkt durch dieselbe; kann sich z.B. deteriorieren etc.; 2. mit dem unmittelbaren Bedürfnis, das der andre grade nach diesem Produkt hat oder nicht hat, oder auch nach seinem Produkt habe. Indem das Produkt der Arbeit und die Arbeit selbst dem Austausch unterworfen wird, kömmt ein Moment herein, wo sie von ihrem Besitzer getrennt werden. Ob sie aus dieser Trennung in einer andren Gestalt wieder zu ihm zurückkehren, wird zufällig. Indem das Geld in den Austausch hereinkommt, bin ich gezwungen, mein Produkt gegen den allgemeinen Tauschwert oder die allgemeine Tauschfähigkeit auszutauschen, und so wird mein Produkt vom allgemeinen commerce abhängig und aus seinen lokalen, natürlichen und individuellen Grenzen herausgerissen. Eben hierdurch kann es aufhören, ein Produkt zu sein.)

Viertens: Wie der Tauschwert im Geld als allgemeine Ware neben alle besondren Waren tritt, so tritt dadurch zugleich der Tauschwert als besondre Ware im Geld (da es eine besondre Existenz besitzt) neben alle andren Waren. Nicht nur, daß dadurch eine Inkongruenz entsteht, daß das Geld, weil es nur im Austausch existiert, als die allgemeine Tauschfähigkeit der besondren <85> Tauschfähigkeit der Waren gegenübertritt und sie unmittelbar auslöscht und trotzdem beide beständig gegeneinander konvertibel bleiben sollen; so tritt das Geld dadurch mit sich selbst und seiner Bestimmung in Widerspruch, daß es selbst eine besondre Ware ist (selbst wenn nur Zeichen) und daher in seinem Austausch gegen andre Waren wieder besondren Austauschbedingungen unterworfen wird, die seiner allgemeinen unbedingten Austauschbarkeit widersprechen. (Hier noch gar nicht von Geld als fixiert in der Substanz eines bestimmten Produkts etc. gesprochen.) Der Tauschwert gewann neben seiner Existenz in der Ware eine eigne Existenz im Geld, er wurde von seiner Substanz getrennt, eben weil die natürliche Bestimmtheit dieser Substanz seiner allgemeinen Bestimmung als Tauschwert widersprach. Jede Ware ist der andren gleich (oder vergleichbar) als Tauschwert (qualitativ: jede repräsentiert nur noch ein quantitatives Plus oder Minus des Tauschwerts). Darum ist diese ihre Gleichheit, diese ihre Einheit unterschieden von ihrer natürlichen Verschiedenheit und erscheint daher im Geld sowohl als ihr gemeinsames Element wie als ein Drittes gegen sie. Aber einerseits bleibt der Tauschwert natürlich, zugleich eine inhärente Qualität der Waren, während er zugleich außer ihnen existiert; andrerseits wird das Geld, indem es nicht mehr als Eigenschaft der Waren, als ein Allgemeines derselben existiert, sondern neben ihnen individualisiert ist, selbst eine besondre Ware neben den andren Waren (durch Nachfrage und Zufuhr bestimmbar; zerfällt in besondre Geldsorten etc.). Es wird eine Ware wie die andren Waren und ist zugleich keine Ware wie die andren Waren. Trotz seiner allgemeinen Bestimmung ist es ein Austauschbares neben andren Austauschbaren. Es ist nicht nur der allgemeine Tauschwert; sondern zugleich ein besondrer Tauschwert neben andren besondren Tauschwerten. Hier neue Quelle von Widersprüchen, die sich in der Praxis geltend machen. (In der Trennung des Geldgeschäfts vom wirklichen Handel tritt die besondre Natur des Geldes wieder hervor.)

Wir sehn also, wie es dem Geld immanent ist, seine Zwecke zu erfüllen, indem es sie zugleich negiert; sich zu verselbständigen gegen die Waren; aus einem Mittel zum Zweck zu werden; den Tauschwert der Waren zu realisieren, indem es sie von ihm lostrennt; den Austausch zu erleichtern, indem es ihn spaltet; die Schwierigkeiten des unmittelbaren Warenaustauschs zu ||18| überwinden, indem es sie verallgemeinert; in demselben Grad, wie die Produzenten vom Austausch abhängig werden, den Austausch gegen die Produzenten zu verselbständigen.

(Es wird später nötig sein, eh von dieser Frage abgebrochen wird, die idealistische Manier der Darstellung zu korrigieren, die den Schein hervorbringt, als handle es sich nur um Begriffsbestimmungen und die Dialektik <86> dieser Begriffe. Also vor allem die Phrase: Das Produkt (oder Tätigkeit) wird Ware; die Ware Tauschwert; der Tauschwert Geld.)
(„Economist“. 24 Jan. 1857. Folgender Satz gelegentlich bei den banks zu berücksichtigen:

„Soweit die kaufmännischen Klassen an den Profiten der Bankenteilhaben, was jetzt ziemlich allgemein der Fall – und ein noch höheres Ausmaß erreichen dürfte infolge der weiteren Ausbreitung der Aktienbanken, der Abschaffung aller Körperschaftsprivilegien und der Ausdehnung der völligen Freiheit auf das Bankgeschäft –, ist wegen der gestiegenen Geldkurse ihr Reichtum größer geworden. Tatsächlich sind die kaufmännischen Klassen infolge der Höhe ihrer Einlagen im Grunde genommen ihre eigenen Bankiers; und insofern das zutrifft, muß für sie der Diskontsatz von geringer Bedeutung sein. Alle Bank- und anderen Reserven müssen selbstverständlich Ergebnisse anhaltenden Fleißes und aus Profiten zurückgelegter Ersparnisse sein; und wenn man folglich die kaufmännischen oder industriellen Klassen als Ganzes nimmt, müssen sie ihre eigenen Bankiers sein, und es ist nur nötig, das Prinzip des freien Handels auf alle Geschäfte auszudehnen, um für sie die Vorteile und Nachteile aller Schwankungen des Geldmarktes auszugleichen oder zu neutralisieren.“)

Alle Widersprüche des Geldsystems und des Produktenaustauschs unter dem Geldsystem sind die Entwicklung des Verhältnisses der Produkte als Tauschwerte, ihrer Bestimmung als Tauschwert oder Wert schlechthin.

(„Morning Star“. 12 Febr. 1857. „Der Gelddruck während des vergangenen Jahres und der hohe Diskontsatz, der infolgedessen eingeführt wurde, waren sehr vorteilhaft für die Profite der Bank von Frankreich. Ihre Dividende hat sich weiter erhöht: 118 frs im Jahre 1852, 154 frs im Jahre 1853, 194 frs im Jahre 1854, 200 frs im Jahre 1855, 272 frs im Jahre 1856.“)

Zu bemerken auch folgende Stelle:

„Die englischen Silbermünzen wurden zu einem Preis ausgegeben, der über dem in ihnen enthaltenen Silberwert lag. Ein Pfund Silber im Wert von 60-62 sh (3 £ im Durchschnitt in Gold) wurde zu Münzen im Wert von 66 sh geprägt. Die Münze zahlt den Tagesmarktpreis von 5 sh bis 5 sh 2 d je Unze und gibt sie zu einem Kurswert von 5 sh 6d je Unze heraus. Zwei Ursachen verhindern, daß aus dieser Anordnung irgendeine Unannehmlichkeit in der Praxis entsteht: (von Silbermünzen, nicht von wirklichem Wert) erstens, die Münze kann nur an der Münzstätte und zu diesem Preis erworben werden; denn als Zirkulationsmittel im Lande kann sie nicht abgewertet werden und sie kann nicht außer Landes geschickt werden, weil sie hier über ihren eigentlichen Wert hinaus zirkuliert-, und zweitens, da sie nur bis zu 40 sh legales Zahlungsmittel ist, gerät sie niemals in Konflikt mit den Goldmünzen, noch beeinflußt sie deren Wert. Gibt Frankreich den Rat, ebenso Silbermünzen mit geringerem Wert auszugeben, nicht mit dem eigentlichen Wert, und den Betrag zu begrenzen, für den sie ein legales Zahlungsmittel sein sollten. Zu gleicher Zeit aber: Wenn sie die Qualität der Münze festlegen, einen <87> breiteren Spielraum zwischen dem eigentlichen und dem Nominalwert, den wir in England haben, einzuräumen, weil der wachsende Wert des Silbers im Verhältnis zum Gold sehr wahrscheinlich in Kürze unseren gegenwärtigen Münzpreis erreichen wird und wir dann gezwungen sind, ihn wieder zu ändern. Unsere Silbermünze liegt gegenwärtig wenig mehr als 5% unter ihrem eigentlichen Wert: Für eine kurze Zeit danach waren es 10%.“ („Economist“. 24 Jan. 1857.)

Es könnte nun gedacht werden, daß das Ausgeben von Stundenzetteln alle diese Schwierigkeiten überkömmt. (Die Existenz des Stundenzettels setzt natürlich schon Bedingungen voraus, die bei der Untersuchung des Verhältnisses von Tauschwert und Geld nicht unmittelbar gegeben sind und ohne welche beide existieren können und existieren: öffentlicher Kredit; Bank etc.; doch alles dies hier nicht weiter zu berühren; da natürlich die Männer des Stundenzettels ihn als letztes Produkt der „Serie“[iii] betrachten, das, wenn es dem „reinen“ Begriff des Geldes am meisten entspricht, in der Realität zuletzt „erscheint“.) Zunächst: Wenn die Voraussetzungen, worunter der Preis der Waren = ihrem Tauschwert, als erfüllt vorausgesetzt werden: Decken von Nachfrage und Zufuhr; von Produktion und Konsumtion; in letzter Instanz Proportionate Production7[iv] (die sog. Distributionsverhältnisse sind selbst Produktionsverhältnisse), so wird die Geldfrage ganz sekundär und speziell die Frage, ob tickets, blaue oder grüne, blecherne oder papierne, ausgegeben werden oder in welcher andren Form die gesellschaftliche Buchführung gehandhabt wird. Es ist dann höchst abgeschmackt, den Vorwand, als ob Untersuchungen über die wirklichen Geldverhältnisse angestellt werden sollten, beizubehalten.

||19| Die Bank (any bank8) gibt die Stundenzettel aus. Die Ware a – dem Tauschwert x, d.h. = x Arbeitszeit, tauscht sich aus gegen Geld, repräsentierend x Arbeitszeit. Die Bank müßte ebenso die Ware kaufen, d.h. gegen ihren Geldrepräsentanten austauschen, wie z.B. jetzt die Bank von England für Gold Noten geben muß. Die Ware, das substantielle und darum zufällige Dasein des Tauschwerts, wird ausgetauscht gegen das symbolische Dasein des Tauschwerts als Tauschwerts. Es ist so keine Schwierigkeit, sie aus der Form der Ware in die Form des Geldes umzusetzen. Die Arbeitszeit, die in ihr enthalten ist, braucht nur authentisch verifiziert zu sein (was nebenbei gesagt nicht so leicht ist, wie die Feinheit und das Gewicht von Gold und Silber erproben) und erzeugt damit sofort ihre contrevaleur9; ihr Gelddasein. Wie wir immer die Sache wenden und drehn mögen, in letzter Instanz läuft sie darauf hinaus: Die Bank, die die Stundenzettel ausgibt, käuft die Ware zu <88> ihren Produktionskosten, käuft alle Waren, und zwar kostet ihr das Kaufen nichts als die Produktion von Papierschnitzeln, die dem Verkäufer anstatt des Tauschwerts, den er in einer bestimmten substantiellen Form besitzt, den symbolischen Tauschwert der Ware gibt, in andren Worten eine Anweisung auf alle andren Waren zum Belauf desselben Tauschwerts. Der Tauschwert als solcher kann natürlich nur symbolisch existieren, obgleich dieses Symbol, um es als Sache anwenden zu können – nicht bloß als Vorstellungsform –, sachliches Dasein besitzt; nicht nur ideelle Vorstellung ist, sondern wirklich vorgestellt in einer gegenständlichen Weise. (Ein Maß kann in der Hand behalten werden; der Tauschwert mißt, aber er tauscht nur aus, indem das Maß aus der einen Hand in die andre übergeht.[v])

Also die Bank gibt für die Ware Geld; Geld, das exakt eine Anweisung auf den Tauschwert der Ware, d.h. auf alle Waren von demselben Wert, ist: Die Bank kauft. Die Bank ist der allgemeine Käufer, der Käufer nicht nur dieser oder jener Ware, sondern aller Ware. Denn sie soll eben den Umsatz jeder Ware in ihr symbolisches Dasein als Tauschwert bewerkstelligen. Wenn sie aber der allgemeine Käufer ist, muß sie auch der allgemeine Verkäufer sein, nicht nur das Dock, worin alle Waren deponiert werden, nicht nur das allgemeine Warenhaus, sondern der Besitzer der Waren, in demselben Sinn, wie es jeder andre Kaufmann ist. Ich habe meine Ware a gegen den Stundenzettel b ausgetauscht, der ihren Tauschwert vorstellt; aber nur, damit ich dies b nun beliebig wieder in allen wirklichen Waren c, d, e, etc. metamorphosieren kann. Kann nun dieses Geld zirkulieren außerhalb der Bank? Anders als zwischen dem Inhaber des Zettels und der Bank? Wodurch ist die Konvertibilität dieses Zettels gesichert? Es sind nur zwei Fälle möglich. Entweder sämtliche Wareninhaber (Produkte oder Arbeit) wollen ihre Ware zu ihrem Tauschwert verkaufen, oder einige wollen, andre nicht. Wenn sie alle zu ihrem Tauschwert verkaufen wollen, so werden sie nicht den Zufall abwarten, ob sich ein Käufer findet oder nicht, sondern gehn sofort zur Bank, treten ihr die Ware ab und erhalten ihr Tauschwertzeichen, Geld, dafür-. lösen sie gegen ihr eignes Geld ein. In diesem Fall ist die Bank zugleich der allgemeine Käufer und Verkäufer in einer Person. Oder das Gegenteil findet statt. In diesem Fall ist der Bankzettel bloßes Papier, behauptet bloß, das allgemein anerkannte Symbol des Tauschwerts zu sein, hat aber keinen Wert. Denn dies Symbol hat das eigen, daß es nicht nur den Tauschwert vorstellt, sondern im wirklichen Austausch derselbe ist. Im letztren Fall wäre der Bankzettel kein Geld, oder nur konventionelles Geld zwischen der Bank und ihren Kunden, nicht auf dem allgemeinen Markt. Es wäre dasselbe, was ein Dutzend Speisekarten sind, die ich im Abonnement bei einem Wirt erhalte, oder ein Dutzend Theaterbilletts, <89> die beide Geld vorstellen, aber das eine nur Geld bei dieser bestimmten Speisetafel, das andre in diesem bestimmten Theater. Der Bankzettel hätte aufgehört, den Anforderungen des Geldes zu entsprechen, da er nicht im general public10, sondern nur zwischen der Bank und ihren Kunden zirkulierte. Wir müssen also die letztre Unterstellung fallen lassen.

Die Bank wäre also der allgemeine Käufer und Verkäufer. Statt der Noten könnte sie auch Cheques ausgeben und statt dieser einfache Bookaccounts11 führen. Je nach der Summe der Warenwerte, die X an sie abgelassen, hätte er dieselbe Wertsumme in andren Waren an sie zu gut. Ein zweites Attribut der Bank wäre notwendig, den Tauschwert aller Waren, d.h. die in ihnen materialisierte Arbeitszeit, authentisch zu fixieren. Aber hier könnten ihre Funktionen nicht enden. Sie müßte die Arbeitszeit bestimmen, in der die Waren hervorgebracht werden können mit den Durchschnittsmitteln der Industrie, die Zeit, in der sie hervorgebracht werden müssen. Aber auch das wäre nicht hinreichend. Sie hätte nicht nur die Zeit zu bestimmen, in der ein gewisses Quantum Produkte hervorgebracht werden muß, und die Produzenten in solche Bedingungen zu setzen, daß ihre Arbeit gleich produktiv ist (also auch die Distribution der Arbeitsmittel auszugleichen und zu ordnen), sondern sie hätte die Quanta Arbeitszeit zu ||20| bestimmen, die auf die verschiednen Produktionszweige verwandt werden soll. Das letztre wäre nötig, da, um den Tauschwert zu realisieren, ihr Geld wirklich konvertibel zu machen, die allgemeine Produktion gesichert werden müßte und in solchen Verhältnissen, daß die Bedürfnisse der Austauschenden befriedigt werden. Das ist noch nicht alles. Der größte Austausch ist nicht der der Waren, sondern der der Arbeit gegen Waren. (Gleich drauf näher.) Die Arbeiter würden nicht ihre Arbeit an die Bank verkaufen, sondern den Tauschwert für das volle Produkt ihrer Arbeit erhalten etc. Genau dann besehn wäre die Bank nicht nur der allgemeine Käufer und Verkäufer: sondern auch der allgemeine Produzent. In der Tat wäre sie entweder die despotische Regierung der Produktion und Verwalterin der Distribution, oder sie wäre in der Tat nichts als ein board12, was für die gemeinsam arbeitende Gesellschaft Buch und Rechnung führte. Die Gemeinsamkeit der Produktionsmittel ist vorausgesetzt etc., etc. Die Saint-Simonisten machten ihre Bank zum Papsttum der Produktion.

Die Auflösung aller Produkte und Tätigkeiten in Tauschwerte setzt voraus sowohl die Auflösung aller festen persönlichen (historischen) Abhängigkeitsverhältnisse in der Produktion als die allseitige Abhängigkeit der Produzenten voneinander. Die Produktion sowohl jedes einzelnen ist’ abhängig von der <90> Produktion aller andern; als die Verwandlung seines Produkts in Lebensmittel für ihn selbst abhängig geworden ist von der Konsumtion aller andern. Preise sind alt; ebenso der Austausch; aber sowohl die Bestimmung der einen mehr und mehr durch die Produktionskosten wie das Übergreifen des andern über alle Produktionsverhältnisse sind erst vollständig entwickelt und entwickeln sich stets vollständiger in der bürgerlichen Gesellschaft, der Gesellschaft der freien Konkurrenz. Was Adam Smith, in echter 18.-Jahrhundertweise in die antehistorische Periode setzt, der Geschichte vorhergehn läßt, ist vielmehr ihr Produkt[vi].

Diese wechselseitige Abhängigkeit ausgedrückt in der beständigen Notwendigkeit des Austauschs und in dem Tauschwert als allseitigem Vermittler. Die Ökonomen drücken das so aus: Jeder verfolgt sein Privatinteresse und nur sein Privatinteresse und dient dadurch, ohne es zu wollen und zu wissen, den Privatinteressen aller, den allgemeinen Interessen. Der Witz besteht nicht darin, daß, indem jeder sein Privatinteresse verfolgt, die Gesamtheit der Privatinteressen, also das allgemeine Interesse erreicht wird. Vielmehr könnte aus dieser abstrakten Phrase gefolgert werden, daß jeder wechselseitig die Geltendmachung des Interesses der andern hemmt und statt einer allgemeinen Affirmation vielmehr eine allgemeine Negation aus diesem bellum omnium contra omnes[vii] resultiert. Die Pointe liegt vielmehr darin, daß das Privatinteresse selbst schon ein gesellschaftlich bestimmtes Interesse ist und nur innerhalb der von der Gesellschaft gesetzten Bedingungen und mit den von ihr gegebnen Mitteln erreicht werden kann, also an die Reproduktion dieser Bedingungen und Mittel gebunden ist. Es ist das Interesse der Privaten; aber dessen Inhalt, wie Form und Mittel der Verwirklichung, durch von allen unabhängige gesellschaftliche Bedingungen gegeben.

Die wechselseitige und allseitige Abhängigkeit der gegeneinander gleichgültigen Individuen bildet ihren gesellschaftlichen Zusammenhang. Dieser gesellschaftliche Zusammenhang ist ausgedrückt im Tauschwert, worin für jedes Individuum seine eigne Tätigkeit oder sein Produkt erst eine Tätigkeit und ein Produkt für es wird; es muß ein allgemeines Produkt produzieren – den Tauschwert oder, diesen für sich isoliert, individualisiert, Geld. Andrerseits die Macht, die jedes Individuum über die Tätigkeit der andren oder über die gesellschaftlichen Reichtümer ausübt, besteht in ihm als dem Eigner von Tauschwerten, von Geld. Es trägt seine gesellschaftliche Macht, wie seinen Zusammenhang mit der Gesellschaft in der Tasche mit sich. Die Tätigkeit, welches immer ihre individuelle Erscheinungsform, und das Produkt der Tätigkeit, welches immer seine besondre Beschaffenheit, ist der Tauschwert, d.h. ein Allgemeines, worin alle Individualität, Eigenheit negiert und aus<91>gelöscht ist. Dieses ist in der Tat ein Zustand sehr verschieden von dem, worin das Individuum oder das in Familie und Stamm (später Gemeinwesen) naturwüchsig oder historisch erweiterte Individuum direkt aus der Natur sich reproduziert oder seine produktive Tätigkeit und sein Anteil an der Produktion an eine bestimmte Form der Arbeit und des Produkts angewiesen ist und sein Verhältnis zu andren eben so bestimmt ist.

Der gesellschaftliche Charakter der Tätigkeit, wie die gesellschaftliche Form des Produkts, wie der Anteil des Individuums an der Produktion, erscheint hier als den Individuen gegenüber Fremdes, Sachliches; nicht als das Verhalten ihrer gegeneinander, sondern als ihr Unterordnen unter Verhältnisse, die unabhängig von ihnen bestehn und aus dem Anstoß der gleichgültigen Individuen aufeinander entstehn. Der allgemeine Austausch der Tätigkeiten und Produkte, der Lebensbedingung für jedes einzelne Individuum geworden, ihr wechselseitiger Zusammenhang, erscheint ihnen selbst fremd, unabhängig, als eine Sache. Im Tauschwert ist die gesellschaftliche Beziehung der Personen in ein gesellschaftliches ||21| Verhaltender Sachen verwandelt; das persönliche Vermögen in ein sachliches. Je weniger gesellschaftliche Kraft das Tauschmittel besitzt, je zusammenhängender es noch mit der Natur des unmittelbaren Arbeitsprodukts und den unmittelbaren Bedürfnissen der Austauschenden ist, um so größer muß noch die Kraft des Gemeinwesens sein, das die Individuen zusammenbindet, patriarchalisches Verhältnis, antikes Gemeinwesen, Feudalismus und Zunftwesen. (Sieh mein Heft, XII, 34b.)[viii]

Jedes Individuum besitzt die gesellschaftliche Macht unter der Form einer Sache. Raubt der Sache diese gesellschaftliche Macht, und ihr müßt sie Personen über die Personen geben. Persönliche Abhängigkeitsverhältnisse (zuerst ganz naturwüchsig) sind die ersten Gesellschaftsformen, in denen sich die menschliche Produktivität nur in geringem Umfang und auf isolierten Punkten entwickelt. Persönliche Unabhängigkeit, auf sachlicher Abhängigkeit gegründet, ist die zweite große Form, worin sich erst ein System des allgemeinen gesellschaftlichen Stoffwechsels, der universalen Beziehungen, allseitiger Bedürfnisse und universeller Vermögen bildet. Freie Individualität, gegründet auf die universelle Entwicklung der Individuen und die Unterordnung ihrer gemeinschaftlichen, gesellschaftlichen Produktivität als ihres gesellschaftlichen Vermögens, ist die dritte Stufe. Die zweite schafft die Bedingungen der dritten. Patriarchalische, wie antike Zustände (ebenso feudale), verfallen daher ebensosehr mit der Entwicklung des Handels, des Luxus, des Geldes, des Tauschwerts, wie die moderne Gesellschaft in gleichem Schritt mit ihnen emporwächst.

Austausch und Teilung der Arbeit bedingen sich wechselseitig. Da jeder <92> für sich arbeitet und sein Produkt nichts für sich ist, muß er natürlich austauschen, nicht nur, um an dem allgemeinen Produktionsvermögen teilzunehmen, sondern um sein eignes Produkt in ein Lebensmittel für sich selbst zu verwandeln. (Sieh meine „Bemerkungen über Ökonomie“ p. V (13, 14).[ix]) Der Austausch als vermittelt durch den Tauschwert und das Geld setzt allerdings die allseitige Abhängigkeit der Produzenten voneinander voraus, aber zugleich die völlige Isolierung ihrer Privatinteressen und eine Teilung der gesellschaftlichen Arbeit, deren Einheit und wechselseitige Ergänzung gleichsam als ein Naturverhältnis außer den Individuen, unabhängig von ihnen, existiert. Der Druck der allgemeinen Nachfrage und Zufuhr aufeinander vermittelt den Zusammenhang der gegeneinander Gleichgültigen.

Die Notwendigkeit selbst, das Produkt oder die Tätigkeit der Individuen erst in die Form des Tauschwerts, in Geld, zu verwandeln, und daß sie erst in dieser sachlichen Form ihre gesellschaftliche Macht erhalten und beweisen, beweist zweierlei: 1. daß die Individuen nur noch für die Gesellschaft und in der Gesellschaft produzieren; 2. daß ihre Produktion nicht unmittelbar gesellschaftlich ist, nicht the offspring of association, die die Arbeit unter sich verteilt. Die Individuen sind unter die gesellschaftliche Produktion subsumiert, die als ein Verhängnis außer ihnen existiert; aber die gesellschaftliche Produktion ist nicht unter die Individuen subsumiert, die sie als ihr gemeinsames Vermögen handhaben. Es kann also nichts falscher und abgeschmackter sein, als auf der Grundlage des Tauschwerts, des Geldes, die Kontrolle der vereinigten Individuen über ihre Gesamtproduktion vorauszusetzen, wie es oben mit der Stundenzettelbank geschah. Der private Austausch aller Arbeitsprodukte, Vermögen und Tätigkeiten steht im Gegensatz sowohl zu der14 auf Über- und Unterordnung (naturwüchsig oder politisch) der Individuen untereinander begründeten Verteilung (wobei der eigentliche Austausch nur nebenherläuft oder im großen weniger das Leben ganzer Gemeinwesen ergreift, als vielmehr zwischen verschiednen Gemeinwesen eintritt, überhaupt keineswegs alle Produktions- und Verkehrsverhältnisse unterwirft) (welchen Charakter diese Über- und Unterordnung annehme: patriarchal, antik oder feudal) wie zu dem freien Austausch von Individuen, die assoziiert sind auf der Grundlage der gemeinsamen Aneignung und Kontrolle der Produktionsmittel. (Letztre Assoziation ist nichts Willkürliches: Sie setzt die Entwicklung materieller und geistiger Bedingungen voraus, die an diesem Punkt nicht weiter auszuführen sind.) Wie die Teilung der Arbeit Agglomeration, Kombination, Kooperation, den Gegensatz der Privatinteressen, Klasseninteressen, die Konkurrenz, <93> Konzentration des Kapitals, Monopol, Aktiengesellschaften erzeugt – lauter gegensätzliche Formen der Einheit, die den Gegensatz selbst hervorruft –, so erzeugt der Privataustausch den Welthandel, die private Unabhängigkeit eine vollkommne Abhängigkeit vom sog. Weltmarkt und die zersplitterten Akte des Austauschs ein Bank- und Kreditwesen, dessen Buchführung ||22| wenigstens die Ausgleichungen des Privataustauschs konstatiert. Im Wechselkurs – sosehr die Privatinteressen jeder Nation sie in ebenso viele Nationen teilen15 als sie fullgrown individuals16 besitzt und die Interessen der Exporters und Importers derselben Nation sich hier gegenüberstehn – erhält der Nationalhandel einen Schein von Existenz etc. etc. Niemand wird deswegen glauben, durch eine Börsenreform die Grundlagen des innren oder auswärtigen Privathandels aufheben zu können. Aber innerhalb der bürgerlichen, auf dem Tauschwert beruhenden Gesellschaft erzeugen sich sowohl Verkehrs- als Produktionsverhältnisse, die ebenso viel Minen sind, um sie zu sprengen. (Eine Masse gegensätzlicher Formen der gesellschaftlichen Einheit, deren gegensätzlicher Charakter jedoch nie durch stille Metamorphose zu sprengen ist. Andrerseits, wenn wir nicht in der Gesellschaft, wie sie ist, die materiellen Produktionsbedingungen und ihnen entsprechenden Verkehrsverhältnisse für eine klassenlose Gesellschaft verhüllt vorfänden, wären alle Sprengversuche Donquichoterie.)

Wir haben gesehn, daß, obgleich der Tauschwert = ist der relativen Arbeitszeit, die in den Produkten materialisiert ist, das Geld seinerseits = dem Tauschwert der Waren, losgelöst von ihrer Substanz; in diesem Tauschwert oder Geldverhältnisse Widersprüche zwischen den Waren und ihrem Tauschwert, zwischen den Waren als Tauschwerten und dem Geld enthalten sind. Wir haben gesehn, daß eine Bank, die unmittelbar das Gegenbild der Ware im Arbeitsgeld erzeugt, eine Utopie ist. Obgleich also das Geld nur der von der Substanz der Waren losgelöste Tauschwert und nur der Tendenz dieses Tauschwerts, sich rein zu setzen, seinen Ursprung verdankt, kann die Ware nicht unmittelbar in Geld verwandelt werden; d.h., der authentische Ausweis über das Quantum der in ihr realisierten Arbeitszeit kann nicht als ihr Preis dienen in der Welt der Tauschwerte. How is this?

(In einer Form des Geldes – soweit es Tauschmittel (nicht Maß des Tauschwerts) – ist den Ökonomen klar, daß die Existenz des Geldes die Versachlichung des gesellschaftlichen Zusammenhangs voraussetzt; soweit nämlich das Geld als Pfand[x] erscheint, was der eine in der Hand des andren zurücklassen muß, um eine Ware von ihm zu erhalten. Hier sagen die Öko//94/nomen selbst, daß die Menschen der Sache (dem Geld) das Vertrauen schenken, was sie sich nicht als Personen schenken. Aber warum schenken sie der Sache das Vertrauen? Doch offenbar nur als versachlichtem Verhältnis der Personen untereinander; als versachlichtem Tauschwert, und Tauschwert ist nichts als eine Beziehung der produktiven Tätigkeit der Personen untereinander. Jedes andre Pfand mag direkt dem Pfandinhaber als solches nützen; Geld nützt ihm nur als „Faustpfand der Gesellschaft“[xi], aber solches Faustpfand ist es nur wegen seiner gesellschaftlichen (symbolischen) Eigenschaft; und gesellschaftliche Eigenschaft kann es nur besitzen, weil die Individuen ihre eigne gesellschaftliche Beziehung als Gegenstand sich entfremdet haben.)

In den Preiscourantlisten, worin alle Werte gemessen sind im Geld, scheint zugleich die Unabhängigkeit des gesellschaftlichen Charakters der Sachen von den Personen, wie zugleich die Tätigkeit des Handels auf dieser Basis der Fremdartigkeit, worin die Gesamtproduktions- und -verkehrsverhältnisse dem einzelnen, allen einzelnen gegenüber, erscheinen, sie wieder den einzelnen zu unterwerfen. Da die Verselbständigung des Weltmarkts, if you please19, (worin die Tätigkeit jedes einzelnen eingeschlossen) wächst mit der Entwicklung der Geldverhältnisse (Tauschwerts) und vice versa, der allgemeine Zusammenhang und die allseitige Abhängigkeit in Produktion und Konsumtion zugleich mit der Unabhängigkeit und Gleichgültigkeit der Konsumierenden und Produzierenden zueinander; da dieser Widerspruch zu Krisen führt etc., so wird gleichzeitig mit der Entwicklung dieser Entfremdung, auf ihrem eignen Boden, versucht, sie aufzuheben; Preiscourantlisten, Wechselkurse, Verbindungen der Handelstreibenden untereinander durch Briefe, Telegraphen etc. (die Kommunikationsmittel wachsen natürlich gleichzeitig), worin jeder einzelne sich Auskunft über die Tätigkeit aller andren verschafft und seine eigne danach auszugleichen sucht. (D.h., obgleich die Nachfrage und Zufuhr aller von allen unabhängig vor sich geht, so sucht sich jeder über den Stand der allgemeinen Nachfrage und Zufuhr zu unterrichten; und dies Wissen wirkt dann wieder praktisch auf sie ein. Obgleich alles dies auf dem gegebnen Standpunkt die Fremdartigkeit nicht aufhebt, so führt es Verhältnisse und Verbindungen herbei, die die Möglichkeit, den alten Standpunkt aufzuheben, in sich einschließen.) (Die Möglichkeit allgemeiner Statistik etc.) (Es ist dies übrigens unter den Kategorien von „Preisen, Nachfrage und Zufuhr“ zu entwickeln. Übrigens hier nur zu bemerken, daß die Übersicht über den Gesamthandel und die Gesamtproduktion, soweit sie faktisch in den Preiscourantlisten vorliegt, in der Tat den besten Beweis liefert, wie den einzelnen ihr eigner Austausch <95> und ihre eigne Produktion als sachliches, von ihnen unabhängiges Verhältnis gegenübertritt. Im Weltmarkt hat sich der Zusammenhang des einzelnen mit allen, aber auch zugleich die Unabhängigkeit ||23| dieses Zusammenhangs von den einzelnen selbst zu einer solchen Höhe entwickelt, daß seine Bildung zugleich schon die Übergangsbedingung aus ihm selbst enthält.) Die Vergleichung an der Stelle der wirklichen Gemeinschaftlichkeit und Allgemeinheit.

(Es ist gesagt worden und mag gesagt werden, daß das Schöne und Große eben in diesem naturwüchsigen, vom Wissen und Wollen der Individuen unabhängigen, und grade ihre wechselseitige Unabhängigkeit und Gleichgültigkeit gegeneinander voraussetzenden Zusammenhang, materiellen und geistigen Stoffwechsel, beruht. Und sicher ist dieser sachliche Zusammenhang ihrer Zusammenhangslosigkeit vorzuziehn oder einem auf Bluturenge Natur und Herrschafts- und Knechtschafts[verhältnisse] gegründet[en] nur lokalen Zusammenhang. Es ist ebenso sicher, daß die Individuen sich ihre eignen gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht unterordnen können, bevor sie dieselben geschaffen haben. Aber es ist abgeschmackt, jenen nur sachlichen Zusammenhang als den naturwüchsigen, von der Natur der Individualität (im Gegensatz zum reflektierten Wissen und Wollen) unzertrennlichen und ihr immanenten, aufzufassen. Er ist ihr Produkt. Er ist ein historisches Produkt. Er gehört einer bestimmten Phase ihrer Entwicklung an. Die Fremdartigkeit und Selbständigkeit, worin er noch gegen sie existiert, beweist nur, daß sie noch in der Schöpfung der Bedingungen ihres sozialen Lebens begriffen sind, statt von diesen Bedingungen aus es begonnen zu haben. Es ist der Zusammenhang, der naturwüchsige, von Individuen innerhalb bestimmter, bornierter Produktionsverhältnisse. Die universal entwickelten Individuen, deren gesellschaftliche Verhältnisse als ihre eignen, gemeinschaftlichen Beziehungen auch ihrer eignen gemeinschaftlichen Kontrolle unterworfen sind, sind21 kein Produkt der Natur, sondern der Geschichte. Der Grad und die Universalität der Entwicklung der Vermögen, worin diese Individualität möglich wird, setzt eben die Produktion auf der Basis der Tauschwerte voraus, die mit der Allgemeinheit der Entfremdung des Individuums von sich und von andren, aber auch die Allgemeinheit und Allseitigkeit seiner Beziehungen und Fähigkeiten erst produziert. Auf frühren Stufen der Entwicklung erscheint das einzelne Individuum voller, weil es eben die Fülle seiner Beziehungen noch nicht herausgearbeitet und als von ihm unabhängige gesellschaftliche Mächte und Verhältnisse sich gegenübergestellt hat. So lächerlich es ist, sich nach jener <96> ursprünglichen Fülle zurückzusehnen, so lächerlich ist der Glaube, bei jener vollen Entleerung stehnbleiben zu müssen. Über den Gegensatz gegen jene romantische Ansicht ist die bürgerliche nie herausgekommen, und darum wird jene als berechtigter Gegensatz sie bis an ihr seliges Ende begleiten.)

(Als Beispiel kann hier genommen werden das Verhältnis des einzelnen zur Wissenschaft.)

(Das Geld mit dem Blute zu vergleichen – das Wort Zirkulation gab dazu Anlaß – ist ungefähr ebenso richtig wie das Gleichnis des Menenius Agrippa[xii] zwischen den Patriziern und dem Magen.) (Das Geld mit der Sprache zu vergleichen ist nicht minder falsch. Die Ideen werden nicht in die Sprache verwandelt, so daß ihre Eigentümlichkeit aufgelöst und ihr gesellschaftlicher Charakter neben ihnen in der Sprache existierte, wie die Preise neben den Waren. Die Ideen existieren nicht getrennt von der Sprache. Ideen, die aus ihrer Muttersprache erst in eine fremde Sprache übersetzt werden müssen, um zu kursieren, um austauschbar zu werden, bieten schon mehr Analogie; die Analogie liegt dann aber nicht in der Sprache, sondern in ihrer Fremdheit.)

(Die Austauschbarkeit aller Produkte, Tätigkeiten, Verhältnisse gegen ein Drittes, Sachliches, was wieder gegen alles ohne Unterschied ausgetauscht werden kann – also die Entwicklung der Tauschwerte (und der Geldverhältnisse) ist identisch mit der allgemeinen Venalität, Korruption. Die generelle Prostitution erscheint als eine notwendige Phase der Entwicklung des gesellschaftlichen Charakters der persönlichen Anlagen, Vermögen, Fähigkeiten, Tätigkeiten. Mehr höflich ausgedrückt. Das allgemeine Nützlichkeits- und Brauchbarkeitsverhältnis. Das Gleichsetzen des Ungleichartigen, wie schön Shakespeare[xiii] das Geld faßt. Die Bereicherungssucht als solche ohne Geld unmöglich; alle andre Akkumulation und Akkumulationssucht erscheint naturwüchsig, borniert, durch die Bedürfnisse einerseits, die bornierte Natur der Produkte anderseits bedingt (sacra auri fames[xiv]).)

(Das Geldwesen in seiner Entwicklung unterstellt offenbar schon andre allgemeine Entwicklungen.)

Wenn gesellschaftliche Verhältnisse betrachtet werden, die ein unentwickeltes System des Austauschs, der Tauschwerte und des Geldes erzeugen oder denen ein unentwickelter Grad derselben entspricht, so ist es von vornherein klar, daß die Individuen, obgleich ihre Verhältnisse persönlicher erscheinen, nur als Individuen in einer Bestimmtheit in Beziehung zueinander treten, als Feudalherr und Vasall, Grundherr und Leibeigner etc. oder als Kastenglieder, etc. oder als Standesangehörige etc. Im Geldverhältnisse, im entwickelten <97> Austauschsystem (und dieser Schein verführt die Demokratie) sind in der Tat die Bande der persönlichen Abhängigkeit gesprengt, zerrissen, Blutsunterschiede, Bildungsunterschiede etc. (die persönlichen Bande erscheinen wenigstens alle als persönliche Verhältnisse); und die Individuen scheinen unabhängig (diese Unabhängigkeit, die überhaupt bloß eine Illusion ist und richtiger Gleichgültigkeit – im Sinn der Indifferenz – hieße), frei aufeinander zu stoßen und in dieser Freiheit auszutauschen; sie scheinen so aber nur für den, der von den Bedingungen, den Existenzbedingungen (und diese sind wieder von Individuen unabhängige und erscheinen, obgleich von der Gesellschaft erzeugt, gleichsam als Naturbedingungen, d.h. von den Individuen unkontrollierbare), abstrahiert, unter denen diese Individuen in Berührung treten.

Die ||24| Bestimmtheit, die im ersten Fall als eine persönliche Beschränkung des Individuums durch ein andres, erscheint im letztren ausgebildet als eine sachliche Beschränkung des Individuums durch von ihm unabhängige und in sich selbst ruhende Verhältnisse. (Da das einzelne Individuum nicht seine persönliche Bestimmtheit abstreifen, wohl aber äußere Verhältnisse überwinden und sich unterordnen kann, so scheint seine Freiheit im Fall 2 größer. Eine nähre Untersuchung jener äußren Verhältnisse, jener Bedingungen, zeigt aber die Unmöglichkeit der Individuen einer Klasse etc., sie en masse zu überwinden, ohne sie aufzuheben. Der einzelne kann zufällig mit ihnen fertig werden; die Masse der von ihnen Beherrschten nicht, da ihr bloßes Bestehn die Unterordnung und die notwendige Unterordnung der Individuen unter sie ausdrückt.) Diese äußren Verhältnisse sind so wenig eine Beseitigung der „Abhängigkeitsverhältnisse“, daß sie nur die Auflösung derselben in eine allgemeine Form sind; vielmehr das Herausarbeiten des allgemeinen Grundes der persönlichen Abhängigkeitsverhältnisse sind. Auch hier kommen die Individuen nur als bestimmte zueinander in Beziehung. Diese sachlichen Abhängigkeitsverhältnisse im Gegensatz zu den persönlichen erscheinen auch so (das sachliche Abhängigkeitsverhältnis ist nichts als die den scheinbar unabhängigen Individuen selbständig gegenübertretenden gesellschaftlichen Beziehungen, d.h. ihre ihnen selbst gegenüber verselbständigten wechselseitigen Produktionsbeziehungen), daß die Individuen nun von Abstraktionen beherrscht werden, während sie früher voneinander abhingen. Die Abstraktion oder Idee ist aber nichts als der theoretische Ausdruck jener materiellen Verhältnisse, die Herr über sie sind. Verhältnisse können natürlich nur in Ideen ausgedrückt werden, und so haben Philosophen als das Eigentümliche der neuen Zeit ihr Beherrschtsein von Ideen aufgefaßt und mit dem Sturz dieser Ideenherrschaft die Erzeugung der freien Individualität identifiziert. Der Irrtum war vom ideologischen Standpunkt aus um so leichter zu begehrt, als <98> jene Herrschaft der Verhältnisse (jene sachliche Abhängigkeit, die übrigens wieder in bestimmte, nur aller Illusion entkleidete, persönliche Abhängigkeitsverhältnisse umschlägt) in dem Bewußtsein der Individuen selbst als Herrschen von Ideen erscheint und der Glaube an die Ewigkeit dieser Ideen, d.h. jener sachlichen Abhängigkeitsverhältnisse, von den herrschenden Klassen, of course23, in jeder Weise befestigt, genährt, eingetrichtert wird.

(Es ist natürlich der Illusion der „rein persönlichen Verhältnisse“ der Feudalzeiten etc. gegenüber keinen Augenblick zu vergessen, 1. daß diese Verhältnisse selbst innerhalb ihrer Sphäre einen sachlichen Charakter auf einer bestimmten Phase annahmen, wie die Entwicklung der Grundeigentumsverhältnisse z.B. aus rein militärischen Subordinationsverhältnissen zeigt; aber 2. das sachliche Verhältnis, worin sie zugrund gehn, hat selbst einen bornierten, naturbestimmten Charakter und erscheint daher als persönlich, während in der modernen Welt die persönlichen Verhältnisse als reiner Ausfluß der Produktions- und Austauschverhältnisse heraustreten.)

Das Produkt wird Ware. Die Ware wird Tauschwert. Der Tauschwert der Ware erhält besondre Existenz neben der Ware; d.h. die Ware, in der Form, worin [sie] 1. austauschbar mit allen andern Waren ist; worin sie 2. daher allgemeine Ware und ihre natürliche Besonderheit ausgelöscht ist; 3. worin das Maß ihrer Austauschbarkeit gesetzt ist, das bestimmte Verhältnis, worin sie alle andren Waren sich gleichsetzt, ist die Ware als Geld, und zwar nicht als Geld überhaupt, sondern als eine bestimmte Summe Geld, denn um den Tauschwert in allen seinen Unterschieden darzustellen, muß das Geld zählbar, quantitativ teilbar sein.

Das Geld, die gemeinsame Form, worein sich alle Waren als Tauschwerte verwandeln, die allgemeine Ware, muß selbst als eine besondre Ware neben den andren existieren, da sie nicht nur im Kopf an ihm gemessen, sondern im wirklichen Austausch gegen es ausgetauscht und eingewechselt werden müssen. Der Widerspruch, der dadurch hereinkommt, an einer andren Stelle zu entwickeln. Das Geld entsteht nicht durch Konvention, sowenig wie der Staat. Es entsteht aus dem Austausch und im Austausch naturwüchsig, ist ein Produkt desselben. Ursprünglich wird die Ware als Geld dienen – d.h. eingetauscht werden, nicht als Gegenstand des Bedürfnisses und der Konsumtion, sondern um sie wieder auszutauschen gegen andre Waren –, die am meisten als Gegenstand des Bedürfnisses eingetauscht wird, kursiert; die also am sichersten ist, wieder gegen andre besondre Waren ausgetauscht werden zu können; die also in der gegebnen gesellschaftlichen Organisation den Reichtum κατ’ έξοχήν <99> repräsentiert, Gegenstand der allgemeinsten Nachfrage und Zufuhr ist und einen besondren Gebrauchswert besitzt. So Salz, Häute, Vieh, Sklaven. Eine solche Ware entspricht faktisch mehr in ihrer besondren Gestalt als Ware sich selbst als (schade, daß im Deutschen der Unterschied von denrée und marchandise nicht passend wiederzugeben) Tauschwert, denn die andren Waren.

Die besondre Nützlichkeit der Ware, sei es als besondrer Konsumtionsgegenstand (Häute), sei es als unmittelbares Produktionswerkzeug (Sklave), stempelt sie hier zum Geld. Im Fortgang der Entwicklung wird grade das umgekehrte eintreten, d.h. die Ware, die am wenigsten unmittelbar Gegenstand der Konsumtion oder Werkzeug der Produktion, wird am besten grade die Seite repräsentieren, daß sie dem Bedürfnis des Austauschs als solchen dient. Im ersten ||25| Fall wird die Ware Geld wegen ihres besondren Gebrauchswerts – im zweiten Fall erhält sie davon ihren besondren Gebrauchswert, daß sie als Geld dient. Dauerhaftigkeit, Unveränderlichkeit, Teilbarkeit und Wiederzusammensetzbarkeit, relativ leichte Transportierbarkeit, weil sie großen Tauschwert in kleinem Raum einschließen, alles das macht die edlen Metalle besonders geeignet auf der letztren Stufe. Zugleich bilden sie natürlichen Übergang aus der ersten Form des Geldes. Bei etwas höhrer Stufe der Produktion und des Austauschs tritt das Produktionsinstrument über die Produkte; die Metalle aber (erst Steine) sind die ersten und unentbehrlichsten Produktionswerkzeuge. Im Kupfer, das im Geld der Alten eine so große Rolle spielt, findet sich noch beides zusammen, der besondre Gebrauchswert als Produktionsinstrument und die übrigen Eigenschaften, die nicht vom Gebrauchswert der Ware herfließen, sondern ihrer Bestimmung als Tauschwert (worin Tauschmittel eingeschlossen) entsprechen. Von den andren Metallen scheiden sich dann wieder die edlen ab, indem sie nicht oxydierbar etc., gleichmäßiger Qualität etc. und dann der höhern Stufe besser entsprechen, indem ihre unmittelbare Nützlichkeit für Konsumtion und Produktion zurücktritt, sie aber schon ihrer Seltenheit wegen den rein auf dem Tausch gegründeten Wert mehr darstellen. Sie stellen von vornherein den Überfluß vor, die Form, worin der Reichtum ursprünglich erscheint. Auch Metalle lieber gegen Metalle als andre Waren ausgetauscht.

Die erste Form des Geldes entspricht einer geringen Stufe des Austauschs und des Tauschhandels, wo das Geld mehr noch in seiner Bestimmung als Maß hervortritt, denn als wirkliches Austauschinstrument. Auf dieser Stufe kann <100> das Maß noch rein imaginär sein (indes schließt die bar der Neger das Eisen ein) (Muscheln etc. entsprechen aber mehr der Reihe, deren letzte Spitze Gold und Silber ist).

Daraus, daß die Ware zum allgemeinen Tauschwert, geht hervor, daß der Tauschwert zu einer besondren Ware wird: Er kann dies nur, indem eine besondre Ware allen andren gegenüber das Privilegium erhält, ihren Tauschwert zu repräsentieren, zu symbolisieren; d.h. Geld zu werden. Daß der Geldeigenschaft aller Waren eine besondre Ware als Geldsubjekt erscheint – geht aus dem Wesen des Tauschwerts selbst hervor. Im Fortgang der Entwicklung kann der Tauschwert des Geldes wieder eine von seiner Materie, seiner Substanz, getrennte Existenz erhalten, wie im Papiergeld, ohne indes das Privilegium dieser besondren Ware aufzuheben, indem die besonderte Existenz ihre Denomination von der besondren Ware zu erhalten fortfahren muß.

Weil die Ware Tauschwert ist, ist sie austauschbar gegen Geld, = Geld gesetzt. Das Verhältnis, worin sie dem Geld gleichgesetzt wird, d.h. die Bestimmtheit ihres Tauschwerts, ist vorausgesetzt ihrer Umsetzung in Geld. Das Verhältnis, worin die besondre Ware gegen Geld ausgetauscht wird, d.h. das Quantum Geld, worein ein bestimmtes Quantum Ware umsetzbar, ist bestimmt durch die in der Ware vergegenständlichte Arbeitszeit. Als Verwirklichung einer bestimmten Arbeitszeit ist die Ware Tauschwert; im Geld ist das Quotum Arbeitszeit, das sie repräsentiert, sowohl gemessen als in seiner allgemeinen, dem Begriff entsprechenden, austauschbaren Form enthalten. Das Geld ist das sachliche Medium, worein die Tauschwerte getaucht, eine ihrer allgemeinen Bestimmung entsprechende Gestalt erhalten. Adam Smith sagt, daß die Arbeit (Arbeitszeit) das ursprüngliche Geld ist, womit alle Waren gekauft werden.[xv] Den Akt der Produktion betrachtet, bleibt dies immer richtig (ebensowohl in bezug auf die Bestimmung der relativen Werte). Jede Ware wird in der Produktion fortwährend gegen Arbeitszeit ausgetauscht. Die Notwendigkeit eines von der Arbeitszeit unterschiednen Geldes kömmt grade dadurch herein, daß das Quotum Arbeitszeit ausgedrückt werden soll nicht in ihrem unmittelbaren und besondren Produkt, sondern in einem vermittelten und allgemeinen Produkt, in ihrem besondren Produkt als gleich und konvertibel gegen alle andren Produkte derselben Arbeitszeit; der Arbeitszeit nicht in einer Ware, sondern in allen Waren zugleich und darum in einer besondren Ware, die alle andren repräsentiert. Die Arbeitszeit kann nicht unmittelbar selbst das Geld sein (eine Forderung, die in andren Worten damit zusammenfällt, daß jede Ware unmittelbar ihr eignes Geld sein soll), eben weil sie faktisch stets nur in besondren <101> Produkten existiert (als Gegenstand): Als allgemeiner Gegenstand kann sie nur symbolisch existieren, eben wieder in einer besondren Ware, die als Geld gesetzt wird. Die Arbeitszeit existiert nicht als allgemeiner, von den natürlichen Besonderheiten der Waren unabhängiger und abgeschiedner (losgelöster) Gegenstand des Austauschs. Als solcher müßte sie existieren, um die Bedingungen des Geldes unmittelbar zu erfüllen. Die Vergegenständlichung des allgemeinen, gesellschaftlichen Charakters der Arbeit (und darum der Arbeitszeit, die im Tauschwert enthalten) macht eben ihr Produkt zum Tauschwert; gibt der Ware die Eigenschaft des Geldes, die aber ein selbständig außer ihr existierendes Geldsubjekt wieder einschließt.

Die bestimmte Arbeitszeit ist vergegenständlicht in einer bestimmten, besondren Ware von besondren Eigenschaften und besondren Beziehungen zu den Bedürfnissen; als Tauschwert aber soll sie vergegenständlicht sein in einer Ware, die nur ihre Qualität oder Quantität ausdrückt, gleichgültig gegen ihre natürlichen Eigenschaften ist und daher in jede andre Ware, die dieselbe Arbeitszeit vergegenständlicht, metamorphosiert, d.h. ausgetauscht werden kann. Als Gegenstand soll sie diesen allgemeinen Charakter besitzen, ||26| der ihrer natürlichen Besonderheit widerspricht. Dieser Widerspruch kann nur gelöst werden, indem er selbst vergegenständlicht wird; d.h., indem die Ware doppelt gesetzt wird, einmal in ihrer natürlichen unmittelbaren Form, dann in ihrer vermittelten, als Geld. Das letztre ist nur möglich, indem eine besondre Ware gleichsam die allgemeine Substanz der Tauschwerte wird oder indem der Tauschwert der Waren mit einer besondren Substanz, einer besondren Ware im Unterschied von allen übrigen, identifiziert wird. D.h., indem die Ware erst mit dieser allgemeinen Ware, dem symbolischen allgemeinen Produkt oder Vergegenständlichung der Arbeitszeit umgetauscht werden muß, um dann als Tauschwert gleichgültig gegen alle andren Waren beliebig umtauschbar, in sie metamorphosierbar zu sein. Das Geld ist die Arbeitszeit als allgemeiner Gegenstand oder die Vergegenständlichung der allgemeinen Arbeitszeit, die Arbeitszeit als allgemeine Ware. Wenn es daher sehr einfach aussieht, daß die Arbeitszeit, weil sie die Tauschwerte reguliert, in der Tat nicht nur ihr inhärentes Maß, sondern ihre Substanz selbst ist (denn als Tauschwerte besitzen die Waren keine andre Substanz, keine natürliche Beschaffenheit) und auch unmittelbar als ihr Geld dienen könne, d.h. das Element hergeben, worin die Tauschwerte sich als solche realisieren, so trügt dieser Schein der Einfachheit. Vielmehr schließt das Verhältnis der Tauschwerte – der Waren als einander gleicher und gleichsetzbarer Vergegenständlichungen der Arbeitszeit – Widersprüche ein, die in einem von der Arbeitszeit verschiednen Gelde ihren sachlichen Ausdruck erhalten.

<102> Bei Adam Smith[xvi] erscheint dieser Widerspruch noch als ein Nebeneinandersetzen. Neben dem besondren Arbeitsprodukt (der Arbeitszeit als besonderm Gegenstand) muß der Arbeiter noch ein Quantum allgemeiner Ware (die Arbeitszeit als allgemeinen Gegenstand) erzeugen. Die beiden Bestimmungen des Tauschwerts erscheinen ihm äußerlich nebeneinander. Das Innere der ganzen Ware erscheint noch nicht ergriffen und durchdrungen vom Widerspruch. Dies entspricht der Stufe der Produktion, die er vorliegen hatte, wo der Arbeiter noch einen Teil seiner Subsistenz direkt in seinem Produkt besaß; weder seine ganze Tätigkeit noch sein ganzes Produkt vom Austausch abhängig geworden war; d.h. die Subsistenzagrikultur (oder ähnlich, wie Steuart sie nennt[xvii]) noch zu einem großen Maß herrschte und ebenso die patriarchale Industrie (Handweberei, Spinnerei im Haus und verknüpft mit der Agrikultur). Nur noch der Überschuß wird in einem großen Kreis der Nation ausgetauscht. Tauschwert und Bestimmung durch die Arbeitszeit noch nicht völlig entwickelt auf nationalem Maßstab.

(Incident: Von Gold und Silber weniger richtig als von irgendeiner andren Ware, daß ihre Konsumtion nur wachsen kann im Verhältnis zu ihren verminderten Produktionskosten. Sie wächst vielmehr im Verhältnis zum Wachstum des allgemeinen Reichtums, da ihr Gebrauch spezifisch den Reichtum, Überfluß, Luxus repräsentiert, weil sie selbst den allgemeinen Reichtum repräsentieren. Abgesehn vom Gebrauch als Geld, werden Silber und Gold mehr konsumiert im Verhältnis zum Wachstum des allgemeinen Reichtums. Wenn daher ihre Zufuhr plötzlich wächst, selbst ohne daß die Produktionskosten oder ihr Wert sich verhältnismäßig verringerte, finden sie einen rasch sich erweiternden Markt, der ihre Depreziation aufhält. Manches, was den Ökonomen – die allgemein Konsumtion von Gold und Silber vom Fall ihrer Produktionskosten allein abhängig machen – in dem australisch-kalifornischen case unerklärlich[xviii] und, wo sie sich in einem Zirkel bewegen, daher erklärt. Es hängt dies genau damit zusammen, daß sie den Reichtum repräsentieren, also mit ihrer Eigenschaft als Geld.)

(Der Gegensatz des Goldes und Silbers als der eternal Ware im Gegensatz zu den andern, den wir bei Petty finden, schon bei Xenophon, de Vectigalibus, c.l. in bezug auf Marmor und Silber.

„Die Erde verfügt aber nicht nur über das, was alljährlich blüht und reift, sondern sie hat auch dauerhafte Güter. Es gibt nämlich in ihr reichliche Vorkommen von Stein etc. (nämlich der Marmor) … Es gibt aber auch Land, das bei agrarischer Nutzung keinen Ertrag abwirft, bei bergmännischer Nutzung aber das Vielfache an Menschen ernährt, als wenn es Getreide trüge.“)

<103>(Wohl zu merken, daß der Austausch zwischen verschiednen Stämmen oder Völkern – und dies, nicht der Privataustausch, ist seine erste Gestalt – erst damit beginnt, daß einem unzivilisierten Stamm Überfluß abgekauft wird (abgemogelt), der nicht das Produkt seiner Arbeit, sondern natürliches Produkt des Bodens und der Natur, die er okkupiert.)

(Daraus, daß das Geld in einer bestimmten Ware symbolisiert sein muß, dann diese Ware selbst (Gold etc.), die ordinären ökonomischen Widersprüche, die daraus hervorgehn, zu entwickeln. Dies Nr. II. Dann, da alle Waren gegen das Geld ausgetauscht werden müssen, um als Preise bestimmt zu werden, ob dieser Austausch nun wirklich oder nur im Kopf stattfindet, das Verhältnis des Quantums des Goldes oder Silbers zu den Warenpreisen zu bestimmen. Dies Nr. III. Es ist klar, daß, bloß gemessen im Gold oder Silber, ihre Quantität keinen Einfluß auf den Preis der Waren ausübt; durch den wirklichen Austausch, soweit es wirklich als Zirkulationsinstrument dient, kommt die Schwierigkeit herein; die Verhältnisse von Nachfrage und Zufuhr etc. Was aber seinen Wert als Zirkulationsinstrument affiziert, affiziert es offenbar als Maß.)

||27| Die Arbeitszeit selbst existiert als solche nur subjektiv, nur in der Form der Tätigkeit. Insofern sie als solche austauschbar (selbst Ware) ist, ist sie nicht nur quantitativ, sondern qualitativ bestimmt und verschieden, keineswegs allgemeine, sich gleiche Arbeitszeit; sondern entspricht als Subjekt ebensowenig der die Tauschwerte bestimmenden allgemeinen Arbeitszeit, wie die besondren Waren und Produkte ihr als Objekt entsprechen.

Der Satz von A. Smith, daß der Arbeiter neben seiner besondren Ware eine allgemeine Ware produzieren muß, in andren Worten, daß er einem Teil seiner Produkte die Form des Geldes geben muß, überhaupt seiner Ware, soweit sie nicht als Gebrauchswert für ihn, sondern als Tauschwert dienen soll – heißt, subjektiv ausgedrückt, weiter nichts, als daß seine besondre Arbeitszeit nicht unmittelbar gegen jede andre besondre Arbeitszeit ausgetauscht werden kann, sondern daß diese ihre allgemeine Austauschbarkeit erst vermittelt werden, daß sie eine gegenständliche, von ihr selbst verschiedne Form annehmen muß, um diese allgemeine Austauschbarkeit zu erlangen.

Die Arbeit des einzelnen, im Akt der Produktion selbst betrachtet, ist das Geld, womit er unmittelbar das Produkt, den Gegenstand seiner besondren Tätigkeit, kauft; aber es ist ein besondres Geld, das eben nur dies bestimmte Produkt kauft. Um unmittelbar das allgemeine Geld zu sein, müßte sie von vornherein nicht besondre Arbeit, sondern allgemeine sein, d.h. von vornherein als Glied der allgemeinen Produktion gesetzt sein. In dieser Voraussetzung aber würde nicht erst der Austausch ihr den allgemeinen Charakter geben, sondern <104> ihr vorausgesetzter gemeinschaftlicher Charakter würde die Teilnahme an den Produkten bestimmen. Der gemeinschaftliche Charakter der Produktion würde von vornherein das Produkt zu einem gemeinschaftlichen, allgemeinen machen. Der ursprünglich in der Produktion stattfindende Austausch – der kein Austausch von Tauschwerten wäre, sondern von Tätigkeiten, die durch gemeinschaftliche Bedürfnisse bestimmt wären, durch gemeinschaftliche Zwecke – würde von vornherein die Teilnahme des einzelnen an der gemeinschaftlichen Produktenwelt einschließen. Auf der Grundlage der Tauschwerte wird die Arbeit erst durch den Austausch als allgemein gesetzt. Auf dieser Grundlage wäre sie als solche gesetzt vor dem Austausch; d.h., der Austausch der Produkte wäre überhaupt nicht das Medium, wodurch die Teilnahme des einzelnen an der allgemeinen Produktion vermittelt würde. Vermittlung muß natürlich stattfinden.

Im erstren Fall, der von der selbständigen Produktion der einzelnen ausgeht – sosehr diese selbständigen Produktionen durch ihre Beziehungen zueinander sich post festum bestimmen, modifizieren –, findet die Vermittlung statt durch den Austausch der Waren, den Tauschwert, das Geld, die alle Ausdrücke eines und desselben Verhältnisses sind. Im zweiten Fall ist die Voraussetzung selbst vermittelt; d.h., eine gemeinschaftliche Produktion, die Gemeinschaftlichkeit als Grundlage der Produktion, ist vorausgesetzt. Die Arbeit des einzelnen ist von vornherein als gesellschaftliche Arbeit gesetzt. Welches daher auch immer die besondre materielle Gestalt des Produkts sei, das er schafft oder schaffen hilft, was er mit seiner Arbeit gekauft hat, ist nicht ein bestimmtes besondres Produkt, sondern ein bestimmter Anteil an der gemeinschaftlichen Produktion. Er hat darum auch kein besondres Produkt auszutauschen. Sein Produkt ist kein Tauschwert. Das Produkt hat nicht erst in eine besondre Form umgesetzt zu werden, um einen allgemeinen Charakter für den einzelnen zu erhalten. Statt einer Teilung der Arbeit, die in dem Austausch von Tauschwerten sich notwendig erzeugt, fände eine Organisation der Arbeit statt, die den Anteil des einzelnen an der gemeinschaftlichen Konsumtion zur Folge hat. In dem ersten Fall wird der gesellschaftliche Charakter der Produktion erst durch die Erhebung der Produkte zu Tauschwerten und den Tausch dieser Tauschwerte post festum gesetzt. Im zweiten Fall ist der gesellschaftliche Charakter der Produktion vorausgesetzt, und die Teilnahme an der Produktenwelt, an der Konsumtion, ist nicht durch den Austausch voneinander unabhängiger Arbeiten oder Arbeitsprodukte vermittelt. Er ist vermittelt durch die gesellschaftlichen Produktionsbedingungen, innerhalb deren das Individuum tätig ist. Die Arbeit des einzelnen also unmittelbar zum Geld machen wollen (d.h. auch sein Produkt), zum realisierten <105> Tauschwert, heißt, sie unmittelbar als allgemeine Arbeit bestimmen, d.h. eben die Bedingungen negieren, unter denen sie zu Geld und Tauschwerten gemacht werden muß und vom Privataustausch abhängt. Die Forderung kann bloß befriedigt werden unter Bedingungen, worin sie nicht mehr gestellt werden kann. Die Arbeit auf Grundlage der Tauschwerte setzt eben voraus, daß weder die Arbeit des einzelnen noch sein Produkt unmittelbar allgemein ist; daß es diese Form erst durch eine gegenständliche Vermittlung erlangt, durch ein von ihm verschiedenes Geld.

Gemeinschaftliche Produktion vorausgesetzt, bleibt die Zeitbestimmung natürlich wesentlich. Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf, um Weizen, Vieh etc. zu produzieren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu andrer Produktion, materieller oder geistiger. Wie bei einem einzelnen Individuum hängt die Allseitigkeit ihrer Entwicklung, ihres Genusses und ihrer Tätigkeit von Zeitersparung ab. Ökonomie der Zeit, darin löst sich schließlich alle Ökonomie auf. Ebenso muß die Gesellschaft ihre Zeit zweckmäßig einteilen, um eine ihren Gesamtbedürfnissen gemäße Produktion zu erzielen; wieder einzelne seine Zeit richtig einteilen muß, um sich Kenntnisse in angemeßnen Proportionen zu erwerben oder um den verschiednen Anforderungen an seine Tätigkeit Genüge zu leisten. Ökonomie der Zeit sowohl wie planmäßige Verteilung der Arbeitszeit auf die verschiednen Zweige der Produktion bleibt also erstes ökonomisches Gesetz auf Grundlage der gemeinschaftlichen Produktion. Es wird sogar in viel höherem Grade Gesetz. Dies ist jedoch wesentlich ||28| verschieden vom Messen der Tauschwerte (Arbeiten oder Arbeitsprodukte) durch die Arbeitszeit. Die Arbeiten der einzelnen in demselben Arbeitszweig und die verschiednen Arten der Arbeit sind nicht nur quantitativ, sondern qualitativ verschieden. Was setzt der nur quantitative Unterschied von Dingen voraus? Die Dieselbigkeit ihrer Qualität. Also das quantitative Messen der Arbeiten die Ebenbürtigkeit, die Dieselbigkeit ihrer Qualität.

(Strabo, liber Xl. Von den Albanoi auf dem Kaukasus:

„Auch die Menschen zeichnen sich durch Schönheit und hohen Wuchs aus; sie sind schlicht und keine Krämerseelen; denn gewöhnlich benutzen sie keine Münzen und sie kennen auch keine größere Zahl als hundert; vielmehr vollziehen sie den Austausch mit Naturalien.“ Es heißt daselbst weiter: „Unbekannt sind sie auch mit genauen Maßen und Gewichten.“)

Das Geld, früher als Maß erscheinend (wofür z.B. bei Homer Ochsen), denn als Tauschmittel, weil im Tauschhandel jede Ware selbst noch ihr Tauschmittel ist. Sie kann aber nicht ihr Maß oder eigner Vergleichungsstandard sein.